Untere Spundwandachsen im Störmthaler Kanal entstehen derzeit

Zweiter Bauabschnitt der Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr wird umgesetzt

Leipzig/Auenhain. Im Rahmen der Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr am Störmthaler Kanal entsteht seit Anfang Mai 2021 die untere Sicherungs-Kaskade. Im sogenannten zweiten Bauabschnitt (BA) entstehen drei Spundwandriegel im Abstand von 20 Metern im Unterwasser der Schleuse, die später noch mit Boden und Gestein gefüllt werden. Seit dem 5. Mai 2021 läuft nun das Herstellen der ersten unteren Spundwandachse auf der Ebene +115,0 m NHN.

Nachdem im 1. Bauabschnitt auf der Störmthaler Seite zwei Spundwandriegel im Abstand von 15 Metern im Oberwasser der Schleuse im April errichtet wurden, werden diese nun mit Boden und Gestein gefüllt sowie dort auch eine Wasserüberleitung eingebaut. Parallel finden Bohr- und Verpressarbeiten zur Verhinderung von Umströmungen an den Spundwandeinbindungen in den Böschungsbereichen am Oberen Querbauwerk sowie eine Medienumverlegung zum Einbinden der Spundwände in den Böschungsbereich am Unteren Querbauwerk statt, nachdem noch zusätzliche Baustraßen auf 600 m Länge gebaut wurden.

Die Tendenzen der Grundwasserstands-Entwicklung der einzelnen Messpegel und entlang der Messwertachsen entsprechen den bisherigen Bewertungen. Aus dem Grundwasser- und dem Böschungsmonitoring ergeben sich keine Hinweise zur Verschlechterung des bestehenden Gefährdungsgrades gegenüber den bisherigen Überwachungsberichten.


Bau der Spundwand im Störmthaler Kanal


Bau der Spundwand im Störmthaler Kanal


Bau der Spundwand im Störmthaler Kanal


Gunnar John nimmt Arbeit als kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV auf

Senftenberg. Mit Wirkung vom 1. Mai 2021 wurde Gunnar John zum neuen kaufmännischen Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in Senftenberg berufen. Er folgt auf Dr. Hans-Dieter Meyer, der zum Jahresende 2020 aus dem Bundesunternehmen ausgeschieden war.

Gunnar John hat Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaft in Berlin, Paris und Berkeley studiert. Mit der Deutschen Einigung war er zunächst im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, dann in unterschiedlichen Leitungsfunktionen in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, in der Senatsverwaltung für Finanzen (SenFin) in Berlin und dann ab 2000 im Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit den unterschiedlichsten Aspekten des Aufbaus Ost und der Strukturprobleme Ostdeutschlands – auch der Bergbaugebiete - bis 2012 betraut. Hilfreich für seine Tätigkeit in einem institutionellen Zuwendungsempfänger wie dem Bergbausanierer LMBV sind weiterhin seine langjährigen Erfahrungen in den Haushaltshausabteilungen im BMF und bei SenFin.

Gunnar John freut sich, zusammen mit seinem im letzten Jahr bestellten Geschäftsführer Kollegen Bernd Sablotny die vielfältig noch vor der LMBV stehenden Herausforderungen und Aufgaben zur weiteren Umsetzung der bergrechtlichen Verpflichtungen aus der DDR-Zeit anzugehen. Die LMBV wird in effizienter Weise noch bis ins nächste Jahrzehnt daran arbeiten. Er will seinen Beitrag dafür leisten, dass die LMBV weiter vertrauensvoll mit den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen und den beteiligten Bundesministerien zusammenarbeiten wird.

Gunnar John - Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV


Baubeginn zur Verdichtung an der Hochkippe Borna-West steht an

Die Arbeiten auf dem Probefeld im Januar 2019, Archivbild: LMBV

Auf einem Probefeld wurde zuerst die geeingete Technologie ermittelt. Jetzt beginnt die Hauptsanierung

Leipzig/Borna. Es geht los, an der Hochkippe Borna-West. Nach der Baustelleneröffnung am 8. April 2021 können in dieser Woche offiziell die Bauarbeiten zur Verdichtung des Bodens beginnen. Vorerst stehen noch die Absperrung und Einrichtung der Baustelle an sowie weitere vorbereitende Arbeiten an, damit in wenigen Wochen die Großgeräte zum Einsatz kommen können. Für die Baufeldfreimachung auf dem Plateau wurden bereits Bäume geholzt und der Aufwuchs mit einer Forstfräse gemulcht, sodass die notwendigen Trägergroßgeräte für die Rüttelstopfverdichtung (RSV) in den Bereich einfahren können. Diese vorbereitenden Maßnahmen für die geotechnische Böschungssicherung der Hochkippe Borna-West fanden aus artenschutzrechtlichen Gründen im Februar 2021 statt.

