Freigabe von Störmthaler See und Markkleeberger See wird zum 12.06.2021 erfolgen
Restarbeiten an Sicherungsbauwerken laufen weiter
Leipzig/Markkleeberg. Der von den Sachverständigen für Geotechnik geforderte Bautenstand für eine mögliche Nutzungsfreigabe des Störmthaler Sees und des Markkleeberger Sees wurde am heutigen 10. Juni 2021 unter Auflagen nach Einschätzung aller Beteiligten erreicht.
Ein fortgeführtes Kontroll-Monitoring und ein Krisenreaktionsplan – zu einer möglichen Seeräumung bei Gefahr innerhalb von 24 Stunden unter Mitwirken der Kommunen und Ordnungsbehörden – sind verpflichtende Auflagen der Gutachter dafür. Die Seenfreigabe wird vom Landratsamt des Landkreises Leipzig mit Wirkung zum 12.06.2021 bekannt gemacht.
Der Kanal bleibt gesperrt und ist dazu auf beiden Seiten mit Bojen gekennzeichnet. Die bisher veranlassten Sofort-Bauarbeiten werden voraussichtlich Mitte des Jahres 2021 abgeschlossen. Am oberen und unteren Querbauwerk laufen noch verschieden Restarbeiten, zum Beispiel die Verpressarbeiten der Spundwandeinbindungen, der Materialeinbau innerhalb der Spundwandachsen, die Wegebaumaßnahmen, die abschließende Herstellung der Wasserüberleitung vom Störmthaler See in den Markkleeberger Sees sowie die Beschilderung und Baustellensicherungsmaßnahmen.
Die LMBV dankt ausdrücklich der bauausführenden Firma STRABAG AG, ihren Nachauftragnehmern und allen weiteren Beteiligten für ihr außerordentliches Engagement und die sehr gute Zusammenarbeit im Rahmen der Sofortsicherungsmaßnahme zur Gefahrenabwehr im Bereich des Störmthaler Kanals.
Spundwandbau im Störmthaler Kanal, zwischen A38 und Störmthaler See
Blick auf oberen und unteren Spundwandriegel im Störmthaler Kanal (Fotos: LMBV | zeigen Stand v. 02.06.21)
Luftaufnahme des Störmthaler Kanals mit beiden Querbauwerken, der Schleuse und der Brücke der A38 Das oberes Querbauwer ist fast fertig verfüllt, mit Wasserüberleiter in der Kanalmitte. Unteres Querbauwerk in Richtung Markleeberger See
Informationsfahrt zur Braunkohlesanierung durch mitteldt. Revier mit dem Sanierungsträger
Fortführen der Braunkohlesanierung und Auslaufen der Braunkohleverstromung mit Strukturwandel als Herausforderungen für das Mitteldeutsche Revier
Leipzig. Am 31. Mai 2021 fand die dritte Informationsfahrt zur Braunkohlesanierung im Leipziger Neuseenland mit über 60 Teilnehmern statt. Dazu angereist waren zahlreiche regionale Mandatsträger im Sächsischen Landtag und im Deutschen Bundestag sowie Schlüsselakteure aus Verwaltung, Kommunen, Wirtschaft und Verbänden. Organisiert worden war die Veranstaltung – wie bereits 2011 und 2016 – von der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen. Die Gesamtmoderation übernahmen Prof. Dr. Andreas Berkner als Leiter des Regionalen Planungsverbands und Landrat Henry Graichen als Sprecher der Steuerungsgruppe. Der Termin bot den Beteiligten an insgesamt sechs Haltepunkten die Möglichkeit, sich zu den Sachständen und Handlungserfordernissen auszutauschen, wobei Grit Uhlig, Thomas Rösler und Rolf Schlottmann jeweils als fachliche LMBV-Ansprechpartner bei den Befahrungspunkten fungierten.
Am ersten Standort, dem Biedermeierstrand am Schladitzer See, führten Landrat Kai Emanuel, der Schkeuditzer Oberbürgermeister Rayk Bergner, der Rackwitzer Bürgermeister Steffen Schwalbe, der Seenkoordinator Eckhard Müller und Christoph Zwiener als Kulturverantwortlicher des Strandvereins Hayna aus, welch hoher Nutzungsdruck im Bereich des gefluteten Tagebaugeländes herrsche und dass weitere Investitionen, z. B. die Errichtung von Überwachungs- und Servicestationen und der Ausbau des Außengeländes, vonnöten seien, um keinen Bruch bei der Weiterentwicklung herbeizuführen. Die Kommunen spüren laut Rayk Bergner einen „immens wachsenden Zuspruch“ am Schladitzer See, der 2003 vorzeitig in Nutzung ging. Seither haben sich am Südufer der Biedermeierstrand und am Ostufer der Sportstrand von All-on-sea erfolgreich angesiedelt und ziehen Besucher aus nah und fern an. Rolf Schlottmann wies in seiner Funktion als LMBV-Abteilungsleiter Planung Westsachsen-Thüringen auf die noch offenen drei Wasserrechtsverfahren für diesen Sanierungstagebau hin und erinnerte an die extrem trockenen Jahre 2017, 2018 und 2019, in deren Folge die ursprünglichen Modellberechnungen für den Wasserspiegel des Schladitzer Sees nicht mehr passen. Der Wasserspiegel liegt zurzeit 1,5 m unter den einstigen Prognosen.
