Region: Dreijähriges DOKMitt-Forschungsprojekt Zeitzeugenbefragung abgeschlossen

Das Cover der Publikation zeigt eine Schwarz-Weiß-Aufnahme von Mitarbeitern des Tagebaus Espenhain aus dem Archiv von Rudolf Lehmann.

Veröffentlichung „Als wenn ein guter Kumpel stirbt. Die 1990er Jahre im Nachhall der Erzählungen ehemaliger Bergleute“ online verfügbar

Borna. Zwischen September 2017 und Dezember 2020 forschte ein Projektteam des Fördervereins zum Aufbau des Dokumentationszentrums IndustrieKulturlandschaft Mitteldeutschland (DOKMitt e. V.) zum Fortwirken der Braunkohlenpolitik der 1990er Jahre. Die „Zeitzeugenbefragung (Oral History) zur Entstehung und Entwicklung demokratischer Einstellungsmuster nach 1990 im Südraum Leipzig“ wurde gefördert durch das Landesprogramm Weltoffenes Sachsen des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS). Es galt herauszufinden, in welchem Maße die Erfahrungen mit dem Strukturbruch die politischen Einstellungen der ehemaligen Beschäftigten der Braunkohlenindustrie im Leipziger Südraum geprägt haben. Daher wurden 42 Zeitzeugen zu ihren Erinnerungen, Lebenswegen, Anekdoten, Emotionen, Erfolgen und Niederlagen sowie politischen Einstellungsmustern u. a. in filmischen Interviews befragt.

Die nunmehr vorliegende Abschlusspublikation unter dem knappen Titel-Zitat eines Betriebsingenieurs des BKW Espenhain offenbart die differenzierten Studienergebnisse. Neben den Beweggründen und abschließenden Handlungsempfehlungen werden auch das wissenschaftliche Vorgehen und die weiteren Tätigkeiten im Rahmen des Projekts nachvollziehbar dargestellt. Aufgelockert wird die 72 Seiten starke Broschüre durch Statistiken sowie Fotografien aus den Archiven von Rudolf Lehmann, dem ehemaligen Kombinatsleiter Braunkohlenwerk BKW Espenhain und späteren Leiter des Länderbereichs Westsachsen/Thüringen bei der LMBV, und vom Fotografen Christian Bedeschinksi, der die Transformation vom Bergbau zur Bergbausanierung in der Region über Jahrzehnte begleitet hat. Die Publikation ist online verfügbar unter www.dokmitt.de.

Der Förderverein DOKMitt hat seit seiner Gründung am 16. September 2015 in Borna die vorangegangenen jahrelangen Bemühungen um ein Dokumentationszentrum für die Industrie-Kulturlandschaft Mitteldeutschland engagiert aufgenommen und fortgeführt. Es soll Anlaufstelle und Zentrum der Aktivitäten sein und als „regionales Gedächtnis“ die gewonnenen Erkenntnisse, Daten und Fakten öffentlich zugänglich machen. Der Verein sieht sich als Initiator und Begleiter verschiedenster Projekte, die den industriekulturellen Wandel erlebbar und nachvollziehbar machen.


Uferschutzmaßnahmen am Störmthaler See zum Jahresende 2020 fertiggestellt

Wellenbrecher und Holzbuhnen schützen das Ufer

Leipzig/Großpösna. Mitte Dezember 2020 wurden umfangreiche Uferschutzmaßnahmen im nordöstlichen Bereich des Störmthaler Sees sowie an der Südseite des Gewässers (bis zum Feuerwehranleger) und an der Nordseite der Magdeborner Halbinsel fertiggestellt.

Die lokale Bildung von Kliffen und Materialumlagerungen wurde durch einen dauerhaften starken Wellengang beziehungsweise Wellenangriff verursacht. Um dem entgegen zu wirken, entstanden in Ufernähe 13 Wellenbrecher von jeweils rund 65 Metern Länge. Darüber hinaus wurden 47 Holzbuhnen sowie eine Mole im Bereich des Schlumperbachs hergestellt. Zusätzlich wurde das Ufer des Bergbaufolgesees mit einer Steinschüttung gesichert.

Die sehr umfänglichen Arbeiten hatten bereits Mitte Dezember 2019 mit der Baustelleneinrichtung im Norden des Störmthaler Sees begonnen. Im Frühjahr 2020 begannen die entsprechenden Baumaßnahmen. Ausführende Baufirmen waren die MST Laucha GmbH und die Brünnich Bau GmbH.

