Sicherungsarbeiten am Störmthaler Kanal laufen auch nach Pfingsten weiter

Unbefristet formulierte Verlängerung des Seennutzungsverbots schafft die Möglichkeit, flexibler auf den aktuellen Baufortschritt der
Sicherungsmaßnahmen reagieren zu können

Leipzig. Am 21. Mai 2021 hat das Landratsamt Leipzig angekündigt, die
zum Monatsende auslaufende Allgemeinverfügung vorsorglich zu
entfristen. Die Allgemeinverfügung vom 24.03.2021 beinhaltete ein
temporär befristetes Nutzungsverbot für den Störmthaler See, den
Markkleeberger See sowie den Störmthaler Kanal bis zum 31.05.2021.

Die Verlängerung der Seensperrung erfolgt aufgrund einer
aktualisierten Gefährdungseinschätzung eines beauftragten
Sachverständigen für Geotechnik. Es war in Anbetracht des auslaufenden
Termins notwendig, frühzeitig Planungssicherheit unter anderem auch für
die ortsansässigen gewerblichen Nutzer zu schaffen.

Die nun unbefristet formulierte Verlängerung des Seennutzungsverbots
schafft die Möglichkeit, flexibler auf den aktuellen Baufortschritt der
Sicherungsmaßnahmen reagieren zu können. Das Landratsamt ist bemüht, die
Seen zügig freizugeben, sobald die Sicherheit gewährleistet ist. Bis
zum Ende der Sicherungsmaßnahmen ist die Nutzung der Seen als
Badegewässer sowie der Betrieb von Booten und alle sonstigen Nutzungen
auf diesen weiterhin nicht gestattet.

In der plannmäßig am 27.05.2021 stattfindenden regulären
Arbeitsberatung wird seitens der LMBV voraussichtlich eine Tendenz zum
weiteren Baufortschritt aufgezeigt.


DEBRIV: Braunkohletag 2021 online — Zur Lage und Perspektiven des Strukturwandels in Revieren

Braunkohleindustrie fordert Verlässlichkeit | Beitrag der Bergbausanierung gewürdigt

Berlin. Der diesjährige Braunkohletag fand online mit rund 400 Teilnehmern statt. Der Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, Michael Kretschmer, und der Präsident des Verbands der europäischen Kohleindustrie EURACOAL, Vladimir Budinsky, nahmen an der Veranstaltung mit Grußworten teil. Der Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal sowie die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae und Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) sowie der Vorstandvorsitzende und der Hauptgeschäftsführer des DEBRIV diskutierten Fragen der Umsetzung des KVBG und Aspekte der europäischen Energie- und Klimapolitik im Rahmen von Podiumsdiskussionen. Der Vorsitzende des Vorstands des Deutschen Braunkohle-Industrie-Vereins (DEBRIV), Dr. Helmar Rendez, ließ auch das zurückliegende Jahr Revue passieren.

Auch der Beitrag der Bergbausanierung wurde dabei im Statement von Dr. Helmar Rendez gewürdigt: „Der Projektträger der Bergbausanierung in Ostdeutschland, die LMBV, hat die Sanierung in vielen Einzelprojekten weitergeführt. Die LMBV hat 2020 Leistungen in einem Umfang von rund 263 Millionen Euro realisiert. Das Wassermanagement ist nach drei Jahren relativ starker Trockenheit in Ostdeutschland derzeit besonders herausfordernd. Ein Schwerpunkt der LMBV ist, die Zielvorgaben in den Fließgewässern, insbesondere im Bereich der Spree mit ihrer Bedeutung für die Bundeshauptstadt, zu gewährleisten. Weitere Hauptaufgabe bleibt die geotechnische Sicherung von Tagebaukippen als Aufgabe der öffentlichen Sicherheit. Das Verfahren der schonenden Sprengverdichtung kommt an vielen Standorten zum Einsatz. Insgesamt erwarten die LMBV noch für viele Jahre anspruchsvolle Aufgaben in der Bergbausanierung.“

Die deutsche Braunkohleindustrie fordert Verlässlichkeit in der Energie- und Klimapolitik, um den gesetzlich geregelten Kohleausstieg bis Ende 2038 erfolgreich zu gestalten. Zu keinem anderen energiepolitischen Thema habe, so der Vorsitzende des Vorstands des DEBRIV, Dr. Helmar Rendez, in den vergangenen Jahrzehnten ein ähnlich umfassender gesamtgesellschaftlicher Dialog stattgefunden, den es aus Sicht der Braunkohleindustrie zu sichern und zu festigen gilt.

