Erkundungsarbeiten am Tagebaurestloch Golpa IV gehen weiter

Leipzig/Gräfenhainichen. Aufgrund der derzeit noch ungenügenden Kenntnis zum Zustand der Böschungen im Bereich des ehemaligen Tagebaurestloches Golpa IV südwestlich von Gräfenhainichen erfolgen durch die LMBV weitere Erkundungen beziehungsweise Untersuchungen zur Erstellung eines Standsicherheitsgutachtens.

Anknüpfend an die bereits in den Jahren 2020 und 2021 durchgeführten landseitigen Haupterkundungen sind nun zwischen November 2022 und April 2023 seeseitige Erkundungsmaßnahmen vorgesehen. Dabei werden Unterwasserbohrungen in Kombination mit Drucksondierung abgeteuft. Als Vorbereitung dafür erfolgt ab Oktober 2022 die Ertüchtigung eines bereits vorhandenen Waldweges von der Kreisstraße K2037 über ca. 1,6 Kilometer als Baustellenzufahrt.

Nach Auswertung des Erkundungsprogramms erfolgt die Erstellung eines Standsicherheitsgutachtens, auf dessen Basis über den künftigen Wasserstand beziehungsweise über die Folgenutzung entschieden werden kann.

Für alle durchzuführenden Arbeiten liegen die Genehmigungen der zuständigen Ämter sowie die Erlaubnis der Flächeneigentümer vor. Die Maßnahme läuft im Rahmen des § 3 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung zur Gefahrenabwehr gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstieges. Der Bereich um das Tagebaurestloch Golpa IV ist weiterhin Sperrgebiet und darf nicht betreten werden.

Hintergrund:

Die ehemaligen Tagebaue Golpa II und IV dienten nach dem Auslaufen der Tagebaue Golpa I und III der Versorgung der Braunkohlekraftwerke Vockerode und Zschornewitz. Der Tagebau Golpa IV wurde auch Pöplitz genannt, denn das Abbaufeld lag westlich der gleichnamigen Ortslage. Er wurde 1942 aufgeschlossen und war 1956 ausgekohlt.

Tagebaurestloch Golpa IV aus der Luft (Archivfoto 2019: LMBV/Peter Radke) und vom Boden (2020: LMBV/Sylke Hochmuth)


Feierliche Grundsteinlegung zur Errichtung des Aussichtsturms Stöntzsch

Pegau. Bei strahlendem Sonnenschein fand am 21. September 2022 die feierliche Grundsteinlegung für den Aussichtsturm Stöntzsch westlich von Pegau statt. Die LMBV errichtet als Projektträger den  Turm mit Mitteln nach § 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung. Nach dem Baubeginn im August 2022 ist jetzt bereits das Fundament gut zu erkennen. Die Fertigstellung ist für April 2023 geplant. 

Der Aussichtsturm soll in seiner Silhouette an einen Kirchturm und damit an den abgebaggerten Ort Stöntzsch erinnern. In seinem Grußwort hob Holger Heymann, Referatsleiter Controlling beim Sächsischen Oberbergamt, deshalb die wechsel- und auch leidvolle Geschichte des Ortes Stöntzsch hervor. Als Vertreter des Freistaates Sachsen als Mittelgeber für § 4-Maßnahmen zog er den Bogen von der Überbaggerung des Ortes zur Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft, die die Besucher künftig von dem neuen Turm aus betrachten werden können. 

Grit Uhlig, Frank Rösel und Holger Heymann mit der gefüllten Hülse.

Frank Rösel als Bürgermeister von Pegau freute sich sehr über diesen Tag, auf den er und seine Mitstreiter lange gewartet hatten. In seinem Redebeitrag ging er noch etwas ausführlicher auf die Geschichte des Ortes Stöntzsch, der sogar von Napoleon und Johann Sebastian Bach besucht worden war, ein. Von 1961 bis 1965 wurden die rund 700 Einwohner des Ortes nach Pegau umgesiedelt. Der Ort fiel der Braunkohle zum Opfer. An der Stelle, an der nun der Aussichtsturm errichtet wird, befand sich bereits zuvor ein Aussichtspunkt, der von Pegauern und Leipzigern rege besucht wurde. Sogar der Radwanderweg „Grüner Ring“ wird so umverlegt werden, dass er am künftigen Aussichtsturm vorbeiführt, wie der Bürgermeister stolz berichtete.