Der Aussichtspunkt Störmthal als zweiter Haltepunkt bot eine beeindruckende Aussicht auf den Störmhaler See mit Steilufer, Ferienresort, Magdeborner Halbinsel, VINETA und Störmthaler Kanal. Dr. Gabriela Lantzsch, die Bürgermeisterin von Großpösna, berichtete von der wassertouristischen Entwicklung. Ihr „Herzensprojekt“ sei es, einen Inklusionscampingplatz vor Ort anzusiedeln und mehr Barrierefreiheit rund um den See zu schaffen. Interesse weckten die gut sichtbaren öffentlichen Trockentoiletten im Uferbereich. Die derzeit fünf autarken Toilettenboxen sollen entprechend Standortkonzeption auf acht Stück erhöht werden. Die Konzeption dafür wurde vom Zweckverband Kommunales Forum Südraum Leipzig in Auftrag gegeben und durch Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, GRW-Infra, gefördert. Die Kosten für die Aufstellung der autarken barrierefreien Boxen wurden über das Programm „Lieblingsplätze für alle“ des Freistaats Sachsen finanziert. Zur Sprache kam des Weiteren die derzeitige Sperrung des Störmthaler Kanals und der Kanuparkschleuse, die laut Landrat Henry Graichen deutschlandweit zu den meistgenutzten Schleusenanlagen gehöre, und die geplante Brücke über den Kanal, die ursprünglich über Gelder aus den §§ 2 und 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung finanziert werden sollte. Thomas Rösler, LMBV-Leiter Projektmanagement Westsachsen-Thüringen, erläuterte die Gefahrenabwehrmaßnahmen am Störmthaler Kanal.
Am KAP Zwenkau bestiegen die Teilnehmer die MS Santa Barbara für eine Rundfahrt auf dem Zwenkauer See und nahmen die Baustelle des Harthkanals mit dem nach Prof. Dr. Andreas Berkner „kompliziertesten denkbaren Baugrund“ aufgrund des Kippenbodens in Augenschein. Er wies darauf hin, dass die Gewässerverbindung zum Cospudener See die „Schlüsselmaßnahme im Leipziger Neuseenland“ sei und dass Planungssicherheit für den Weiterbau nach 2022 benötigt würde, auch im Hinblick auf den Hochwasserschutz. Holger Schulz als Verbandsvorsitzender des Zweckverbands Neue Harth und Bürgermeister von Zwenkau begrüßte seine Gäste in gewohnter Manier mit einem „Glückauf und Ahoi“ als Referenz auf die bergbaureiche Vergangenheit und die wassertouristische Gegenwart. Der gebürtige Zwenkauer führte aus, wie sich die Stadt am See mit ihren unterschiedlichen Landschaftsräumen entwickele, welche Bebauung im Gebiet Harthweide geplant sei und wie wichtig es sei, „immer nach Lösungsansätzen zu suchen“, wenn sich Konflikte ergäben. Er ließ nicht unerwähnt, dass für das nördliche Seeufer ein Ausbau geplant sei. Beispielsweise soll ein Anleger entstehen, von dem künftig eine Fähre zum Stadthafen verkehren und damit Radfahrern die ca. 23 km lange Rundfahrt um den größten Bergbaufolgesee im Südraum Leipzig erleichtern könne.
Als nächste Station wurde die Lagune Kahnsdorf am Hainer See angefahren. Entstanden sind dort durch privatwirtschaftliches Engagement in den letzten Jahren über 80 Ferienhäuser. Der Neukieritzscher Bürgermeister Thomas Hellriegel gab gemeinsam mit Christian Conrad, dem Geschäftsführer der Blauwasser Seemanagement GmbH Neukieritzsch, Ausführungen zur Örtlichkeit. Der Hainer See befinde sich im Besitz der Blausee GmbH und biete mediterranes Flair. Die durch GRW-Infra geförderte Erschließungsstraße hätte sich bereits mehrfach refinanziert. Es gäbe sechs öffentliche Strände an dem 15 Kilometer langen Ufer, die durch den Betreiber gepflegt würden. Der Ferienhain am Nordufer mit seiner Südhanglange sei fast fertig, die Liegeplätze wären voll und es seien 25 bis 30 Arbeitsplätze entstanden, die sich v. a. auf das Betreiben von Campingplatz, Ferienwohnungen und Café verteilten. Als privatwirtschaftlicher Vor-Ort-Akteur wünschte sich Christian Conrad weitere Investitionen, z. B. die Errichtung eines Schiffsanlegers, die durchgehende Asphaltierung des Uferrundwegs oder den Neubau einer 2 Kilometer kurzen Verbindungsstraße zwischen Neukieritzsch und Kahnsdorf – einer alten Wegeverbindung, die dem Braunkohleabbau anheim gefallen war. Ein Parkplatz am westlichen Ufer war 2015 über § 4-Mittel hergestellt worden. Im Jahr 2021 seien fünf Parkplätze durch einen Investor entstanden, ein weiterer sei über das sächsische LEADER-Förderprogramm über die Gemeinde Neukieritzsch geplant. Thomas Hellriegel betonte hierbei, „es geht nur durch Miteinander“. Als Vertreter des Sanierungsträgers LMBV sprach Rolf Schlottmann über den bergbaulich beeinflussten Wasserhaushalt und die komplette Veränderung des Gewässernetzes von umverlegter Pleiße und Wyhra im Bereich des ehemaligen Tagebaus Witznitz. Durch die Zuführung von Sümpfungswasser aus dem aktiven Tagebau konnte die Flutung der Hohlform schnell abgeschlossen werden, jedoch wird langfristig bis zu 1 Tonne Eisen pro Tag aus der Kippe Witznitz in die Pleiße eingetragen. Dieser Prozess wird nach Hochrechnungen noch bis zu 150 Jahre weiterlaufen, wodurch eine langfristige Nachsorge nötig sei.