Während der Baumaßnahme wurden naturschutzfachliche Ruhezeiten von März bis August 2020 berücksichtigt. Finanziert wurde die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.

Uferschutzmaßnahmen am Störmthaler See


Neues Sonderheft zur “Sanierungsplanung Tagebaue Zwenkau/Cospuden” erschienen

Planerischer Weg und Entwicklungsschritte zur in den letzten 30 Jahren weitgehend hergestellten Bergbaufolgelandschaft Zwenkau/Cospuden

Leipzig. Das neue Sonderheft 25 aus der LMBV-Broschürenreihe "Wandlungen und Perspektiven" widmet sich der Sanierungsplanung der Tagebaue Zwenkau/Cospuden. Der Autor Bernd-Stephan Tienz, ehemaliger LMBV-Leiter Planung Mitteldeutschland, beschreibt die schrittweise Fertigstellung der Bergbaufolgelandschaft südlich von Leipzig. Entstanden ist die Broschüre im 20. Nutzungsjahr des Cospudener Sees, der früher als hässliches Loch verpönt war, sowie im fünften Nutzungsjahr des Zwenkauer Sees.

Der westliche Teil des so genannten Seenkleeblatts besteht aus dem Cospudener See und dem Zwenkauer See. Im Gegensatz zum östlichen Teil der neuen Wasserlandschaft (Störmthaler und Markkleeberger See) steht hier eine Verbindung beider Seen noch aus. Der Cospudener See und sein Umfeld sind in ihrer landschaftlichen Entwicklung aber bereits so weit fortgeschritten, dass man den früheren bergbaulichen Eingriff in die vorbergbauliche Kulturlandschaft kaum noch erkennen kann. Die nach 1990 in einer Rekordzeit von nur 10 Jahren abschließend geplante und realisierte Umwandlung dieser ehemaligen Bergbaulandschaft in eine Bergbaufolgelandschaft mit hohem Nutzungspotenzial wurde zum Pilotprojekt der Bergbausanierung und der sich anschließenden touristischen Erschließung im Südraum von Leipzig und darüber hinaus. Parallel zur Herstellung der Cospudener Bergbaufolgelandschaft war der südlich davon gelegene Tagebau Zwenkau noch bis September 1999 in Betrieb. Das bot die Gelegenheit, das Ergebnis der Wiedernutzbarmachung eines stillgelegten Tagebaus un den umweltzerstörenden Eingriff eines noch aktiven Tagebaus auf engstem Raum zu erleben. Anhand vieler Fotos, Karten und Dokumente wird die jeweilige Sanierungsplanung erläutert. Abgerundet wird das Heft durch zwei chronologische Übersichten, die die Voraussetzungen und Meilensteine zur Wiedernutzbarmachung der Tagebaue darstellen.

Die 52 Seiten starke Broschüre im A4-Format kann kostenfrei bestellt werden gegen Zusendung eines adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlages an LMBV-Unternehmenskommunikation, Walter-Köhn-Straße 2, 04356 Leipzig. Das Porto beträgt für eine Broschüre 1,55 Euro, für zwei oder drei Broschüren 2,70 Euro und ab vier Broschüren 4,50 Euro. Mehr als drei Exemplare einer Broschüre werden an Privatpersonen nicht abgegeben.

Sonderheft Nr. 25 – Zwenkau/Cospuden (PDF)

Cover des neuen mitteldeutschen Sonderheftes 25


Jahresrückblick zur Bergbausanierung I – gespiegelt in Überschriften der Regionalzeitungen

I. Quartal 2020

Senftenberg | Sonderhausen |Leipzig. Nachfolgend soll ein Jahresrückblick zur Bergbausanierung – gespiegelt in den Überschriften
der Regionalzeitungen in den LMBV-Revieren – gegeben werden. Die Auswahl erfolgte selektiv aus Sicht der LMBV-Unternehmenskommunikation. Hier Teil I

 

Januar 2020

„Großbaustelle Blunodamm“ lautete eine Überschrift der LR-Ausgabe Hoyerswerda v. 27.01.2020 und erklärte das LMBV-Vorhaben zum Bau des Überleiters 3. Mit „Ferienhaus-Siedlung wächst am Partwitzer See“ beschrieb die LR am 28.01.2020 eine private Investition am Restloch Skado. „Am Knappensee bleibt es rebellisch“ hieß es bei der LR am 1. Februar. Die laufenden Sanierungsarbeiten der LMBV werden auch in diesem Jahr weiterhin kritisch von einer BI begleitet. Wichtigste Botschaft:
„Zum Saisonstart 2022 soll der Knappensee freigeben werden.“

