LMBV-Azubis unterwegs im mitteldeutschen Revier

Leipzig/Rackwitz. Zum diesjährigen Tag des Berufsanfängers reisten die neuen Auszubildenden der Ausbildungspartner SBH Nord GmbH (Cottbus) und ABASYS GmbH (Bitterfeld-Wolfen) am 16. Oktober 2025 nach Leipzig und an den Werbeliner See. Während der Informationsveranstaltung am LMBV-Verwaltungsstandort berichteten Abteilungsleiterin Personalwesen Sybille Panitzky über die LMBV als Arbeitgeber und die Hauptaufgaben des Unternehmens. Danach stellten Dominique Schade als Betriebsratsmitglied Mitteldeutschland und  Tom Karl von der IG BCE Landesbezirk Nordost die Arbeit Mitbestimmungsseite sowie die Jugendorganisation der Gewerkschaft vor.

Zu den aktuellen Ausbildungsberufen gehören:

  • Kaufmann/-frau für Büromanagement
  • Koch/Köchin
  • Fachmann/-frau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie
  • Tischler/Tischlerin
  • Maler/Malerin und Lackierer/Lackiererin — Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung

Die LMBV beschäftigt derzeit insgesamt 31 Auszubildende, davon 10 Auszubildende im ersten Lehrjahr. Die Erstausbildung läuft seit der Unternehmensgründung im Jahr 1995 durchgängig.

Während der abschließenden Befahrung in der Bergbaufolgelandschaft des ehemaligen Tagebaus Delitzsch-Südwest waren die Berufsanfänger auf den Spuren von Biber, Wolf, Seeadler und Beutelmeise unterwegs. Sie durften den neuen digitalen Lehrpfad, der in der kommenden Woche eröffnet werden soll, exklusiv testen. Mitarbeiter des Projektbüros Zwochau stellten das 2019 ausgewiesene Naturschutzgebiet Werbeliner See vor, welches bekannt ist für seine außergewöhnlich hohe Anzahl von 180 verschiedenen Vogelarten.

Daumen hoch von den LMBV-Auszubildenden im 1. Lehrjahr mit ihren Betreuern und LMBV-Kollegen vor dem Leipziger Verwaltungsstandort (Gruppenfoto: LMBV/Christian Kortüm)

Eindrücke der Befahrung: LMBV/Claudia Hermann


Sanierung des Teerschlammbeckens am ehemaligen Braunkohleveredlungswerk Espenhain gestartet

Espenhain. Auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohleveredlungswerkes in Espenhain befindet sich ein 7.500 m² großes Erdbecken, in dem über Jahrzehnte Teerrückstände aus der Braunkohleveredlung abgelagert wurden. Seit dem 1. Oktober 2025 wird das Teerschlammbecken nun saniert.

Die Sanierung dient dem Schutz von Grundwasser und Boden, der Trittsicherheit, dem Brandschutz sowie der Reduzierung der Geruchsemissionen, welche vom Teerschlamm ausgehen. Die Planung basiert auf einem Langzeitmonitoring der Gewässer- und Bodenqualität, das seit den 1990er Jahren läuft. Das Monitoring war bisher unauffällig und wird auch nach der Sanierung fortgeführt.

Ablauf der Sanierung

Nachdem das Baufeld vorbereitet und die notwendige Infrastruktur für den reibungslosen und sicheren Bauablauf geschaffen wurde, erfolgen die Sanierungsabschnitte Stabilisierung, Profilierung, Abdichtung, Oberflächenentwässerung und Rekultivierung.

Dabei werden auf dem Teerschlammbecken zunächst Vliesstoff- und Geogitterbahnen sowie eine Schottertragschicht aufgebracht, um die Oberfläche zu stabilisieren. Teerhügel im Bereich des Beckens werden abgetragen und teerkontaminierte Vorlandbereiche ausgekoffert. Das anfallende Material wird umgelagert. Im Anschluss wird das Areal mit dem Auftrag einer nicht kontaminierten Erdschicht profiliert und durch das Verlegen von Tondichtungsbahnen und Entwässerungselementen abgedichtet. Darüber wird die Rekultivierungsschicht aufgetragen und der Bereich begrünt. Das Ergebnis wird ein begrünter Erdhügel mit niedrigem Bewuchs sein.

Um eine Vernässung bzw. Aufweichung der Böschung des Hügels zu vermeiden, soll das anfallende Niederschlagswasser über die Entwässerungselemente in anzulegende Randgräben geleitet und einem ebenfalls anzulegenden, naturnahen Auffangbecken (Retentionsbecken) zugeführt werden. Dieses soll als Habitat für Amphibien und Reptilien dienen.

