Neue Visionen für den IGP Espenhain beim 1. DokMitt-Workshop

Rötha. DokMitt – das ist der Förderverein zum Aufbau des Dokumentationszentrums IndustrieKulturlandschaft Mitteldeutschland e.V. in Borna, der sich seit September 2015 unter der Ägide des früheren Leipziger Regierungspräsidenten Walter Christian Steinbach engagiert. Er möchte ein gemeinnütziges Zentrum zur Erforschung des Strukturwandels und zur Entwicklung von Zukunftsaussichten für die mitteldeutsche Industrie- und Bergbauregion etablieren. Das avisierte Dokumentationszentrum soll dabei als „Enzyklopädie Mitteldeutschlands“ fungieren und die mehrfach unter Beweis gestellte Fähigkeit der Region zur Transformation ergründen. Zu den vielbeachteten Projekten des Vereins gehören u. a. eine Zeitzeugenbefragung („Oral History“) sowie der Aufbau einer Bergbausammlung betreut durch das Sächsische Wirtschaftsarchiv e. V. Die neuesten Projektideen widmen sich speziell dem Standort Industrie- und Gewerbepark Espenhain an der Leipziger Straße, das durch die LMBV als Flächeneigentümerin vermarktet wird.

Um diese Visionen vorzustellen, lud der DokMitt-Verein am 24. Mai 2022 zu einem 1. Forum unter dem Titel „Das Werk Espenhain. Von der Dreckschleuder zum Innovationsstandort“. Während des Workshops im Volkhaus Rötha wurden den rund 50 Zuhörern konkrete Zukunftsvorschläge für den Industriestandort ‚Werk Espenhain‘ präsentiert:

  1. Ausgangspunkt für eine Internationale Bauausstellung (IBA) Impulsregion Leipzig zwischen 2025 und 2035,
  2. der Aufbau einer Holzindustrie basierend auf künstlicher Intelligenz plus Schaffung neuer nachhaltiger Arbeitsplätze sowie
  3. der Aufbau eines Industriell-soziokulturellen Zentrums in der TDE-Wagenhalle.

 

Der Workshop startete mit einer Darstellung des Entwicklungskonzepts des DOKMitt e.V. am Standort Espenhain und mit den Grußworten von Henry Graichen, Landrat Leipziger Land, und vom Schirmherr der Veranstaltung, Michael Kretschmer, das von Andreas Matthes, SMWA Dresden, überbracht wurde. Es folgten informative Vorträge über:

  • die „Geschichte des Veredelungsstandortes. Potential für die Zukunft?“ von Peter Krümmel (Soziokulturelles Zentrum KuHstall e.V. und DOKMitt-Gründungsmitglied)
  • „Das Holzbauzentrum. Intention und Perspektive“ von Dr. Matthias Reuschel (AG Holzbauzentrum, Fa. S&P Gruppe Leipzig) und
  • die „IBA Impulsregion Leipzig“ von Ulrike Rothe (IBA Thüringen und Brandenburg), wobei letzterer auf die IBA Fürst-Pückler-Land im Lausitzer Braunkohlerevier zwischen 2000 und 2010 unter Leitung von Prof. Rolf Kuhn verwies.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Markus Krabbes (Rektor der Hochschule Merseburg und DOKMitt-Gründungsmitglied). Während der sich anschließenden Podiumsdiskussion kamen zu Wort:

  • Ronny Zienert (Sächsisches Ministerium für Regionalentwicklung),
  • Dr. Nils Schinker (Landesamt für Denkmalpflege Sachsen),
  • Jörg Kelkenberg (LMBV, Abteilungsleiter Flächenmanagement Mitteldeutschland),
  • Dr. Sören Glöckner (Holzbau Kompetenz Sachsen GmbH),
  • Jens Buchwald (TDE Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH) und
  • Pablo Wendel (Kulturzentrum EWerk Luckenwalde).
LMBV-Abteilungsleiter Jörg Kelkenberg informiert über verfügbare Flächen im IGP.

Von besonderem Interesse war dabei die beispielhafte Darstellung des Künstlers Pablo Wendel, wie er das 1913 errichtete und nach 1989 stillgelegte Lausitzer Braunkohlenkraftwerk Luckenwalde 2019 als nachhaltiges Kunststrom-Kraftwerk und als Zentrum zeitgenössischer Kunst wiederbelebte. Der nun aus Holzabfällen produzierte „Kunststrom“ aus dem E-Werk wird in das öffentliche Netz eingespeist.