 

Februar 2020

„Lober-Leine-Kanal soll zurückgebaut werden“, leitet am 3. Februar die MZ Bitterfeld den Auftrag zur vorlaufenden Kartierung ein. Die Sächsische Zeitung Hoyerswerda berichtete am 04.02.2020: „Unbekannte fluten Baustelle am Rostigen Nagel“. Hier hatten Unbekannte das LMBV-Wehr am Sornoer Kanal widerrechtlich geöffnet. „Kalk färbt den Partwitzer See“ heißt es kurz darauf in der SZ am 05.02., wo über die begonnene LMBV-Konditionierung berichtet wird. Die LVZ titelte am 05.02. zu einem Investitionsvorhaben an einem Bergbaufolgesee: „Am Bockwitzer See soll ein Surferparadies entstehen“. Für die LR war an diesem Tag wichtig, das am „Senftenberger See wieder saniert“ wird.

Bei der LR in Hoyerswerda war am 06.02. der für das Jahr am Geierswalder See geplante „Wasserwanderrastplatz im Fokus“. Die
Leipziger Bergbaufolgeseen haben laut Freier Presse v. 08.02. eine „Neue Plattform zum Neuseenland“. „Die Hochkippe Scheibe ist jetzt gesperrt“, so die SZ am 11.02. zur Ausweitung des Sperrbereiches im Umfeld des Speichers Lohsa II. Die Gemeinde Boxberg positioniert sich laut SZ v. 12.02 gegen die Ausweitung der einer Schutzzone für Vögel auf dem LMBV-Bärwalder See: „Boxberg lehnt größere Naturschutzzone ab“. „Neue schwimmende Häuser legen an“ lautete dagegen die Überschrift der LR am
29.02., d.h. weitere floating homes werden den Bärwalder See im Laufe des Jahres bereichern.

 

März 2020

„Kupferschatz in Halden“ heißt es bei der MZ v. 02.03. zum neuen Anlauf, aus LMBV-Halden des Kupfererzbergbaus im Mansfelder Land z.B. wertvolle Metalle zu gewinnen oder diese anderen Nutzungen wie z.B. als PV-Anlagenstandorte zu überführen. Eine Studie belege laut LR v. 02.03. die Möglichkeiten auch der LMBV-Bergbaufolgeseen als Option für Floating Solar-Kraftwerke – zunächst sei dies aber regionalplanerisch vorzubereiten, bevor es heißen kann: „Solarstrom von Lausitz-Seen“. „Gefühlte Erdbeben bei Groß Lübbenau“ bewegen die Anrainer am LMBV-Tagebau Seese-Ost, wo mit schonender Sprengverdichtung eine Innenkippe durch die Bergbausanierer gesichert wird, so die LR v. 03.03.2020. Die LVZ vermeldet am 09.03. bezüglich des Wirtschaftsweges
um den Bockwitzer See „Risse im Asphalt werden immer größer“. Die LMBV kündigte für anstehende Sanierungsarbeiten eine Sperrung an. Am 11.03. berichtet die SäZ über „Uferumgestaltungen am Geierswalder See“ und erläutert die Ufersicherungen der LMBV unterhalb des Leuchtturm-Hotels. Die LR zieht am 17.03. nach: „Geierswalder See bleibt Baustelle“.

Die LR nimmt am 14.03. ein futuristisches Gebäude in den Blick: Sedlitz bekommt Kanu-Landmarke“. Am 18.03. wird ebenda gemeldet; dass der „Senftenberger See ab April nutzbar“ wird. Am 19.03. wird unter „Flüsschen stützt Fluss“ über den LMBV-Beitrag aus der Reinigungsanlage Rainitza für die Schwarze Elster berichtet. Die LVZ zitiert am 19.03. unter „3D-Zeitreise zur See-Geschichte“ die geförderte Idee einer Darstellung des Störmthaler Sees. Im März sollte eigentlich eine Infoveranstaltung der LMBV zur Gestaltung der Gösel stattfinden, die coronabedingt gestrichen werden musste, wie die LVZ am 23.03. bedauert. Die LR erklärt am 25.03. ihren Lesern, dass (die) „See-Sanierung blockt Nutzung“ und untersetzt, dass die laufenden Arbeiten der LMBV auf und am Großräschener See noch Vorrang haben. "Wir können kein Wasser herbeizaubern“ – so die Überschrift der SZ vom 30.03. zur pausierenden Flutung in der Lausitz. Dagegen gibt es „Edle Tropfen von der Tagebaukante“ laut LVZ v. 30.03., wo über die 1.300 Rebstöcke am Störmthaler See gesprochen wird.