Am Speicherbecken Borna wurde die besondere Gemengelage der öffentlichen Sicherheit erläutert. Prof. Dr. Andreas Berkner stellte heraus, dass es sich bei der Stauanlage um „das zentrale Projekt für Hochwasserschutz an der unteren Pleiße“ handele. Das Becken gehöre dem Freistaat Sachsen. Es sei 1979 mit dem damaligen Stand der Technik fertiggestellt worden, wäre eingeschränkt in Nutzung gewesen und hätte 2013 seine Feuertaufe beim Hochwasser bestanden. Allerdings seien im Zuge der LMBV-Prüfungen aller mitteldeutschen Bergbaufolgeseen nach der Böschungsbewegung von Nachterstedt nach 2009 geotechnische Unzulänglichkeiten festgestellt worden, die dazu führten, dass ab Mai 2010 Sperrbereiche von der Bergbehörde festgelegt worden seien. Um der Grundbruch- und Setzungsfließgefahr zu begegnen, sollen nun im Rahmen einer § 3-Maßnahme nach Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung Stützdämme auf dem geschütteten Kippenboden hergestellt werden. Die LMBV agiert dabei als Projektträgerin. Zusätzlich wird bis nächstes Jahr die größte Fläche per schonender Sprengung von ungefähr 100 dazu vorzubereitenden Bohrlöchern verdichtet. Anschaulich erklärten Thomas Rösler und Rolf Schlottmann vor einem 300 Tonnen schweren Gerät zur Rütteldruckverdichtung, dass zunächst mit Hilfe von zwei Probefeldern die passende wirtschaftlichste Verdichtungstechnologie für das Gelände gefunden werden soll. Getestet wird das Einbringen von Kies, Sand und Split in 15 bis 40 Meter tiefe Rütteldrucksäulen mit ca. 3.000 Ansatzpunkten. An diesem Punkt fand auch Erwähnung, dass die Projektplanung seitens LMBV bis etwa in das Jahr 2050 gehe, wobei die wesentlichen Grundsanierungen bis zum Jahr 2035 in Größenordnungen abgeschlossen sein soll. Danach gehe es vor allem um die Minimierung der so genannten Ewigkeitslasten.
Am sechsten und letzten Haltepunkt, dem Aussichtspunkt Tagebau Vereinigtes Schleenhain, wurde durch den MIBRAG-Geschäftsführer Dr. Armin Eichholz und den Direktor Planung Bastian Zimmer thematisiert, welche Herausforderungen mit dem im Mitteldeutschen Revier bereits 2035 anstehenden Auslaufen der Braunkohleverstromung und dem damit verbundenen Strukturwandel verbunden sind. Derzeit würden jährlich 9 bis 10 Millionen Tonnen Kohle gefördert und an das Kraftwerk Lippendorf geliefert. Durch das vorgezogene, frühere Ende des Tagebaubetriebs schon im Jahr 2035 müssten Braunkohlenplan und Betriebspläne angepasst werden. Vier Seen mit einer Gesamtfläche von 16 Quadratkilometer werden im Zuge der Wiedernutzbarmachung entstehen, darunter der 12 Quadratkilometer große Pereser See. Er wird ca. 430 Millionen Kubikmeter Wasser fassen und 80 Meter tief sein. Damit wird er vom Volumen her größer als der Geiseltalsee werden. MIBRAG will nach Bastian Zimmer einen „sehr ehrgeizigen Pfad“ beschreiten: Kernstück der Unternehmenstransformation wird der Einstieg in erneuerbare Energien sein. Die Erstellung eines Windparks ist bereits geplant, zwei weitere sollen folgen. Fernziel ist die Nutzung und Veredelung von grünem Strom über die Herstellung von Wasserstoff. Insgesamt sollen ca. 200 Millionen Euro investiert werden. In diesem Zusammenhang betonte Prof. Dr. Andreas Berkner seinen Wunsch, das „Braunkohlezeitalter geordnet zu vollenden“, damit es nicht wie 1990 zu einem Strukturbruch komme, den viele Beteiligte bis heute nicht verkraftet hätten.