Das Kohleausstiegsgesetz berücksichtigt nach Auffassung der Braunkohleindustrie angemessen die Interessen der Reviere. Die verbleibenden Zeiträume für die Kohlenutzung geben den Revieren eine faire Chance zur Anpassung und Neuausrichtung. Weitere die Energiewirtschaft treffende Klimazielverschärfungen oder Eingriffe in die Tagebauentwicklung würden dagegen das Risiko von Strukturbrüchen in den betroffenen Regionen verstärken. Tagebaue und Kraftwerke in den Braunkohlerevieren bleiben bis Ende 2038 notwendig, um die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland nicht zu gefährden. „In den ersten Monaten des laufenden Jahres haben wir gesehen, dass es jederzeit zu Dunkelflauten kommen kann, die eine Absicherung durch konventionelle Kraftwerke erfordert,“ sagte Rendez auf dem diesjährigen Braunkohletag, der in diesem Jahr online mit mehreren Hundert Teilnehmern durchgeführt wurde.

Verlässlichkeit für den weiteren Betrieb der Tagebaue und Kraftwerke sei unverzichtbar, da komplexe Tagebaue mit den zugehörigen Kraftwerken und Veredlungsbetrieben nicht stetig an geänderte Ausgangsvorgaben angepasst werden können. Dies sei auch nicht erforderlich, denn der deutsche Kohleausstiegspfad, so der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende, ist mit den Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens und den nationalen Minderungspflichten vereinbar: Bis 2019 hat die Braunkohle in Deutschland ihre CO2-Emissionen um 60 Prozent gemindert und steht damit an der Spitze der Industriesektoren. Bis zum Jahr 2023 wird der CO2-Ausstoß aus der Nutzung der Braunkohle in Deutschland um 70 Prozent unter dem Ausgangsniveau von 1990 liegen. Bis 2030 werden die Emissionen der deutschen Braunkohle etwa um 80 Prozent gegenüber 1990 zurückgehen und spätestens Ende 2038 bei Null liegen.

Der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende wandte sich auf dem diesjährigen Braunkohletag gegen einen neuen Überbietungswettbewerb bei den Klimazielen und Maßnahmen. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Einhaltung der Generationsverantwortung beim Klimaschutz müsse verantwortungsvoll und sachgerecht umgesetzt werden. Die jetzt vorgelegte Novelle des Bundes-Klimaschutzgesetzes darf nicht zu neuen Unsicherheiten und Risiken führen; für die Braunkohle steht der Ausstiegspfad bereits fest. Wer nun einen noch früheren Kohleausstieg fordert, der verkennt die Erforderlichkeit einer sicheren Energieversorgung der deutschen Wirtschaft für ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie die Herausforderungen der Strukturentwicklung in den Revieren. Bund und Länder müssen die erst im Sommer 2020 beschlossenen Regelungen des KVBG bei allen relevanten Beratungen auf der EU-Ebene berücksichtigen, schützen und durchsetzen. Die Politik darf nicht aus den Augen verlieren, wie ambitioniert der aktuelle Minderungspfad in der Braunkohle nach dem KVBG bereits heute ist, erklärte der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende. Zudem werde der europäische Handel mit Emissionszertifikaten dafür sorgen, dass der europäische CO2-Reduktionspfad im Bereich der Kraftwerke und großen Industriebetriebe eingehalten werde.