Die folgenden RSV-Arbeiten als Hauptbaumaßnahme wurden an eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus den Firmen Bickhardt & Metzner vergeben. Insgesamt sollen fast 2.000 RSV-Säulen auf dem oberen und dem unteren Stützkörper (Plateau und Böschung) im Rahmen der Hauptsanierung hergestellt werden. Die RSV-Arbeiten an dem ersten Verdichtungsabschnitt, dem Plateau der Hochkippe Borna-West werden voraussichtlich bis Mai 2022 laufen. Finanziert wird die Maßnahme über den § 3 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.

Während der ersten, vorgezogenen Bauphase von August 2018 bis zum I. Quartal 2019 wurde die RSV zunächst auf einem Probefeld im mittleren Böschungsbereich getestet, um eine geeignete Technologie zur Untergrundverbesserung des ehemaligen Tagebauareals zu finden. Hierzu wurden Säulen aus grobkörnigen Böden per Rohr gleichmäßig in die Kippenböschung eingebracht. Begleitet wurden die Maßnahmen durch ein umfangreiches Monitoringprogramm, welches Schwingungs-, Verformungs-, Setzungs-, Lärm- und Grundwassermessungen sowie Beweissicherungen an Gebäuden umfasste.

Mit den nun anstehenden Sicherungsmaßnahmen sollen potenzielle geotechnische Gefährdungen wie Verflüssigungserscheinungen des Bodens oder ein Böschungsbruch verhindert werden. Während der gesamten Baumaßnahmen ist ein erweiterter Sperrbereich an der Hochkippenböschung eingerichtet, in dem ein Betreten und Befahren aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen ist. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen soll der seit Oktober 2011 bestehende Sperrbereich wieder aufgehoben werden.


Präventive Sofortmaßnahmen am Störmthaler Kanal laufen planmäßig

Erster Bauabschnitt zur vorsorglichen Quer-Sicherung umgesetzt sowie Kontroll-Tauchgang erfolgt

Leipzig/Markkleeberg. Bei einem Vor-Ort-Pressetermin am 15. April 2021 informierten die LMBV-Abteilungsleiter Thomas Rösler (Projektmanagement Westsachsen-Thüringen) und Dr. Robert Böhnke (Geotechnik Mitteldeutschland) über den aktuellen Baufortschritt zur Sicherung des Störmthaler Kanals sowie über die Ergebnisse des permanenten Monitorings: Das obere Querbauwerk zwischen Störmthaler See und Kanuparkschleuse ist in weiten Teilen fertiggestellt, während das untere Querbauwerk bereits parallel vorbereitet wird. Die präventiven Sofortmaßnahmen laufen planmäßig, so dass die Sicherheit an den Bauwerken weiter erhöht werden konnte.

Planungs- und Baustand:

Im 1. Bauabschnitt wurde am 7. April 2021 die zweite Spundwandachse des oberen Querbauwerks auf Störmthaler Seeseite fertiggestellt. Vorausgegangen war die Errichtung der ersten Spundwandachse des oberen Querbauwerkes bis 1. April 2021. Derzeit wird der Zwischenbereich mit Wasserbausteinen und Bodenmaterial verfüllt. Aufgrund seitlicher Nachsackungen im Böschungsbereich sind Dämmer- und Tonschichteinbau als zusätzliche Verdichtungsmaßnahmen erforderlich.

Im 2. Bauabschnitt soll voraussichtlich in der 18. Kalenderwoche die erste Spundwandachse des unteren Querbauwerks auf Markkleeberger Seeseite errichtet werden. Geplant sind drei Spundwände mit abnehmenden Höhen. Zurzeit werden die einzelnen Spundwandbohlen für den Einbau vorbereitet.

Die Überschusswasserableitung erfolgt weiterhin über die Bypässe der Schleuse. Bauzeitlich werden auf der Baustelle Pumpen vorgehalten, um die Ableitung des Überschusswassers zu gewährleisten. Bisher war ein Pumpbetrieb nicht notwendig. Nach Abschluss der Baumaßnahme werden beide Querbauwerke über offene Gerinne mit Dammbalkenverschlüssen im Ober- und Unterwasser verfügen.

