Verein Kohlebahnen e.V. feiert 25-jähriges Jubiläum mit Festwochenende

Meuselwitz. Am 17. Juni 2022 lud der Verein Kohlebahnen e. V. mit einem Jahr Verzögerung zur Jubiläumsveranstaltung in den Lokschuppen auf dem Kulturbahnhof Meuselwitz. Der Vereinsvorsitzende Dr. Karsten Waldenburger blickte auf die 25-jährige bewegte Geschichte im Bereich des Bahnen- und Schienennetzes zurück und gab einen Ausblick auf künftige Vorhaben.

Jubiläumsschild des thüringischen Vereins

Mit einem großen Bahnhofsfest feierte der Verein sein Jubiläum am 18. Und 19. Juni mit zahlreichen Besuchern. Neben den Fahrten nach Regis-Breitingen mit der historischen Schöma-Diesellok CFL-200 V von 1962 auf 900 mm Spurweite wurden den Besuchern vielfältige Aktivitäten geboten. Bergbautypische Ausstellungen im Original und im Modell, die Herstellung von Briketts mit einer historischen Presse, Führerstands- und Draisinefahrten sowie eine Echtdampfeisenbahn für Kinder gehörten zu den Programmpunkten am Wochenende. Zudem präsentierten sich verschiedene Eisenbahnvereine und Tourismusverbände. Zu den Ausstellern zählten die Bergbrüderschaft Meuselwitz-Rositzer Braunkohlerevier e.V., der Bergbau-Technik-Park Leipzig, die Brikettfabrik Herrmannschacht, die Mansfelder Bergwerksbahn und der Modellbahnclub Hoyerswerda e. V.

Aussteller Hagen Jurczok vom Modellclub Hoyerswerda e. V.

Im Bahnhof Meuselwitz befindet sich neben historischen Zügen ein technisches Museum mit großem Freigelände, vielen Geräten, Anlagen, bergmännischen Exponaten und Dokumenten. Die Ausstellung zeigt die mehr als einhundertjährige Geschichte des Braunkohlenbergbaus in der Region an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen. 

Impressionen: LMBV/Claudia Hermann und Kathrin Murvai


Sanierung des Gremminer Sees im Fokus von internationalen Künstlern

Gräfenhainichen. Die Bergbaufolgelandschaft des ehemaligen Tagebaus Golpa-Nord und der strukturelle Wandel in der Region Dübener Heide stand am 7. Juni 2022 im Mittelpunkt künstlerischen Interesses. LMBV-Projektmanager André Schönberg führte zusammen mit seiner Kollegin Claudia Hermann die Photokünstlerin Mika Sperling, die aus Norilsk, einer Bergbaustadt in Nordsibirien stammt, und den bolivianischen bildenden Künstler Daniel Mebarek an zentrale Orte der Sanierungstätigkeit von der Halbinsel mit den ehemaligen Tagebaugroßgeräten über den Mühlgraben und den Kunstpfad bis zum Gräfenhainicher Stadtbalkon. Neben der Tagebauhistorie und den einzelnen Arbeitsschritten vom Restloch bis zur Entstehung eines Sees wurden vor allem Aufforstung, Naturschutz, Überschusswasserableitung und Filterbrunnenverwahrung thematisiert.

Denn die Ressourcennutzung und der Umgang mit den Folgen rückt mehr und mehr in den Mittelpunkt künstlerischer Auseinandersetzung, wobei das Dokumentationspotenzial der Fotografie eine große Rolle spielt. Der Informationsaustausch war für alle Beteiligten inspirierend. Während sich Mika Sperling u. a. mit Traumatabewältigung in "unverbrauchten" Wäldern  auseinandersetzt, arbeitet Daniel Mebarek mit Cyanotypie, einem Verfahren zur Herstellung fotografischer Bilder. Er interessierte sich besonders für Pflanzen, die zur Renaturierung von Tagebauen eingesetzt werden. Fortführend sind ein Informationsaustausch mit dem BUND in der Goitzsche-Wildnis sowie ein Besuch bei MIBRAG im Südraum Leipzig geplant. 

