Delitzscher Elberitzbad: Auch teilweise Sicherung gegen ansteigendes Grundwasser erfolgt

Delitzsch. Das Freibad in Delitzsch wurde durch die Stadt Delitzsch in den letzten drei Jahren umfassend saniert und in  Teilen auch gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs nach Einstellung des Bergbaus gesichert. Finanziert wurde dieser  Teil der Sicherungsarbeiten über den § 3 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.

Das im Juni 2025 wiedereröffnete Elberitzbad steht an einem historischen Badestandort aus dem 19. Jahrhundert. Damals badete man im Mühlteich der Elberitz-Mühle, der vom Lober gespeist wurde. Zwischen ca. 1965 und 1969 wurde ein Freibad errichtet, 1976 und 1982 erfolgte der Aufschluss der Braunkohletagebaue im Raum Delitzsch und das Grundwasser wurde weiträumig abgesenkt. Ertüchtigt wurde das Freibad erstmals in den 1990er Jahren. Von 2023 bis 2025 erfolgte dann ergänzend durch die LMBV die Sicherungsmaßnahme für die vom Grundwasserwiederanstieg betroffenen Objekte.

Das Freibad bestand aus einem multifunktionalen Umkleide- und Mehrzweckgebäude, einem Schwimmerbecken mit 50-m- bzw. 25-m-Sportbecken, einem Nichtschwimmerbecken mit Wasserrutsche, einem Filtergebäude mit Dosierungsraum, einem Chlorlager, einem Spülwasserbehälter und Filterräumen zur Enteisenung und Entmanganierung, einem separaten Technikkeller für das Schwimmerbecken, einem unterirdischen Pumpenraum für das Nichtschwimmerbecken sowie einem Brunnenschacht und einem Absetzschacht.

Direkt vom bergbaulich bedingten Grundwasserwiederanstieg betroffen waren die tiefergelegenen Teile des Freibades: Es drang Wasser in Technikkeller und Schachtanlagen ein, die Fliesen platzten im Schwimmbecken ab und die Anlage hob sich gegenüber dem Gelände an. Bei den betroffenen Bauwerken wurde als Vorzugsvariante der Einbau einer Schwerbetonschicht im Schwimmerbecken, die Abdichtung der Keller mit einer so genannten schwarzen Wanne und für die Schächte ein Abriss und Neubau ermittelt. Aus diesen Sicherungsmaßnahmen wurde der Finanzierungsbetrag abgeleitet.

Die restlichen nicht vom Grundwasserwiederanstieg betroffenen Bauwerke wie das Nichtschwimmerbecken sowie Umkleide- und Mehrzweckgebäude wurden von der Stadt Delitzsch saniert und umgestaltet. Darüber hinaus wurde neben dem Freibad zusätzlich eine Schwimmhalle errichtet. Aus diesem Grund führte die Stadt Delitzsch die gesamte Baumaßnahme ab der Ausführungsplanung in Eigenregie um, wobei der Eigenanteil 20 Prozent der Realisierungskosten betrug.

Infolge der Integration der ehemaligen Schachtanlagen in den Schwimmhallenneubau entfielen die Kosten für die Sicherungsmaßnahmen der Schachtanlagen von rund 50.000 Euro. Durch weitere Technologieanpassungen konnten die Gesamtkosten der Sicherungsmaßnahmen einschließlich Planungs- und Bauüberwachungsleistungen auf 625.000 Euro netto – gegenüber ursprünglich vereinbarten 740.000 Euro netto – reduziert werden. (Update v. 19.08.2025  | CH)

Neuer Schwimmbereich mit 25-m- und 50-m-Becken
Neuer Schwimmbereich mit 25-m- und 50-m-Becken

Fotos: LMBV/Annett Dittrich


Erneute Wegesperrung am Störmthaler Kanal ab 11. August 2025

Leipzig. Ab August 2025 werden am Störmthaler Kanal die ersten zwei Maßnahmen gemäß der Anordnung des Sächsischen Oberbergamtes (OBA) umgesetzt. Am oberen Querbauwerk und im Kanalabschnitt unter der Autobahnbrücke der A38 werden Stützkörper hergestellt, am oberen Querbauwerk in Verbindung mit Entspannungsbohrungen zum schnellen Abbau der Porenwasserüberdrücke.  

Für diese Arbeiten müssen die Wege entlang des Störmthaler Kanals ab dem 11. August 2025 erneut gesperrt werden, dann beidseitig des Kanals und mindestens bis Ende des Jahres 2025. Dies ist aufgrund des umfangreichen LKW-Verkehrs auf diesen Wegen notwendig. Die Umleitungen zum Bergbau-Technik-Park und in Richtung Güldengossa werden wieder ausgeschildert und ausgewiesen.


Die umfassenden Sicherungsmaßnahmen erfordern eine beidseitige Sperrung der Wege entlang des Störmthaler Kanals.
Die umfassenden Sicherungsmaßnahmen erfordern eine beidseitige Sperrung der Wege entlang des Störmthaler Kanals.

Stabilisierung und Sicherung

Am oberen Querbauwerk (zwischen Schleuse und Störmthaler See) wird hinter der bestehenden Spundwand ein Stützkörper aus Kies und Schotter aufgeschüttet und mit Wasserbausteinen angestützt. In diesen Stützkörper werden senkrecht 15 Entspannungsbohrungen hergestellt, das sind Säulen aus grobem Kies. Sollte im Versagensfall der Störmthaler Kanal leerlaufen, würde sich auf dem oberen Querbauwerk ein hoher Porenwasserüberdruck aufbauen, weil der Wasserstand im Störmthaler See unverändert bleibt. Die Entspannungsbohrungen dienen dazu, dass dieser Druck schnell und gezielt abgebaut werden kann.