Zur Entstehungsgeschichte des Bauwerkes und den technischen Daten informierte schließlich Grit Uhlig, Leiterin des LMBV-Sanierungsbereichs Mitteldeutschland, die geladenen Gäste. Bis zum heutigen Tag habe es mehrere Herausforderungen zu meistern gegeben. Die Stadt Pegau hatte bereits im Dezember 2015 den Antrag zur Förderung des Projektes „Errichtung Aussichtsturm Stöntzsch“ beim Sächsischen Oberbergamt gestellt. Nachdem die Baugenehmigung 2018 vorlag, musste die Umsetzung aufgrund von Preissteigerungen zweimal verschoben werden. Nachdem der Freistaat Sachsen und die Gemeinde Pegau die Finanzierung dennoch absicherten, konnte endlich mit dem Bau begonnen werden. Nach aktuellem Kenntnisstand betragen die Gesamtkosten rund 1,1 Millionen Euro. 

Zur Gestaltung des Turm erläuterte Grit Uhlig, dass dieser aus zwei Türmen bestehen wird – einem inneren mit der Treppe und einem äußeren mit über 200 beweglichen Lamellen, von denen einige Informationen zur Geschichte und zur Umgebung enthalten werden.es LMBV-Sanierungsbereichs Mitteldeutschland

Leiterin des LMBV-Sanierungsbereichs MitteldeutschlandLeiterin des LMBV-Sanierungsbereichs MitteldeutschlandLeiterin des LMBV-Sanierungsbereichs Mitteldeutschland

Impressionen der Grundsteinlegung (Fotos: Anika Dollmeyer)


Speicherbecken Borna: Anfang September 2022 beginnt die Schonende Sprengverdichtung im Probefeld West

Leipzig/Borna. Am Speicherbecken Borna saniert die LMBV derzeit den locker gelagerten Kippenboden des ehemaligen Braunkohlentagebaus Borna-West. Dabei kommen zwei verschiedene Technologien zum Einsatz: Nachdem die Rütteldruckverdichtung Ende Juni 2022 abgeschlossen wurde, wird nun mit der Schonenden Sprengverdichtung gearbeitet. Voraussichtlich ab Montag, den 05.09.2022, wird jeweils am Nachmittag ab 15 Uhr in den einzelnen Sprengfeldern verdichtet.

Dieses Verfahren ist besonders schonend zum Bewuchs auf der Oberfläche und eignet sich für locker gelagerte Kippenböden, die zur Verflüssigung neigen. Unterschieden wird dabei in Tiefen- und Oberflächensprengverdichtung. Es ist geplant an 42 Tagen die Bohrlöcher in einem genau abgestimmten Rastermaß in die Erde zu bringen. Insgesamt kommen rund 400 Kilogramm Sprengstoff zum Einsatz. Nach Abschluss der Sprengarbeiten in den jeweiligen Probefeldern wird eine gleichmäßige Oberfläche wiederhergestellt.

Als vorbereitende Arbeiten für diese Maßnahme werden bis Ende August 2022 auf der rund sieben Hektar großen Fläche teilweise Oberflächen profiliert. Außerdem werden zur Sicherung des Sprengfeldes sieben Messstandorte für Schwingungsmessungen errichtet und 94 Porenwasserdruckgeber eingebracht. Diese zeigen an, ob der Druck im Boden steigt und ob Rutschungsgefahr besteht. Nach Abschluss der Sprengarbeiten folgt von Mitte Oktober 2022 bis Ende März 2023 der Rückbau aller Überwachungseinrichtungen wie Setzungsmesspunkte, Schutzringe, Amphibienschutzzäune etc. Zudem sind zahlreiche Folgeuntersuchungen notwendig, um den Verdichtungserfolg beurteilen zu können.