Da im gesamten Bereich der Sanierungsmaßnahme mit Kampfmitteln zu rechnen ist, wird es eine baubegleitenden Kampfmittelsondierung geben. Außerdem wird ein Wildschutzzaun errichtet und eine unterhalb des Teerschlammbeckens verlaufende Brauchwasserleitung gesichert bzw. verwahrt.

Die Sanierungsarbeiten sollen voraussichtlich im August 2026 abgeschlossen werden. Mit der Bauausführung wurde die TiWaS Bau GmbH beauftragt. Für die Sanierungsplanung zuständig ist das Ingenieurbüro Hubert Beyer Umwelt Consult GmbH. Die LMBV fungiert als Vorhabensträgerin.

Auf der Luftaufnahme ist zu sehen, in welchem Bereich sich das abzudeckende Teerschlammbecken befindet.

Fotos: LMBV | Christoph Czekalla





Neue Überwachungs- und Servicestation am Zwenkauer Hafen übergeben

Zwenkau. Am Kap Zwenkau erfolgte am 24. September 2025 eine Schlüsselübergabe: Die kürzlich fertig gestellte Überwachungs- und Servicestation wurde von der LMBV an die Stadt Zwenkau und den künftigen Betreiber, die Zwenkauer See- und Hafenbetreibergesellschaft (SHZ), übergeben. Dabei nahm der Bürgermeister der Stadt Zwenkau Holger Schulz symbolisch den Schlüssel für die neue Station von Dr. Robert Böhnke, dem LMBV-Verantwortlichen für § 4-Maßnahmen, entgegen. Die Überwachungs- und Servicestation mit Kiosk, Toiletten, Außenduschen und Lagerräumen soll zur Saison 2026 vollständig in Betrieb gehen.

Der Neubau wurde zwischen 2023 und 2025 errichtet. Die Finanzierung erfolgte über § 4-Mittel des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlensanierung und damit über den Freistaat Sachsen. Die Stadt Zwenkau als Vorhabenträger beteiligte sich mit einem Eigenanteil von 15 % an den Gesamtkosten in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro. Die LMVB übernahm als Projektträgerin die Verwaltung der Mittel sowie die Projektkoordination. Die Planung und Ausführung des Bauwerkes erfolgte in Eigenregie (Teilprojektträgerschaft) durch die Stadt Zwenkau. „Es geht also darum, die Nachnutzung der bergbaulich beanspruchten Flächen zu unterstützen. Unser Ziel ist es, eine attraktive Gestaltung der Folgelandschaft im Umfeld der Bergbaufolgeseen zu entwickeln“, erklärt Dr. Robert Böhnke, Projektkoordinator für die §4‑Maßnahmen bei der LMBV. „Mit dem Strandhaus haben wir einen weiteren Baustein geschaffen, der die Entwicklung am Zwenkauer See unterstützt und dazu beiträgt, dass das
Kap Zwenkau weiter mit Leben gefüllt wird.“

Zwenkauer Hafen mit neuer Service- und Überwachungsstation
Das Kap Zwenkau mit der neuen Service- und Überwachungsstation am Südufer des Zwenkauer Sees (Foto: LMBV/Horst Fechner).

Zur Saison 2026 soll die Überwachungs- und Servicestation vollständig in Betrieb gehen.

„Manche Bauprojekte entwickeln sich zu wahren Geduldsproben – unser Strandhaus am Zwenkauer See ist ein solches Projekt mit einer langen und kurvenreichen Reise“, resümiert Holger Schulz, Bürgermeister der Stadt Zwenkau. Mehrere Unterbrechungen aufgrund von Nachbesserungen und Ergänzungen der Planung, Personalwechsel im Kreise der am Bau Beteiligten sowie Lieferschwierigkeiten hatten den Bau immer wieder lahmgelegt. „Nach der zweijährigen Bauphase voller unerwarteter Hindernisse freuen wir uns nun umso mehr, dass das Gebäude fertiggestellt ist.“ 

Betrieben wird das neue Strandhaus von der See- und Hafenbetreibergesellschaft Zwenkau mbH (SHZ), die auch das Tourist-Kontor sowie den Hafen am Kap Zwenkau bewirtschaftet. Für den Kiosk konnten mit der Zeidler und Freund UG erfahrene Gastronomen gewonnen werden. Eröffnen wird der Kiosk zur neuen Saison 2026, dann wird das Strandhaus komplett in Betrieb gehen. 