Auch die Herstellung eines Stützkörpers im Bereich der Bundesautobahn 38 dient dem Schutz von Leben, Gesundheit und Sachgütern Beschäftigter oder Dritter gemäß der Anordnung des OBA. Hier wird der Stützkörper aus Kies in Verbindung mit Beton-LEGO-Steinen errichtet. Dieser erhöht den Druck auf den Boden des Kanals und dient der Stabilisierung der Böschungen im oben beschriebenen Versagensfall. Der Stützkörper wird auf einer Länge von rund 70 Metern die gesamte Kanalbreite ausfüllen. Um den Wasserdurchfluss zu gewährleisten, wird der Stützkörper am Grund des Kanals mit Rohrleitungen durchzogen.

Parallel zu den Baumaßnahmen werden das Schleusenbauwerk und die Autobahnbrücke messtechnisch überwacht. Es erfolgen Setzungs- und Schwingungsmessungen. Darüber hinaus wird eine umfangreiche Beweissicherung der Bauwerke und der angrenzenden Bereiche durchgeführt.

Parallel läuft die Arbeit an der Machbarkeitsstudie weiter. Sie soll darstellen, ob und mit welchem Aufwand der Störmthaler Kanal und die Schleuse saniert werden können, mit dem Ziel die Schiffbarkeit wiederherzustellen. Die Ergebnisse werden im 1. Halbjahr 2026 vorliegen.


Einweihung der neuen Endhaltestelle der Meuselwitzer Kohlebahn

Regis-Breitingen. Der Neubau der Endhaltestelle der Meuselwitzer Kohlebahn ist fertig. Der Verein Kohlebahnen e. V. und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) luden daher am 31. Juli 2025 nach Regis-Breitingen ein, um die neue Haltestelle zu begutachten.

Vereinsvorsitzender Dr. Karsten Waldenburger begrüßte zu diesem Anlass Gäste aus Ministerien, Ämtern sowie der beteiligten Baufirmen und warf gemeinsam mit ihnen einen Blick auf die Arbeit der letzten Jahre. Die Vorbereitungen waren langwierig, Grundstücksfragen mussten geklärt und Fördermittel beantragt werden. Im Mai 2023 begann der Neubau der Endhaltestelle in Regis-Breitingen. Zuvor bestand die Endhaltestelle der Traditionsbahn aus nur einem Gleis und einem nicht barrierefreien und zu kurzen Bahnsteig. Auch die Möglichkeit, die Lokomotive für die Rückfahrt an die Spitze des Zuges umzusetzen, bestand bisher nicht. In den letzten zwei Jahren wurden Gleise und Weichen neu verlegt, ein neuer Bahnsteig mit historischer Überdachung sowie Parkplätze und Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen.

Mike Reichel, Projektmanager bei der LMBV, informierte die Gäste über die Eckdaten und Kosten des Projektes. Exakt vor sieben Jahren, am 31.07.2018, bestätigte das Sächsische Oberbergamt (OBA) die Einordnung der Maßnahme in den § 4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung und erteilte kurz darauf den ersten Zuwendungsbescheid an die LMBV. Im Juli 2019 wurde die Finanzierungs- und Übernahmevereinbarung zwischen LMBV und Verein unterzeichnet, denn die Maßnahme erfolgte in Teilprojektträgerschaft (Eigenregie). Nach vier Jahren der Planung und Genehmigung konnte der Verein im Mai 2023 den Auftrag für den Bau der neuen Endhaltestelle erteilen.

Mike Reichel (LMBV) und Dr. Karsten Waldenburger (Kohlebahnverein) informierten die Gäste zu der realisierten Baumaßnahme.
Mike Reichel (LMBV) und Dr. Karsten Waldenburger (Kohlebahnverein) informierten die Gäste zur realisierten Baumaßnahme.

Finanziert wurde die Baumaßnahme im Rahmen des Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung mit Landesmitteln des Freistaates Sachsen. Der übernahm 992.000 Euro der insgesamt rund 1,17 Millionen Euro Gesamtkosten, die verbleibenden 175.000 Euro hat der Verein Kohlebahnen e. V.  getragen. Die LMBV hat als Projektträgerin des Freistaates Sachsen an der Planung und Umsetzung des Projektes mitgewirkt.

Im Anschluss an die Redebeiträge hatten die Gäste die Gelegenheit, eine kleine Ausfahrt mit der traditionsreichen Schmalspurbahn in Richtung Westernstadt Haselbach zu unternehmen – die erste Fahrt vom neuen Gleis aus. Nach einem kurzen Aufenthalt und einer Verköstigung ging es wieder zurück nach Regis-Breitingen.

Hintergrund:

Die Meuselwitzer Kohlebahn verbindet seit vielen Jahren die Städte Meuselwitz im Altenburger Land (Thüringen) und Regis-Breitingen im Landkreis Leipzig (Sachsen) und wird seit 1998 ehrenamtlich vom Verein Kohlebahnen e.V. betrieben. Sie verkehrt auf insgesamt 15 Kilometern Schienenlänge und gehört zu den wenigen Schmalspurbahnen in Deutschland.