Bisherige Arbeiten bestätigen Gefahrenpotential

Die im Probefeld West durchgeführten Rütteldruckverdichtungen wurden von März 2021 bis Ende Juni 2022 verwirklicht. Auf getrennten Testfeldern kamen verschiedenen Technologien zum Einsatz, indem die Rüttelintervalle und die Abstände der Bohrlöcher variiert und unterschiedliche Stopfmaterialien verwendet wurden. Auf einer Fläche von ca. 22.500 Quadratmetern wurden über 2.000 Testsäulen in 15 bis 40 Meter Tiefe gerüttelt. Die Verdichtung des Kippenbodens wurde durch die Zugabe von rund 32.000 Tonnen Sand, Kies oder Splitt ausgeglichen. Durch kontinuierliche Geländemessungen von Setzungsmesspunkten konnte festgestellt werden, dass sich trotz der Menge an zugeführtem Material, das Gelände im Probefeld bisher um 1,50 - 2,00 Meter abgesenkt hat. Dies belegt das hohe Verdichtungspotential und damit die bestehende und nachgewiesene Verflüssigungsgefahr im Bereich des Speicherbeckens Borna.

Hintergrund

Das Speicherbecken wird durch die Landestalsperrenverwaltung als Stauanlage für den Hochwasserschutz betrieben. Es befindet sich auf einem bergbaulich geprägten, unsanierten Gebiet. Eine geotechnische Sanierung der Kippenböden ist notwendig. Mit Kenntnis der bestehenden Gefährdungssituation am Speicher Borna wurde für die als verflüssigungsgefährdet erkannten Abschnitte am Speicherbecken durch das Sächsische Oberbergamt im Mai 2010 ein geotechnischer Sperrbereich verfügt, welcher im Januar 2020 erweitert wurde.

Um das gesamte Speicherbecken Borna ist ein Sperrbereich ausgeschildert. Der Sperrbereich darf nicht betreten oder befahren werden. Es kann zu Rutschungen der Böschungen und der Innenkippenbereiche sowie daraus resultierenden Schwallwellenbildungen im See und somit zur Gefährdung von Leib und Leben kommen.

Funktionsweise der Schonenden Sprengverdichtung

Rütteldruckverdichtung im Probefeld West am Speicherbecken Borna

(Fotos: LMBV)

Publikationen


Bundesministerin Steffi Lemke zu Besuch am Großen Goitzschesee

Auf ihrer Sommerreise informierte sich Bundesumweltministerin Steffi Lemke bei der LMBV zur Nachhaltigkeit der Bergbausanierung und zum Wasserhaushalt

Bitterfeld-Wolfen. Am dritten Tages ihrer ersten Pressesommerreise informierte sich Bundesumwelt- und Bundesverbraucherschutzministerin Steffi Lemke bei der LMBV am Großen Goitzschessee über die Bergbaufolgelandschaften und die Herausforderungen der Wasserbewirtschaftung. Bereits während der Anreise hatte Gunnar John, kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, die Busfahrt genutzt und über die Nachhaltigkeit der Bergbausanierung sowie zum Arten- und Naturschutz in der Goitzsche-Landschaft informiert. Die LMBV hat hier im gemeinsamen Auftrag von Bundesumwelt- und Bundesfinanzministerium ein System der Kerngebiete für den Naturschutz entwickelt, dessen Flächen gezielt an Naturschutzstiftungen und Verbände vergeben wurden. Heute dienen 38 Prozent des ehemaligen Tagebaus strengen Naturschutzzielen, so dass viele wertvolle Biotoptypen und Landschaftselemente entstanden sind.

An der ehemaligen Flutungsanlage erläuterte Elke Kreische-König, Stabs-Abteilungsleiterin der LMBV für Mitteldeutschland, die Flutung und den Wasserhaushalt des Großen Goitzschesees. Anhand von Karten zeigte sie die Situation nach Stilllegung des Tagebaubetriebes auf und vermittelte den Gästen einen Eindruck von der Größe des damaligen Absenktrichters. Der jahrzehntelange bergbauliche Eingriff hat Natur und Landschaft stark verändert und den Wasserhaushalt nachhaltig gestört. Die Flutung eines der größten künstlichen Seen in Mitteldeutschland gelang durch gezieltes Einleiten von Muldewasser sowie durch den Einfluss des Hochwassers 2002. Der ehemalige Muldealtarm nahe des Pegelturms wurde seit 1999 nach Einbau eines Flutungsbauwerkes zum Zuleiten genutzt. Hier soll die LMBV künftig eine Notentlastung für den Seenverbund in Richtung des Vorfluters Mulde errichten und damit einen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten.