Während der Busfahrt wurde jeweils auf wiederhergestellte Straßenverbindungen hingewiesen, die einst durch den Braunkohlenabbau in Anspruch genommen worden waren, auf neu entstandene Naturräume wie die Lobstädter Lachen oder aber auf die geplante Fläche für den Solarpark Witznitz verwiesen. Im Laufe der Informationsfahrt wurde deutlich, wie sehr sich das Leipziger Neuseenland mithilfe der Finanzierungsquellen der Braunkohlesanierung sowohl zu einer touristischen Destination als auch zu einem Naturrefugium entwickelt hat. Für 2026 ist eine vierte Auflage der Fahrt in Planung.
Impressionen von der Informationsfahrt (Fotos: LMBV/Anika Dollmeyer)
Dr. Gabriela Lantzsch, die Bürgermeisterin von Großpösna erläutert ihre Ziele
Teilnehmer der Informationsfahrt auf der MS Santa Barbara zur Rundfahrt auf dem Zwenkauer See
Christian Conrad, dem Geschäftsführer der Blauwasser Seemanagement GmbH Neukieritzsch
Die Delegation der Informationsfahrt an der Lagune Kahnsdorf am Hainer See
Teilnehmer der Informationsfahrt auf der MS Santa Barbara zur Rundfahrt auf dem Zwenkauer See
Baufortschritt am Störmthaler Kanal erreicht – Seenfreigabe noch im Juni in Sicht
Spundwandbau nahezu vollendet – Zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen für geotechnische Standsicherheit noch nötig
Leipzig/Markkleeberg. Die Sicherungsarbeiten am Störmthaler Kanal werden Anfang Juni 2021 noch weiterlaufen. Der bislang erreichte Bautenstand lässt eine baldige Freigabe der angrenzenden Seen nach aktueller Einschätzung durch das Gutachterteam zu - voraussichtlich bis Ende Juni 2021. Mitte Juni findet dazu eine weitere Beratung aller Beteiligten anhand des dann erreichten aktuellen Bautenstandes statt. Danach wird der Landkreis Leipzig zeitnah über die Seenfreigabe entscheiden.
Mit großem Engagement haben die von der LMBV beauftragten Firmen bisher die im Rahmen der Sofortsicherung notwendigen Spundwandachsen im Störmthaler Kanal im bisher kommunizierten Zeitplan eingebaut. Seit 25. Mai 2021 stehen nun auch die drei Spundwandachsen am unteren Abriegelungsbauwerk als Schutzbarriere zum Markkleeberger See. Am 26. Mai 2021 erfolgte zudem der Einbau weiterer paralleler Spundwände zur Ableitung des Überschusswassers analog zum oberen Querbauwerk auf Störmthaler Seeseite.
Neben dem Herstellen der Funktionsfähigkeit der technischen Anlagen zur Entlastung des Störmthaler Sees laufen derzeit noch zusätzliche zeitaufwändige Bohr- und Verpressarbeiten mit Dämmermaterial am oberen Spundwandriegel. Auch am unteren Sperrbauwerk sind noch offene seitliche Einbindegräben sicher mit Tonmaterialien zu verschließen. Dies soll das Umspülen der Spundwände in den Randbereichen verhindern. Aufgrund des Baugrunds war die Einbindung der dortigen Spundbohlen in die seitlichen Kippenböschungen schwieriger als zunächst vorgesehen. Aus heutiger Sicht kann mit dem Abschluss dieser Arbeiten dann eine Empfehlung zur Seenfreigabe ausgesprochen werden.
Auffüll- und Schweißarbeiten am Oberen Querbauwerk
Baufortschritt am Störmthaler Kanal erreicht – Seenfreigabe in Sicht
Spundwandbau nahezu vollendet – Zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen für geotechnische Standsicherheit noch nötig
Leipzig/Markkleeberg. Die Sicherungsarbeiten am Störmthaler Kanal werden Anfang Juni 2021 noch weiterlaufen. Der bislang erreichte Bautenstand lässt eine baldige Freigabe der angrenzenden Seen nach aktueller Einschätzung durch das Gutachterteam zu - voraussichtlich bis Ende Juni 2021. Mitte Juni findet dazu eine weitere Beratung aller Beteiligten anhand des dann erreichten aktuellen Bautenstandes statt. Danach wird der Landkreis Leipzig zeitnah über die Seenfreigabe entscheiden.
Mit großem Engagement haben die von der LMBV beauftragten Firmen bisher die im Rahmen der Sofortsicherung notwendigen Spundwandachsen im Störmthaler Kanal im bisher kommunizierten Zeitplan eingebaut. Seit 25. Mai 2021 stehen nun auch die drei Spundwandachsen am unteren Abriegelungsbauwerk als Schutzbarriere zum Markkleeberger See. Am 26. Mai 2021 erfolgte zudem der Einbau weiterer paralleler Spundwände zur Ableitung des Überschusswassers analog zum oberen Querbauwerk auf Störmthaler Seeseite.