Die Meuselwitzer Kohlebahn verbindet nicht nur Meuselwitz und Regis-Breitingen, sondern auch die Vergangenheit und die Zukunft. Wo früher Braunkohle zu Brikettfabriken und Kraftwerken transportiert wurde, könnte sie morgen Teil des Nahverkehrs sein. So sind zumindest die Pläne des Kohlenbahnen e. V.

Impressionen von der Veranstaltung von Christian Kortüm für die LMBV


Sicherungsarbeiten im Technischen Rathaus Markkleeberg fast abgeschlossen

Markkleeberg. Die aufwendigen Sicherungsarbeiten am Technischen Rathaus der Stadt Markkleeberg sind weitestgehend abgeschlossen. Seit Anfang 2024 fanden im Auftrag der LMBV Baumaßnahmen statt, die den 200 Quadratmeter großen Keller gegen das wieder ansteigende Grundwasser sichern. Dafür wurden die bis zu 70 Zentimeter dicken Außenwände des 100 Jahre alten Gebäudes mittels Horizontalsperre im Injektageverfahren gegen aufsteigende Feuchtigkeit geschützt. Weiterhin wurde eine sogenannte „Schwarze Wanne“ eingebaut, d. h. es wurden druckwasserdichte Folienbahnen einbracht und verschweißt, die am Boden und an den Wänden das Grundwasser vor dem Eindringen in die genutzten Kellerräume abhalten. An den Außenwänden erfolgte dies bis circa 50 Zentimeter unterhalb der Geländeoberkante, das ist die Höhe des zu erwartenden höchsten Grundwasserstandes zuzüglich Sicherheitszuschlag.

Eine Besonderheit war, dass für diese Baumaßnahme die gesamten tragenden Innenwände und Pfeilerkonstruktionen abschnittsweise unterfahren werden mussten. Das war sehr zeitaufwendig und lärmintensiv. Trotzdem wurde das Technischen Rathaus der Stadt Markkleeberg geduldig weitergenutzt. Zur Lage- und Auftriebssicherung wurde über die Abdichtungsfolie eine Auflastwanne aus Stahlbeton hergestellt.

Nach Fertigstellung der „Schwarzen Wanne“ erfolgten Malerarbeiten, der Einbau neuer Brandschutztüren sowie die Inbetriebnahme der zuvor ausgebauten technischen Anlagen einschließlich deren Abnahme durch Sachverständige. Abschließend ist eine umfangreiche Dokumentation zu erstellen, die dem Eigentümer nach Beendigung der Sicherungsmaßnahme übergeben wird.

Boden und Wände wurden mit der wasserdichten Folie gesichert, die Errichtung der Auflastwanne aus Stahlbeton ist an den Wänden vorbereitet.
Boden und Wände wurden mit der wasserdichten Folie gesichert, die Errichtung der Auflastwanne aus Stahlbeton ist an den Wänden vorbereitet.

Hintergrund
Das frühere Wohn- und Geschäftshaus mit einer Kohlehandlung im Erdgeschoß, war vor einigen Jahren in ein Bürogebäude umgebaut worden. In den Keller drang permanent Wasser ein, weil das Grundwasser nach Einstellung der bergbaubedingten Wasserhaltung wieder seinen natürlichen Stand erreicht hat. Eine Grundwassermessstelle im Keller des Technischen Rathauses hatte erwiesen, dass die Vernässung dem nachbergbaulichen, natürlichen Grundwasserwiederanstieg zuzuordnen ist. Deshalb hat die LMBV im Rahmen des §3 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlensanierung die Sicherung übernommen, finanziert jeweils zur Hälfte vom Bund und dem Freistaat Sachsen.

Aufgrund des Grundwasserwiederanstiegs wurden in den vergangenen Jahren bereits die Sportstätte Markkleeberg-Mitte (Schulstraße 11) sowie ein Teil des Kellers der Grundschule Markkleeberg-Mitte in der Raschwitzer Str. 42 entsprechend gesichert. Aus dem Gleichen Grund soll bis 2026 ein ehemaliger Kindergarten (Schulstraße 4) abgedichtet werden. Das Vereinshaus des Kleingartenvereins Eintracht wird derzeit mit Pumpen trocken gehalten und muss aufgegeben werden. Es wird abgebrochen und durch einen kleineren Neubau ersetzt.

 

(Fotos: LMBV)


Naturlehrpfad im Naturschutzgebiet am Bockwitzer See eröffnet

Leipzig. Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch eröffnete am 06.06.2025 gemeinsam mit Henry Graichen, Landrat des Landkreises Leipzig, Dr. David Greve von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt und den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden den Naturlehrpfad am Bockwitzer See östlich von Borna. Beim Bockwitzer See handelt es sich um einen Bergbaufolgesee der LMBV, der rund 174 Hektar groß ist und ein Wasservolumen von etwa 18 Mio. Kubikmeter hat. An der tiefsten Stelle ist das Gewässer 22 Meter tief. Das Restloch wurde von 1993 bis 2004 gefüllt. Derzeit liegt der Seepegel bei 146,44 m NHN.