 

April 2020

Die MZ hat am 01.04. wieder die zur Veräußerung anstehenden „Flachhalden (der LMBV) im Blick“. Dagegen: „Am Senftenberger See werden die Sperrschilder abgebaut“, teilt die LR am selben Tag mit. „Still ruht der Bärwalder See“ erklärt die SZ die Corona-Auswirkungen bei Boxberg am Bergbaufolgesee der LMBV. Der Corona-Tod des StararchitektenMichael Sorkin, der als  „Baumeister“ in den 90er Jahren auch in Leipzig aktiv war, lässt die LVZ Anfang April titeln: „Erfinder des Leipziger Neuseenlandes an Covid-19 gestorben“. Am Geiseltalsee der LMBV gäbe es nun einen weiteren „Platz an der Sonne“, so die MZ über eine neue
Beherbergungsmöglichkeit in Oechlitz. Die LR würdigt am 02.04., dass die LMBV Wort gehalten habe: „Senftenberger See ohne Bagger-Pontons“. Die SZ schildert am 03.04. über die Vorbereitungen der LMBV von Einsatz- und Löschwasserentnahmestellen unter „Planungen für …Kalkschiffe“.

„Kleine Restlochkette jetzt am Netz“, so informiert die LR am 04.04. über das fertiggestellte LMBV-Ablaufsystem vom Bergheider See bis Grünewald. Die SZ sagt am 04.04. ein „Sonniges Wochenende am Berzdorfer See“ voraus, wo vor allem die Corona-geplagten Görlitzer erwartet werden. Die LVZ weist darauf hin, dass „Die Parkplätze weiter dicht“ an den Südraum Bergbaufolgeseenseen seien. „Rostiger Nagel steht an Großbaustelle“ bzw. „Neue Brücke im Lausitzer Seeland“ schildern Lausitzer Zeitungen am 07.04. Die MZ fragt am selben Tag hinsichtlich der Wassersportler „Was darf man noch auf der Goitzsche?“. Die SZ schildert ähnlich am 08.04.: “Autozufahrten zum Berzdorfer See gesperrt“, um eine Abstandsgebots-Einhaltung zu erreichen. „Wir halten die Sperrung der Zufahrten für falsch“, so die SZ drei Tage später. Auch der „Strand des Scheibesees (sei) gesperrt“, erklärt die LR am 11.04. ihren Lesern.


Kaufmännischer Kapitän verlässt zum Jahresende das Deck des Unternehmens

Tätigkeit von Geschäftsführer Dr. Hans-Dieter Meyer in der LMBV endet zum Jahresende

Senftenberg. Der langjährige kaufmännische Geschäftsführer der LMBV,
Dr. Hans-Dieter Meyer, scheidet zum Jahresende aus dem Unternehmen aus.
Die LMBV dankt Dr. Meyer für die über viele Jahre gezeigte
Leistungsbereitschaft und Führung und wünscht alles Gute für die nächste
Lebensetappe.

Der Lauchhammeraner stand dem Bergbausanierer seit 2008 in dieser
Funktion vor und hat die verschiedenen Unternehmungen seit 1990 mit
großem Engagement mitgestaltet. Hans-Dieter Meyer wurde 1957 in der
Stadt Lauchhammer geboren und wuchs in der Lausitz auf. Nach einem
Studium der Volkswirtschaft in Berlin promovierte er dort 1985 und
arbeitete im Anschluss in Bergbauunternehmen.

Nach 1990 wurde er u. a. zum Kaufmännischen Geschäftsführer der
Braunkohlenveredlung Lauchhammer sowie der Sanierungsgesellschaft
Lauchhammer berufen. Seit 1997 war er zunächst als Bereichsleiter
Einkauf, Verkauf, Materialwirtschaft und seit 2001 als Bereichsleiter
Controlling/Finanzen – jeweils mit Prokura ausgestattet – in der LMBV
tätig. Im Jahr 2007 nahm er darüber hinaus die Aufgaben eines
kaufmännischen Geschäftsführers der Gesellschaft zur Verwertung und
Verwahrung stillgelegter Bergwerke Sondershausen, einer damaligen
Tochtergesellschaft der LMBV, wahr.