 

Fotos: LMBV/Christian Kortüm


Filterbrunnenverwahrung am Zwenkauer See gestartet

Leipzig/Zwenkau. An der Westböschung des Zwenkauer Sees ist seit Anfang September 2025 Verwahrtechnik im Einsatz, denn es sollen zahlreiche sichtbare Filterbrunnen gesichert werden, um die Geländeoberfläche wieder nutzbar zu machen. Baubeginn für die Maßnahme war der 20. August 2025, die Fertigstellung ist für Ende Dezember 2025 geplant. Alle Filterbrunnen befinden sich an Land, sie entwässerten den ehemaligen Tagebau Zwenkau, der bis 1999 lief. Die Brunnenstandorte (siehe Karte) liegen außerhalb öffentlicher Verkehrsflächen entlang des so genannten Wirtschaftsweges 26, der ehemaligen Randriegelstraße, die einst als Umleitungsstrecke für den Bau der parallel verlaufenden Bundesstraße B 186 diente. Die Verwahrung beginnt auf Höhe der Ortslage Zitzschen und endet auf Höhe der Brücke der B 186 über die Weiße Elster.

Im Vorfeld zur Baufeldfreimachung und als Vergrämungsmaßnahme waren im Herbst 2024 Freischnitt- und Holzungsarbeiten an den Filterbrunnen sowie an den Zufahrten durchgeführt worden. Das anfallende Schnittgut und der Schlagabraum wurden als Versteckmöglichkeit (Habitataufwertung) für Zauneidechsen zwischen den Filterbrunnen abgelegt. Im Zuge der Maßnahme werden an 18 Brunnenstandorten nicht mehr benötigte Leitplanken am Wirtschaftsweg 26 zur Schaffung der Baufreiheit abgebaut und entsorgt. Insgesamt werden 55 offene Filterbrunnen mit einem hydraulischen Füllbinder im sogenannten Kontraktorverfahren, das heißt von unten nach oben, versetzt. Angeliefert wird das Versatzmaterial fertig angemischt mittels Fahrmischern. Die Versatzsuspension wird bis 2 m unter Geländeoberkante in die Brunnenröhren eingebaut und härtet aus. Danach erfolgt eine Freilegung der Brunnenröhren bis 2 m unter Geländeoberkante durch einen Bagger. Die Brunnenröhren werden bis in diese Tiefe von 2 m zurückgebaut und entsorgt. Über den Brunnenröhren wird eine Sperrschicht aus bindigem Material eingebaut, deren Mächtigkeit bzw. Dicke beträgt 0,5 m. Anschließend wird die Baugrube wieder verfüllt.

Bereits im März 2025 waren Reptilienschutzmaßnahmen erfolgt: Es wurden Reptilienschutzzäune als Schutzmaßnahme jeweils einzeln um die 55 Filterbrunnen herum aufgestellt, um die Wiederbesiedlung durch Zauneidechsen zu verhindern. Des Weiteren wurden an den einzelnen Standorten je zwei schräge Ausstiegshilfen mit integrierten Eimern an den Reptilienschutzzäunen angebracht. Die Zauneidechsen, die sich in der Aktivitätsphase ab März 2025 noch innerhalb des Reptilienschutzzaunes aufgehalten hatten, konnten selbstständig durch die Öffnung im Eimer und durch die hergestellte Schräge ins Freie laufen. Monatlich wurden die Reptilienschutzzäune kontrolliert und unterhalten. Zwischen April und Juli 2025 wurden als weitere Vergrämungsmaßnahme Mahdarbeiten an allen Filterbrunnenstandorten und an den Zufahrten durchgeführt. Mit Beginn der Verfüllarbeiten und der Herstellung der Baugruben werden die Reptilienschutzzäune sukzessive zurückgebaut.

Auftragnehmer ist die Firma BTOe – Bergbau und Tiefbau GmbH. Die örtliche Bauüberwachung für die Baumaßnahme wird von der Firma Dr.-Ing. Heinrich Ingenieurgesellschaft mbH durchgeführt. Die vorlaufenden Arbeiten sowie die Baumaßnahme werden von der Firma Aquila Ingenieurgesellschaft mbH ökologisch begleitet. Die Maßnahme kostet rund 280.000 Euro netto und wird über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung finanziert.

Die zu verwahrenden Filterbrunnen liegen am Westufer des Zwenkauer Sees.
Die zu verwahrenden Filterbrunnen liegen an der Westböschung des Zwenkauer Sees entlang der B 186.