Der Wille zur Revitalisierung des heutigen IGP als Objekt der Industriekultur zeigte sich sowohl in den zahlreichen Redebeiträgen als auch in der dem Workshop vorangegangenen Fußexkursion mit rund 25 Teilnehmern auf den Flächen des Industrie- und Gewerbeparks (IGP) Espenhain.

Die Begehung hatte begonnen auf dem Gelände von TDE Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH, einer 1991 gegründeten Sanierungsgesellschaft und heutigem Dienstleister für Bergbauunternehmen, die von Anfang an erfolgreich war. Zum Auftakt erinnerte Uwe Bruchmüller (ehemals IG BCE und DokMitt-Gründungsmitglied) an den Bergbau und die Umweltfolgen in der Region, an die 1.400 Bomben, die auf diesen Standort fielen, aber auch an die etwa 8.000 Beschäftigten im Werk und im Tagebau um 1990. Er wünschte sich künftig Wertschöpfung in Form eines klugen Strukturwandels, indem Altes durch Neues ergänzt wird. Walter Christian Steinbach wiederum berichtete vom Umweltseminar 1980, von der Erfindung der symbolischen Aktion „Eine Mark für Espenhain“ und den 100.000 Unterschriften, die bis zur politischen Wende gesammelt worden waren. Mehrfach wurde von den Anwesenden daran erinnert, dass am 27. August 1990 der – deutschlandweit – letzte Schwelofen abgeschaltet worden war.

 

Claudia Hermann erläutert die Chronologie der Flächenverkäufe

Die Begehung verlief weiter entlang der industriearchitektonisch wertvollen Verwaltungsgebäudes vom ehemaligen Braunkohlenveredelungswerk, bei der der rege Zuspruch bei den Flächenverkäufen in den letzten 20 Jahren sowohl seitens LMBV als auch Wirtschaftsförderung thematisiert wurde. Claudia Hermann fasste zusammen, wie der Standort Mitteldeutscher Industriepark Espenhain mit zunehmendem Sanierungsfortschritt neu belebt wurde und wie das Angebot an vermarktungsfähigen Immobilien in den letzten Jahren abnahm. Dr. Nils Schinker wiederum erläuterte am Beispiel der denkmalgeschützten ehemaligen Schaltwarte und des Hauptverwaltungsgebäudes, welch nachhaltiges Potenzial in den Hinterlassenschaften des Bergbaus steckt. Die Fußexkursion endete mit einer Besichtigung der Wagenhalle von TDE, die künftig als Raum für Kultur und Kunst dienen könnte.

 

In der Wagenhalle von TDE

Weitere Informationen zum Förderverein sind zu finden unter https://dokmitt.de/. Zum erweiterten beratenden Vorstand gehören Almuth Götz (ehemals LMBV) und Prof. Dr. Andreas Berkner (Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen).

Impressionen vom Workshop und von der Begehung: LMBV/Claudia Hermann


Acht neue Infotafeln für Naturschutzgebiet Werbeliner See

Leipzig/Brodau. Acht neue Informationstafeln machen Besucher des Naturschutzgebietes Werbeliner Sees jetzt besser mit dessen Geschichte vertraut und sensibilisieren für einen sorgsamen Umgang mit dem artenreichen Areal. Offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurden die Tafeln am 16. Mai 2022 von Grit Uhlig, Leiterin des LMBV-Sanierungsbereichs Mitteldeutschland, und Nordsachsens Landrat Kai Emanuel bei einem gemeinsamen Termin am Ostufer des Werbeliner Sees.

Grit Uhlig und Kai Emanuel enthüllen eine der neuen Tafeln zur Information der Besucher

„Es ist unser Ziel, Mensch und Natur am Werbeliner See in Einklang zu bringen. Dabei setzen wir vor allem auf Information und Aufklärung beim behutsamen Entdecken und Erleben des Naturparadieses mit seinen mehr als 500 Tier- und 270 Pflanzenarten“, begründet der Landrat die gemeinsame Initiative von LMBV und Landratsamt (LRA). „Schon bei der Sanierung des Tagebaus hat der Naturschutz eine herausragende Rolle gespielt. Darum wurden die Schüttrippen auch so belassen, damit sich ein interessantes Feuchtbiotop entwickeln konnte“, ergänzt Grit Uhlig.