„Hier in Bockwitz können Besucherinnen und Besucher künftig auf drei verschiedenen Routen am besten per Rad tief in die Schätze des Naturschutzgebietes eintauchen. Mich freut besonders, dass sich Interessierte auf den großen Infotafeln gut über die hiesigen Besonderheiten informieren können. Denn um die Natur zu schützen, müssen wir sie auch erklären, die Menschen überzeugen und begeistern. Die Leute sollen gern hierherkommen, die Natur genießen, Heimat erleben und dabei Neues lernen. Damit setzen wir auch ein Zeichen für einen ausgewogenen Natur- und Artenschutz, der im Einklang mit den Akteuren vor Ort umgesetzt wird. Ich danke allen, die an der Entwicklung und Umsetzung des Lehrpfades beteiligt waren“, so Umweltminister von Breitenbuch, der auch Stiftungsratsvorsitzender der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt ist.

„Mit dem Lehrpfad ist ein kleines Meisterstück gelungen“, ergänzt Dr. David Greve von der LaNU. „Alle Akteure der Region wie Kommunen, Behörden und eben die LaNU haben zusammen das Ziel verfolgt, Natur erlebbar zu machen und gleichzeitig durch gezielte Wegführung geschützte Gebiete vom Besucherdruck zu entlasten. Das ist gelungen und auch von meiner Seite Dank an alle Beteiligten.“ Die LaNU hat 2001 nach Ende des Braunkohleabbaus 475 Hektar der Bergbaufolgelandschaft mit Mitteln des Naturschutzfonds erworben und sichert in Zusammenarbeit mit der Ökostation Borna-Birkenhain und Landwirten Erhalt und Entwicklung des seit 22 Jahren bestehenden Naturschutzgebietes.

In Bockwitz haben Konikpferde, Wasserbüffel, Taurusrinder und Burenziegen eine besondere Aufgabe: Sie weiden auf den Flächen des ehemaligen Braunkohletagebaus. Damit verhindern sie, dass das Gebiet mit Büschen und Bäumen zuwächst und erhalten so den Lebensraum zahlreicher seltener Tier- und Pflanzenarten. Damit Besucherinnen und Besucher diese tierischen Landschaftspfleger im Naturschutzgebiet besser beobachten können, vor allem aber um Flora und Fauna näher zu kommen, initiierte die LaNU den Naturlehrpfad. An dessen Konzeption waren auch die angrenzenden Kommunen beteiligt.

Auf einer Gesamtlänge von 13 Kilometern sind nun drei verschiedene Varianten zur Erkundung des Naturschutzgebietes entstanden. Zahlreiche Schautafeln informieren über die besondere Beweidung dieses Gebiets. Doch auch weitere Dinge gilt es zu entdecken: In Bockwitz konnten sich verschiedenste Biotoptypen entwickeln. Sie sind heute der Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Die Vielzahl der verschiedenen, dicht aneinandergrenzenden Biotope bieten ideale Lebensbedingungen für eine reichhaltige Vogelwelt mit über 180 Arten. So ist es zur Brutzeit möglich, Fischadler, Große Rohrdommel, Baumfalken, Rohrweihe oder Kranich zu beobachten. Zudem sind die vielen Kleingewässer, Tümpel und feuchten Wiesen hervorragende Lebensräume für die streng geschützte Wechselkröte, den Laubfrosch und Kammmolch.

Darüber hinaus war die Lenkung der Besucherströme den Initiatoren des Lehrpfades ein wichtiges Anliegen, um die Freizeitnutzung des nördlichen Seeufers mit den Belangen des Naturschutzgebietes in Einklang zu bringen. Den Gästen des Naturschutzgebietes wird anschaulich erklärt, wo und warum sie die Wanderwege aus Artenschutzgründen nicht verlassen sollen. Zudem erhalten sie Informationen zu den kommunalen Badestränden direkt vor Ort. Weitere Informationen zu Bockwitz und anderen Tagebaufolgelandschaften unter https://www.lanu.de/themen/natur-landschaft/bergbaufolgelandschaft.html | Quelle: PM SMUL v. 06.06.2025 | ergänzt v. LMBV (UST)

Der Bockwitzer See im Leipziger Südraum.


Tiefenwasserbelüftung im Runstedter See läuft optimal

Braunsbedra. Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens der TU Bergakademie Freiberg (TUBAF) und des Forschungs- und Entwicklungszentrums (FEZ) Bergbaufolgen Cottbus war der Runstedter See Teil des sogenannten robimo-Starterprojektes. In drei Kampagnen wurden an bis zu 34 Koordinaten Tiefenprofile mit der autonomen robotischen Plattform „Mira“ aufgenommen. Anhand dieser engmaschigen Daten von 2023 konnte nachgewiesen werden, was bislang nur eine Modellierung für den abflusslosen Landschaftssee mit subaquatischer Deponie vorhergesagt hatte: Durch die Inbetriebnahme von bereits einer der drei Tiefenwasserbelüfter findet eine Umwälzung im gesamten Tiefenwasser statt. Dieses sogenannte Hypolimnion ist die Zone kalten Tiefenwassers, die sich während der sommerlichen Einschichtung ausbildet und somit über mehrere Monate von der Atmosphäre abgeschlossen ist. Analog zum LMBV-eigenen Monitoring gab es auch keine Hinweise auf Anomalien durch erhöhte Schadstoffeinträge aus der Deponie.

Das ist relevant, denn der Runstedter See ist aus einem Teilbereich des gefluteten Tagebaurestloches Großkayna entstanden, in dem bis 1995 Industrierückstände verkippt worden waren. Um seine Wasserqualität zu erhalten und den natürlichen Schadstoffabbau aus der Unterwasserdeponie zu unterstützen, belüftet die LMBV seit 2002 während der Sommerstagnation sein Tiefenwasser. Die technische Anlage entnimmt per Ansaugrohr Wasser aus der Tiefe, pumpt es nach oben, belüftet es und pumpt es per Auslassrohr in die oberen Bereiche des Hypolimnions zurück.