Der sachsen-anhaltinische Kultur- und Kunstverein Kemberg hatte die beiden Künstler für die zweite Artist-in-Residence-Runde für Juni 2022 ausgewählt. Die Jury, die aus den Bewerbungen die Residenzkünstler ausgewählt hat, bestand in diesem Jahr unter anderem aus Jule Schaffer, Kustodin der Sammlung Fotografie des Kunstmuseums Moritzburg Halle, und Milena Carstens, leitende Fotoredakteurin des ZEIT Magazins. Das 2021 begonnene Projekt läuft unter der künstlerischen Leitung von Jan Stradtmann.

Projektmanager André Schönberg gibt einen ersten Überblick über das Sanierungsgebiet.

Hintergrund: Der Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. bei Wittenberg richtet in diesem und nächsten Jahr eine Künstlerresidenz unter dem Titel „Passage“ aus. Für vier Wochen sind eine Künstlerin und ein Künstler eingeladen, sich mit der Region der Dübener Heide vor Ort zu beschäftigen. Der Verein möchte damit nicht nur den Austausch zwischen Künstlern und Bewohnern fördern, sondern auch den Blick auf die Region lenken und den strukturellen Wandel aufzeigen. Denn die Änderung des Landschaftsbildes in den letzten Jahrzehnten sind maßgeblich geprägt von den sichtbaren Folgen des Braunkohleabbaus am westlichen Rand der Heide, die in Kontrast zum heutigen postindustriellen Landschaftsbild mit renaturierter Natur stehen.

Die ersten beiden Künstler waren Laura Pannack (Großbritannien) und Bert Villa (Belgien). Letzterer interessierte sich als Architekt im Besonderen für den Umbau der Landschaft in Folge des Tagebaus. Beide waren im November 2021 in der Region. Das Projekt wird durch das LEADER-Programm in der Dübener Heide unterstützt und erhält Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds.

Impressionen von der Befahrung: LMBV/Claudia Hermann


LMBV präsentiert sich auf der World Canals Conference in Leipzig

Leipzig. Vom 30. Mai bis 3. Juni 2022 präsentiert sich die LMBV auf der World Canals Conference (WCC). Der internationale Kongress findet in diesem Jahr in Leipzig und damit erstmals in Deutschland statt.

Für die LMBV referierte am Eröffnungstag des Kongresses Abteilungsleiter
Rolf Schlottmann zum Thema Transformation: Industrieller und
landschaftlicher Wandel. Über Nachsorgestrategien zur Sicherung der
Wasserqualität von Bergbaufolgeseen im Süden von Leipzig informierte mit
Benno Janisch ein weiterer LMBV-Experte. Über die erfolgten Arbeiten am Markkleeberger und Cospudener See informierte auf einer Exkursion LMBV-Fachmann Dr. Friedrich-Carl Benthaus britische Kollegen.

Rund 100 Referenten aus 20 Nationen betrachten im Rahmen des hochkarätigen Konferenz- und Exkursionsprogramms, wie inmitten eines tiefgreifenden Transformationsprozesses von der Braunkohle- zur Gewässerlandschaft Wasserwege, Tourismus, Regionalentwicklung, Hochwasser- und Umweltschutz sowie Stadterneuerung effizient gefördert sowie Wasser und Gesundheit gemeinsam gedacht werden können.

 

In seinem Vortrag gab LMBV-Abteilungsleiter Rolf Schlottmann u. a. einen Überblick über die Reviere und die entstandenen Seengebiete

LMBV-Mitarbeiter Benno Janisch thematisierte in seinem Vortrag Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung der Wassergüte

 

Impressionen vom Kongress (Fotos von Anika Dollmeyer)