Kienbaum Consultants International GmbH haben im November 2020 den
Auftrag übernommen, einen „Kaufmännischen Geschäftsführer (m/w/d)“ für
die LMBV zu suchen. In der veröffentlichten Stellenbeschreibung heißt es
u.a.: „Die komplexen Aufgaben in der Bergbausanierung, des
Wassermanagements, der Gestaltung des Landschaftswandels, der
Folgenutzung und der Flächenvermarktung werden die LMBV noch lange
fordern. Entsprechend zukunftsorientiert sind auch die
kaufmännisch-administrativen Prozesse des Unternehmens zu steuern. Als
öffentliche Zuwendungsempfängerin ist die LMBV den besonderen
Gegebenheiten öffentlicher Unternehmen unterworfen.“

Weiter wird betont: „Das Spannungsfeld zwischen sicheren und
nachhaltigen Lösungen einerseits und Kosteneffizienz andererseits
balanciere“ der oder die Gesuchte „in der Rolle aktiv aus“. Die
Organisation einer Ingenieurgesellschaft mit ihren rund 700
Beschäftigten an drei Standorten führe der künftige Geschäftsführer
gemeinsam mit dem Technischen Geschäftsführer. Er oder sie „befähige und
motiviere die Mitarbeitenden für die Aufgaben in Gegenwart und Zukunft.
Nach außen vertrete“ er/sie „die LMBV gegenüber Politik, Verwaltung,
Öffentlichkeit, Medien sowie sonstigen Stakeholdern.“ In seiner
Zuständigkeit liegen:

  • die Aufstellung, Einreichung und Umsetzung des Wirtschaftsplans
  • die Bewirtschaftung von Zuwendungsmitteln
  • Buchführung, Inventar, Controlling, Rechnungswesen und
    Jahresabschluss nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden
    handelsrechtlichen Vorschriften
  • die Vergabe von Aufträgen nach den einschlägigen vergaberechtlichen Vorschriften
  • die Führung der Ressorts Personalwesen, Justitiariat, Flächenmanagement

Erwartet werden u.a.:

  • ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium (z. B.
    Master/Diplom/Staatsexamen in Volkswirtschaftslehre,
    Betriebswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften oder einem vergleichbaren
    Studiengang)
  • mehrjährige Berufserfahrung mit Führungsverantwortung in der öffentlichen Verwaltung oder in öffentlichen Unternehmen
  • langjährige berufliche Erfahrung in der Regional- und
    Strukturpolitik sowie Förderpraxis, bevorzugt mit Blick auf die Länder
    Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • tiefe Kenntnisse des Haushaltsrechts und der Haushaltssystematik des
    Bundes und der Länder; solide Kenntnisse der einschlägigen gesetzlichen
    Vorschriften (insbesondere des Handels- und Vergaberechts)
  • langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit öffentlichen
    Verwaltungen und politischen Gremien, bevorzugt im Bund-Länder-Kontext

Kenntnisse im Immobilienmanagement seien von Vorteil, heißt es
abschließend in der Ausschreibung, die bis zum 31.12.2020 läuft. Mehr
unter www.kienbaum.de


Angesichts Pandemieentwicklung wechselt Bergbausanierer vornehmlich in mobiles Arbeiten

Nur noch betriebsnotwendiges Schlüsselpersonal an LMBV-Standorten vor Ort

Senftenberg | Sondershausen | Leipzig. Angesichts der weiter steigenden 7-Tage-Inzidenz im Umfeld der LMBV-Standorte, das heißt die Zahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner, hat der LMBV-Krisenstab in enger Abstimmung mit den Betriebsräten am 11. Dezember 2020 festgelegt, dass LMBV-Mitarbeiter ab 14. Dezember 2020 vornehmlich in mobiles Arbeiten bzw. in Urlaub wechseln.

Dies bedeutet, dass bis einschließlich 12. Januar 2021 nur noch das Personal für betriebsnotwendige Prozesse und sogenanntes Schlüsselpersonal an den Standorten verbleibt. Der Großteil der 680 Mitarbeiter wechselt in ein mobiles Arbeitssystem. Die Baustellen in der Bergbausanierung - soweit möglich - und der Untertage-Verwahrung werden weiter betrieben und alle betriebsnotwendigen Anlagen betreut. Die bekannten Erreichbarkeiten des Unternehmens werden weiter sichergestellt.