Die vier Tafeln der LMBV bieten am Werbeliner See im Bereich Brodauer Zinken, Zugang Werbelin und Parkplatz Schaufelrad sowie am Zwochauer See zahlreiche Fakten zum ehemaligen Tagebau Delitzsch-Südwest, der 1993 stillgelegt und anschließend saniert wurde. Die Sanierung sei noch nicht vollständig abgeschlossen, erklärt Grit Uhlig. So müssten noch die Flutungsleitung und die ehemaligen Tagesanlagen sowie Filterbrunnen und inaktive Grundwassermessstellen zurückgebaut werden. Die Grundwasserdynamik werde im Rahmen des montanhydrologischen Monitorings weiterhin überwacht. 

Die vier neuen Tafeln des Landratsamtes heißen die Besucher an den See-Zugängen Delitzsch-Südwest, Werbelin, Zwochau und Wolteritz willkommen. Auf ihnen werden das Naturschutzgebiet visualisiert und Verhaltensregeln einfach und verständlich erklärt. Erarbeitet haben die Übersicht Franka Seidel und Heike Franke vom LRA-Projekt „Naturschutzbezogene Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit im Großraum Delitzsch“. Seit 2019 sensibilisiert das Duo die Besucher für das einzigartige Areal. 

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Medieneinladung — Neue Infotafeln am Werbeliner See

Vor-Ort-Termin mit Kai Emanuel und Grit Uhlig

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mensch und Natur in Einklang zu bringen, ist das Ziel in der Bergbaufolgelandschaft „Naturschutzgebiet Werbeliner See“. Dabei setzen die Partner Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und Landratsamt (LRA) Nordsachsen vor allem auf Information und Aufklärung beim behutsamen Entdecken und Erleben des Naturparadieses mit seinen mehr als 500 Tier- und 270 Pflanzenarten. Zu einem Vor-Ort-Termin mit Foto- und Interview-Möglichkeiten möchten wir Sie hiermit herzlich einladen.

WAS

Neue Informationstafeln an den Zugängen zum Werbeliner See:

  • „Vom Tagebau Delitzsch-Südwest zum Werbeliner See“ (LMBV)
  • „Herzlich Willkommen im Naturschutzgebiet Werbeliner See“ (LRA)

WANN

Montag, 16. Mai 2022, 11.30 Uhr

WO

Treffpunkt ist der Parkplatz am Werbeliner See in Brodenaundorf am Ende der Kattersnaundorfer Straße.

Hinweis:

Die Zufahrt aus Richtung Leipzig über die B 184 ist trotz der in Brodau folgenden Baustelle frei, aus Richtung Delitzsch ist Brodenaundorf über Zschortau erreichbar.

WER

  • Kai Emanuel, Landrat des Landkreises Nordsachsen
  • Grit Uhlig, Leiterin Sanierungsbereich Mitteldeutschland der LMBV
  • weitere Vertreter aus den jeweiligen Fachbereichen des Landratsamtes und der LMBV

Vielen Dank für Ihr Interesse. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Weiterführende Links

Naturschutzgebiet Werbeliner See 


Schachtanlage Paul II ist Gegenstand eines bundesweiten Architekturwettbewerbes

Studenten sollen Konzepte zur Nutzung des denkmalgeschützten Objektes entwerfen

Leipzig/Theißen. Über 80 Studierende und ihre Professoren aus 18 Universitäten und Fachhochschulen besuchten am 26. April 2022 die Schachtanlage Paul II in Naundorf bei Zeitz. Das zur Sicherung abgesperrte Gelände konnte nicht betreten werden. Dennoch erhielten die Teilnehmer einen guten Eindruck von dem Areal und dem Zustand der Gebäude. Andreas Ohse und Luise Schier vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt informierten über die Entstehungsgeschichte der Anlage, den Stellenwert des Braunkohlenabbaus für die Entwicklung der Region und die für den Denkmalschutz relevanten Aspekte. Seitens der LMBV waren Benjamin Ulrich, Fachbearbeiter Planung Sachsen-Anhalt PG Altbergbau Thüringen, und Kerstin Müller, Öffentlichkeitsarbeit, vor Ort. Sie verteilten Infomaterial und beantworteten fachliche Fragen der Teilnehmer. Die LMBV stellte zudem relevante Unterlagen wie Pläne und Fotos zum Objekt zur Verfügung. Die Schachtanlage Paul II mit ihren Nebengebäuden steht seit 1961 unter Denkmalschutz und befindet sich im Besitzt der LMBV.