Flyer Neue Seenlandschaften


Flözerfest am Ufer des entstehenden Lappwaldsees

Harbke/Helmstedt. Zum Jubiläum des 30-jährigen Jahrestages der Deutschen Einheit war es geplant gewesen, doch erst zwei Jahre später konnte das 1. FLÖZerfest am Lappwaldsee pandemiebedingt stattfinden. Mehrere Tausend Menschen nutzten am 29. Mai 2022, einem Sonntag, die Möglichkeit, per pedes oder per Fahrrad auf das in Sanierung befindliche Gelände der LMBV im Bereich des Grenzkohlepfeilers zwischen den ehemaligen Tagebauen Wulfersdorf und Helmstedt bis ans Seeufer zu gelangen. Den Erlebnistag organisiert hatte der Planungsverband Lappwaldsee in Zusammenarbeit mit den Bergbauunternehmen, um über die regionale Entwicklung zu informieren sowie an die einzigartige deutsch-deutsche Geschichte des Grenztagebaus zu erinnern. Zur Verdeutlichung der Verbindung zum Bergbau und zum Braunkohleflöz, wurde der Name FLÖZerfest gewählt. Auf insgesamt fünf Eventflächen gab es Infostände, Führungen und Mitmachaktionen. Pferdekutschfahrten am Ostufer von Harbke in Richtung Flöz und Bootsfahrten unweit eines stählernen Bergbaurelikts, an dem der geplante Endwasserstand von 103,00 m NHN mit einem blauen Helium-Ballons visualisiert wurde, komplettierten die Angebote für Jung und Alt.

Die Eventfläche am Restloch Helmstedt, im Hintergrund liegt das Restloch Wulfersdorf.

Die LMBV war mit einem Infostand am Seeufer vertreten und hatte darüber hinaus auf der Zuwegung verschiedener Infotafeln installiert. Die LMBV-Mitarbeiter Mirko Mennert, Mathias Siebert, Rüdiger Szobries und Claudia Hermann informierten die Besucher über die zahlreichen aktuellen und bereits realisierten Sanierungsmaßnahmen, die 1986 im Tagebau Wulfersdorf begannen und nach der politischen Wende von der LMBV im Auftrag von Bund und Ländern fortgesetzt wurden, um die Hinterlassenschaften des Braunkohlenbergbaus im ehemaligen Tagebau Wulfersdorf zu beseitigen. Beispielhaft zu nennen sind: 1) Rekultivierung, Erosionsschutzmaßnahmen und Tagebausicherung im Raum Wulfersdorf, 2) Böschungssanierung Südwestböschung Hochkippe Wulfersdorf und Ostböschung und 3) Erosionsrinnenbeseitigung im Bereich unterer Glüsig. Auf niedersächsischer Seite ist seit 2014 die Helmstedter Revier GmbH (HSR), eine Tochter der MIBRAG, für die Sanierung des Tagebaus Helmstedt zuständig. Gemeinsames Ziel ist es, ein länderübergreifendes Gewässer zur Bade- und Freizeitnutzung herzustellen.

LMBV-Team zur Betreuung des Informationsstandes

Die Veranstaltung soll künftig jährlich stattfinden, wobei das jetzige Veranstaltungsgelände am Ufer des Tagebaurestlochs Helmstedt bereits in ein bis zwei Jahren unter Wasser stehen wird. Wenn das Wasser im Tagebaurestloch Helmstedt bei fortschreitender Flutung auf 89,2 m NHN gestiegen ist, werden sich die Wasserflächen vereinigen und aus den zwei Tagebaurestlöchern Helmstedt und Wulfersdorf entsteht ein Bergbaufolgesee.

Die Flutung erfolgt mit Sümpfungswässern aus dem Tagebau Schöningen in das Restloch Helmstedt und durch Eigenaufgang des Wassers im südlicheren Restloch Wulfersdorf. Die Flutung soll nach aktuellem Stand im Jahr 2032 beendet sein. Der Lappwaldsee wird dann einen Endwasserstand von 103 Metern NHN, ein Volumen von etwa 120 Millionen Kubikmetern haben und eine Fläche von 4 Quadratkilometern umfassen. Der aktuelle Flutungsstand liegt bei 85,5 Metern NHN bzw. 36,4 Millionen Kubikmetern und damit bei 51 Prozent der Zielmarke (Stand: April 2022). Der pH-Wert beträgt zurzeit 3,3.

Bereits im vergangenen Jahr haben die beiden Bergbauträger, HSR und LMBV, gemeinsam mit Vertretern des Planungsverbandes Lappwaldsee einen ehemaligen Kohle-Förderbandträger als bergbautypisches Monument im Bereich des ehemaligen Grenzkohlepfeilers am Uferbereich in Harbke abgelegt. Dieses Relikt soll später als Ziel für Tauchgänge im See dienen. 