Eine Empfehlung zur Nutzungsfreigabe der angrenzenden Gewässer Störmthaler und Markkleeberger See kann erst nach Errichtung der oberen und unteren Querbauwerke mittels Spundwänden, nach Vorlage aller erforderlichen statischen Nachweise und Bestandsunterlagen sowie nach Prüfung und Freigabe durch die Sachverständigengutachter erfolgen.

Monitoring/Untersuchungen:

Aus dem laufenden Grundwasser- und Böschungsmonitoring ergeben sich keine Hinweise auf eine akute Gefährdung. Auch die Grundwasserstandsentwicklung der einzelnen Messpegel entspricht den bisherigen Bewertungen.

Per Tauchgang fanden am 7. April 2021 im Auftrag der LMBV weitere Untersuchungen im Störmthaler Kanal und am Schleusenbauwerk statt. In Auswertung des Tauchgangs gab es keine Veränderung zu den bereits seit 2019/2020 bekannten Schäden. An der Kanalsohle im Bereich des unteren Vorhafens wurden kleine Vertiefungen (Kolk), Lochbildungen und Aufwallungen gefunden.

Kontrollen durch Taucher sind oft die einzige Möglichkeit, sich einen fortlaufenden Überblick über Zustand und Funktion von wasserbautechnischen Anlagen zu verschaffen oder um Gefährdungen richtig bewerten zu können. Abhängig von den Bedingungen unter Wasser wird der Zustand vom Taucher dabei durch Ertasten oder mit digitaler Foto- oder Videotechnik dokumentiert.

Im Anschluss an den Pressetermin am 15. April 2021 fand eine gemeinsam mit der Gemeinde Großpösna organisierte Online-Bürgerinfo-Veranstaltung statt. Nach kurzen Informationen zum aktuellen Sachstand wurden im Rahmen einer Webkonferenz die Fragen von Anwohnerinnen und Anwohnern des Markleeberger sowie des Störmthaler Sees beantwortet. Die Informationsveranstaltung ist noch für einige Tage unter Youtube abrufbar.

LMBV gibt technische Einblicke für Medienvertreter vor Ort am Kanal

Impressionen von Baugeschehen, Tauchgang und Pressetermin (Fotos: LMBV, u. a. Anika Dollmeyer)


Tauchinspektion an Kanuparkschleuse im Auftrag der Bergbausanierer erfolgt

AQUAWORKER Tauchservice führte Inspektion und Schadensbegutachtungen durch

Leipzig. Am 7. April 2021 fanden im Auftrag der LMBV weitere Untersuchungen im Störmthaler Kanal und am Schleusenbauwerk statt. Dazu ging der Spezial-Taucher von Dr. Ronald Wagner (Dr. Wagner, Fluss- und Seebauconsult Potsdam) in das Wasser. Er wurde von einem Team der AQUAWORKER gesichert und begleitet.

Kontrollen durch Taucher sind oft die einzige Möglichkeit, sich einen fortlaufenden Überblick über Zustand und Funktion von wasserbautechnischen Anlagen zu verschaffen oder um Gefährdungen richtig bewerten zu können.

Das Tauchunternehmen AQUAWORKER Tauchservice führt regelmäßig solche Inspektionen und Schadensbegutachtungen durch. Abhängig von den Bedingungen unter Wasser wird der Zustand vom Taucher dabei durch Ertasten oder mit digitaler Foto- oder Videotechnik dokumentiert.

Impressionen vom Tauchgang - Fotos: A. Dollmeyer für LMBV


Fertigstellung der 1. Spundwandachse des Querbauwerks oberhalb der Kanuparkschleuse im Rahmen Gefahrenabwehr am Störmthaler Kanal

Durchgängige Zustandsüberwachung und Kontrollen auf der Baustelle

Leipzig/Markkleeberg. Der Baufortschritt oberhalb der Kanuparkschleuse auf Störmthaler Seeseite ist sichtbar: Am 1. April 2021 konnte die erste stählerne Spundwandachse des oberen Spundwandriegels kurzfristig fertiggestellt werden. Nachdem am 29. März 2021 die Baggerarbeiten im Wasser begonnen hatten, wurden seit 31. März 2021 die einzelnen Spundwandprofile gesetzt. Die geplante zweite Spundwandachse des oberen Riegels soll nach Ostern in die Kanalsohle eingebracht werden.