Die Messkampagnen liefen über die neu entwickelte, automatische Analyseplattform „Mira“ (Foto: TUBAF/Gero Licht).

Foto: LMBV/Peter Radke


Braunkohlentag 2025 in Halle — DEBRIV wählte neuen Vorstandsvorsitzenden

Halle/Saale. Der diesjährige Braunkohlentag blickte zurück auf die 140jährige Geschichte des 1885 in Halle/Saale gegründeten Deutschen Braunkohlen-Industrie-Vereins (DEBRIV). Neben der aktuellen Industrie- und Energiepolitik wurden auch Fragen der Wiedernutzbarmachung von Tagebauen behandelt. Anlässlich des 30. Jubiläums der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft ging es im Vortrag von Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, um deren bisherige Leistungen und Tätigkeiten.

Deutschland brauche eine starke Industrie, um Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wohlstand sowie politische Handlungsspielräume abzusichern. Die Braunkohle, so der Vorstandsvorsitzende des DEBRIV, Dr. Philipp Nellessen, auf dem diesjährigen Braunkohlentag in Halle an der Saale, sei ein essentieller Bestandteil der industriell geprägten Wirtschaftsstruktur des Landes. Durch die Nutzung heimischer Ressourcen und inländischer Wertschöpfung leistet die Braunkohlenindustrie einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit von Elektrizität. Darüber hinaus gestalten die Unternehmen des DEBRIV aktiv die Energiewende und den gesellschaftlich geeinten sowie gesetzlich fixierten Kohleausstieg mit, bekräftigte der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende.

Im Verlaufe der zurückliegenden drei Jahre, so der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende, haben die Unternehmen der deutschen Braunkohleindustrie nicht nur ihre Stromerzeugungskapazitäten entsprechend der Vorgaben des gesetzlich fixierten Kohleausstiegsplans angepasst und die Planungen für die Tagebaue neu ausgerichtet. Sie haben zugleich die Energiewende durch den Ausbau der erneuerbaren Energien maßgeblich vorangetrieben. Allein auf die Braunkohleunternehmen entfällt „eine Projektpipeline von fast zehn Gigawatt“ beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland, erklärte Nellessen. „Wir hätten aber gern noch mehr investiert,“ so der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende, „nicht zuletzt in Gaskraftwerke, bevorzugt an unseren voll erschlossenen Kraftwerksstandorten.“ Das hierzu notwendige Kraftwerkssicherheitsgesetz sollte daher so schnell wie möglich vorgelegt werden. Unerlässlich sei dabei, dass das Gesetz pragmatische und angemessene Technologievorgaben und Auflagen für den Bau neuer Gaskraftwerke enthält, um den erforderlichen Zubau gesicherter Leistung im Zuge des fortschreitenden Kohleausstiegs bundesweit sicherzustellen.

Der DEBRIV und seine Mitgliedsunternehmen begrüßen, dass die neue Bundesregierung an den in den jeweiligen Revieren bestehenden Vereinbarungen zum Kohleausstieg festhalten will und damit zur Planungssicherheit in den Revieren beitrage. Kritisch gesehen werde dagegen die Idee, künftig Reservekraftwerke zum Einsatz zu bringen. Dies könne Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der am Netz befindlichen Kraftwerke bewirken und Investitionen in neue Kraftwerks- und Speicherkapazitäten erschweren.

Der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende betonte, dass „in Zeiten unsicherer und teurer Energieimporte unsere Braunkohlekraftwerke verlässliche Partner“ sind. Die Anlagen gleichen schwankende Einspeisungen von Wind- und PV-Anlagen aus und wurden in den zurückliegenden Jahren so flexibel, „dass eine effiziente Abdeckung der Lastspitzen gewährleistet werden kann,“ so Nellessen. Parallel durchlaufen die deutschen Braunkohlereviere und die dort tätigen Braunkohleunternehmen einen dynamischen Transformationsprozess. Die Zukunftsprojekte und die Wiedernutzbarmachung der Tagebaue gelten als vorbildlich. Es werden neue Kultur-, Wirtschafts- und Naturräume geschaffen. Die von Kraftwerksabschaltungen und Tagebaustilllegungen betroffenen Regionen „werden nicht allein gelassen“, so der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende. Die Unternehmen der Braunkohlenindustrie sorgen dafür, dass Investitionen in erneuerbare Energien, in die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie in moderne Infrastrukturen und qualitätsvolle Naturräume fließen.

Der Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, erklärte anlässlich seines Besuchs auf dem diesjährigen Braunkohlen-tag: „Ich freue mich sehr, dass wir den Braunkohlentag und den 140. Jahrestag des DEBRIV am Gründungsort in Halle (Saale) begehen können. Die Braunkohleindustrie leistet in Sachsen-Anhalt einen wichtigen Beitrag für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft und für eine sichere Stromversorgung. Unternehmen wie MIBRAG und ROMONTA tragen nicht nur maßgeblich zur Wirtschaftskraft, sondern auch zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region bei. Wichtige anstehende Aufgaben im Rahmen des Strukturwandels und der Energietrans-formation wollen wir als Land Sachsen-Anhalt auch künftig in enger Abstimmung mit der Branche angehen.“ Die Staatsekretärin des Ministers, Stefanie Pötzsch, ging in ihrer Keynote näher auf die aktuelle Wirtschaftspolitik und die industrielle Entwicklung des Bundeslandes ein.