Impressionen vom Erlebnistag: LMBV/Claudia Hermann


Neue Visionen für den IGP Espenhain beim 1. DokMitt-Workshop

Rötha. DokMitt – das ist der Förderverein zum Aufbau des Dokumentationszentrums IndustrieKulturlandschaft Mitteldeutschland e.V. in Borna, der sich seit September 2015 unter der Ägide des früheren Leipziger Regierungspräsidenten Walter Christian Steinbach engagiert. Er möchte ein gemeinnütziges Zentrum zur Erforschung des Strukturwandels und zur Entwicklung von Zukunftsaussichten für die mitteldeutsche Industrie- und Bergbauregion etablieren. Das avisierte Dokumentationszentrum soll dabei als „Enzyklopädie Mitteldeutschlands“ fungieren und die mehrfach unter Beweis gestellte Fähigkeit der Region zur Transformation ergründen. Zu den vielbeachteten Projekten des Vereins gehören u. a. eine Zeitzeugenbefragung („Oral History“) sowie der Aufbau einer Bergbausammlung betreut durch das Sächsische Wirtschaftsarchiv e. V. Die neuesten Projektideen widmen sich speziell dem Standort Industrie- und Gewerbepark Espenhain an der Leipziger Straße, das durch die LMBV als Flächeneigentümerin vermarktet wird.

Um diese Visionen vorzustellen, lud der DokMitt-Verein am 24. Mai 2022 zu einem 1. Forum unter dem Titel „Das Werk Espenhain. Von der Dreckschleuder zum Innovationsstandort“. Während des Workshops im Volkhaus Rötha wurden den rund 50 Zuhörern konkrete Zukunftsvorschläge für den Industriestandort ‚Werk Espenhain‘ präsentiert:

  1. Ausgangspunkt für eine Internationale Bauausstellung (IBA) Impulsregion Leipzig zwischen 2025 und 2035,
  2. der Aufbau einer Holzindustrie basierend auf künstlicher Intelligenz plus Schaffung neuer nachhaltiger Arbeitsplätze sowie
  3. der Aufbau eines Industriell-soziokulturellen Zentrums in der TDE-Wagenhalle.

 

Der Workshop startete mit einer Darstellung des Entwicklungskonzepts des DOKMitt e.V. am Standort Espenhain und mit den Grußworten von Henry Graichen, Landrat Leipziger Land, und vom Schirmherr der Veranstaltung, Michael Kretschmer, das von Andreas Matthes, SMWA Dresden, überbracht wurde. Es folgten informative Vorträge über:

  • die „Geschichte des Veredelungsstandortes. Potential für die Zukunft?“ von Peter Krümmel (Soziokulturelles Zentrum KuHstall e.V. und DOKMitt-Gründungsmitglied)
  • „Das Holzbauzentrum. Intention und Perspektive“ von Dr. Matthias Reuschel (AG Holzbauzentrum, Fa. S&P Gruppe Leipzig) und
  • die „IBA Impulsregion Leipzig“ von Ulrike Rothe (IBA Thüringen und Brandenburg), wobei letzterer auf die IBA Fürst-Pückler-Land im Lausitzer Braunkohlerevier zwischen 2000 und 2010 unter Leitung von Prof. Rolf Kuhn verwies.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Markus Krabbes (Rektor der Hochschule Merseburg und DOKMitt-Gründungsmitglied). Während der sich anschließenden Podiumsdiskussion kamen zu Wort:

  • Ronny Zienert (Sächsisches Ministerium für Regionalentwicklung),
  • Dr. Nils Schinker (Landesamt für Denkmalpflege Sachsen),
  • Jörg Kelkenberg (LMBV, Abteilungsleiter Flächenmanagement Mitteldeutschland),
  • Dr. Sören Glöckner (Holzbau Kompetenz Sachsen GmbH),
  • Jens Buchwald (TDE Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH) und
  • Pablo Wendel (Kulturzentrum EWerk Luckenwalde).
LMBV-Abteilungsleiter Jörg Kelkenberg informiert über verfügbare Flächen im IGP.