Um die Sicherheit im Bereich bis zur Herstellung des kompletten Spundwandriegels im 1. Bauabschnitt weiterhin zu erhöhen, wurde durch die LMBV eine Notfall-Meldekette zur Information aller Beteiligten aufgestellt und veröffentlicht. Parallel zu den Bauarbeiten wird folgendes umfangreiches Monitoring durchgeführt:

  1. Grundwassermonitoring mit täglichen und wöchentlichen Messung und Auswertung durch den Sachverständigen für Geotechnik.

  2. Vermessungstechnische Überwachung von Bauwerk und Böschungen.

  3. Permanente Messung des Wasserspiegels oberhalb der Schleuse. Falls es zu einer relevanten Wasserspiegelabsenkung käme, würde umgehend eine Alarmnachricht abgesetzt werden.

  4. 24-Stunden-Beobachtung der Böschungen durch geotechnisch eingewiesene Personen auf beiden Seiten des Kanals und zusätzliche tägliche LMBV-Kontrollen.

  5. Nächtliche Beleuchtung des Kanals für die Rissbeobachtung und Vorhaltung von Sandsäcken und Big Bags auf jeder Kanalseite.

Im Baustellenbereich sind die parallel zum Kanal verlaufenden Wirtschaftswege gesperrt und großflächig Umleitungen ausgeschildert worden. Der Kanal kann auf Markkleeberger Seeseite über die Hubbrücke passiert werden.


Baustart für die Querbauwerke im Störmthaler Kanal nach Pressekonferenz

Pressegespräch zu den erforderlichen Maßnahmen an Störmthaler Kanal und Kanuparkschleuse

Leipzig/Markkleeberg. Am 29. März 2021 starten die Vorbereitungen für die Spundwandarbeiten zur vorsorglichen Entlastung im Störmthaler Kanal durch den Auftragnehmer STRABAG AG. Die Rammarbeiten zur Spundwandherstellung beginnen am 31. Marz 2021. Die Baustelleneinrichtung konnte auf Grundlage einer bergrechtlich genehmigten Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr kurzfristig bis zum 26. März 2021 realisiert werden.

Geplant ist es, bis voraussichtlich Mitte Mai 2021 zwei Spundwandriegel einschließlich Wasserüberleitung beidseitig der Kanuparkschleuse zu errichten, um einem möglichen hydraulischen Versagen der Anlage und dem unkontrollierten Auslaufen des höher gelegenen Störmthaler Sees in den Markkleeberger See entgegenzuwirken. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dafür ist nach Einschätzung des geotechnischen Gutachterteams zwar äußerst gering, allerdings könnten die Auswirkungen auf die Seen und auch auf Flächen der Städte Markkleeberg und Leipzig erheblich sein. Anlass sind Böschungsumbildungen mit Sickerwasseraustritt in Verbindung mit Erdstoffausspülungen an den Seitenböschungen. Wichtig ist nun zu klären, ob es unter dem Schleusenbauwerk im verdichteten Kippenboden ähnliche Veränderungen gibt. Dazu sind weitere Untersuchungen im Auftrag der LMBV erforderlich.

Die Baumaßnahme beginnt im 1. Abschnitt auf Störmthaler Seeseite. Dort wird ein Sperrwerkbauwerk bestehend aus zwei Spundwandriegeln im Abstand von 15 m errichtet. Während des 2. Bauabschnitts auf Markkleeberger Seeseite werden drei Spundwandriegel im Abstand von 20 m gebaut, wodurch eine Wasserkaskade entsteht, welche die um 4 m unterschiedliche Wasserhöhe zwischen den Bergbaufolgeseen stufenweise absenkt. Beide Querbauwerke werden in 75 m Entfernung von der Kanuparkschleuse errichtet und mit Boden oder/und Gestein befüllt werden.

Aufgrund des vorhandenen Gefährdungspotenzials untersagte der Landkreis Leipzig vom 26. März 2021 bis einschließlich 31. Mai 2021 jegliche Nutzung beider Seen und des Störmthaler Kanals. Dazu wurde eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Nach Fertigstellung der temporären Sicherung soll die Situation neu bewertet und die weitere Vorgehensweise mit allen Beteiligten abgestimmt werden. Derzeit ist davon auszugehen, dass während der folgenden Untersuchungen der Kanuparkschleuse sowohl Störmthaler als auch Markkleeberger See wieder genutzt werden können. Zwischenzeitlich laufen präventive Maßnahmen zur örtlichen Gefahrenabwehr durch die Stadt Markkleeberg.