Neben dem Herstellen der Funktionsfähigkeit der technischen Anlagen zur Entlastung des Störmthaler Sees laufen derzeit noch zusätzliche zeitaufwändige Bohr- und Verpressarbeiten mit Dämmermaterial am oberen Spundwandriegel. Auch am unteren Sperrbauwerk sind noch offene seitliche Einbindegräben sicher mit Tonmaterialien zu verschließen. Dies soll das Umspülen der Spundwände in den Randbereichen verhindern. Aufgrund des Baugrunds war die Einbindung der dortigen Spundbohlen in die seitlichen Kippenböschungen schwieriger als zunächst vorgesehen. Aus heutiger Sicht kann mit dem Abschluss dieser Arbeiten dann eine Empfehlung zur Seenfreigabe ausgesprochen werden.
Auffüll- und Schweißarbeiten am Oberen Querbauwerk
Sicherungsarbeiten am Störmthaler Kanal laufen auch nach Pfingsten weiter
Unbefristet formulierte Verlängerung des Seennutzungsverbots schafft die Möglichkeit, flexibler auf den aktuellen Baufortschritt der
Sicherungsmaßnahmen reagieren zu können
Leipzig. Am 21. Mai 2021 hat das Landratsamt Leipzig angekündigt, die
zum Monatsende auslaufende Allgemeinverfügung vorsorglich zu
entfristen. Die Allgemeinverfügung vom 24.03.2021 beinhaltete ein
temporär befristetes Nutzungsverbot für den Störmthaler See, den
Markkleeberger See sowie den Störmthaler Kanal bis zum 31.05.2021.
Die Verlängerung der Seensperrung erfolgt aufgrund einer
aktualisierten Gefährdungseinschätzung eines beauftragten
Sachverständigen für Geotechnik. Es war in Anbetracht des auslaufenden
Termins notwendig, frühzeitig Planungssicherheit unter anderem auch für
die ortsansässigen gewerblichen Nutzer zu schaffen.
Die nun unbefristet formulierte Verlängerung des Seennutzungsverbots
schafft die Möglichkeit, flexibler auf den aktuellen Baufortschritt der
Sicherungsmaßnahmen reagieren zu können. Das Landratsamt ist bemüht, die
Seen zügig freizugeben, sobald die Sicherheit gewährleistet ist. Bis
zum Ende der Sicherungsmaßnahmen ist die Nutzung der Seen als
Badegewässer sowie der Betrieb von Booten und alle sonstigen Nutzungen
auf diesen weiterhin nicht gestattet.
In der plannmäßig am 27.05.2021 stattfindenden regulären
Arbeitsberatung wird seitens der LMBV voraussichtlich eine Tendenz zum
weiteren Baufortschritt aufgezeigt.
DEBRIV: Braunkohletag 2021 online — Zur Lage und Perspektiven des Strukturwandels in Revieren
Braunkohleindustrie fordert Verlässlichkeit | Beitrag der Bergbausanierung gewürdigt
Berlin. Der diesjährige Braunkohletag fand online mit rund 400 Teilnehmern statt. Der Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, Michael Kretschmer, und der Präsident des Verbands der europäischen Kohleindustrie EURACOAL, Vladimir Budinsky, nahmen an der Veranstaltung mit Grußworten teil. Der Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal sowie die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae und Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) sowie der Vorstandvorsitzende und der Hauptgeschäftsführer des DEBRIV diskutierten Fragen der Umsetzung des KVBG und Aspekte der europäischen Energie- und Klimapolitik im Rahmen von Podiumsdiskussionen. Der Vorsitzende des Vorstands des Deutschen Braunkohle-Industrie-Vereins (DEBRIV), Dr. Helmar Rendez, ließ auch das zurückliegende Jahr Revue passieren.
Auch der Beitrag der Bergbausanierung wurde dabei im Statement von Dr. Helmar Rendez gewürdigt: „Der Projektträger der Bergbausanierung in Ostdeutschland, die LMBV, hat die Sanierung in vielen Einzelprojekten weitergeführt. Die LMBV hat 2020 Leistungen in einem Umfang von rund 263 Millionen Euro realisiert. Das Wassermanagement ist nach drei Jahren relativ starker Trockenheit in Ostdeutschland derzeit besonders herausfordernd. Ein Schwerpunkt der LMBV ist, die Zielvorgaben in den Fließgewässern, insbesondere im Bereich der Spree mit ihrer Bedeutung für die Bundeshauptstadt, zu gewährleisten. Weitere Hauptaufgabe bleibt die geotechnische Sicherung von Tagebaukippen als Aufgabe der öffentlichen Sicherheit. Das Verfahren der schonenden Sprengverdichtung kommt an vielen Standorten zum Einsatz. Insgesamt erwarten die LMBV noch für viele Jahre anspruchsvolle Aufgaben in der Bergbausanierung.“
Die deutsche Braunkohleindustrie fordert Verlässlichkeit in der Energie- und Klimapolitik, um den gesetzlich geregelten Kohleausstieg bis Ende 2038 erfolgreich zu gestalten. Zu keinem anderen energiepolitischen Thema habe, so der Vorsitzende des Vorstands des DEBRIV, Dr. Helmar Rendez, in den vergangenen Jahrzehnten ein ähnlich umfassender gesamtgesellschaftlicher Dialog stattgefunden, den es aus Sicht der Braunkohleindustrie zu sichern und zu festigen gilt.