Untere Spundwandachsen im Störmthaler Kanal entstehen derzeit

Zweiter Bauabschnitt der Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr wird umgesetzt

Leipzig/Auenhain. Im Rahmen der Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr am Störmthaler Kanal entsteht seit Anfang Mai 2021 die untere Sicherungs-Kaskade. Im sogenannten zweiten Bauabschnitt (BA) entstehen drei Spundwandriegel im Abstand von 20 Metern im Unterwasser der Schleuse, die später noch mit Boden und Gestein gefüllt werden. Seit dem 5. Mai 2021 läuft nun das Herstellen der ersten unteren Spundwandachse auf der Ebene +115,0 m NHN.

Nachdem im 1. Bauabschnitt auf der Störmthaler Seite zwei Spundwandriegel im Abstand von 15 Metern im Oberwasser der Schleuse im April errichtet wurden, werden diese nun mit Boden und Gestein gefüllt sowie dort auch eine Wasserüberleitung eingebaut. Parallel finden Bohr- und Verpressarbeiten zur Verhinderung von Umströmungen an den Spundwandeinbindungen in den Böschungsbereichen am Oberen Querbauwerk sowie eine Medienumverlegung zum Einbinden der Spundwände in den Böschungsbereich am Unteren Querbauwerk statt, nachdem noch zusätzliche Baustraßen auf 600 m Länge gebaut wurden.

Die Tendenzen der Grundwasserstands-Entwicklung der einzelnen Messpegel und entlang der Messwertachsen entsprechen den bisherigen Bewertungen. Aus dem Grundwasser- und dem Böschungsmonitoring ergeben sich keine Hinweise zur Verschlechterung des bestehenden Gefährdungsgrades gegenüber den bisherigen Überwachungsberichten.


Bau der Spundwand im Störmthaler Kanal


Bau der Spundwand im Störmthaler Kanal


Bau der Spundwand im Störmthaler Kanal


Gunnar John nimmt Arbeit als kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV auf

Senftenberg. Mit Wirkung vom 1. Mai 2021 wurde Gunnar John zum neuen kaufmännischen Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in Senftenberg berufen. Er folgt auf Dr. Hans-Dieter Meyer, der zum Jahresende 2020 aus dem Bundesunternehmen ausgeschieden war.

Gunnar John hat Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaft in Berlin, Paris und Berkeley studiert. Mit der Deutschen Einigung war er zunächst im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, dann in unterschiedlichen Leitungsfunktionen in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, in der Senatsverwaltung für Finanzen (SenFin) in Berlin und dann ab 2000 im Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit den unterschiedlichsten Aspekten des Aufbaus Ost und der Strukturprobleme Ostdeutschlands – auch der Bergbaugebiete - bis 2012 betraut. Hilfreich für seine Tätigkeit in einem institutionellen Zuwendungsempfänger wie dem Bergbausanierer LMBV sind weiterhin seine langjährigen Erfahrungen in den Haushaltshausabteilungen im BMF und bei SenFin.

Gunnar John freut sich, zusammen mit seinem im letzten Jahr bestellten Geschäftsführer Kollegen Bernd Sablotny die vielfältig noch vor der LMBV stehenden Herausforderungen und Aufgaben zur weiteren Umsetzung der bergrechtlichen Verpflichtungen aus der DDR-Zeit anzugehen. Die LMBV wird in effizienter Weise noch bis ins nächste Jahrzehnt daran arbeiten. Er will seinen Beitrag dafür leisten, dass die LMBV weiter vertrauensvoll mit den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen und den beteiligten Bundesministerien zusammenarbeiten wird.

Gunnar John - Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV


Baubeginn zur Verdichtung an der Hochkippe Borna-West steht an

Die Arbeiten auf dem Probefeld im Januar 2019, Archivbild: LMBV

Auf einem Probefeld wurde zuerst die geeingete Technologie ermittelt. Jetzt beginnt die Hauptsanierung

Leipzig/Borna. Es geht los, an der Hochkippe Borna-West. Nach der Baustelleneröffnung am 8. April 2021 können in dieser Woche offiziell die Bauarbeiten zur Verdichtung des Bodens beginnen. Vorerst stehen noch die Absperrung und Einrichtung der Baustelle an sowie weitere vorbereitende Arbeiten an, damit in wenigen Wochen die Großgeräte zum Einsatz kommen können. Für die Baufeldfreimachung auf dem Plateau wurden bereits Bäume geholzt und der Aufwuchs mit einer Forstfräse gemulcht, sodass die notwendigen Trägergroßgeräte für die Rüttelstopfverdichtung (RSV) in den Bereich einfahren können. Diese vorbereitenden Maßnahmen für die geotechnische Böschungssicherung der Hochkippe Borna-West fanden aus artenschutzrechtlichen Gründen im Februar 2021 statt.