Die Referenten v. l. n. r.: Andreas Ohse (LDS), Benjamin Ulrich (LMBV), Luise Schier (LDA) und Ulrike Kalteich (Kultustiftung Hohenmölsen)

Anlass der Exkursion ist die 12. Auflage der Messeakademie 2022, ein bundesweiter studentischer Architekturwettbewerb. In dessen Rahmen entwickeln die Studentinnen und Studenten Ideen für eine künftige Nutzung des Geländes und der denkmalgeschützten Gebäude. Zum Thema „Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau. Umbau.Neubau“ werden überzeugende Konzepte und Lösungen zur Nutzung wertvoller denkmalgeschützter Bausubstanz gesucht. Die Schachtanlage Paul II ist dabei eines von vier Objekten, die zur Auswahl stehen. Gestaltet wird die Messeakademie 2022 in Zusammenarbeit mit den Landesämtern für Denkmalpflege Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Veranstalter ist die Leipziger Messe GmbH. Die zehn besten Entwürfe werden dann vom 24.-26. November 2022 an der denkmal, der Europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung der Öffentlichkeit präsentiert.

Impressionen der Exkursion,
Fotos: LMBV, Kerstin Müller


Wasserbau-Studenten erkunden Bauwerke im Störmthaler Kanal

Leipzig/Markkleeberg. 15 Studenten des Instituts für Wasserbau und Technische Hydromechanik der Technischen Universität Dresden besuchten am 8. April 2022 den Störmthaler Kanal während einer Tagesexkursion im Großraum Leipzig.

Die Studierenden des Bauingenieurwesens mit einem Schwerpunkt im Wasserbau wurden von den LMBV-Mitarbeitern Falk Bräuer (Abteilung Projektmanagement Westsachsen-Thüringen), Marcus Schmidt (Planung Westsachsen-Thüringen), Ulrike Klein (Geotechnik Mitteldeutschland) und Claudia Hermann (Unternehmenskommunikation Mitteldeutschland) in Empfang genommen. Sie erläuterten fachkundig die Transformation der Tagebaulandschaft am Beispiel des Tagebaus Espenhain im mitteldeutschen Braunkohlervier, die Abläufe während der Gefahrenabwehrmaßnahme, die aufgrund der Risse und Erosionserscheinungen im Bereich des Störmthaler Kanals umgesetzt worden war, und die wasserbaulich interessanten Aspekte zwischen den Bergbaufolgeseen Markkleeberger und Störmthaler See.

Nach der Besichtigung der neu entstandenen Querbauwerke entlang der Gewässerverbindung besuchten die Studenten als nächste Station der Exkursion die Wasserstadt Leipzig, insbesondere den Lindenauer Hafen. Am Vortag waren sie im Erzgebirge bei der sächsischen Landestalsperrenverwaltung.

Falk Bräuer berichtet kurzweilig von den Herausforderungen während der Gefahrenabwehrmaßnahme.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Aktuelle § 4‑Maßnahmen im mitteldeutschen Revier

Leipzig/Pegau/Böhlen. Im Jahr 2022 werden im Freistaat Sachsen weitere § 4-Projekte zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards umgesetzt werden. Dabei agiert die LMBV als Projektträgerin, während die Kommunen die Bauherren sind. Im Südraum Leipzig handelt es sich um zwei größere Projekte: die Errichtung eines neuen Aussichtsturmes bei Pegau sowie die weiterführende Sanierung des Kulturhauses Böhlen.

Neuer Aussichtsturm Stöntzsch entsteht südlich des Werbener Sees

Westlich der Stadt Pegau auf der ehemaligen Kippe Profen-Nord ist die Errichtung des Aussichtsturmes Stöntzsch auf dem Hügel der vorhandenen Aussichtsfläche geplant. Die Gemeinde Stöntzsch wurde in den 1960er Jahren abgebaggert. Ein Großteil der Bevölkerung wurde nach Pegau umgesiedelt. Der geplante Turm soll an die Gemeinde Stöntzsch erinnern.