Letzter Pressetermin für Abteilungsleiter Dietmar Onnasch bei Mitteldeutscher Zeitung

Bergmann in vierter Generation mit Herz für den Tagebau Mücheln

Merseburg. Bevor Dietmar Onnasch, LMBV-Abteilungsleiter
Projektmanagement Sachsen-Anhalt, zum Jahresende in die Ruhephase der
Altersteilzeit wechselt, traf er sich am 9. Dezember 2020 letztmalig mit
der Pressevertreterin der Mitteldeutschen Zeitung Diana Dünschel zum
Interview in der Merseburger Redaktion. Als profunder Kenner der
Sanierungstagebaue im Geiseltal bzw. Merseburg-Ost war er dort
langjähriger Ansprechpartner sowohl für die Presse als auch für die
Öffentlichkeit und bei vielen Veranstaltungen, sei es in Stadträten oder
beim Interessen- und Förderverein Geiseltalsee, präsent.

Im Gespräch gewährte er einen Rückblick auf seine Familiengeschichte:
Bereits sein Urgroßvater war in der Brikettfabrik Beuna beschäftigt.
Die Familie Onnasch bezog in der neuerrichteten Bergarbeitersiedlung
(Kolonie) in Beuna eine Wohnung. Dietmar Onnaschs Großmutter war
Stellwerkerin und sein Großvater arbeitete im Fahrbetrieb, auch sein
Vater arbeitete als Schlosser bis 1994 „auf der Grube“.

Geboren 1959 sei er nun die vierte Generation in der Bergbautradition
und hätte vom aktiven Braunkohlenabbau bis zur Sanierung alles erlebt:
Den kameradschaftlichen Geist in der Grube, schreiende Tagebauleiter,
die sich Gehör verschafften, den Winterkampf, wenn Kohlenglut unter die
Wagons geschaufelt werden musste, damit der Abraum nicht festfror, aber
auch die kreative Planungsarbeit als junger Ingenieur im Büro – zunächst
gut gerüstet mit Vorstellungsgabe, Zirkel und Schablone und später
mithilfe der ersten Robotron-PCs auf den Schreibtischen, auf denen ab
1987 erste Programme zum Berechnen der technologischen Prozesse des
Tagebaus erstellt wurden.

Er zeigte sich beeindruckt davon, dass „die Zeiträume der Planer und
Wasserwirtschaftler im Geiseltal gepasst haben“ und nach erfolgreicher
LMBV-Sanierung im August 2012 der südwestliche Teil des Geiseltalsees
zur öffentlichen Nutzung freigegeben werden konnte. Ebenso würdigte er
die konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit seinen
Kollegen, das typisch kameradschaftliche Arbeitsklima des
Bergbaubetriebs und erinnerte an das Motto „Bergbau ist nicht eines
Mannes Werk“, das bereits vom ehemaligen Sanierungsbereichsleiter
Sachsen-Anhalt, Dr.-Ing. Peter Tropp, und vom ehemaligen
LMBV-Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu gern zitiert worden
war.

Zum Werdegang: Dietmar Onnasch absolvierte 1976 eine Lehre zum
Elektromonteur im Braunkohlenwerk Geiseltal. Nach dem Wehrdienst
1981wurde er als Elektriker bei Generalreparaturen auf
Tagebaugroßgeräten eingesetzt. 1987 schloss er das Studium der
Bergbautechnik an der Ingenieurschule Senftenberg ab und arbeitete
daraufhin bis Ende 1990 als Bergbautechnologe in der Jahrestechnologie
für die Tagebaue Mücheln und Merseburg-Ost in Beuna. Als Planer bei der
Anhaltinischen Braunkohlensanierungsgesellschaft (ABS) war er zwischen
1991 und 1994 als Planer ebenfalls für die Tagebaue Mücheln und
Merseburg-Ost zuständig, um Mitte 1994 nach der Privatisierung der
MIBRAG wieder eine Anstellung bei der MBV in Bitterfeld zu erhalten. Bis
zum Jahr 2002 kümmerte er sich im Auftrag der LMBV vorrangig um die
Sanierung der Tagebaue Köckern und Goitsche im Bitterfelder Raum. 2002
schloss er ein Fernstudium für Geoinformatik an der Universität Salzburg
ab. Zwischen 2003 und 2007 leitete er die LMBV-Arbeitsgruppe Planung
Sachsen-Anhalt und lernte dabei auch die anderen sachsen-anhaltinischen
Tagebaue und Veredlungsstandorte kennen. 2008 wurde er
Arbeitsgruppenleiter Bergbauplanung für das mitteldeutsche Revier und
leitete ab 2013 die Abteilung Projektmanagement Sachsen-Anhalt.