Der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein e.V. hat auf dem diesjährigen Braunkohlentag in Halle/Saale Jörg Waniek zum neuen Vorsitzenden des Vorstands gewählt. Waniek ist seit 2019 Personalvorstand der Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitzer Energie Kraftwerke AG (LEAG).

Der 56-jährige Jurist Jörg Waniek hat an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und der Universität Bayreuth Jura studiert und mit dem 1. und 2. Staatsexamen abgeschlossen. Von 1998 bis 2002 war er bei der Mitteldeutschen Energieversorgung AG (MEAG) in Halle als Justitiar und in der Unternehmensentwicklung tätig und von 2002 bis 2009 bei der envia Mitteldeutsche Energie AG in Chemnitz, wo er die Bereiche Personalservice und Strategisches Personalmanagement verantwortete. Es folgte der Wechsel als Leiter Personalmanagement zur Vattenfall Europe Mining AG und Vattenfall Europe Generation AG, die seit 2016 unter der Marke LEAG firmieren. Jörg Waniek ist verheiratet, Vater einer Tochter und lebt mit seiner Familie in der Lausitz.

Waniek folgt im Vorsitz des DEBRIV-Vorstands auf Dr.-Ing. Philipp Nellessen, der zum 30. Juni 2025 bei der LEAG ausscheidet und auf dem Braunkohlentag das Amt des DEBRIV-Vorstandsvorsitzenden niederlegte. Nellessen war seit 2021 Vorstand Produktion bei der LEAG und seit 2022 Vorstandsvorsitzender des DEBRIV. Auf dem diesjährigen Braunkohlen-tag erklärte Nellessen: „Meine Entscheidung begründet sich aus dem Wunsch, nach vier Jahren in Cottbus wieder eine berufliche Heimat im Ruhrgebiet zu finden. Die Arbeit in der Braunkohle hat mir stets viel Freude bereitet und ich bin stolz darauf, einen Teil meines Berufslebens in dieser traditionsreichen Industrie verbracht zu haben.“

Vorstand und Geschäftsführung des DEBRIV dankten Nellessen für sein Engagement. Er habe sich mit großer Hingabe dem Industriezweig und dem Verband gewidmet. (PM zum 22./23.05.2025)

Über den DEBRIV: Der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein e. V. (DEBRIV) setzt sich als Wirtschaftsverband für die Interessen der Unternehmen der deutschen Braunkohleindustrie ein. Er fördert die technischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der Branche. Mit Blick auf den gesetzlich beschlossenen Ausstieg aus der Kohleverstromung Ende 2038 arbeitet der DEBRIV gemeinsam mit seinen Mitgliedern daran, die Transformation der Braunkohleindustrie, den Strukturwandel in den Revieren und die Energiezukunft Deutschlands aktiv mitzugestalten. Er setzt sich dabei für verlässliche Rahmenbedingungen zugunsten seiner Mitglieder ein.

Kontakt: Deutscher Braunkohlen-Industrie-Verein e. V. | +49 30 3151 8222 | debriv@braunkohle.de | www.debriv.de

Impressionen vom Braunkohlentag 2025 Fotos: Dr. Uwe Steinhuber


Gefahrenabwehrmaßnahmen am Störmthaler Kanal führen zu Wegesperrungen

Leipzig. Entsprechend einer Anordnung des Sächsichen Oberbergamtes (OBA) zum Schutz von Leben, Gesundheit und Sachgütern ist die LMBV zur unverzüglichen Umsetzung von Gefahrenabwehrmaßnahmen verpflichtet. Die Rahmenbedingungen am Störmthaler Kanal haben sich verändert, wodurch eine Gefahrenlage besteht. 

Seit 19. Mai 2025 laufen deshalb am Störmthaler Kanal Bauarbeiten, die eine Sperrung der Wege erforderlich machen. Für etwa vier Wochen können die Wege westlich des Störmthaler Kanals leider nicht genutzt werden. Als Umleitung kann für diesen Zeitraum auf die im Umfeld bestehenden Wegeverbindungen ausgewichen werden, wie in der Karte ersichtlich ist. Die Umleitungen in Richtung Güldengossa und zum Bergbau-Technik-Park sind ausgeschildert.

Überblick zu den ab 19. Mai 2025 gesperrten (rot) und weiterhin offenen (grün) Wegen.

Für die weiteren Baumaßnahmen, voraussichtlich im Sommer 2025, wird erneut eine Sperrung der Wege entlang des Störmthaler Kanals notwendig werden. Dann deidseoitig des Störmthaler Kanals und für einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten.

Die geplanten Maßnahmen im Detail

Die ersten Baumaßnahmen, die 2025 umgesetzt werden, umfassen die Verlegung der Heberleitung in den Störmthaler See sowie eine Wege- und Geländeerhöhung im Bereich des unteren Vorhafens, also zwischen unterem Querbauwerk und der Schleuse. 

Die Heberleitung ist eine Rohrleitung, die das überschüssige Wasser aus dem höher gelegenen Störmthaler in den Markkleeberger See ableitet. Diese Funktion hatte ursprünglich der Störmthaler Kanal in Kombination mit der Schleuse als Absperrbauwerk erfüllt. Mit dem Umbau der Heberleitung wird der wasserwirtschaftliche Betrieb nun optimiert. Die Wasserentnahme erfolgt künftig nicht mehr aus dem oberen Vorhafen, sondern direkt aus dem Störmthaler See. Damit wird der obere Vorhafen (Bereich zwischen Schleuse und oberem Querbauwerk) aus dem System der Wasserüberleitung entkoppelt und der Störmthaler Kanal im Regelbetrieb nicht mehr zur Wasserüberleitung benötigt.