Fotos: LMBV/Christian Kortüm


150. Sitzung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) am 10. September 2025 in Berlin

Erfolgreiche Gremienarbeit: Bund und Braunkohleländer setzen bewährte Zusammenarbeit bei Braunkohlesanierung fort

Berlin. Bereits zum 150. Mal seit 1995 kommen Vertreterinnen und Vertreter des Bundes und der Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen, um über die Ausrichtung und Finanzierung weiterer Maßnahmen der Braunkohlesanierung zu entscheiden. Dazu tagen sie am 10. September 2025 im Rahmen des Steuerungs- und Budgetausschusses (StuBA) in der Bund-Länder-Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung in Berlin.

Die Braunkohlesanierung beinhaltet die bergbauliche und geotechnische Sanierung sowie die Wiedernutzbarmachung und Rekultivierung der zwischen den Jahren 1949 und 1989 vom Braunkohlebergbau in Anspruch genommenen Flächen in Ostdeutschland. In die Bergbausanierung und in die Beseitigung der Bergbaualtlasten wurden bislang rund 12,3 Milliarden Euro investiert und damit neue Grundlagen für die wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung in der Lausitz und in Mitteldeutschland geschaffen.

Auf der Tagesordnung der 150. Sitzung des StuBA stehen planmäßig die Entscheidungen über vier Finanzierungsanträge des Bergbausanierers LMBV mit einem Volumen von rund 15 Millionen Euro bis 2027. Weiterhin befasst sich der StuBA mit dem Sanierungsstand bei den aus Gründen der Standsicherheit gesperrten Innenkippen und der Minderung von bergbaubedingten Eiseneinträgen in die Vorflut im Lausitzer Teil der Bergbausanierungsgebiete.

Der Bund und die Braunkohleländer sind sich darin einig, die erfolgsorientierte Zusammenarbeit bei der Braunkohlesanierung auch in Zukunft fortzusetzen. Eine Besonderheit ihrer Zusammenarbeit im Rahmen des StuBA ist, dass die Entscheidungen nur einstimmig getroffen werden können. Trotz der hohen Komplexität der Themen und der teils unterschiedlichen Schwerpunkte der Akteure ist es in den zurückliegenden 30 Jahren stets gelungen, Konsens zu erzielen.

Pressemitteilung der Bund-Länder-Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung zum 10.09.2025


Mira bestätigt Wirkung der Tiefenwasser-Belüftungsanlage auf Runstedter See

Geiseltal/Leipzig/Freiberg. Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der  TU Bergakademie Freiberg wurde die robotische Plattform Mira auf dem Runstedter See erfolgreich eingesetzt.
Eigentliches Ziel des Forschungsprojekts mit dem Namen RoBiMo-Starterprojekt war die hochaufgelöste Erfassung von Tiefenprofilen in Seen. Am Rundstedter See kam die Plattform zum Einsatz, um die Wirksamkeit der dort installierten Tiefenwasserbelüftung zu überprüfen.

Die neuen Messdaten bestätigen die Wirksamkeit der von der LMBV betriebenen Tiefenwasserbelüftungsanlagen (TWBA). Die durch Mira gesammelten Daten zeigen deutlich, dass die Wirkung der Belüftungsanlagen bereits nach wenigen Wochen das gesamte Hypolimnion eines Sees erfasst. Damit wurde die Prognose entsprechender Modellierungen bestätigt. Des Weiteren konnten keine Hinweise auf lokal verstärkte Austritte von Ammonium aus der unter dem See lagernden Deponie gefunden werden.

Auch auf der Grundlage dieser Ergebnisse kann eine der drei TWBA-Einheiten auf eine reine Umwälzung – ohne zusätzliche Sauerstoffanreicherung – umgerüstet werden. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung effiziente und nachhaltige Steuerung der Tiefenwasserbelüftung auf dem Runstedter See.

Projekt RoBiMo
Das „RoBiMo-Starterprojekt“ (Robotik und Binnenseemonitoring) verfolgte das Ziel autonome Messplattformen für die limnologische Forschung und das Gewässermanagement einzusetzen. Mit der autonomen Plattform Mira soll eine detaillierte, automatisierte Erfassung von Tiefenprofilen ermöglicht werden, die über die detailliertere räumliche Auflösung neue Erkenntnisse über ökologische Prozesse in Seen liefern können.