Das Kohleausstiegsgesetz berücksichtigt nach Auffassung der Braunkohleindustrie angemessen die Interessen der Reviere. Die verbleibenden Zeiträume für die Kohlenutzung geben den Revieren eine faire Chance zur Anpassung und Neuausrichtung. Weitere die Energiewirtschaft treffende Klimazielverschärfungen oder Eingriffe in die Tagebauentwicklung würden dagegen das Risiko von Strukturbrüchen in den betroffenen Regionen verstärken. Tagebaue und Kraftwerke in den Braunkohlerevieren bleiben bis Ende 2038 notwendig, um die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland nicht zu gefährden. „In den ersten Monaten des laufenden Jahres haben wir gesehen, dass es jederzeit zu Dunkelflauten kommen kann, die eine Absicherung durch konventionelle Kraftwerke erfordert,“ sagte Rendez auf dem diesjährigen Braunkohletag, der in diesem Jahr online mit mehreren Hundert Teilnehmern durchgeführt wurde.
Verlässlichkeit für den weiteren Betrieb der Tagebaue und Kraftwerke sei unverzichtbar, da komplexe Tagebaue mit den zugehörigen Kraftwerken und Veredlungsbetrieben nicht stetig an geänderte Ausgangsvorgaben angepasst werden können. Dies sei auch nicht erforderlich, denn der deutsche Kohleausstiegspfad, so der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende, ist mit den Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens und den nationalen Minderungspflichten vereinbar: Bis 2019 hat die Braunkohle in Deutschland ihre CO2-Emissionen um 60 Prozent gemindert und steht damit an der Spitze der Industriesektoren. Bis zum Jahr 2023 wird der CO2-Ausstoß aus der Nutzung der Braunkohle in Deutschland um 70 Prozent unter dem Ausgangsniveau von 1990 liegen. Bis 2030 werden die Emissionen der deutschen Braunkohle etwa um 80 Prozent gegenüber 1990 zurückgehen und spätestens Ende 2038 bei Null liegen.
Der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende wandte sich auf dem diesjährigen Braunkohletag gegen einen neuen Überbietungswettbewerb bei den Klimazielen und Maßnahmen. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Einhaltung der Generationsverantwortung beim Klimaschutz müsse verantwortungsvoll und sachgerecht umgesetzt werden. Die jetzt vorgelegte Novelle des Bundes-Klimaschutzgesetzes darf nicht zu neuen Unsicherheiten und Risiken führen; für die Braunkohle steht der Ausstiegspfad bereits fest. Wer nun einen noch früheren Kohleausstieg fordert, der verkennt die Erforderlichkeit einer sicheren Energieversorgung der deutschen Wirtschaft für ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie die Herausforderungen der Strukturentwicklung in den Revieren. Bund und Länder müssen die erst im Sommer 2020 beschlossenen Regelungen des KVBG bei allen relevanten Beratungen auf der EU-Ebene berücksichtigen, schützen und durchsetzen. Die Politik darf nicht aus den Augen verlieren, wie ambitioniert der aktuelle Minderungspfad in der Braunkohle nach dem KVBG bereits heute ist, erklärte der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende. Zudem werde der europäische Handel mit Emissionszertifikaten dafür sorgen, dass der europäische CO2-Reduktionspfad im Bereich der Kraftwerke und großen Industriebetriebe eingehalten werde.
Untere Spundwandachsen im Störmthaler Kanal entstehen derzeit
Zweiter Bauabschnitt der Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr wird umgesetzt
Leipzig/Auenhain. Im Rahmen der Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr am Störmthaler Kanal entsteht seit Anfang Mai 2021 die untere Sicherungs-Kaskade. Im sogenannten zweiten Bauabschnitt (BA) entstehen drei Spundwandriegel im Abstand von 20 Metern im Unterwasser der Schleuse, die später noch mit Boden und Gestein gefüllt werden. Seit dem 5. Mai 2021 läuft nun das Herstellen der ersten unteren Spundwandachse auf der Ebene +115,0 m NHN.
Nachdem im 1. Bauabschnitt auf der Störmthaler Seite zwei Spundwandriegel im Abstand von 15 Metern im Oberwasser der Schleuse im April errichtet wurden, werden diese nun mit Boden und Gestein gefüllt sowie dort auch eine Wasserüberleitung eingebaut. Parallel finden Bohr- und Verpressarbeiten zur Verhinderung von Umströmungen an den Spundwandeinbindungen in den Böschungsbereichen am Oberen Querbauwerk sowie eine Medienumverlegung zum Einbinden der Spundwände in den Böschungsbereich am Unteren Querbauwerk statt, nachdem noch zusätzliche Baustraßen auf 600 m Länge gebaut wurden.
