LMBV und LTV schließen Kooperation zum Bau eines Regulierungsbauwerkes zwischen Zwenkauer und Cospudener See
Leipzig. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) und die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) haben eine Kooperationsvereinbarung zur Errichtung eines wasserwirtschaftlich-technischen Regulierungsbauwerkes zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See geschlossen.
Im 1. Quartal 2023 wurde die Entscheidung getroffen, das so genannte Schnittstellenprojekt „Harthkanal“ als gewässertouristische Verbindung zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See insbesondere aufgrund der Kostenentwicklung nicht weiter fortzuführen und damit aufzulösen.
Als Aufgaben der Braunkohlesanierung in Projektträgerschaft der LMBV bestehen die Maßnahmen der Vorflutanbindung, Überschusswasserableitung und Gewässergütesteuerung am Zwenkauer und Cospudener See sowie des Hochwasserschutzes am Zwenkauer See fort. Dem Freistaat Sachsen obliegt der Hochwasserschutz insbesondere bei Anlagen mit überörtlicher Bedeutung. Er wird absehbar nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen der LMBV die errichteten Bauwerke für den Hochwasserschutz übernehmen und betreiben.
Es ist somit zweckmäßig, dass die LTV sich mit ihrem Erfahrungsschatz in diesem Einzelfall der Braunkohlesanierung in die Realisierung der notwendigen baulichen Anlagen unter wasserwirtschaftlichen sowie Hochwasserschutzaspekten einbringt. Die Planung soll eine partielle Trassenfreihaltung zur späteren Umsetzung möglicher wassertouristischer Maßnahmen berücksichtigen. Zunächst soll eine technische Vorzugsvariante des künftigen Regulierungsbauwerkes und daraus aufbauend die notwendigen Genehmigungsunterlagen erarbeitet werden.
Zwischen Cospudener und Zwenkauer See soll das Regulierungsbauwerk entstehen. (Foto: Christian Kortüm, 2023)Das Regulierungsbauwerk soll im Süden des Cospudener Sees entstehen und unter der A38 verlaufen. (Foto: Christian Kortüm, 2023)
Planmäßige Bekalkung des Hainer Sees wurde fortgesetzt
Kahnsdorf. Ende April bis Anfang Mai wurde der Hainer See wieder bekalkt. Die Bekalkung findet seit 2019 gewöhnlicherweise einmal jährlich statt und ist notwendig, da der See einer Rückversauerung durch den Eintrag azidischer Grundwässer unterliegt – keine Seltenheit bei Bergbaufolgeseen.
Mit Beendigung des Bergbaus und der betriebsbedingten Wasserabsenkung treten durch den Grundwasserwiederanstieg sowie durch den anhaltenden Zustrom von eisenhaltigem und saurem Grundwasser verschiedene Stoffe in den See ein, welche eine Rückversauerung bedingen. Durch die Bekalkung werden neutrale pH-Verhältnisse geschaffen.
Zwischen dem 24. April und dem 3. Mai 2024 wurden insgesamt rund 600 Tonnen alkalisch wirkendes Kalksteinmehl mit Hilfe eines Spezialbootes in den Hainer See gebracht. Diese Art der Nachsorgebehandlung ist ein gängiges Vorgehen. Die Firma ABG Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH, welche auch Eigentümer des Gewässerbehandlungsschiffes ist, führte die Arbeiten durch. Der Eintrag des Kalksteinmehls wurde durch ein speziell angelegtes Monitoring der Wasserbeschaffenheit und die Aufzeichnung der gefahrenen Tracks überwacht.
Die Luftaufnahmen vom 2. Mai 2024 zeigen, wie sich das zuvor eingebrachte Kalksteinmehl im See verteilt hat. (Foto: Christian Kortüm)
Im Leipziger Südraum unterliegen neben dem Hainer See auch der Zwenkauer und der Störmthaler See aufgrund ihrer ungünstigen geologischen Randbedingungen einer Rückversauerung. Während der Störmthaler See ebenfalls regelmäßig bekalkt werden muss, wird der Zwenkauer See mit der Einleitung von alkalisch wirkendem Wasser aus der Weißen Elster behandelt.
Das zur Bekalkung eingesetzte Kalksteinmehl ist für Mensch und Umwelt unbedenklich und das Baden im See während des Eintrags weiterhin möglich. Lediglich Bootsbesitzer und Schwimmer sollten einen angemessenen Abstand zum Gewässerbehandlungsschiff halten, um eine gegenseitige Gefährdung auszuschließen.
Gut aus der Luft zu erkennen: Die im Süden gelegene Lagune Kahnsdorf mit ihren Ferienhäusern und Bootsanlegern. (Foto: Christian Kortüm)
Fotos Seitenleiste: Christian Horn f. LMBV
Das Gewässerbehandlungsschiff bringt das Kalksteinmehl in den See ein.
Verwahrung von Filterbrunnen und Entwässerungsstrecken am Gröberner See
Gröbern, Leipzig. Am Gröberner See wurden und werden verschiedene Tiefbauarbeiten durchgeführt. Es handelt sich hierbei um die Sicherung und Verwahrung alter Strecken und Filterbrunnen, welche zur Entwässerung des ehemaligen Tagebaus Gröbern dienten. Die Durchführung der Maßnahmen erfolgt in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB).
Die Maßnahme zur Verwahrung der Filterbrunnen konnte bereits abgeschlossen werden. Bei den Tiefbauarbeiten entlang der Westböschung des Gröberner Sees wurden zunächst durch sorgfältige Analyse die Hohlräume lokalisiert und anschließend mittels moderner Technik verwahrt. Die aufwendigen Arbeiten erfolgten dabei an Land als auch zu Wasser. Die Tiefbauarbeiten zur Sicherung der Strecken an der Westböschung laufen derzeit noch.