Das Projekt wurde an der TU Bergakademie Freiberg durchgeführt. Gefördert wurde es vom Forschungs- und Entwicklungszentrum für Bergbaufolgelandschaften der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Cottbus. Als assoziierte Partnerin konnte die LMBV die praktische Fragestellung liefern und bei der Auswertung der Ergebnisse unterstützen.
Die Ergebnisse des Projekts sind in einer wissenschaftlichen Publikation erschienen und frei zugänglich.

Rundstedter See

Mit seiner ehemaligen Nutzung als Deponie stellt der Runstedter See in Sachsen-Anhalt spezielle Anforderungen an die Bergbausanierung. Nach Abschluss der Braunkohleförderung 1965 wurde das Tagebaurestloch Großkayna durch die ehemaligen Leunawerke sowie das nahegelegene Braunkohlenkraftwerk als Deponie genutzt. Bis 1995 wurden 24 Millionen Kubikmeter ammoniumbelastete, industrielle Abfälle und Kraftwerksaschenin das Restloch eingespült.

In Zusammenarbeit mit Beratungs- und Forschungseinrichtungen wurde 1999 ein Sanierungskonzept entwickelt, in dem die Flutung des Tagebaurestloches als Vorzugsvariante beschrieben wurde. Mit der Schaffung eines abflusslosen Sees wurde sichergestellt, dass eventuell aus der Deponie austretende Schadstoffe – v. a. Ammonium – im See abgebaut werden können. Nach dem geotechnischen Sichern und Fluten entstand 2002 der Runstedter See und später die technische Tiefenbelüftungsanlage.

Bergbaufolgeseen mit Unterwasserdeponien stellen eine besondere Herausforderung dar. Wie bei allen tieferen Seen liegt im Sommer eine stabile Schichtung des Seewassers vor, wodurch kein Luftsauerstoff in die tiefen Schichten (Hypolimnion) gelangt. Ohne Sauerstoff kann das aus der Deponie austretende Ammonium aber nicht mikrobiell abgebaut werden und sich im tiefen Wasser anreichern. Während der sommerlichen Stagnation versorgt deswegen die installierte Tiefenwasserbelüftungsanlage (TWBA) die tieferen Wasserschichten mit Sauerstoff, welcher über die gleichzeitig in Gang gesetzte Zirkulation im Hypolimnion verteilt wird.


Sachsens Wirtschaftsminister Panter besuchte LMBV im mitteldeutschen Revier

Leipzig. Am Freitag, 22. August 2025, besuchte  Dirk Panter, Staatsminister im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) die LMBV. Im Rahmen einer Befahrung mit Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und Torsten Safarik, kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, informierte er sich über die berg- und wasserrechtlichen Aufgaben des Bergbausanierers.

Die Befahrung führte in den Nordraum von Leipzig an den Seelhausener See mit dem Stand Löbnitz und dem Lober-Leine-Kanal, verbunden einem Abstecher zum Biedermeierstrand am Schladitzer See.

Als erste Station stand der Strand Löbnitz auf dem Plan. Im ersten Halbjahr 2025 konnte die §4-Maßnahme abgeschlossen werden. Die LMBV hat die Böschungen im zukünftigen Strandbereich in Löbnitz für eine touristische Folgenutzung und Förderung des Naherholungsangebots vorbereitet und im Zuge dessen den Rundweg umverlegt. Hier laufen aktuell Planungen durch einen Investor, um das Gebiet als Freizeit- und Erholungsgebiet zu erschließen.

Eine kurze Fahrstrecke weiter erläuterten Elke Kreische-König, Abteilungsleiterin Stab Sanierung Mitteldeutschland, und Arne Sander, Leiter Planung Sachsen-Anhalt am Nordufer des Seelhausener Sees die laufenden Planungen zum Rückbau des Lober-Leine-Kanals und zur Einbindung der Fließgewässer Lober und Leine in den See (§2 Maßnahme). Die bergrechtliche Sanierung ist größtenteils abgeschlossen und die LMBV beschäftigt sich nunmehr mit dem Zulauf (Einbindung Lober-Leine-Kanal in den See) und dem Ablauf des Sees (Gewässerverbindung zum Großen Goitzschesee), welche einer wasserrechtlichen Planfeststellung bei den jeweiligen oberen Wasserbehörden unterliegen. Das länderübergreifende Projekt (Sachsen-Anhalt und Freistaat Sachsen) zählt zu den größten Fließgewässermaßnahmen im Zusammenhang mit der Braunkohlesanierung in Mitteldeutschland.