Von besonderem Interesse war dabei die beispielhafte Darstellung des Künstlers Pablo Wendel, wie er das 1913 errichtete und nach 1989 stillgelegte Lausitzer Braunkohlenkraftwerk Luckenwalde 2019 als nachhaltiges Kunststrom-Kraftwerk und als Zentrum zeitgenössischer Kunst wiederbelebte. Der nun aus Holzabfällen produzierte „Kunststrom“ aus dem E-Werk wird in das öffentliche Netz eingespeist.

Der Wille zur Revitalisierung des heutigen IGP als Objekt der Industriekultur zeigte sich sowohl in den zahlreichen Redebeiträgen als auch in der dem Workshop vorangegangenen Fußexkursion mit rund 25 Teilnehmern auf den Flächen des Industrie- und Gewerbeparks (IGP) Espenhain.

Die Begehung hatte begonnen auf dem Gelände von TDE Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH, einer 1991 gegründeten Sanierungsgesellschaft und heutigem Dienstleister für Bergbauunternehmen, die von Anfang an erfolgreich war. Zum Auftakt erinnerte Uwe Bruchmüller (ehemals IG BCE und DokMitt-Gründungsmitglied) an den Bergbau und die Umweltfolgen in der Region, an die 1.400 Bomben, die auf diesen Standort fielen, aber auch an die etwa 8.000 Beschäftigten im Werk und im Tagebau um 1990. Er wünschte sich künftig Wertschöpfung in Form eines klugen Strukturwandels, indem Altes durch Neues ergänzt wird. Walter Christian Steinbach wiederum berichtete vom Umweltseminar 1980, von der Erfindung der symbolischen Aktion „Eine Mark für Espenhain“ und den 100.000 Unterschriften, die bis zur politischen Wende gesammelt worden waren. Mehrfach wurde von den Anwesenden daran erinnert, dass am 27. August 1990 der – deutschlandweit – letzte Schwelofen abgeschaltet worden war.

 

Claudia Hermann erläutert die Chronologie der Flächenverkäufe

Die Begehung verlief weiter entlang der industriearchitektonisch wertvollen Verwaltungsgebäudes vom ehemaligen Braunkohlenveredelungswerk, bei der der rege Zuspruch bei den Flächenverkäufen in den letzten 20 Jahren sowohl seitens LMBV als auch Wirtschaftsförderung thematisiert wurde. Claudia Hermann fasste zusammen, wie der Standort Mitteldeutscher Industriepark Espenhain mit zunehmendem Sanierungsfortschritt neu belebt wurde und wie das Angebot an vermarktungsfähigen Immobilien in den letzten Jahren abnahm. Dr. Nils Schinker wiederum erläuterte am Beispiel der denkmalgeschützten ehemaligen Schaltwarte und des Hauptverwaltungsgebäudes, welch nachhaltiges Potenzial in den Hinterlassenschaften des Bergbaus steckt. Die Fußexkursion endete mit einer Besichtigung der Wagenhalle von TDE, die künftig als Raum für Kultur und Kunst dienen könnte.

 

In der Wagenhalle von TDE

Weitere Informationen zum Förderverein sind zu finden unter https://dokmitt.de/. Zum erweiterten beratenden Vorstand gehören Almuth Götz (ehemals LMBV) und Prof. Dr. Andreas Berkner (Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen).

Impressionen vom Workshop und von der Begehung: LMBV/Claudia Hermann


Acht neue Infotafeln für Naturschutzgebiet Werbeliner See

Leipzig/Brodau. Acht neue Informationstafeln machen Besucher des Naturschutzgebietes Werbeliner Sees jetzt besser mit dessen Geschichte vertraut und sensibilisieren für einen sorgsamen Umgang mit dem artenreichen Areal. Offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurden die Tafeln am 16. Mai 2022 von Grit Uhlig, Leiterin des LMBV-Sanierungsbereichs Mitteldeutschland, und Nordsachsens Landrat Kai Emanuel bei einem gemeinsamen Termin am Ostufer des Werbeliner Sees.