Der Fluss hat ein Gedächtnis

Im Anschluss an die ersten zwei Stationen ging es nach einer kurzen Busfahrt weiter zum Lober-Leine-Kanal. Hier wird deutlich, welche Sanierungsvorhaben seitens der LMBV noch ausstehen, um einen ausgeglichenen, sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalt wiederherzustellen. Elke Kreische-König informierte über die für den Bergbau um verlegten Flussläufe und wie diese möglichst nah an ihrem ursprünglichen Verlauf in die heutige Wasserlandschaft eingebunden werden sollen. Denn bei beiden Hochwasserereignissen 2002 und 2013 drängten die Flüsse in ihr ursprüngliches Bett als hätte sie ein Gedächtnis. Der Lober-Leine-Kanal soll abschließend komplett zurückgebaut werden. Dabei kamen auch bürokratische Hürden und die Dauer der Genehmigungsverfahren zur Sprache. Erschwert wird die Planung durch die Lage des Seenverbundes an der Grenze zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt, so dass sich die LMBV mit den Behörden aus beiden Bundesländern abstimmen muss.

Eine Besonderheit des Großen Goitzschesees kam ganz zum Schluss zur Sprache: der Bernstein, der in der DDR hier entdeckt und auch gefördert wurde. Abschließend überreichte E. Kreische-König ein kleines, aber besonders schönes Exemplar an Steffi Lemke als Erinnerung an diese Befahrung. Die gebürtige Dessauerin, die die Gegend noch als Tagebaugebiet kennt, bedankte sich für das kleine Andenken, für die eindrucksvollen Informationen und lobte die bisher geleistete Arbeit der LMBV in dieser Region.

Impressionen der Befahrung: Fotos von Christian Kortüm für LMBV


Infogespräch Untertägiger Sicherungsbedarf in LMBV-Verantwortung

Leipzig. Die künftigen untertägigen Sicherungsmaßnahmen im Auftrag der LMBV standen am 22. August 2022 im Mittelpunkt eines Informationsgespräches. Bernd Sablotny begrüßte dazu 73 Gäste von insgesamt 36 Firmen im Leipziger Hotel Westin. Der Sprecher der LMBV-Geschäftsführung freute sich über die große Resonanz auf die Einladung und ging in seinem Vortrag auf die Ausgangssituation der LMBV nach 1990, den bisherigen Abarbeitungsstand der Sanierung und die Projektplanung bis 2050 ein.

Um Flächen aus der Bergaufsicht entlassen zu können, sind in den kommenden Jahren sowohl bei den Standorten des Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlentiefbaus als auch im Bereich Kali-Spat-Erz umfangreiche und langfristige Sicherungs- und Verwahrungsmaßnahmen nötig. Vor allem bei den Entwässerungsstrecken und Filterbrunnen in Thüringen und Westsachsen wird das Spezialwissen und die Erfahrung vieler Firmen gefragt sein.

Im Podium: Geertje Buchwald, Bernd Sablotny und Dirk Sonnen (v.l.)

Der LMBV-Bereichsleiter Sanierungsplanung Dirk Sonnen verwies in seinem Statement u. a. auf die Handlungsgrundlage Braunkohlentiefbau zum Erbringen der Leistungen, die Leistungsprofile für Ingenieurbüros und Baufirmen sowie die besonderen Anforderungen zur Anfertigung risslicher Unterlagen.

Während der anschließenden Diskussion beantwortete er die verschiedenen Fragen der Teilnehmenden zusammen mit Bernd Sablotny und Geertje Buchwald, der Leiterin Projektgruppe Altbergbau Thüringen.

Unten finden Sie das Handout zum Download.