Die Tendenzen der Grundwasserstands-Entwicklung der einzelnen Messpegel und entlang der Messwertachsen entsprechen den bisherigen Bewertungen. Aus dem Grundwasser- und dem Böschungsmonitoring ergeben sich keine Hinweise zur Verschlechterung des bestehenden Gefährdungsgrades gegenüber den bisherigen Überwachungsberichten.
Gunnar John nimmt Arbeit als kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV auf
Senftenberg. Mit Wirkung vom 1. Mai 2021 wurde Gunnar John zum neuen kaufmännischen Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in Senftenberg berufen. Er folgt auf Dr. Hans-Dieter Meyer, der zum Jahresende 2020 aus dem Bundesunternehmen ausgeschieden war.
Gunnar John hat Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaft in Berlin, Paris und Berkeley studiert. Mit der Deutschen Einigung war er zunächst im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, dann in unterschiedlichen Leitungsfunktionen in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, in der Senatsverwaltung für Finanzen (SenFin) in Berlin und dann ab 2000 im Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit den unterschiedlichsten Aspekten des Aufbaus Ost und der Strukturprobleme Ostdeutschlands – auch der Bergbaugebiete - bis 2012 betraut. Hilfreich für seine Tätigkeit in einem institutionellen Zuwendungsempfänger wie dem Bergbausanierer LMBV sind weiterhin seine langjährigen Erfahrungen in den Haushaltshausabteilungen im BMF und bei SenFin.
Gunnar John freut sich, zusammen mit seinem im letzten Jahr bestellten Geschäftsführer Kollegen Bernd Sablotny die vielfältig noch vor der LMBV stehenden Herausforderungen und Aufgaben zur weiteren Umsetzung der bergrechtlichen Verpflichtungen aus der DDR-Zeit anzugehen. Die LMBV wird in effizienter Weise noch bis ins nächste Jahrzehnt daran arbeiten. Er will seinen Beitrag dafür leisten, dass die LMBV weiter vertrauensvoll mit den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen und den beteiligten Bundesministerien zusammenarbeiten wird.
Gunnar John - Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV
Baubeginn zur Verdichtung an der Hochkippe Borna-West steht an
Die Arbeiten auf dem Probefeld im Januar 2019, Archivbild: LMBV
Auf einem Probefeld wurde zuerst die geeingete Technologie ermittelt. Jetzt beginnt die Hauptsanierung
Leipzig/Borna. Es geht los, an der Hochkippe Borna-West. Nach der Baustelleneröffnung am 8. April 2021 können in dieser Woche offiziell die Bauarbeiten zur Verdichtung des Bodens beginnen. Vorerst stehen noch die Absperrung und Einrichtung der Baustelle an sowie weitere vorbereitende Arbeiten an, damit in wenigen Wochen die Großgeräte zum Einsatz kommen können. Für die Baufeldfreimachung auf dem Plateau wurden bereits Bäume geholzt und der Aufwuchs mit einer Forstfräse gemulcht, sodass die notwendigen Trägergroßgeräte für die Rüttelstopfverdichtung (RSV) in den Bereich einfahren können. Diese vorbereitenden Maßnahmen für die geotechnische Böschungssicherung der Hochkippe Borna-West fanden aus artenschutzrechtlichen Gründen im Februar 2021 statt.
Die folgenden RSV-Arbeiten als Hauptbaumaßnahme wurden an eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus den Firmen Bickhardt & Metzner vergeben. Insgesamt sollen fast 2.000 RSV-Säulen auf dem oberen und dem unteren Stützkörper (Plateau und Böschung) im Rahmen der Hauptsanierung hergestellt werden. Die RSV-Arbeiten an dem ersten Verdichtungsabschnitt, dem Plateau der Hochkippe Borna-West werden voraussichtlich bis Mai 2022 laufen. Finanziert wird die Maßnahme über den § 3 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.
Während der ersten, vorgezogenen Bauphase von August 2018 bis zum I. Quartal 2019 wurde die RSV zunächst auf einem Probefeld im mittleren Böschungsbereich getestet, um eine geeignete Technologie zur Untergrundverbesserung des ehemaligen Tagebauareals zu finden. Hierzu wurden Säulen aus grobkörnigen Böden per Rohr gleichmäßig in die Kippenböschung eingebracht. Begleitet wurden die Maßnahmen durch ein umfangreiches Monitoringprogramm, welches Schwingungs-, Verformungs-, Setzungs-, Lärm- und Grundwassermessungen sowie Beweissicherungen an Gebäuden umfasste.
Mit den nun anstehenden Sicherungsmaßnahmen sollen potenzielle geotechnische Gefährdungen wie Verflüssigungserscheinungen des Bodens oder ein Böschungsbruch verhindert werden. Während der gesamten Baumaßnahmen ist ein erweiterter Sperrbereich an der Hochkippenböschung eingerichtet, in dem ein Betreten und Befahren aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen ist. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen soll der seit Oktober 2011 bestehende Sperrbereich wieder aufgehoben werden.