Die Wege- und Geländeerhöhung betrifft nur den östlichen Bereich zwischen unterem Querbauwerk und der Schleuse. Die Arbeiten laufen seit März 2025 und werden bis Juni andauern, ohne dass damit Einschränkungen für die Nutzung der Wege verbunden sind. Die für Besucher der Seen nutzbaren Wege beidseits des unteren Vorhafens wurden bereits im Zuge der Gefahrenabwehrmaßnahme 2021 umverlegt. Seit Anfang 2025 wird das Gelände erhöht, damit anschließend der Wasserstand im unteren Vorhafen angehoben werden kann. Der erhöhte Wasserstand bewirkt, dass die Wasserspiegeldifferenz an der Schleuse verringert wird.

Nach Bewertung der beauftragten Gutachter und der LMBV wurde die aktuelle Risiko-Gefahrenlage so eingeschätzt, dass weitere Maßnahmen zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit notwendig sind. Diese Beurteilung wurde dem Sächsischen Oberbergamt übergeben und vorgestellt. Im Ergebnis setzt die LMBV auf Anordnung des Sächsischen Oberbergamtes weitere, kurz- und langfristige Sicherungsmaßnahmen um. So werden 2025 im Kanalbereich der Autobahnbrücke und am oberen Querbauwerk Stützkörper und Auflastfilter aufgebaut, u. a. mit sogenannten LEGO-Betonsystemsteinen. In Verbindung damit erfolgen Entspannungsbohrungen am Oberen Querbauwerk und die Herstellung von Dränagegräben in den Böschungen am Unteren Vorhafen. Damit soll der Porenwasserüberdruck in den angrenzenden Böschungen und unter der Kanalsohle abgemildert werden.

Hintergrund

Das Kompaktbauwerk und die Kanalböschungen entlang des Störmthaler Kanals werden laufend überwacht und bewertet. Die Erkenntnisse dieser Untersuchungen fließen in die lokale und globale Bewertung der Risiko- und Gefahrenlage ein. Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen und Veränderungen an den Sicherungsbauwerken ergreift die LMBV weitere Maßnahmen. Dies umfasst kurzfristige Sicherungsmaßnahmen am Störmthaler Kanal sowie langfristige Sicherungsmaßnahmen in Bezug zur Autobahnbrücke der A 38. Zudem wird eine redundante Absperrung am oberen und unteren Querbauwerk (vsl. als Bohrpfahlwand) hergestellt. Die LMBV folgt damit einer Anordnung des Sächsischen Oberbergamtes.

Weitere Informationen sind auf der Unterseite zum Störmthaler Kanal zusammengefasst.   

Fotos: Christian Horn, April 2025


Abschluss der Sanierungsarbeiten am Kulturhaus Böhlen

Leipzig. Nach fast 20 Jahren der Sanierung am und um das Kulturhaus Böhlen, sind die Arbeiten nahezu abgeschlossen. Aus diesem Anlass haben die Stadt Böhlen und die LMBV am 25. März 2025 einige Wegbegleiter in das Kulturhaus Böhlen geladen. Vertreter der Stadt Böhlen und der umliegenden Gemeinden waren der Einladung ebenso gefolgt wie Vertreter des Sächsischen Oberbergamtes, der Landkreise und beteiligte Verbände. Zudem waren die ausführenden Baufirmen und Vertreter der LMBV vor Ort um die geleisteten Sanierungsarbeiten Revue passieren zu lassen. Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt begrüßte die Gäste und dankte ihnen für die gute Zusammenarbeit und das schöne Ergebnis. "Für viele ist das Kulturhaus selbstverständlich, das ist es aber nicht", so  Berndt. Das als "Kulturpalast" errichtete Gebäude wurde in der DDR intensiv genutzt, hat die Menschen zusammengeschweißt und war ein regionaler Dreh- und Angelpunkt. Auch heute hat das Haus eine überregionale Ausstrahlung, resümierte der gebürtige Böhlener, "Das Haus lebt wieder", freut sich der Bürgermeister.

Während den vergangenen fast 20 Jahren wurden am Kulturhaus Böhlen zahlreiche Baumaßnahmen in Projektträgerschaft der LMBV realisiert, nach §3 und §4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung. Dr. Robert Böhnke, Koordinator §4-Maßnahmen der LMBV, ließ einige Maßnahmen Revue passieren und lenkte die Blicke der rund 40 Gäste auf den denkmalschutzgerecht gestalteten Sockelputz, den sanierten und barrierefreien Eingangsbereich oder den erneuerten Parkplatz. Auch er hob die gute Zusammenarbeit aller Akteure von der Finanzierung über die Planung bis hin zur Umsetzung durch die Baufirmen.

Gemeinsam mit dem Kulturhaus Böhlen ist im ersten Obergeschoss eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Kulturhauses, dem verhängnisvollen Brand 2002 und den verschiedenen Etappen der Sanierung entstanden. Diese Ausstellung wird noch einige Wochen bis etwa Ende Juni 2025 zu sehen sein.