Impressionen von der Veranstaltung: LMBV/Claudia Hermann

Publikation


Einladung zu LMBV-Informationsaustausch über zukünftigen untertägigen Sicherungsbedarf

Leipzig. In Vorbereitung des in 2023 beginnenden Verwaltungsabkommens für die Braunkohlesanierung wurde durch die LMBV eine Planung aller derzeit absehbaren Sanierungsleistungen bis zum Jahr 2050 aufgestellt und evaluiert.

Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass im Leistungsfeld „Sicherung untertägiger Hohlräume“ noch umfangreiche und langfristige Aufgaben anstehen. Ziel ist es, diese Leistungen mit erfahrenen und leistungsfähigen Unternehmen als Partner gemeinsam konzentriert anzugehen.

Der Bergbausanierer lädt alle interessierten Unternehmen

am Montag, dem 22. August 2022 um 9:00 Uhr
in das Hotel The Westin Leipzig, Gerberstraße 15, 04105 Leipzig

zu einem Informationsaustausch ein.

Dabei sollen der Sicherungsbedarf der LMBV in den nächsten Jahren – sowohl in der Braunkohlesanierung als auch im Bereich Kali-Spat-Erz – vorgestellt und die Möglichkeiten einer effektiven und effizienten Umsetzung erörtert werden.

Bei Interesse wird um Anmeldung mit Information zu Unternehmen und gewünschter Teilnehmerzahl an sandra.noatnick@lmbv.de gebeten.


Exkursion führt Studierende zum Altstandort Kupferhammer

Leipzig/Röblingen am See. In Vorbereitung einer Lehrveranstaltung im Fachbereich Petrologie und Lagerstättenkunde an der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg nutzten am 29. Juli rund 20 Studierende die Möglichkeit, sich am LMBV-Altstandort Kupferhammer über die Funktionsweise einer wetlandbasierten Grundwasserreinigungsanlage zu informieren.

Arne Sander (Stab Sanierung Mitteldeutschland) und Jenny Findeisen (Unternehmenskommunikation Mittdeutschland) informierten zu Beginn über das Wirkungsfeld der LMBV, ihre genauen Aufgaben und Verpflichtungslagen, die LMBV als möglichen Arbeitgeber und über die Historie des Altstandortes Kupferhammer in Röblingen im See. Liane Rappsilber (Ingenieurbüro G.U.T) erläuterte im Anschluss die technischen Gegebenheiten und die genaue Funktionsweise der Anlage.

Bei der Grundwasserbehandlung in vertikalen Bodenfiltern werden kontaminierte Grundwässer durch Mikroorganismen gereinigt. Dabei wird das kontaminierte sauerstoffarme Grundwasser nach dem Prinzip eines Vertikal-Bodenfilters in abgegrenzte sauerstoffreiche Bereiche geleitet. Dadurch kann der biologische und chemische Abbau der Schadstoffe erheblich beschleunigt werden.

Kupferhammer war ein bedeutender Schwelereistandort im Nordraum Mitteldeutschlands, wo von 1862, beginnend mit der Schwelerei Auguste, Braunkohle verschwelt wurde. Der Boden und das Grundwasser wurden teilweise stark mit Schadstoffen belastet. Dies führte dazu, dass ab 1999 eine hydraulische Sicherung des Geländes durch die LMBV begann.

Impressionen von der Studienexkursion (Fotos: Jenny Findeisen)

Publikation


Gutachten für Störmthaler Kanal wird beauftragt — Erlangen einer wasserrechtlichen Genehmigung für künftigen Harthkanal-Bau bleibt Ziel

Leipzig | Senftenberg. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Sperrung des Störmthaler Kanals hat die LMBV-Unternehmenskommunikation auf mehrere Anfragen von Medienvertretern - u.a. auch zum Stand beim künftigen Harthkanal - geantwortet. Hier sind einige der Antworten des Bergbausanierers aus dem Juli 2022 wiedergegeben.

Begutachtung am Störmthaler Kanal

Wann der Störmthaler Kanal wieder nutzbar wird, lässt sich aber erst abschätzen, wenn ein Gutachten zu Ursachen und möglicher Sanierung vorliegt. Die Bearbeitung der Gutachter wird entsprechend abgestimmter Beauftragung ab August 2022 beginnen. Die Bearbeitung der Ursachenermittlung wird voraussichtlich im Jahr 2023 abgeschlossen werden.