Der Bau des 14 Kilometer langen Lober-Leine-Kanals (1949–1951) war notwendig, da die Flüsse Lober und Leine das Abbaufeld des Tagebaus Goitsche durchquerten. Zur Freimachung des Baufeldes wurde er 1982 nochmals in ein neues Bett verlegt. Auch die heutige Trasse zwischen dem Großen Goitzsche See und dem Seelhausener See galt ursprünglich als Interminslösung, da zusätzliche Verlegungen im Zuge des geplanten Braunkohleabbaus nötig gewesen wären.

Die Teilnehmer der Befahrung am Biedermeierstrand: Dr. Robert Böhnke (LMBV), Bernd Sablotny (LMBV),Ralph Weidner (SMWA), StM. Dirk Panter (SMWA), Elke Kreische-König (LMBV), Arne Sander (LMBV) (v.l.n.r.).
Die Teilnehmer der Befahrung am Biedermeierstrand: Dr. Robert Böhnke (LMBV), Bernd Sablotny (LMBV), Ralph Weidner (SMWA), StM. Dirk Panter (SMWA), Elke Kreische-König (LMBV), Arne Sander (LMBV) (v.l.n.r.).

Der Rückweg nach Leipzig führte am Schladitzer See vorbei, wo sich verschiedene touristische Nutzungsmöglichkeiten etabliert haben. Am Biedermeierstrand informierte Dr. Robert Böhnke, Verantwortlicher für die § 4-Maßnahmen bei der LMBV, über die abgeschlossenen Baumaßnahmen zur Seebühne. Mit der Einweihung der Service- und Überwachungsstation und der erweiterten Seebühne im vergangenen Jahr hat das Areal am Schladitzer See weiter an Attraktivität gewonnen.

Das aktuell laufende Verwaltungsabkommen (VA VII) regelt die Finanzierung der Sanierung ehemaliger Braunkohlereviere in den Jahren 2023 bis 2027 und sieht Gesamtausgaben von rund 1,44 Mrd. Euro vor. Über die Fortsetzung des Abkommens ab 2028 wird ab 2025 verhandelt. Vor diesem Hintergrund informiert sich Minister Panter im Rahmen der Befahrung des Seelhausener Sees über Maßnahmen der Grundsanierung (Lober-Leine-Kanal) als auch Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards (Löbnitzer Strand). ((KEM))

Fotos: LMBV | Luftaufnahmen: Christian Kortüm


Delitzscher Elberitzbad: Auch teilweise Sicherung gegen ansteigendes Grundwasser erfolgt

Delitzsch. Das Freibad in Delitzsch wurde durch die Stadt Delitzsch in den letzten drei Jahren umfassend saniert und in  Teilen auch gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs nach Einstellung des Bergbaus gesichert. Finanziert wurde dieser  Teil der Sicherungsarbeiten über den § 3 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.

Das im Juni 2025 wiedereröffnete Elberitzbad steht an einem historischen Badestandort aus dem 19. Jahrhundert. Damals badete man im Mühlteich der Elberitz-Mühle, der vom Lober gespeist wurde. Zwischen ca. 1965 und 1969 wurde ein Freibad errichtet, 1976 und 1982 erfolgte der Aufschluss der Braunkohletagebaue im Raum Delitzsch und das Grundwasser wurde weiträumig abgesenkt. Ertüchtigt wurde das Freibad erstmals in den 1990er Jahren. Von 2023 bis 2025 erfolgte dann ergänzend durch die LMBV die Sicherungsmaßnahme für die vom Grundwasserwiederanstieg betroffenen Objekte.

Das Freibad bestand aus einem multifunktionalen Umkleide- und Mehrzweckgebäude, einem Schwimmerbecken mit 50-m- bzw. 25-m-Sportbecken, einem Nichtschwimmerbecken mit Wasserrutsche, einem Filtergebäude mit Dosierungsraum, einem Chlorlager, einem Spülwasserbehälter und Filterräumen zur Enteisenung und Entmanganierung, einem separaten Technikkeller für das Schwimmerbecken, einem unterirdischen Pumpenraum für das Nichtschwimmerbecken sowie einem Brunnenschacht und einem Absetzschacht.

Direkt vom bergbaulich bedingten Grundwasserwiederanstieg betroffen waren die tiefergelegenen Teile des Freibades: Es drang Wasser in Technikkeller und Schachtanlagen ein, die Fliesen platzten im Schwimmbecken ab und die Anlage hob sich gegenüber dem Gelände an. Bei den betroffenen Bauwerken wurde als Vorzugsvariante der Einbau einer Schwerbetonschicht im Schwimmerbecken, die Abdichtung der Keller mit einer so genannten schwarzen Wanne und für die Schächte ein Abriss und Neubau ermittelt. Aus diesen Sicherungsmaßnahmen wurde der Finanzierungsbetrag abgeleitet.