Über die geplanten Maßnahmen und Hintergründe informierte am 26. März 2021 ein Pressegespräch. Es fand im Anschluss an die Beratung der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland im Markkleeberger Rathaus statt. Im Podium vertreten waren Landrat Henry Graichen (Landkreis Leipzig), Oberbürgermeister Karsten Schütze (Stadt Markkleeberg), Prof. Dr. habil. Andreas Berkner (Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen), Martin Herrmann (Sächsisches Oberbergamt), Dominik Oberhettinger (Landesdirektion Sachsen) und LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny.

Pressekonferenz im Markkleeberger Lindensaal


Am Speicherbecken Borna startet die Bodenverdichtung mittels Rütteldruck

Am Speicherbecken Borna gingen am 22. März die Verdichtungen in Dauerbetrieb

Leipzig/Borna. Bei den Sanierungsarbeiten am Speicherbecken Borna, auch als „Adria“ bekannt, startet im Probefeld West der Dauerbetrieb. Nach ersten Testsäulen während der Vorarbeiten gingen die Arbeiten zur Rütteldruckverdichtung am 22. März 2021 in den Dauerbetrieb über. Die Probeverdichtungen hatten sich auf Grund von technischen Problemen, ungünstigem Winterwetter und dem mit der Frühjahrschmelze einhergehenden Einstau im Speicherbecken Borna weit in den März 2021 verschoben. Es werden zunächst Rüttelarbeiten an der Zufahrtsrampe vom Randdamm des Speichers Borna zum Probefeld West, welches im Hochwasserrückhalteraum des Speicherbeckens liegt, notwendig.

Die Rüttelarbeiten in den Probefeldern können durch Schall- oder Schwingungsemissionen auch von Außenstehenden wahrgenommen werden. Im Rahmen der Planung wurden entsprechende Prognosen erarbeitet und es konnte nachgewiesen werden, dass alle relevanten Grenzwerte eingehalten werden. Um diese Prognosen zu überprüfen und bestätigen zu können, erfolgen zusätzliche baubegleitende Schwingungs- und Schallmessungen.

Die LMBV hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Arbeiten in einem ausgewiesenen geotechnischen Sperrbereich erfolgen. Es bestehe in diesem Sperrbereich eine Gefährdung für Leib und Leben, wenn sich plötzlich und ohne vorherige Warnung bzw. Wahrnehmung Verflüssigungsvorgänge ereignen. Ein Betreten des Geländes ist daher aus diesen Gründen strikt untersagt.

Das Probefeld West am Südrand des Speicherbecken Borna

Eindrücke zu den Bauarbeiten im Probefeld West vom Dezember 2020


Vorsorgliche Entlastung geplant — Querbauwerke im Störmthaler Kanal im Bau

Gewässerverbindung zwischen Markkleeberger und Störmthaler See wird mit zusätzlichen Querbauwerken vorläufig abgesperrt und gesichert

Leipzig/Markkleeberg. Am Böschungssystem des Kanals zwischen Störmthaler und Markkleeberger See sind im Rahmen des regulären Monitoringprogramms Böschungsschäden und Rissbildungen nahe dem Schleusenbauwerk (Kanuparkschleuse) festgestellt worden. Diesen Sachverhalt hat die LMBV dem Sächsischen Oberbergamt sowie der Landesdirektion Sachsen am 17. März 2021 förmlich angezeigt. Die LMBV hat als verantwortlicher Bergbausanierer Sofortmaßnahmen veranlasst, um Gefahren für die geotechnische Sicherheit auszuschließen. Ebenso ist sie für die Durchführung der Sicherungsmaßnahmen verantwortlich.

Zur Sicherung des Störmthaler Kanals und der Kanuparkschleuse werden voraussichtlich ab 29. März 2021 zusätzliche Querbauwerke oberhalb und unterhalb des Schleusenbauwerkes in den Kanal eingebaut werden, um eine temporäre Sicherung zu schaffen und nachfolgende Maßnahmen risikolos vorbereiten zu können. Wegen dieser baulichen Maßnahmen im Bereich des Störmthaler Kanals und der Gefährdungslage wird die Untere Wasserbehörde des Landkreises Leipzig zeitlich begrenzte Nutzungseinschränkungen auf dem Störmthaler See, im Störmthaler Kanal und auf dem Markkleeberger See aussprechen. Zu erwarten sind zum einen zeitweilige Einschränkungen wie die Aussetzung des Gemeingebrauchs sowie der Gestattungen zum Betrieb von Booten. Zum anderen ist mit temporären Einschränkungen an den vorhandenen parallel verlaufenden Wirtschaftswegen entlang des Störmthaler Kanals zu rechnen.