Die folgenden RSV-Arbeiten als Hauptbaumaßnahme wurden an eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus den Firmen Bickhardt & Metzner vergeben. Insgesamt sollen fast 2.000 RSV-Säulen auf dem oberen und dem unteren Stützkörper (Plateau und Böschung) im Rahmen der Hauptsanierung hergestellt werden. Die RSV-Arbeiten an dem ersten Verdichtungsabschnitt, dem Plateau der Hochkippe Borna-West werden voraussichtlich bis Mai 2022 laufen. Finanziert wird die Maßnahme über den § 3 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.

Während der ersten, vorgezogenen Bauphase von August 2018 bis zum I. Quartal 2019 wurde die RSV zunächst auf einem Probefeld im mittleren Böschungsbereich getestet, um eine geeignete Technologie zur Untergrundverbesserung des ehemaligen Tagebauareals zu finden. Hierzu wurden Säulen aus grobkörnigen Böden per Rohr gleichmäßig in die Kippenböschung eingebracht. Begleitet wurden die Maßnahmen durch ein umfangreiches Monitoringprogramm, welches Schwingungs-, Verformungs-, Setzungs-, Lärm- und Grundwassermessungen sowie Beweissicherungen an Gebäuden umfasste.

Mit den nun anstehenden Sicherungsmaßnahmen sollen potenzielle geotechnische Gefährdungen wie Verflüssigungserscheinungen des Bodens oder ein Böschungsbruch verhindert werden. Während der gesamten Baumaßnahmen ist ein erweiterter Sperrbereich an der Hochkippenböschung eingerichtet, in dem ein Betreten und Befahren aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen ist. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen soll der seit Oktober 2011 bestehende Sperrbereich wieder aufgehoben werden.


Präventive Sofortmaßnahmen am Störmthaler Kanal laufen planmäßig

Erster Bauabschnitt zur vorsorglichen Quer-Sicherung umgesetzt sowie Kontroll-Tauchgang erfolgt

Leipzig/Markkleeberg. Bei einem Vor-Ort-Pressetermin am 15. April 2021 informierten die LMBV-Abteilungsleiter Thomas Rösler (Projektmanagement Westsachsen-Thüringen) und Dr. Robert Böhnke (Geotechnik Mitteldeutschland) über den aktuellen Baufortschritt zur Sicherung des Störmthaler Kanals sowie über die Ergebnisse des permanenten Monitorings: Das obere Querbauwerk zwischen Störmthaler See und Kanuparkschleuse ist in weiten Teilen fertiggestellt, während das untere Querbauwerk bereits parallel vorbereitet wird. Die präventiven Sofortmaßnahmen laufen planmäßig, so dass die Sicherheit an den Bauwerken weiter erhöht werden konnte.

Planungs- und Baustand:

Im 1. Bauabschnitt wurde am 7. April 2021 die zweite Spundwandachse des oberen Querbauwerks auf Störmthaler Seeseite fertiggestellt. Vorausgegangen war die Errichtung der ersten Spundwandachse des oberen Querbauwerkes bis 1. April 2021. Derzeit wird der Zwischenbereich mit Wasserbausteinen und Bodenmaterial verfüllt. Aufgrund seitlicher Nachsackungen im Böschungsbereich sind Dämmer- und Tonschichteinbau als zusätzliche Verdichtungsmaßnahmen erforderlich.