Impressionen vom MZ-Interview und aus der beruflichen Tätigkeit von D. Onnasch


Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in Zechau an Restlöchern I, II und III

Maßnahmen voraussichtlich Ende Februar 2021 abgeschlossen

Leipzig/Zechau. Im Zuge der Sanierung und Rekultivierung der
Restlöcher Zechau I, II und III wird derzeit ein noch ungesicherter
Tunnelbereich durch Verwahrung des Tunnelbauwerks und der begleitenden
Entwässerungsstrecke gesichert.

Die Baumaßnahmen haben bereits im Oktober 2020 mit vorbereitenden
Leistungen zur Herstellung einer Baustraße, Kampfmittelsondierungen
sowie den Bohrarbeiten begonnen. Gegenwärtig werden die Versatzarbeiten
mit hydraulischem Füllbinder realisiert. Die baulichen Maßnahmen sollen
voraussichtlich im Februar 2021 planmäßig beendet sein.

Zeitgleich findet eine Beräumung von bergbaulichen Reststoffen am
Restloch Zechau II und III statt. Hier werden oberflächennah
aufgefundene Rohrleitungsreste, alte Fundamente und aus dem ehemaligen
Tagebau stammende Eisenbahnschwellen zurückgebaut und fachgerecht
entsorgt. Diese Arbeiten sollen ebenfalls bis Ende Februar 2021
abgeschlossen sein.

Die Arbeiten finden unter Aufsicht einer ökologischen Baubegleitung
statt, um die naturschutzfachlichen und rechtlichen Anforderungen zu
überwachen.

Historie

Im Bereich der ehemaligen Braunkohlengrube Nr. 131 (Gertrud-Schacht)
erfolgte die Kohlegewinnung im Tiefbau und später im Tagebau.

Für den Transport der Kohle aus dem Tagebau Gertrud III (Tagebau
Zechau) wurde Anfang der 1950er Jahre ein Tunnelbauwerk in offener
Bauweise errichtet und anschließend etappenweise überkippt.

Später wurde für die Wasserableitung und für die Personenfahrung eine
begleitende Entwässerungsstrecke aufgefahren. Diese Bereiche werden nun
gesichert beziehungsweise zurückgebaut.

Impressionen von den Arbeiten bei Zechau


Das Jahr 2020 ist ein besonderes Jahr – Gedanken zum Barbaratag

Senftenberg | Leipzig | Sondershausen. Bereits im Mittelalter gilt
die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute. Sie erbaten von
ihr Schutz und Beistand vor den unheilvollen Gefahren ihrer Arbeit im
Berg und vor dem Leid und den Entbehrungen, was vielen
Bergarbeiterfamilien trotz der schweren Arbeit gegeben war.

Seit der Entwicklung des modernen Bergbaus im 18. Jahrhunderts werden
am Namenstag der Barbara, dem 4. Dezember, Andachten zu Ehren der
Heiligen Barbara gehalten. Seit ihrer Gründung vor 25 Jahren führt auch
die LMBV diese Tradition fort, am Barbaratag Bilanz über das Erreichte
ziehen, einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu geben und den
Beteiligten mit einem kräftigen Händedruck und einem Bergmannstrunk Dank
zu sagen.

In diesem Jahr kann die LMBV-Barbarafeier nicht stattfinden. Das ist
bedingt durch die Corona-Pandemie nicht möglich. Der Schutz der
Gesundheit und des Wohlergehens der Menschen steht im Vordergrund
unseres Handelns.

Wir bringen St. Barbara ein Glückauf

 

Wir bringen Sankt Barbara ein Glückauf,

wir Männer vom Schlägel und Eisen,

wir wollen bei fröhlichen Festes Lauf

die Heilige ehren und preisen.

 

Glückauf unser Gruß in des Berges Nacht,

wo des Mannes Mut sich kann zeigen;

Glückauf unser Gruß wenn der Frohsinn lacht

beim Klange der Becher und Geigen!

 

Glückauf unser Gruß in Freude und Leid

wenn hinab zur Teufe wir fahren,

dann mag Sankt Barbara, die fromme Maid,

zur glücklichen Schicht uns bewahren.

 

Sie möge behüten des Berges Hort,

daß der Schatz der Teufe sich mehre!

Sie segne das Werk im Streb und vor Ort,

dem Wasser und Wetter sie wehre!