Präventive Sofortmaßnahmen am Störmthaler Kanal laufen planmäßig
Erster Bauabschnitt zur vorsorglichen Quer-Sicherung umgesetzt sowie Kontroll-Tauchgang erfolgt
Leipzig/Markkleeberg. Bei einem Vor-Ort-Pressetermin am 15. April 2021 informierten die LMBV-Abteilungsleiter Thomas Rösler (Projektmanagement Westsachsen-Thüringen) und Dr. Robert Böhnke (Geotechnik Mitteldeutschland) über den aktuellen Baufortschritt zur Sicherung des Störmthaler Kanals sowie über die Ergebnisse des permanenten Monitorings: Das obere Querbauwerk zwischen Störmthaler See und Kanuparkschleuse ist in weiten Teilen fertiggestellt, während das untere Querbauwerk bereits parallel vorbereitet wird. Die präventiven Sofortmaßnahmen laufen planmäßig, so dass die Sicherheit an den Bauwerken weiter erhöht werden konnte.
Planungs- und Baustand:
Im 1. Bauabschnitt wurde am 7. April 2021 die zweite Spundwandachse des oberen Querbauwerks auf Störmthaler Seeseite fertiggestellt. Vorausgegangen war die Errichtung der ersten Spundwandachse des oberen Querbauwerkes bis 1. April 2021. Derzeit wird der Zwischenbereich mit Wasserbausteinen und Bodenmaterial verfüllt. Aufgrund seitlicher Nachsackungen im Böschungsbereich sind Dämmer- und Tonschichteinbau als zusätzliche Verdichtungsmaßnahmen erforderlich.
Im 2. Bauabschnitt soll voraussichtlich in der 18. Kalenderwoche die erste Spundwandachse des unteren Querbauwerks auf Markkleeberger Seeseite errichtet werden. Geplant sind drei Spundwände mit abnehmenden Höhen. Zurzeit werden die einzelnen Spundwandbohlen für den Einbau vorbereitet.
Die Überschusswasserableitung erfolgt weiterhin über die Bypässe der Schleuse. Bauzeitlich werden auf der Baustelle Pumpen vorgehalten, um die Ableitung des Überschusswassers zu gewährleisten. Bisher war ein Pumpbetrieb nicht notwendig. Nach Abschluss der Baumaßnahme werden beide Querbauwerke über offene Gerinne mit Dammbalkenverschlüssen im Ober- und Unterwasser verfügen.
Eine Empfehlung zur Nutzungsfreigabe der angrenzenden Gewässer Störmthaler und Markkleeberger See kann erst nach Errichtung der oberen und unteren Querbauwerke mittels Spundwänden, nach Vorlage aller erforderlichen statischen Nachweise und Bestandsunterlagen sowie nach Prüfung und Freigabe durch die Sachverständigengutachter erfolgen.
Monitoring/Untersuchungen:
Aus dem laufenden Grundwasser- und Böschungsmonitoring ergeben sich keine Hinweise auf eine akute Gefährdung. Auch die Grundwasserstandsentwicklung der einzelnen Messpegel entspricht den bisherigen Bewertungen.
Per Tauchgang fanden am 7. April 2021 im Auftrag der LMBV weitere Untersuchungen im Störmthaler Kanal und am Schleusenbauwerk statt. In Auswertung des Tauchgangs gab es keine Veränderung zu den bereits seit 2019/2020 bekannten Schäden. An der Kanalsohle im Bereich des unteren Vorhafens wurden kleine Vertiefungen (Kolk), Lochbildungen und Aufwallungen gefunden.
Kontrollen durch Taucher sind oft die einzige Möglichkeit, sich einen fortlaufenden Überblick über Zustand und Funktion von wasserbautechnischen Anlagen zu verschaffen oder um Gefährdungen richtig bewerten zu können. Abhängig von den Bedingungen unter Wasser wird der Zustand vom Taucher dabei durch Ertasten oder mit digitaler Foto- oder Videotechnik dokumentiert.
Im Anschluss an den Pressetermin am 15. April 2021 fand eine gemeinsam mit der Gemeinde Großpösna organisierte Online-Bürgerinfo-Veranstaltung statt. Nach kurzen Informationen zum aktuellen Sachstand wurden im Rahmen einer Webkonferenz die Fragen von Anwohnerinnen und Anwohnern des Markleeberger sowie des Störmthaler Sees beantwortet. Die Informationsveranstaltung ist noch für einige Tage unter Youtube abrufbar.
LMBV gibt technische Einblicke für Medienvertreter vor Ort am Kanal
Impressionen von Baugeschehen, Tauchgang und Pressetermin (Fotos: LMBV, u. a. Anika Dollmeyer)
Oberer Spundwandriegel am Störmthaler Kanal im EntstehenSchrittweisees Auffüllen zwischen den SpundwändenHerstellen der Arbeitsflächen für den Rammkran für den 2. BAKontrolltauchgang am unteren Schleusenvorhof am 07.04 2021LMBV-Abteilungsleiter T. Rösler und Dr. R. Böhnke im Pressegespräch vor Ort