Der Aussichtsturm ist als offene Stahlkonstruktion geplant. In das Traggerüst des Turmes sollen drehbare Aluminiumtafeln eingesetzt werden. Ein Teil der drehbaren Tafeln wird Informationen über die Historie und das Umfeld erhalten. Der Turm soll einen quadratischen Grundriss mit 5,25 m Seitenlänge haben und in seiner Form an eine ursprüngliche Turmsilhouette erinnern, als Sinnbild für Gemeinde, Gemeinschaft und Siedlung. Die Gesamthöhe des Turmes ab der Geländeoberkante wird 29,50 m betragen. Neben der Errichtung des Turmes sollen auch die Zuwegung und das unmittelbare Turmumfeld, u. a. Fahrradbügel und Parkstellflächen, gestaltet werden.

Nach erfolgreicher Ausschreibung können die Erdarbeiten nun Mitte 2022 starten. Danach wird das Turmfundament hergestellt. Der vormontierte Turm soll im Sommer aufgestellt und im IV. Quartal 2022 fertiggestellt werden. Voraussichtlich im Frühjahr 2023 werden die Arbeiten an den Außenanlagen und Pflanzmaßnahmen sowie die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme (Abbruch ehemaliges Bahnhäuschen östlich von Pegau südlich der B2) beendet sein. Bauherr für diese Maßnahme ist die Stadt Pegau. Auftragnehmer für Erdarbeiten, Freianlagen und Abbrucharbeiten ist Baggerbetrieb Burkhardt GmbH, für Stahlarbeiten und Gründung ist Hornschuh GmbH & Co. KG im Einsatz.

Sanierung des Kulturhauses Böhlen kann weiterlaufen

Des Weiteren kann die Sanierung des Kulturhauses Böhlen nun weitergeführt werden, da die Gesamtfinanzierung der § 4-Mittel durch den Freistaat Sachsen gesichert ist. Die Vergabe für die Sanierung des Gebäudes inklusive der Erneuerung der Abdichtung, der Sanierung des Sockelputzes und der Erneuerung der Bühneneingangskonstruktion ist abgeschlossen. Baubeginn ist Mai 2022. Als Bauzeit werden ca. sieben bis acht Monate veranschlagt. Die Bauarbeiten werden durch die Firma Baumbach Bau GmbH & Co. KG ausgeführt.

Die Planung für die Erneuerung und Erweiterung der Außenanlage läuft noch. Hierfür ist als Baubeginn Herbst 2022 geplant, der Bau dauert wahrscheinlich ein Jahr.

Die ursprünglich veranschlagten Baukosten haben sich infolge ständig steigender Baupreise und durch Erweiterung der Parkplatzanlage erhöht. Es werden zusätzliche Parkplätze nördlich des Kulturhauses gebaut. Bauherr für diese Maßnahme ist die Stadt Böhlen.

Hintergrund

Maßnahmen nach § 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung kommt besondere Bedeutung zu, denn sie stehen für infrastrukturelle Maßnahmen wie den Bau von Radwegen, Bootsanlegern, Schleusen oder Anlagen für eine touristische Nutzung oder Schiffsanleger für Fährverbindungen zur Verfügung. Diese Maßnahmen werden ausschließlich durch Landesmittel und Gelder der Kommunen finanziert.

Planungsunterlage für den Aussichtsturm Stöntzsch

Fotos vom Vorhabensbereich: LMBV/Ilka Sedlacek und Christian Herrmann


Aktueller Stand zum Harthkanal

Leipzig. Auf Anfrage von Medienvertretern informierte die LMBV kürzlich zum Stand des Projekts Harthkanal. Die LMBV ist bergrechtlich verpflichtet, südlich von Leipzig eine hydraulische Verbindung zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See zu errichten. Darüber hinaus soll die Verbindung - als Harthkanal - auch touristisch genutzt werden können. Die Mehrkosten für die Schiffbarkeit des Kanals und die Errichtung einer Schleuse sollen durch den Freistaat Sachsen getragen werden.