Im 2. Bauabschnitt soll voraussichtlich in der 18. Kalenderwoche die erste Spundwandachse des unteren Querbauwerks auf Markkleeberger Seeseite errichtet werden. Geplant sind drei Spundwände mit abnehmenden Höhen. Zurzeit werden die einzelnen Spundwandbohlen für den Einbau vorbereitet.

Die Überschusswasserableitung erfolgt weiterhin über die Bypässe der Schleuse. Bauzeitlich werden auf der Baustelle Pumpen vorgehalten, um die Ableitung des Überschusswassers zu gewährleisten. Bisher war ein Pumpbetrieb nicht notwendig. Nach Abschluss der Baumaßnahme werden beide Querbauwerke über offene Gerinne mit Dammbalkenverschlüssen im Ober- und Unterwasser verfügen.

Eine Empfehlung zur Nutzungsfreigabe der angrenzenden Gewässer Störmthaler und Markkleeberger See kann erst nach Errichtung der oberen und unteren Querbauwerke mittels Spundwänden, nach Vorlage aller erforderlichen statischen Nachweise und Bestandsunterlagen sowie nach Prüfung und Freigabe durch die Sachverständigengutachter erfolgen.

Monitoring/Untersuchungen:

Aus dem laufenden Grundwasser- und Böschungsmonitoring ergeben sich keine Hinweise auf eine akute Gefährdung. Auch die Grundwasserstandsentwicklung der einzelnen Messpegel entspricht den bisherigen Bewertungen.

Per Tauchgang fanden am 7. April 2021 im Auftrag der LMBV weitere Untersuchungen im Störmthaler Kanal und am Schleusenbauwerk statt. In Auswertung des Tauchgangs gab es keine Veränderung zu den bereits seit 2019/2020 bekannten Schäden. An der Kanalsohle im Bereich des unteren Vorhafens wurden kleine Vertiefungen (Kolk), Lochbildungen und Aufwallungen gefunden.

Kontrollen durch Taucher sind oft die einzige Möglichkeit, sich einen fortlaufenden Überblick über Zustand und Funktion von wasserbautechnischen Anlagen zu verschaffen oder um Gefährdungen richtig bewerten zu können. Abhängig von den Bedingungen unter Wasser wird der Zustand vom Taucher dabei durch Ertasten oder mit digitaler Foto- oder Videotechnik dokumentiert.

Im Anschluss an den Pressetermin am 15. April 2021 fand eine gemeinsam mit der Gemeinde Großpösna organisierte Online-Bürgerinfo-Veranstaltung statt. Nach kurzen Informationen zum aktuellen Sachstand wurden im Rahmen einer Webkonferenz die Fragen von Anwohnerinnen und Anwohnern des Markleeberger sowie des Störmthaler Sees beantwortet. Die Informationsveranstaltung ist noch für einige Tage unter Youtube abrufbar.

LMBV gibt technische Einblicke für Medienvertreter vor Ort am Kanal

Impressionen von Baugeschehen, Tauchgang und Pressetermin (Fotos: LMBV, u. a. Anika Dollmeyer)


Tauchinspektion an Kanuparkschleuse im Auftrag der Bergbausanierer erfolgt

AQUAWORKER Tauchservice führte Inspektion und Schadensbegutachtungen durch

Leipzig. Am 7. April 2021 fanden im Auftrag der LMBV weitere Untersuchungen im Störmthaler Kanal und am Schleusenbauwerk statt. Dazu ging der Spezial-Taucher von Dr. Ronald Wagner (Dr. Wagner, Fluss- und Seebauconsult Potsdam) in das Wasser. Er wurde von einem Team der AQUAWORKER gesichert und begleitet.

Kontrollen durch Taucher sind oft die einzige Möglichkeit, sich einen fortlaufenden Überblick über Zustand und Funktion von wasserbautechnischen Anlagen zu verschaffen oder um Gefährdungen richtig bewerten zu können.

Das Tauchunternehmen AQUAWORKER Tauchservice führt regelmäßig solche Inspektionen und Schadensbegutachtungen durch. Abhängig von den Bedingungen unter Wasser wird der Zustand vom Taucher dabei durch Ertasten oder mit digitaler Foto- oder Videotechnik dokumentiert.