Grit Uhlig und Kai Emanuel enthüllen eine der neuen Tafeln zur Information der Besucher

„Es ist unser Ziel, Mensch und Natur am Werbeliner See in Einklang zu bringen. Dabei setzen wir vor allem auf Information und Aufklärung beim behutsamen Entdecken und Erleben des Naturparadieses mit seinen mehr als 500 Tier- und 270 Pflanzenarten“, begründet der Landrat die gemeinsame Initiative von LMBV und Landratsamt (LRA). „Schon bei der Sanierung des Tagebaus hat der Naturschutz eine herausragende Rolle gespielt. Darum wurden die Schüttrippen auch so belassen, damit sich ein interessantes Feuchtbiotop entwickeln konnte“, ergänzt Grit Uhlig.

Die vier Tafeln der LMBV bieten am Werbeliner See im Bereich Brodauer Zinken, Zugang Werbelin und Parkplatz Schaufelrad sowie am Zwochauer See zahlreiche Fakten zum ehemaligen Tagebau Delitzsch-Südwest, der 1993 stillgelegt und anschließend saniert wurde. Die Sanierung sei noch nicht vollständig abgeschlossen, erklärt Grit Uhlig. So müssten noch die Flutungsleitung und die ehemaligen Tagesanlagen sowie Filterbrunnen und inaktive Grundwassermessstellen zurückgebaut werden. Die Grundwasserdynamik werde im Rahmen des montanhydrologischen Monitorings weiterhin überwacht. 

Die vier neuen Tafeln des Landratsamtes heißen die Besucher an den See-Zugängen Delitzsch-Südwest, Werbelin, Zwochau und Wolteritz willkommen. Auf ihnen werden das Naturschutzgebiet visualisiert und Verhaltensregeln einfach und verständlich erklärt. Erarbeitet haben die Übersicht Franka Seidel und Heike Franke vom LRA-Projekt „Naturschutzbezogene Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit im Großraum Delitzsch“. Seit 2019 sensibilisiert das Duo die Besucher für das einzigartige Areal. 

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Medieneinladung — Neue Infotafeln am Werbeliner See

Vor-Ort-Termin mit Kai Emanuel und Grit Uhlig

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mensch und Natur in Einklang zu bringen, ist das Ziel in der Bergbaufolgelandschaft „Naturschutzgebiet Werbeliner See“. Dabei setzen die Partner Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und Landratsamt (LRA) Nordsachsen vor allem auf Information und Aufklärung beim behutsamen Entdecken und Erleben des Naturparadieses mit seinen mehr als 500 Tier- und 270 Pflanzenarten. Zu einem Vor-Ort-Termin mit Foto- und Interview-Möglichkeiten möchten wir Sie hiermit herzlich einladen.

WAS

Neue Informationstafeln an den Zugängen zum Werbeliner See:

  • „Vom Tagebau Delitzsch-Südwest zum Werbeliner See“ (LMBV)
  • „Herzlich Willkommen im Naturschutzgebiet Werbeliner See“ (LRA)

WANN

Montag, 16. Mai 2022, 11.30 Uhr

WO

Treffpunkt ist der Parkplatz am Werbeliner See in Brodenaundorf am Ende der Kattersnaundorfer Straße.

Hinweis:

Die Zufahrt aus Richtung Leipzig über die B 184 ist trotz der in Brodau folgenden Baustelle frei, aus Richtung Delitzsch ist Brodenaundorf über Zschortau erreichbar.

WER

  • Kai Emanuel, Landrat des Landkreises Nordsachsen
  • Grit Uhlig, Leiterin Sanierungsbereich Mitteldeutschland der LMBV
  • weitere Vertreter aus den jeweiligen Fachbereichen des Landratsamtes und der LMBV

Vielen Dank für Ihr Interesse. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Weiterführende Links