Die restlichen nicht vom Grundwasserwiederanstieg betroffenen Bauwerke wie das Nichtschwimmerbecken sowie Umkleide- und Mehrzweckgebäude wurden von der Stadt Delitzsch saniert und umgestaltet. Darüber hinaus wurde neben dem Freibad zusätzlich eine Schwimmhalle errichtet. Aus diesem Grund führte die Stadt Delitzsch die gesamte Baumaßnahme ab der Ausführungsplanung in Eigenregie um, wobei der Eigenanteil 20 Prozent der Realisierungskosten betrug.

Infolge der Integration der ehemaligen Schachtanlagen in den Schwimmhallenneubau entfielen die Kosten für die Sicherungsmaßnahmen der Schachtanlagen von rund 50.000 Euro. Durch weitere Technologieanpassungen konnten die Gesamtkosten der Sicherungsmaßnahmen einschließlich Planungs- und Bauüberwachungsleistungen auf 625.000 Euro netto – gegenüber ursprünglich vereinbarten 740.000 Euro netto – reduziert werden. (Update v. 19.08.2025  | CH)

Neuer Schwimmbereich mit 25-m- und 50-m-Becken
Neuer Schwimmbereich mit 25-m- und 50-m-Becken

Fotos: LMBV/Annett Dittrich


Erneute Wegesperrung am Störmthaler Kanal ab 11. August 2025

Leipzig. Ab August 2025 werden am Störmthaler Kanal die ersten zwei Maßnahmen gemäß der Anordnung des Sächsischen Oberbergamtes (OBA) umgesetzt. Am oberen Querbauwerk und im Kanalabschnitt unter der Autobahnbrücke der A38 werden Stützkörper hergestellt, am oberen Querbauwerk in Verbindung mit Entspannungsbohrungen zum schnellen Abbau der Porenwasserüberdrücke.  

Für diese Arbeiten müssen die Wege entlang des Störmthaler Kanals ab dem 11. August 2025 erneut gesperrt werden, dann beidseitig des Kanals und mindestens bis Ende des Jahres 2025. Dies ist aufgrund des umfangreichen LKW-Verkehrs auf diesen Wegen notwendig. Die Umleitungen zum Bergbau-Technik-Park und in Richtung Güldengossa werden wieder ausgeschildert und ausgewiesen.


Die umfassenden Sicherungsmaßnahmen erfordern eine beidseitige Sperrung der Wege entlang des Störmthaler Kanals.
Die umfassenden Sicherungsmaßnahmen erfordern eine beidseitige Sperrung der Wege entlang des Störmthaler Kanals.

Stabilisierung und Sicherung

Am oberen Querbauwerk (zwischen Schleuse und Störmthaler See) wird hinter der bestehenden Spundwand ein Stützkörper aus Kies und Schotter aufgeschüttet und mit Wasserbausteinen angestützt. In diesen Stützkörper werden senkrecht 15 Entspannungsbohrungen hergestellt, das sind Säulen aus grobem Kies. Sollte im Versagensfall der Störmthaler Kanal leerlaufen, würde sich auf dem oberen Querbauwerk ein hoher Porenwasserüberdruck aufbauen, weil der Wasserstand im Störmthaler See unverändert bleibt. Die Entspannungsbohrungen dienen dazu, dass dieser Druck schnell und gezielt abgebaut werden kann.

Auch die Herstellung eines Stützkörpers im Bereich der Bundesautobahn 38 dient dem Schutz von Leben, Gesundheit und Sachgütern Beschäftigter oder Dritter gemäß der Anordnung des OBA. Hier wird der Stützkörper aus Kies in Verbindung mit Beton-LEGO-Steinen errichtet. Dieser erhöht den Druck auf den Boden des Kanals und dient der Stabilisierung der Böschungen im oben beschriebenen Versagensfall. Der Stützkörper wird auf einer Länge von rund 70 Metern die gesamte Kanalbreite ausfüllen. Um den Wasserdurchfluss zu gewährleisten, wird der Stützkörper am Grund des Kanals mit Rohrleitungen durchzogen.

Parallel zu den Baumaßnahmen werden das Schleusenbauwerk und die Autobahnbrücke messtechnisch überwacht. Es erfolgen Setzungs- und Schwingungsmessungen. Darüber hinaus wird eine umfangreiche Beweissicherung der Bauwerke und der angrenzenden Bereiche durchgeführt.