Impressionen vom Tauchgang - Fotos: A. Dollmeyer für LMBV


Fertigstellung der 1. Spundwandachse des Querbauwerks oberhalb der Kanuparkschleuse im Rahmen Gefahrenabwehr am Störmthaler Kanal

Durchgängige Zustandsüberwachung und Kontrollen auf der Baustelle

Leipzig/Markkleeberg. Der Baufortschritt oberhalb der Kanuparkschleuse auf Störmthaler Seeseite ist sichtbar: Am 1. April 2021 konnte die erste stählerne Spundwandachse des oberen Spundwandriegels kurzfristig fertiggestellt werden. Nachdem am 29. März 2021 die Baggerarbeiten im Wasser begonnen hatten, wurden seit 31. März 2021 die einzelnen Spundwandprofile gesetzt. Die geplante zweite Spundwandachse des oberen Riegels soll nach Ostern in die Kanalsohle eingebracht werden.

Um die Sicherheit im Bereich bis zur Herstellung des kompletten Spundwandriegels im 1. Bauabschnitt weiterhin zu erhöhen, wurde durch die LMBV eine Notfall-Meldekette zur Information aller Beteiligten aufgestellt und veröffentlicht. Parallel zu den Bauarbeiten wird folgendes umfangreiches Monitoring durchgeführt:

  1. Grundwassermonitoring mit täglichen und wöchentlichen Messung und Auswertung durch den Sachverständigen für Geotechnik.

  2. Vermessungstechnische Überwachung von Bauwerk und Böschungen.

  3. Permanente Messung des Wasserspiegels oberhalb der Schleuse. Falls es zu einer relevanten Wasserspiegelabsenkung käme, würde umgehend eine Alarmnachricht abgesetzt werden.

  4. 24-Stunden-Beobachtung der Böschungen durch geotechnisch eingewiesene Personen auf beiden Seiten des Kanals und zusätzliche tägliche LMBV-Kontrollen.

  5. Nächtliche Beleuchtung des Kanals für die Rissbeobachtung und Vorhaltung von Sandsäcken und Big Bags auf jeder Kanalseite.

Im Baustellenbereich sind die parallel zum Kanal verlaufenden Wirtschaftswege gesperrt und großflächig Umleitungen ausgeschildert worden. Der Kanal kann auf Markkleeberger Seeseite über die Hubbrücke passiert werden.


Baustart für die Querbauwerke im Störmthaler Kanal nach Pressekonferenz

Pressegespräch zu den erforderlichen Maßnahmen an Störmthaler Kanal und Kanuparkschleuse

Leipzig/Markkleeberg. Am 29. März 2021 starten die Vorbereitungen für die Spundwandarbeiten zur vorsorglichen Entlastung im Störmthaler Kanal durch den Auftragnehmer STRABAG AG. Die Rammarbeiten zur Spundwandherstellung beginnen am 31. Marz 2021. Die Baustelleneinrichtung konnte auf Grundlage einer bergrechtlich genehmigten Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr kurzfristig bis zum 26. März 2021 realisiert werden.

Geplant ist es, bis voraussichtlich Mitte Mai 2021 zwei Spundwandriegel einschließlich Wasserüberleitung beidseitig der Kanuparkschleuse zu errichten, um einem möglichen hydraulischen Versagen der Anlage und dem unkontrollierten Auslaufen des höher gelegenen Störmthaler Sees in den Markkleeberger See entgegenzuwirken. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dafür ist nach Einschätzung des geotechnischen Gutachterteams zwar äußerst gering, allerdings könnten die Auswirkungen auf die Seen und auch auf Flächen der Städte Markkleeberg und Leipzig erheblich sein. Anlass sind Böschungsumbildungen mit Sickerwasseraustritt in Verbindung mit Erdstoffausspülungen an den Seitenböschungen. Wichtig ist nun zu klären, ob es unter dem Schleusenbauwerk im verdichteten Kippenboden ähnliche Veränderungen gibt. Dazu sind weitere Untersuchungen im Auftrag der LMBV erforderlich.