Naturschutzgebiet Werbeliner See 


Schachtanlage Paul II ist Gegenstand eines bundesweiten Architekturwettbewerbes

Studenten sollen Konzepte zur Nutzung des denkmalgeschützten Objektes entwerfen

Leipzig/Theißen. Über 80 Studierende und ihre Professoren aus 18 Universitäten und Fachhochschulen besuchten am 26. April 2022 die Schachtanlage Paul II in Naundorf bei Zeitz. Das zur Sicherung abgesperrte Gelände konnte nicht betreten werden. Dennoch erhielten die Teilnehmer einen guten Eindruck von dem Areal und dem Zustand der Gebäude. Andreas Ohse und Luise Schier vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt informierten über die Entstehungsgeschichte der Anlage, den Stellenwert des Braunkohlenabbaus für die Entwicklung der Region und die für den Denkmalschutz relevanten Aspekte. Seitens der LMBV waren Benjamin Ulrich, Fachbearbeiter Planung Sachsen-Anhalt PG Altbergbau Thüringen, und Kerstin Müller, Öffentlichkeitsarbeit, vor Ort. Sie verteilten Infomaterial und beantworteten fachliche Fragen der Teilnehmer. Die LMBV stellte zudem relevante Unterlagen wie Pläne und Fotos zum Objekt zur Verfügung. Die Schachtanlage Paul II mit ihren Nebengebäuden steht seit 1961 unter Denkmalschutz und befindet sich im Besitzt der LMBV.

Die Referenten v. l. n. r.: Andreas Ohse (LDS), Benjamin Ulrich (LMBV), Luise Schier (LDA) und Ulrike Kalteich (Kultustiftung Hohenmölsen)

Anlass der Exkursion ist die 12. Auflage der Messeakademie 2022, ein bundesweiter studentischer Architekturwettbewerb. In dessen Rahmen entwickeln die Studentinnen und Studenten Ideen für eine künftige Nutzung des Geländes und der denkmalgeschützten Gebäude. Zum Thema „Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau. Umbau.Neubau“ werden überzeugende Konzepte und Lösungen zur Nutzung wertvoller denkmalgeschützter Bausubstanz gesucht. Die Schachtanlage Paul II ist dabei eines von vier Objekten, die zur Auswahl stehen. Gestaltet wird die Messeakademie 2022 in Zusammenarbeit mit den Landesämtern für Denkmalpflege Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Veranstalter ist die Leipziger Messe GmbH. Die zehn besten Entwürfe werden dann vom 24.-26. November 2022 an der denkmal, der Europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung der Öffentlichkeit präsentiert.

Impressionen der Exkursion,
Fotos: LMBV, Kerstin Müller


Wasserbau-Studenten erkunden Bauwerke im Störmthaler Kanal

Leipzig/Markkleeberg. 15 Studenten des Instituts für Wasserbau und Technische Hydromechanik der Technischen Universität Dresden besuchten am 8. April 2022 den Störmthaler Kanal während einer Tagesexkursion im Großraum Leipzig.

Die Studierenden des Bauingenieurwesens mit einem Schwerpunkt im Wasserbau wurden von den LMBV-Mitarbeitern Falk Bräuer (Abteilung Projektmanagement Westsachsen-Thüringen), Marcus Schmidt (Planung Westsachsen-Thüringen), Ulrike Klein (Geotechnik Mitteldeutschland) und Claudia Hermann (Unternehmenskommunikation Mitteldeutschland) in Empfang genommen. Sie erläuterten fachkundig die Transformation der Tagebaulandschaft am Beispiel des Tagebaus Espenhain im mitteldeutschen Braunkohlervier, die Abläufe während der Gefahrenabwehrmaßnahme, die aufgrund der Risse und Erosionserscheinungen im Bereich des Störmthaler Kanals umgesetzt worden war, und die wasserbaulich interessanten Aspekte zwischen den Bergbaufolgeseen Markkleeberger und Störmthaler See.

Nach der Besichtigung der neu entstandenen Querbauwerke entlang der Gewässerverbindung besuchten die Studenten als nächste Station der Exkursion die Wasserstadt Leipzig, insbesondere den Lindenauer Hafen. Am Vortag waren sie im Erzgebirge bei der sächsischen Landestalsperrenverwaltung.

Falk Bräuer berichtet kurzweilig von den Herausforderungen während der Gefahrenabwehrmaßnahme.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Aktuelle § 4‑Maßnahmen im mitteldeutschen Revier

Leipzig/Pegau/Böhlen. Im Jahr 2022 werden im Freistaat Sachsen weitere § 4-Projekte zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards umgesetzt werden. Dabei agiert die LMBV als Projektträgerin, während die Kommunen die Bauherren sind. Im Südraum Leipzig handelt es sich um zwei größere Projekte: die Errichtung eines neuen Aussichtsturmes bei Pegau sowie die weiterführende Sanierung des Kulturhauses Böhlen.