Das Kulturhaus von oben - zwei neue Parkplätze sind entstanden, der bestehende Parkplatz sowie die Wege zur Leipziger Strasse wurden saniert, nur kleinere Restarbeiten fnden noch statt. Foto: Kathrin Falke

Hintergrund

Das Kulturhaus Böhlen wurde 1952 als „Kulturpalast“ und eines der größten seiner Art in der DDR errichtet. Jahrzehntelang prägte es als kulturelles Zentrum das Leben der Bergleute im Südraum von Leipzig. Im Juni 2002 zerstörte ein Brand den großen Saal. Die Stadt Böhlen übernahm 2006 das Kulturhaus vom Landkreis Leipzig und begann mit der Sanierung. Ein Großteil der Arbeiten wurde im Rahmen der Paragrafen 3 und 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung finanziert, die LMBV ist als Projektträger für die Umsetzung zuständig.


Dietmar Berndt, Bürgermeister der Stadt Böhlen, würdigt die Bedeutung des Kulturhauses für die Stadt und die Region.

Dr. Robert Böhnke, Koordinator §4-Maßnahmen der LMBV berichtet über das langjährige Sanierungsgeschehen.

Zahlreiche Beteiligte und einzelne Bürger waren der Einladung gefolgt.

Christiane Fuhrmann, Leiterin des Kulturhauses, stößt mit Gästen auf die erfolgreiche Sanierung an.

Die Pressevertreter mit Blick in den Großen Saal.

Der Große Saal wurde als erstes durch die Stadt Böhlen saniert und war 2008 fertig.

Fotos: Christian Kortüm für LMBV


LMBV informiert zum Sachstand am Störmthaler Kanal

Leipzig. Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen und Veränderungen an den Sicherungsbauwerken werden in den nächsten Wochen Sofortmaßnahmen am Störmthaler Kanal zwischen Markkleeberger und Störmthaler See beginnen. Dies teilte Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH, am 26. Februar 2025 in Markkleeberg mit. Die LMBV folgt damit einer Anordnung des Sächsischen Oberbergamts, die kurzfristig erfolgen wird.

„Die Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, die 2021 ergriffen worden waren, sind nach wie vor wirksam. Auch das Schleusenbauwerk ist lagestabil. Aber die Lebensdauer der Bauteile ist begrenzt, hier schreitet die Korrosion voran“, so Bernd Sablotny. Am Schleusenbauwerk sind die Problemursachen nicht behoben und zudem konnte die Gleitsicherheit nicht nachgewiesen werden. Zudem können Schädigungen durch innere Erosion in den Böschungen nicht gemessen werden. Es gibt keine technischen Möglichkeiten, um in die Böschung „hinein zu schauen“. Seit Ende vergangenen Jahres sind wieder Baumaßnahmen am Kanal sichtbar. Es wurden Wasserbausteine aufgebracht um die Böschungen zu stabilisieren. Am oberen Sperrbauwerk und unterhalb der Autobahnbrücke werden demnächst Stützkörper und Auflastfilter u.a. mit so genannten LEGO-Betonsystemsteinen aufgebaut. Auch weitere Dichtwände, so genannte Bohrpfahlwände, sind geplant.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, erklärt, welche Maßnahmen demnächst ergriffen werden. Martin Herrmann, Sächsisches Oberbergamt, bekräftigt die Notwendigkeit der Maßnahmen und die Veränderungen zur Situation 2021.

Nachdem der Ursachenbericht im Oktober 2023 vorlag, wurde mit den Partnern der Arbeitsgruppe „Störmthaler Kanal“ die Aufgabenstellung einer Machbarkeitsstudie erarbeitet und durch die LMBV beauftragt. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden im 1. Halbjahr 2026 vorliegen.

Bernd Sablotny wies darauf hin, dass die Sanierungsarbeit der LMBV vielfach Pionierarbeit sei. „Nirgendwo sonst auf der Welt ist eine vom Braunkohlentagebau beanspruchte Landschaft in diesen Dimensionen von Menschenhand umgestaltet und für künftige Generationen nutzbar gemacht worden“, erklärt er. Die Sanierung der Braunkohlereviere im Lausitzer und Mitteldeutschen Revier ist eines der größten Umweltvorhaben der Bundesrepublik.

Alle Maßnahmen in Bezug zum Störmthaler Kanal stimmt die LMBV eng mit den regionalen Akteuren ab. In der Arbeitsgruppe Störmthaler Kanal sind Vertreter des Sächsischen Oberbergamtes, der Landesdirektion Sachsen, des Landkreises Leipzig, des Regionalen Planungsverbandes Westsachsen und der Stadt Leipzig sowie die Bürgermeister von Markkleeberg und Großpösna vertreten.

 

Hintergrund

Der künstliche Kanal zwischen Störmthaler und Markkleeberger See im Südraum von Leipzig ist aufgrund von Böschungsschäden und Rissbildungen seit März 2021 gesperrt. Zur Gefahrenabwehr wurden zeitnah Querbauwerke ober- und unterhalb des Schleusenbauwerks errichtet. Im Oktober 2023 wurde in der „Arbeitsgruppe Störmthaler Kanal“ der Bericht zu den „Ursachen der festgestellten Defizite im Bereich des Störmthaler Kanals und des Kompaktbauwerkes zwischen Störmthaler und Markkleeberger See“ vorgestellt. Aktuell läuft eine „Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Gewässerverbindung Störmthaler Kanal mit Kompaktbauwerk zwischen dem Störmthaler See und dem Markkleeberger See“.

Fotos: Anika Dollmeyer / Christian Kortüm