Die Baumaßnahme beginnt im 1. Abschnitt auf Störmthaler Seeseite. Dort wird ein Sperrwerkbauwerk bestehend aus zwei Spundwandriegeln im Abstand von 15 m errichtet. Während des 2. Bauabschnitts auf Markkleeberger Seeseite werden drei Spundwandriegel im Abstand von 20 m gebaut, wodurch eine Wasserkaskade entsteht, welche die um 4 m unterschiedliche Wasserhöhe zwischen den Bergbaufolgeseen stufenweise absenkt. Beide Querbauwerke werden in 75 m Entfernung von der Kanuparkschleuse errichtet und mit Boden oder/und Gestein befüllt werden.

Aufgrund des vorhandenen Gefährdungspotenzials untersagte der Landkreis Leipzig vom 26. März 2021 bis einschließlich 31. Mai 2021 jegliche Nutzung beider Seen und des Störmthaler Kanals. Dazu wurde eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Nach Fertigstellung der temporären Sicherung soll die Situation neu bewertet und die weitere Vorgehensweise mit allen Beteiligten abgestimmt werden. Derzeit ist davon auszugehen, dass während der folgenden Untersuchungen der Kanuparkschleuse sowohl Störmthaler als auch Markkleeberger See wieder genutzt werden können. Zwischenzeitlich laufen präventive Maßnahmen zur örtlichen Gefahrenabwehr durch die Stadt Markkleeberg.

Über die geplanten Maßnahmen und Hintergründe informierte am 26. März 2021 ein Pressegespräch. Es fand im Anschluss an die Beratung der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland im Markkleeberger Rathaus statt. Im Podium vertreten waren Landrat Henry Graichen (Landkreis Leipzig), Oberbürgermeister Karsten Schütze (Stadt Markkleeberg), Prof. Dr. habil. Andreas Berkner (Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen), Martin Herrmann (Sächsisches Oberbergamt), Dominik Oberhettinger (Landesdirektion Sachsen) und LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny.

Pressekonferenz im Markkleeberger Lindensaal


Am Speicherbecken Borna startet die Bodenverdichtung mittels Rütteldruck

Am Speicherbecken Borna gingen am 22. März die Verdichtungen in Dauerbetrieb

Leipzig/Borna. Bei den Sanierungsarbeiten am Speicherbecken Borna, auch als „Adria“ bekannt, startet im Probefeld West der Dauerbetrieb. Nach ersten Testsäulen während der Vorarbeiten gingen die Arbeiten zur Rütteldruckverdichtung am 22. März 2021 in den Dauerbetrieb über. Die Probeverdichtungen hatten sich auf Grund von technischen Problemen, ungünstigem Winterwetter und dem mit der Frühjahrschmelze einhergehenden Einstau im Speicherbecken Borna weit in den März 2021 verschoben. Es werden zunächst Rüttelarbeiten an der Zufahrtsrampe vom Randdamm des Speichers Borna zum Probefeld West, welches im Hochwasserrückhalteraum des Speicherbeckens liegt, notwendig.

Die Rüttelarbeiten in den Probefeldern können durch Schall- oder Schwingungsemissionen auch von Außenstehenden wahrgenommen werden. Im Rahmen der Planung wurden entsprechende Prognosen erarbeitet und es konnte nachgewiesen werden, dass alle relevanten Grenzwerte eingehalten werden. Um diese Prognosen zu überprüfen und bestätigen zu können, erfolgen zusätzliche baubegleitende Schwingungs- und Schallmessungen.

Die LMBV hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Arbeiten in einem ausgewiesenen geotechnischen Sperrbereich erfolgen. Es bestehe in diesem Sperrbereich eine Gefährdung für Leib und Leben, wenn sich plötzlich und ohne vorherige Warnung bzw. Wahrnehmung Verflüssigungsvorgänge ereignen. Ein Betreten des Geländes ist daher aus diesen Gründen strikt untersagt.

Das Probefeld West am Südrand des Speicherbecken Borna

Eindrücke zu den Bauarbeiten im Probefeld West vom Dezember 2020