Neuer Aussichtsturm Stöntzsch entsteht südlich des Werbener Sees

Westlich der Stadt Pegau auf der ehemaligen Kippe Profen-Nord ist die Errichtung des Aussichtsturmes Stöntzsch auf dem Hügel der vorhandenen Aussichtsfläche geplant. Die Gemeinde Stöntzsch wurde in den 1960er Jahren abgebaggert. Ein Großteil der Bevölkerung wurde nach Pegau umgesiedelt. Der geplante Turm soll an die Gemeinde Stöntzsch erinnern.

Der Aussichtsturm ist als offene Stahlkonstruktion geplant. In das Traggerüst des Turmes sollen drehbare Aluminiumtafeln eingesetzt werden. Ein Teil der drehbaren Tafeln wird Informationen über die Historie und das Umfeld erhalten. Der Turm soll einen quadratischen Grundriss mit 5,25 m Seitenlänge haben und in seiner Form an eine ursprüngliche Turmsilhouette erinnern, als Sinnbild für Gemeinde, Gemeinschaft und Siedlung. Die Gesamthöhe des Turmes ab der Geländeoberkante wird 29,50 m betragen. Neben der Errichtung des Turmes sollen auch die Zuwegung und das unmittelbare Turmumfeld, u. a. Fahrradbügel und Parkstellflächen, gestaltet werden.

Nach erfolgreicher Ausschreibung können die Erdarbeiten nun Mitte 2022 starten. Danach wird das Turmfundament hergestellt. Der vormontierte Turm soll im Sommer aufgestellt und im IV. Quartal 2022 fertiggestellt werden. Voraussichtlich im Frühjahr 2023 werden die Arbeiten an den Außenanlagen und Pflanzmaßnahmen sowie die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme (Abbruch ehemaliges Bahnhäuschen östlich von Pegau südlich der B2) beendet sein. Bauherr für diese Maßnahme ist die Stadt Pegau. Auftragnehmer für Erdarbeiten, Freianlagen und Abbrucharbeiten ist Baggerbetrieb Burkhardt GmbH, für Stahlarbeiten und Gründung ist Hornschuh GmbH & Co. KG im Einsatz.

Sanierung des Kulturhauses Böhlen kann weiterlaufen

Des Weiteren kann die Sanierung des Kulturhauses Böhlen nun weitergeführt werden, da die Gesamtfinanzierung der § 4-Mittel durch den Freistaat Sachsen gesichert ist. Die Vergabe für die Sanierung des Gebäudes inklusive der Erneuerung der Abdichtung, der Sanierung des Sockelputzes und der Erneuerung der Bühneneingangskonstruktion ist abgeschlossen. Baubeginn ist Mai 2022. Als Bauzeit werden ca. sieben bis acht Monate veranschlagt. Die Bauarbeiten werden durch die Firma Baumbach Bau GmbH & Co. KG ausgeführt.

Die Planung für die Erneuerung und Erweiterung der Außenanlage läuft noch. Hierfür ist als Baubeginn Herbst 2022 geplant, der Bau dauert wahrscheinlich ein Jahr.

Die ursprünglich veranschlagten Baukosten haben sich infolge ständig steigender Baupreise und durch Erweiterung der Parkplatzanlage erhöht. Es werden zusätzliche Parkplätze nördlich des Kulturhauses gebaut. Bauherr für diese Maßnahme ist die Stadt Böhlen.

Hintergrund

Maßnahmen nach § 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung kommt besondere Bedeutung zu, denn sie stehen für infrastrukturelle Maßnahmen wie den Bau von Radwegen, Bootsanlegern, Schleusen oder Anlagen für eine touristische Nutzung oder Schiffsanleger für Fährverbindungen zur Verfügung. Diese Maßnahmen werden ausschließlich durch Landesmittel und Gelder der Kommunen finanziert.

Planungsunterlage für den Aussichtsturm Stöntzsch

Fotos vom Vorhabensbereich: LMBV/Ilka Sedlacek und Christian Herrmann