Parallel läuft die Arbeit an der Machbarkeitsstudie weiter. Sie soll darstellen, ob und mit welchem Aufwand der Störmthaler Kanal und die Schleuse saniert werden können, mit dem Ziel die Schiffbarkeit wiederherzustellen. Die Ergebnisse werden im 1. Halbjahr 2026 vorliegen.


Einweihung der neuen Endhaltestelle der Meuselwitzer Kohlebahn

Regis-Breitingen. Der Neubau der Endhaltestelle der Meuselwitzer Kohlebahn ist fertig. Der Verein Kohlebahnen e. V. und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) luden daher am 31. Juli 2025 nach Regis-Breitingen ein, um die neue Haltestelle zu begutachten.

Vereinsvorsitzender Dr. Karsten Waldenburger begrüßte zu diesem Anlass Gäste aus Ministerien, Ämtern sowie der beteiligten Baufirmen und warf gemeinsam mit ihnen einen Blick auf die Arbeit der letzten Jahre. Die Vorbereitungen waren langwierig, Grundstücksfragen mussten geklärt und Fördermittel beantragt werden. Im Mai 2023 begann der Neubau der Endhaltestelle in Regis-Breitingen. Zuvor bestand die Endhaltestelle der Traditionsbahn aus nur einem Gleis und einem nicht barrierefreien und zu kurzen Bahnsteig. Auch die Möglichkeit, die Lokomotive für die Rückfahrt an die Spitze des Zuges umzusetzen, bestand bisher nicht. In den letzten zwei Jahren wurden Gleise und Weichen neu verlegt, ein neuer Bahnsteig mit historischer Überdachung sowie Parkplätze und Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen.

Mike Reichel, Projektmanager bei der LMBV, informierte die Gäste über die Eckdaten und Kosten des Projektes. Exakt vor sieben Jahren, am 31.07.2018, bestätigte das Sächsische Oberbergamt (OBA) die Einordnung der Maßnahme in den § 4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung und erteilte kurz darauf den ersten Zuwendungsbescheid an die LMBV. Im Juli 2019 wurde die Finanzierungs- und Übernahmevereinbarung zwischen LMBV und Verein unterzeichnet, denn die Maßnahme erfolgte in Teilprojektträgerschaft (Eigenregie). Nach vier Jahren der Planung und Genehmigung konnte der Verein im Mai 2023 den Auftrag für den Bau der neuen Endhaltestelle erteilen.

Mike Reichel (LMBV) und Dr. Karsten Waldenburger (Kohlebahnverein) informierten die Gäste zu der realisierten Baumaßnahme.
Mike Reichel (LMBV) und Dr. Karsten Waldenburger (Kohlebahnverein) informierten die Gäste zur realisierten Baumaßnahme.

Finanziert wurde die Baumaßnahme im Rahmen des Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung mit Landesmitteln des Freistaates Sachsen. Der übernahm 992.000 Euro der insgesamt rund 1,17 Millionen Euro Gesamtkosten, die verbleibenden 175.000 Euro hat der Verein Kohlebahnen e. V.  getragen. Die LMBV hat als Projektträgerin des Freistaates Sachsen an der Planung und Umsetzung des Projektes mitgewirkt.

Im Anschluss an die Redebeiträge hatten die Gäste die Gelegenheit, eine kleine Ausfahrt mit der traditionsreichen Schmalspurbahn in Richtung Westernstadt Haselbach zu unternehmen – die erste Fahrt vom neuen Gleis aus. Nach einem kurzen Aufenthalt und einer Verköstigung ging es wieder zurück nach Regis-Breitingen.

Hintergrund:

Die Meuselwitzer Kohlebahn verbindet seit vielen Jahren die Städte Meuselwitz im Altenburger Land (Thüringen) und Regis-Breitingen im Landkreis Leipzig (Sachsen) und wird seit 1998 ehrenamtlich vom Verein Kohlebahnen e.V. betrieben. Sie verkehrt auf insgesamt 15 Kilometern Schienenlänge und gehört zu den wenigen Schmalspurbahnen in Deutschland.

Die Meuselwitzer Kohlebahn verbindet nicht nur Meuselwitz und Regis-Breitingen, sondern auch die Vergangenheit und die Zukunft. Wo früher Braunkohle zu Brikettfabriken und Kraftwerken transportiert wurde, könnte sie morgen Teil des Nahverkehrs sein. So sind zumindest die Pläne des Kohlenbahnen e. V.

Impressionen von der Veranstaltung von Christian Kortüm für die LMBV