Mit dem Bekenntnis der Finanziers zum Harthkanal als §2/§4-Schnittstellenprojekt im Rahmen der Braunkohlesanierung konnten die Planungen und zwei vorgezogene Maßnahmen bereits umgesetzt werden. Vorrangiges Leistungsziel ist die Erlangung der Plangenehmigung zum Vorhaben, für die sich neue Erkenntnisse aus dem Artenschutz, dem Hochwasserschutz und dem Klimawandel ergeben haben.

In die Planung ist auch die Landestalsperrenverwaltung als zukünftiger Betreiber des Hochwasserspeicherraumes Zwenkauer See eng eingebunden. Im Rahmen der Planung gilt es auch belastbare Gesamtkosten zu ermitteln. Es ist aber davon auszugehen, dass sich die Gesamtkosten gegenüber der ursprünglichen Planung auf über 150 Mio. Euro erhöhen werden. Zu Fragen der Finanzierung finden regelmäßige Abstimmungen zwischen Bund und Ländern in den Gremien der Braunkohlesanierung statt. Die bisherigen Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 35 Mio. Euro.

Bislang wurden:

  • die Kanaluntergrundverdichtung auf der Kippentrasse bis vor und nach der Autobahnbrücke umgesetzt sowie
  • die Dichtwand für das Hochwasserschutztor hergestellt; Leistungszeitraum 28.09.2020 – 30.06.2021; Auftragnehmer war: Berger Grundbautechnik GmbH / Berlin | Grundlage: Zulassung vorzeitiger Baubeginn durch die Landesdirektion Sachsen vom 21.08.2018 und
  • die Probebohrpfähle hergestellt – einschließlich von Pfahlprobebelastungen im Bereich des Schleusenbauwerks: Leistungszeitraum 21.10.2020 – 30.04.2021; Auftragnehmer war: Stump-Franki Spezialtiefbau GmbH / Berlin | Grundlage: Zulassung vorzeitiger Baubeginn durch Landesdirektion Sachsen vom 21.08.2018.

Weitere Bauschritte werden erst nach Vorliegen einer bestandskräftigen Plangenehmigung begonnen werden können. Vorher werden auch keine weiteren Bauarbeiten beauftragt bzw. sichtbar werden.

Das Erreichen des planfestgestellten Endwasserstandes ist vom Fortschritt der noch durchzuführenden Sanierungsverpflichtungen der LMBV abhängig. Derzeit ist der Zwenkauer See für die vorgezogene touristische Folgenutzung vollumfänglich nutzbar.

Archivfotos von 2021: LMBV/Sylvia Große


Gewässernachsorge Störmthaler See

Leipzig/Großpösna. Zur Steuerung der Gewässerbeschaffenheit wurden von Januar bis Mitte Februar 2022 täglich 100 Tonnen Kalksteinmehl in den Störmthaler See eingebracht. Mithilfe eines Schubverbandes verteilte die Dresdner Firma Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH (ABG) insgesamt 1.600 Tonnen Kalkmehl großflächig über den See. Damit wird das Wasser neutralisiert.

Die LMBV ist entsprechend dem Planfeststellungsbeschluss verpflichtet, den ph-Wert im Störmthaler See zwischen sechs und acht zu halten. Dazu wird das Wasser regelmäßig kontrolliert und nahezu jährlich mit Kalkmehl oder - wie in diesem Jahr - mit Kreide behandelt, die einen sehr guten Wirkungsgrad hat. Die letzte Gewässerbehandlung fand Ende 2020 statt.

 

Hinter der Vineta ist die Austragungseinheit bei der Arbeit.

Eindrücke von der Bekalkung des Störmthaler Sees im Februar 2022
Fotos: Christian Horn


Buchpremiere „Bergbau und Umsiedlungen im Mitteldeutschen Braunkohlenrevier“

Leipzig/Hohenmölsen. Das Lausitzer und das Rheinische Braunkohlenrevier besitzen schon jeweils eins – seit Februar 2022 gibt es auch für Mitteldeutschland ein breit angelegtes Nachschlagewerk, das sich der bergbaubedingten Inanspruchnahme von 147 Ortslagen und der damit einhergehenden Umsiedlung von 54.137 Menschen seit 1925 widmet. Die systematische Zusammenschau wurde herausgegeben von Prof. Dr. Andreas Berkner und der Kulturstiftung Hohenmölsen.