„Das Gutachten zielt auf die ingenieurtechnische, geotechnische und hydrogeologische Herleitung und fachliche Wichtung der Ursachen der ermittelten Defizite am Störmthaler Kanal und des Kompaktbauwerks ab. Dabei sind die vorhandenen Unterlagen aus den Planungsphasen, Bestandspläne, Genehmigungen, Gutachten, Modellierungsergebnisse und Monitoringdaten zu sichten, auszuwerten und zu interpretieren. Die Ursachenermittlung soll eine Entscheidungsgrundlage darstellen, welche unter den o. g. Gesichtspunkten die Defizite bewertet und die fachlich zugehörigen Ursachen nachvollziehbar ermittelt und aufzeigt.“ Das Gutachten ist den beteiligten Behörden OBA (Sächsisches Oberbergamt) und LDS (Obere Wasserbehörde) zur Bestätigung vorzulegen.

Auf Grundlage des bestätigten Gutachtens hat die LMBV dann ein Sanierungskonzept zur dauerhaften Gewährleistung der geotechnischen Standsicherheit zu erarbeiten und zur Zulassung beim OBA einzureichen. Sollten Änderungen an bereits genehmigten wasserrechtlicher Ausbaugenehmigungen vorgenommen werden müssen, ist dafür zudem ein eigenständiges wasserrechtliches Verfahren zu führen. Eine kurzfristige Wiedereröffnung des Kanals bzw. Schleuse ist unrealistisch. Die Ergebnisse des Gutachtens sind abzuwarten.

Künftiger Harthkanal

Die LMBV ist bergrechtlich verpflichtet, südlich von Leipzig eine hydraulische Ableitung (Überschusswasser sowie nach einem Hochwasserereignis zwischenzeitlich gespeichertes Wasser) aus dem Zwenkauer See zu errichten. Darüber hinaus soll eine mögliche Verbindung zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See auch touristisch genutzt werden können. Die Mehrkosten für die Schiffbarkeit des Kanals und die Errichtung einer Schleuse sollen durch den Freistaat Sachsen getragen werden.

Der Kenntnisstand der LMBV zu den zu erwartenden Projektgesamtkosten in Höhe von über 150 Mio. Euro ist unverändert. Zu den Fragen der Finanzierung des Vorhabens sind die Abstimmungen zwischen Bund und Ländern noch nicht abgeschlossen.

Nach Sicherstellung der Finanzierung des Vorhabens bleibt die anschließende Erlangung einer wasserrechtlichen Genehmigung zum Vorhaben das vorrangige Leistungsziel. Dabei ist noch zu klären, ob dies in einem Plangenehmigungs- oder Planfeststellungsverfahren zu erfolgen hat. Fachliche Aspekte zum Artenschutz (Vermeidung von Verbotstatbeständen gem. Bundesnaturschutzgesetz), zum Hochwasserschutz (Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem Extremhochwasser der Weißen Elster von 2013) und zum Klimawandel (sorgfältiger Umgang mit dem regional bestehenden Wasserdargebot) gilt es im dazu notwendigen wasserrechtlichen Verfahren sorgfältig abzuwägen bzw. zu berücksichtigen. Weitere Baumaßnahmen werden somit erst nach Sicherstellung der Finanzierung und Vorliegen einer bestandskräftigen Plangenehmigung begonnen werden können.

Stand: 29.07.2022

Archiv-Foto der LMBV vom Störmthaler Kanal vor der Sperrung | Peter Radke

Archivaufnahmen der LMBV


Mitglieder des StuBA waren in der Region Mansfeld-Südharz unterwegs

Halle (Saale). Im Rahmen ihrer turnusmäßigen Junisitzung lud die Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung am 28. Juni 2022 die Länderbeauftragten aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zur jährlichen Revierbefahrung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) ein. Der 32 Personen starken Gruppe gehörten die aus Senftenberg angereisten LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny und Gunnar John sowie Planungschef Dirk Sonnen und Controlling-Leiter Christian Sander an.