Anlass für die Maßnahme ist ein im März 2021 im Auftrag der LMBV von einem Sachverständigenteam vorgestelltes geotechnisches Gutachten. Es zeigt Defizite bei der dauerhaften Standsicherheit der Seitenböschungen und des Schleusenbauwerks auf und empfiehlt insbesondere eine zeitnahe Abriegelung des Bereichs, weitere Kontrollen und eine messtechnische Überwachung. Zur Ermittlung der Ursachen sind weitere Untersuchungen erforderlich. Perspektivisch sollen Sicherungsmaßnahmen zur Wiederherstellung der geotechnischen Sicherheit und der wassertouristischen Nutzungsfähigkeit der Anlagen veranlasst werden. Am 23. März 2021 bildete sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der zuständigen Behörden, Gutachtern, kommunalen Vertretern und LMBV. Am 26. März 2021 wird ein Mediengespräch stattfinden.

Hintergrund:

Der Störmthaler Kanal und die Kanuparkschleuse befinden sich auf einer Bergbaukippe des ehemaligen Tagebaus Espenhain. Gebaut wurde die Schleuse zwischen März 2011 und Oktober 2012 in Projektträgerschaft der LMBV. Finanziert wurde die Maßnahme gemäß § 2 und § 4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung. 2013 wurde das Bauwerk an die Stadt Markkleeberg übergeben und wird seither durch die Entwicklungsgesellschaft für Gewerbe und Wohnen mbH (EGW) betrieben. Neben ihrer touristischen Funktion dient die Schleuse der notwendigen Ableitung des Überschusswassers aus dem ca. 4 Meter höher gelegenen Störmthaler See.

Markkleeberger See, Störmthaler Kanal mit Kanuparkschleuse und A 38, Störmthaler See (v.l.n.r., Quelle: LMBV)


Region: Bergbau-Technik-Park an der BAB 38 errichtet neue Ausstellungshalle

Auf über 600 Quadtratmetern entsteht ein neuer, witterungsgeschützter Ausstellungsbereich

Leipzig. Der Bergbau-Technik-Park e.V. errichtet derzeit auf seinem Parkgelände eine neue Leichtbauhalle. Mit ihren circa 660 Quadratmetern Fläche bietet die neue Ausstellungshalle dringend benötigten, witterungsgeschützten Ausstellungsbereich zum Thema Braunkohlenveredelung und Energieerzeugung sowie Möglichkeiten für vielfältige Veranstaltungen und Vermittlungsangebote.

Die fertige Halle ermöglicht die Ausstellung und den Erhalt von industriekulturellen Sachzeugen aus der Geschichte der Braunkohlenveredlung und -verstromung in Sachsen, sowie von Maschinen und Fahrzeugen aus dem Braunkohlentagebau. Damit kann der Bergbau-Technik-Park seine Ausstellungsinhalte qualitativ erweitern. Die zukünftig präsentierten industriekulturellen Sachzeugen aus der Geschichte der Braunkohlenverstromung und -veredelung ermöglichen den Ausbau von Bildungs- und Vermittlungsangeboten, insbesondere für Schulklassen. Zudem eignet sich die Halle als Veranstaltungsraum für Workshops, Vorträge und Versammlungen für Schulklassen, Vereine und Gruppen.

Die Systemsatteldachhalle besteht aus einer Stahl-Tragkonstruktion und ist mit Trapezblechen ohne jegliche Dämmstoffe verkleidet. Vorteil der Systemhalle ist, dass durch die systematische Konzeption teure Planungskosten eingespart werden und, dass die Halle statisch und bedarfsgerecht angepasst werden kann. Die Ausstellungshalle wird voraussichtlich in Juni 2021 fertig errichtet sein. Danach folgt sukzessive der Aufbau der Ausstellung, so dass 2022 die neue Präsentation zur Saisoneröffnung bereit ist.

Mit einer Fläche von circa 31,5 m x 21 m x 6,85 m (L x B x H) bietet die Halle vielfältige Möglichkeiten, um Veranstaltungen wetterunabhängig durchzuführen. Zudem kann der neugeschaffene Veranstaltungsraum auch von anderen Vereinen und Initiativen genutzt werden. Somit ist die Halle nicht nur ein wichtiger Beitrag zur inhaltlichen Erweiterung der Ausstellung, sondern auch zur Stärkung der regionalen Bergbau-Tradition.

Gesamtansicht der Halle (Foto: Bergbau-Technik-Park e. V.)

Eindruck vom Aufbau