Über acht Jahre lang haben mehr als 30 Autoren und Fachberater mit Texten, Veranschaulichungen, Hinweisen und Recherchen zum Gelingen des 528 Seiten starken Werkes beigetragen. Im Mittelpunkt stehen die Profile der umgesiedelten Ortslagen in den Teilrevieren Bitterfeld-Gräfenhainichen, Nachterstedt, Röblingen/Amsdorf, Halle-Ost, Geiseltal, Nordraum Leipzig, Südraum Leipzig, Altenburger Land und Zeitz-Weißenfelser Revier. Des Weiteren finden sich Informationen zu den jeweiligen Tagebaubereichen mit Karten und Zeitleisten, zu Sachzeugen und Traditionspflege sowie zahlreiche Themenspecials wie Zeitzeugeninterviews, Gedenksteine oder Kirchenglocken. 1.750 Abbildungen lockern die Texte auf. Erschienen ist das drei Kilogramm schwere und fünf Zentimeter dicke Buch im Querformat in einer Auflage von 3.000 Stück beim Sax-Verlag Markkleeberg.

Die erste Vorstellung des Kompendiums fand als gemeinsame Veranstaltung der Kulturstiftung Hohenmölsen und des Dachvereins Mitteldeutsche Straße der Braunkohle e. V. am 25. Februar 2022 vor etwa 90 Gästen im Bürgerhaus Hohenmölsen statt. Die sachsen-anhaltinische Stadt im Bereich der ehemaligen Tagebaue Pirkau und Profen stehe als neue Heimat für umgesiedelte Einwohner, so Bürgermeister Andy Haugk in seinem Grußwort, exemplarisch für die durch den Bergbau verlorenen Orte. Und für die hier ansässige 1998 gegründete Kulturstiftung sei die Veranstaltung „ein absoluter Höhepunkt“. Denn die Erstellung des Buches war ein „Premiumprojekt“ – ebenso wie die jährlich stattfindenden Sommerakademien.

Die Buchpremiere war gleichzeitig die aus den letzten Jahr nachgeholte 25-jährige Festsitzung des Dachvereins Mitteldeutsche Straße der Braunkohle e. V. Aus diesem Grund würdigte Walter Christian Steinbach, der ehemalige Regierungspräsident von Leipzig, in seinem Grußwort dessen „unglaublich mühevolle, aber erfolgreiche Arbeit“ seit 1996 und war sich gewiss, dass der neue Band „das Zeug [hat], sich zum Standardwerk des Reviers zu entwickeln“.

Im Anschluss stellte der Schriftleiter Andreas Berkner das Werk im Einzelnen vor. Weil es in Mitteldeutschland keine bergbaubedingten Umsiedlungen mehr geben würde, bezeichnete er die umfassende Sammlung als „abschließende Bilanz“. Gleichzeitig verwies er aber auf weiterhin bestehende Umsiedlungsgründe wie Stadtumbauten, Hochwasserschutz oder Militärnutzung. Anhand vieler Anekdoten, Fotos und Übersichten berichtete er unterhaltsam über die einzelnen Meilensteine von seinem ersten Aufsatz zu diesem Thema 1985 während der Promotion an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg (1989 veröffentlicht in Petermanns Geographische Mitteilungen) über die erste Konzeptskizze und das erste Netzwerktreffen 2013 bis hin zum Buchdruck in der Slowakei.

Dabei ging er auch auf die inhomogene Daten- und Quellenlage hinsichtlich Altunterlagen oder Ortschroniken sowie auf vereinzelte Rückschläge ein. Eingebunden in die Präsentation wurden im wieder Statements von Betroffenen oder Netzwerkpartnern, z. B. Heimatforschern, Wissenschaftlern oder Bergleute. Zu Letzteren zählt Bernd-Stephan Tienz. Der Bergingenieur und ehemalige LMBV-Planungsleiter Mitteldeutschland war einer der beiden Hauptbearbeiter und erinnerte an die „sehr produktive Zusammenarbeit“ in der Zeit der Manuskripterstellung.