Unter der Führung von Grit Uhlig, LMBV-Sanierungsbereichsleiterin Mitteldeutschland, startete die Exkursion in Halle an der Saale und führte entlang des Süßen Sees in Richtung Röblingen am See. Nach einem Spaziergang zum Altstandort Kupferhammer besichtigten die Exkursionsmitglieder eine von der LMBV 2019 in Betrieb gegangene Grundwasserreinigungsanlage westlich des Braunkohletagebaus Amsdorf.

Die Teilnehmer der Befahrung stehen unter einem Baum zusammen und verfolgen die Erläuterungen von Grit Uhllig.
Erläuterungen zur Grundwasser-Reinigungsanlage von Grit Uhlig.

Grit Uhlig berichtete von der Historie des 1869 in Betrieb gegangenen Schwelereistandortes und den ökologischen Altlasten in Boden und Grundwasser, die dazu führten, dass ab 1999 eine hydraulische Sicherung des Geländes durch die LMBV begann. Im Anschluss erhielten die Teilnehmer durch Eyk Hasselwander, Geschäftsführer der Gesellschaft für Umweltsanierungstechnologien mbH (G.U.T.), und seine Kollegen vielfältige Informationen zur genauen Funktionsweise der innovativen wetlandbasierten Anlage. Sie besteht aus einem ausgefeilten Vertikalfiltersystem. Ihm wird von einer Brunnengalerie aus 12 Förderbrunnen verunreinigtes Grundwasser zugeführt, welches nach Durchströmung mehrerer Filterschichten mit unterschiedlichen Tonfüllungen so gereinigt worden ist, dass es vor Ort reinfiltriert werden kann.

Es folgte die Begehung des Betriebsgeländes der ROMONTA GmbH im nahen Ortsteil Amsdorf des Seegebietes Mansfelder Land. In zwei Gruppen wurden sowohl der Tagebau Amsdorf vom Aussichtspunkt besichtigt, als auch die Funktionsweise der Montanwachsproduktion erklärt. Auch der zentrale Leitstand im Kraftwerksbereich wurde vorgestellt. Hierbei erfolgte ein reger Erfahrungsaustausch zwischen den Betriebsleitern Gerhard Schuster (Montanwachsfabrik/Veredlungsanlage) und Olaf Böhmer (Tagebau) und den StuBA-Mitgliedern.

Interesse erregte vor allem die Tatsache, dass das Tagebaurestloch mit einem Defizit von 200 Millionen Tonnen im Anschluss an die Auskohlung ab 2030 sukzessive verfüllt – also nicht geflutet – werden soll. Dabei werden bergbaufremde Massen für die Böschungsstabilisierung und -gestaltung im Endböschungssystem bergmännisch verbaut. Etwa 400 Arbeitnehmer und 30 Auszubildende arbeiten beim weltweit führenden und florierenden Unternehmen für die Herstellung von Rohmontanwachs, das am 2. Juli 2022 seinen 100. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür feiern wird.

Das aus der gewonnenen Braunkohle aufwändig extrahierte Montanwachs wird traditionell in Schuhcremes, Polituren, Schmierstoffen, Emulsionen zur Baustoffhydrophobierung, der Asphaltindustrie, im Gießereiwesen und in der Druckgussindustrie eingesetzt, wie ROMONTA-Geschäftsführerin Rena Eichhardt während einer abschließenden Präsentation erklärte. Für 2024 ist aktuell der Ausstieg aus der Kohleverstromung geplant, dafür wurden und werden bereits die Weichen für erneuerbare Energien und nicht fossile Energieträger, zum Beispiel einen 28 Hektar großen Solarpark am Tagebaurand, gestellt. Die Weiterentwicklung des Industriestandortes ist geplant, u. a. an der Südböschung, wo eine Recyclinganlage errichtet werden soll.

Im Vordergrund liegt die kompakte Grundwasserreinigungsanlage Kupferhammer, direkt dahinter liegen der Tagebau und das Betriebsgelände von ROMONTA.