 

Daß fröhlich wir fahren hinab, hinauf,

laß fromm uns die Heilige preisen.

Wir bringen Stankt Barbara ein Glückauf,

wir Männer von Schlägel und Eisen!

 

Gedicht des saarländischen Bergmannsdichters Adolf Groß

Quelle: Recherche von Hans-Jürgen Schmidt


Sanierungsfortschritt am Restloch Nachterstedt immer sichtbarer

Erdbautechnische Sicherung des Hauptrutschungskessels abgeschlossen

Leipzig | Seeland. Bei einer gemeinsamen Begehung am Südufer des
Concordia Sees informierten LMBV-Abteilungsleiter Dietmar Onnasch und
LMBV-Projektmanager Mathias Siebert am 17.11.2020 die Bürgermeisterin
Heidrun Meyer sowie die ansässigen Stadt- und Ortschaftsräte über den
erfolgreichen Abschluss der erdbautechnischen Sicherungsarbeiten am 2009
entstandenen Hauptrutschungskessel. Ebenfalls anwesend waren der
Landrat Markus Bauer und der Landtagsabgeordnete Detlef Gürth. Die
Veranstaltung fand ausschließlich im Freien statt, die behördlichen
Hygieneauflagen wurden eingehalten.

Nachdem im Jahr 2019 die Sanierungsmaßnahmen der LMBV im ehemaligen
Tagebau Nachterstedt so weit vorangeschritten waren, dass der nördliche
Teil des künftigen Concordia Sees wieder für eine beschränkte
öffentliche Nutzung freigegeben wurde, konnte mit dem im Oktober 2020 erfolgten Fertigstellen der erdbautechnischen Sicherung des Hauptrutschungskessels von 2009 eine weitere bedeutende Etappe in der Sanierung des Tagebaus durch die Bergbausanierer abgeschlossen werden.

Der ehemalige Rutschungskessel im Bereich der zurückgebauten Siedlung
am Ring präsentiert sich mit seinen flachen Böschungen, Zwischenebenen –
der Bergmann spricht dabei von Bermen – und Rampen nun so, wie er
später durch die Öffentlichkeit genutzt werden kann. Von der LMBV werden
zudem noch befestigte Wirtschaftswege gebaut. Das Areal erfährt neben
der bereits ausgeführten Begrünung eine lockere Bepflanzung mit Bäumen
und Sträuchern.

Im Jahr 2021 werden die Sanierungsarbeiten im Auftrag der LMBV im Bereich der Halde 3,
unterhalb des russischen Ehrenfriedhofes, fortgesetzt. Die von der
Böschungsbewegung in Mitleidenschaft gezogenen Areale werden abgeflacht
und bis in Höhe der späteren Uferlinie mit einer Steinschüttung
gesichert. Die bei der Verflachung anfallenden Erdmassen werden zur
Südwestböschung transportiert und dort zum Auffüllen des
Rutschungskessels von 2016 eingesetzt. Der Abschluss der Erdarbeiten zur
Sicherung aller durch die Rutschungsbewegungen von 2009 und 2016 in
Mitleidenschaft gezogenen Böschungen wird nach jetzigem Planungsstand
Anfang 2023 erreicht sein.

Vergleichsfotos vom Hauptrutschungskessel vor und nach der LMBV-Sanierung (LMBV/Peter Radke 2009, LMBV/Christian Horn 2020)

Aus Anlass der fertiggestellten erdbautechnischen Sicherung des
Hauptrutschungskessels hat die LMBV die Geschehnisse nach dem
Böschungsereignis von 2009 bis zum heutigen Sanierungsfortgang auch in
einer Fachdokumentation zusammengefasst. Beginnend mit
dem Böschungsbruch über die umfassende Ursachenforschung und die
Erkundungsmaßnahmen bis hin zur Sicherung des Geländes sind die
Planungsschritte und Beschreibungen von ausgesuchten Teilprojekten
nachlesbar. Aber auch zur touristischen Nutzung und zum Weiterführen des
Wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahrens zum Herstellen des
Concordia Sees wurden vielfältige Informationen zusammengetragen und für
eine fachtechnisch interessierte Leserschaft aufgearbeitet.

Die etwa 200 Seiten starke Publikation „Die Sanierung des Tagebaus
Nachterstedt nach der Böschungsbewegung von 2009“ kann über den
folgenden Link heruntergeladen werden.

Informationsaustausch an Tagesanlagen, Hauptrutschungskessel und südwestl. Rutschungskessel am 17.11.2020