In Zusammenarbeit mit der LMBV-Markscheiderei unter Leitung von Marco Schade und dem externen Berater Andreas Kadler entstanden aus dem vorhanden Kartenmaterial anschauliche Grafiken, die im direkten Vergleich den vorbergbaulichen Zustand der verlorenen Ortslagen und den aktuellen Zustand dokumentieren. Ebenfalls als Mitautorin aktiv war die Ingenieurin Annelies Weigert für den Bitterfelder Raum. Einst gehörte sie zu den Einwohnern von Döbern – einem Ort an der Goitzsche, der 1984 abgerissen und überbaggert worden ist – und war ehemals für die Öffentlichkeitsarbeit der LMBV tätig.

Das Buchprojekt bietet neben Daten und Fakten zum Mitteldeutschen Braunkohlenrevier jeweils Exkurse zu weiteren bergbaubedingten Umsiedlungen im Rheinischen, im Lausitzer, im Helmstedter und im Oberpfälzer Revier.

Weitere Informationen zum Schriftwerk sind zu finden unter: Bergbau und Umsiedlungen im Mitteldeutschen Braunkohlenrevier | Berkner, Andreas (Hg.) / Kulturstiftung Hohenmölsen (Hg.) | Sax-Verlag - Onlineshop.

Buchlesungen mit Andreas Berkner finden statt am:

  • 01.04.2022, 19.00 Uhr – Espenhain, Haus der Zukunft, Wolfschlugener Weg 1,
  • 27.04.2022, 19.00 Uhr – Markkleeberg, Weißes Haus (Verein für Erdgeschichte Südraum Leipzig),
  • 14.06.2022, 18.00 oder 19.00 Uhr – Altenburg, Mauritianum.

Weitere Lesungen in FERROPOLIS, Bitterfeld, Delitzsch, Borna, Meuselwitz und im Geiseltal sind vorgesehen, aber noch nicht terminlich fixiert.

Buchpremiere Umsiedlung
Erfolgreiche Unterstützung des Buchprojekts durch Bernd-Stephan Tienz und Andreas Kadler (postmining)

Impressionen von der Veranstaltung, Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Temporäre Einschränkungen durch die Verwahrung von Brauchwasserleitungen in Espenhain

Leipzig. Zur sicheren Nachnutzung der genutzten Flächen des Industriestandortes Espenhain müssen Schleusen- und Brauchwasserleitungen verwahrt werden. Dieser Aufgabe stellt sich die LMBV seit 2019, mittlerweile steht der Beginn des 3. Bauabschnittes bevor. Davon sind einige Anwohnerinnen und Anwohner in der Straße des Friedens in Espenhain unmittelbar betroffen: Im Zeitraum vom 7. Februar bis 30. Juni 2022 werden dort die ehemaligen Brauchwasserleitungen verwahrt. Die Maßnahme läuft vom ehemaligen Wasserwerk der Braunkohlenveredlung Espenhain ausgehend bis in die Gemeinde Espenhain.

Zunächst wird der Erdaushub für 42 Baugruben mit einem Volumen von 2,50 Meter x 2,50 Meter x 2,50 Meter erfolgen. Nach der Anlieferung von ca. 2.200 Tonnen Braunkohlenfilterasche und dem Absaugen von ca. 1.250 Kubikmeter Streckenwasser innerhalb der Rohrleitungen wird die sogenannte Verwahremulsion hergestellt werden. Davon sollen etwa 2.700 Tonnen in die Brauchwasserleitungen eingebracht werden, sodass die alten Wasserrohre Mitte des Jahres verfüllt und dauerhaft gesichert sind. Diese kommen von der Wasserhaltung des ehemaligen Tagebaues Espenhain und versorgten sowohl die ehemalige Veredelungsstätte mit Betriebswasser für die einzelnen Produktionsprozesse.

Der vierte und letzte Bauabschnitt befindet sich zurzeit in Planung. Er wird zwischen der Gemeinde Espenhain hin zum Stausee Rötha realisiert werden.

Auftragnehmer ist die Firma S+R Bohrtechnik & Tiefbau GmbH.

Bergrechtliche Grundlage für die Maßnahme ist die 17. Ergänzung zum Abschlussbetriebsplan – K – Kraftwerk: Verwahrung von Brauchwasserleitungen außerhalb der Braunkohlenveredlung Espenhain vom 01.04.2019. Finanziert wird sie über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.