Weitere informative Redebeiträge während der Busexkursion lieferten der stellvertretende Leiter der Geschäftsstelle, Steffen Reußner, zur Stadt Halle und der Bergbau-Referatsleiter Frank Ranneberg vom Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt zur GTS Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG in der gleichnamigen Ortslage.

Hintergrund: Der Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung (StuBA) ist das Entscheidungsgremium zur Umsetzung der Verwaltungsabkommen und zur Sicherung einer effizienten Durchführung der Braunkohlesanierung. Unter dem Vorsitz von Dr. Martin Hillebrecht von Liebenstein entscheiden und kontrollieren Bund und Länder die Sanierungsmaßnahmen. Die Arbeit dieses Ausschusses wird organisiert durch die in Berlin ansässige Bund-Länder-Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung (GS StuBA). Die Geschäftsstelle wird geführt von Dr. Gero von Daniels. Sie unterstützt den StuBA bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben vor allem durch die Vorbereitung und Durchführung der Sitzungen.

Impressionen der Befahrung:

Fotos: Anika Dollmeyer, Luftbild: C. Horn


Sächsischer Umwelt-Staatsminister Günther auf Exkursion mit LTV und LMBV

Zwenkau. LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny hatte den sächsischen Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft Wolfram Günther zum Info-Besuch in den Südraum Leipzig eingeladen. Er kam zusammen mit Dr. Regina Heinecke-Schmitt, Leiterin der Abteilung Technischer Umweltschutz und Wasser, als weitere Vertreterin des sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL). 

Ebenfalls beim Termin anwesend waren Experten der Landestalsperrenverwaltung (LTV) Sachsen: Vom Hauptsitz in Pirna angereist war Geschäftsführer Eckehard Bielitz. Aus Rötha kamen Axel Bobbe, LTV-Betriebsleiter Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster, sowie Betriebsteilleiter Markus Freygang. 

Von Seiten der LMBV waren zugegen Bernd Sablotny als Sprecher der Geschäftsführung, Grit Uhlig als Bereichsleiterin Sanierungsbereich Mitteldeutschland, Dr. Oliver Totsche als Abteilungsleiter Grundsätze Geotechnik/Wasserwirtschaft, Jens Konschak vom Projektmanagement Westsachsen/Thüringen und Claudia Hermann von der Unternehmenskommunikation des Bergbausanierers.

Expertenrunde mit Minister und LMBV-Chef vor dem Hafenbecken

An insgesamt drei Stationen entlang des Zwenkauer Sees tauschten sich die Fachkollegen aus. Treffpunkt war der Hafen am Kap Zwenkau, wo es Erläuterungen zum Sanierungstagebau Zwenkau/Cospuden und zu den Sanierungsschwerpunkten am Zwenkauer See gab. Daneben standen die Bewirtschaftungsmöglichkeiten des Zwenkau-Cospudener Seenverbundes mit Zu- und Ausleitung, auch für die Niedrigwasserbewirtschaftung mit Blick auf den unteren Bereich des Leipziger Auwaldes im Fokus. 

Diskussion im schattigen Wald der Imnitzer Lachen
Erinnerungsfoto am Einlaufbauwerk Zitzschen

In der abschließenden Diskussionsrunde in einem Tagungsraum waren sich die Vertreter von SMEKUL, LTV und LMBV einig, dass es einen Paradigmenwechsel in der Wasserwirtschaft gibt, dass Kompetenzen sowie Fachverstand künftig gebündelt werden sollten und dass ein wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt erstellt werden muss. Außerdem seien „naturschutzfachliche Diskussionen offen zu führen“, wie Wolfram Günther betonte. 

Zusätzlich wurde die Renaturierung und die Restrukturierung der so genannten „Betonelster“ als wichtiger Baustein der nachhaltigen Gewässer- und Auenentwicklung im Südraum Leipzig genannt. Es wurde gemeinsam nach Lösungsansätzen für die Umsetzung eines Sanierungsprojektes für die Weiße Elster gesucht, die einst für den Bergbau aber nicht durch den Bergbautreibenden verlegt und zur Sicherung des Tagebaues vor Grundbrüchen mit einer Asphaltdichtung versehen worden ist

Impressionen von der Exkursion: LMBV / Claudia Hermann