Die gezielte Sicherung der Entwässerungsstrecken und Filterbrunnen trägt zur Stabilität der Böschung bei. Bergbaufolgelandschaften stellen die Sanierer nicht selten vor geologische und bauliche Besonderheiten, wie locker gelagerte Böden oder – wie am Gröberner See – nicht verfüllte Hohlräume der früheren Infrastruktur für die Entwässerung des ehemaligen Tagebaus.
Neben der Standsicherheit haben die Maßnahmen zum Ziel, die Bergaufsicht für die Wasserfläche und angrenzende Randbereiche zu beenden und so eine Nachnutzung des Sees und seiner Uferbereiche zu ermöglichen. Rund um den See soll weiter ein naturnaher Tourismus für Erholungssuchende von nah und fern etabliert werden.
Der Gröberner See wird in einigen Bereichen bereits touristisch nachgenutzt etwa durch das See- und Waldresort Gröbern, einen Strand und ein Tiergehege. Auch Befahrungen der Wasserfläche mit einem Floß oder Paddelbooten sind möglich. Zudem laufen Planungen für das im Norden des Sees befindliche Gebiet „Hänicher Südstrand“ durch den Eigentümer Blausee GmbH.
Luftaufnahme der Bautätigkeiten am Gröberner See
Fotos: Christian Kortüm
Lappwaldsee: Zweites Flözerfest am Bergbaufolgesee
Helmstedt. Am 25. Mai 2024 wurde auf der niedersächsischen Seite des entstehenden Lappwaldsees das zweite FLÖZerfest begangen. Tausende Interessierte besuchten die zwei Eventflächen auf dem nördlichen Bergbausanierungsgelände der Helmstedter Revier GmbH (HSR). Die Bergbausaniererin LMBV zeichnet für den südlichen sachsen-anhaltinischen Bereich - den ehemaligen Tagebau Wulfersdorf - verantwortlich, an dem 2022 das erste FLÖZerfest stattgefunden hatte. Auch dieses Mal waren LMBV-Vertreter mit einem Informationsstand und großformatigen LMBV-Informationstafeln vor Ort, um die Sanierungsarbeiten vorzustellen. Das Interesse der Gäste galt den laufenden Maßnahmen und dem Planungshorizont für die Fertigstellung des länderübergreifenden Gewässers.
Für die zahlreichen Besucher gab es eine breite Palette an Angeboten und Aktionen, darunter Bootsfahrten auf dem in Flutung befindlichen Bergbaufolgegewässer, Rundflüge über den See und Führungen durch geschulte See-Gästeführer.
Eventfläche am Petersberg
Aktuelle LMBV-Sanierungsarbeiten:
Um die Südböschung der steilen Hochkippe Wulfersdorf abzuflachen, läuft seit 2022 der Erdbau im 3. Bauabschnitt. Die dort mit Baggertechnik abgetragenen Massen mit einem Volumen von rund 450.000 Kubikmetern wurden zum Teil an der Ostböschung und in den Tieflagen 1 und 2 eingebaut. Dafür wurden im Schnitt zwischen 700 m und 1.500 m Weg pro Dumper-Fahrt zurückgelegt. Die Massengewinnung an der Hochkippe wird für den 3. Bauabschnitt im 3. Quartal 2024 abgeschlossen werden. Im 4. Bauabschnitt wird der Restmassenblock mit ca. 200.000 m³ entnommen und zum oberen Glüsig transportiert und bis 2027 eingebaut. Danach wird die Fläche wiederaufgeforstet werden.
Zwischen Juli 2020 und Dezember 2021 liefen an der Hochkippe die ersten beiden Bauabschnitte im Erdbau, dabei wurden bereits circa 800.000 Kubikmeter Material umgesetzt. Insgesamt wurden somit fast 1.600.000 Kubikmeter Erdmassen auf dem Gelände des ehemaligen Tagebaus Wulfersdorf umgelagert.
Die gewachsene Ostböschung wurde durch die abgetragenen Erdmassen im Bereich der Hauptzufahrt angestützt. Hierbei wurde eine für den Sanierungsbergbau typische Böschungsneigung von 1 zu 10 auf einer Böschungslänge von ca. 400 Metern hergestellt. Die Arbeiten im Bereich der Ostböschung wurden in der zweiten Jahreshälfte 2023 abgeschlossen.
Im unteren Böschungsbereich des Glüsig hatten sich über einen längeren Zeitraum hinweg größere so genannte Erosionsrinnen mit einer Tiefe von bis zu 8 Metern ausgebildet. Um das Voranschreiten der Erosionsrinnenbildung in Richtung Hinterland zu verhindern, erfolgte zwischen September und Dezember 2022 die Sanierung der Rinnen auf einer Gesamtlänge von mehr als 400 Metern. Anfang 2023 wurde die Anspritzbegrünung (Nass-Ansaat) der Böschungsfläche von ca. 26.000 Quadratmetern durchgeführt. Im oberen Böschungsbereich müssen noch Erdarbeiten zur Anstützung der vorhandenen, steil stehenden Böschungen durchgeführt werden. Dafür laufen zurzeit die Planungen.
Die LMBV saniert durch verschiedene Maßnahmen den Bereich des ehemaligen Tagebaus Wulfersdorf.
Historie:
Nach Einstellung des Braunkohleabbaus verblieb ein bis zu 66 Meter tiefes Restloch. Die Sanierung im Tagebau Wulfersdorf bei Harbke begann 1986
und wurde nach der politischen Wende von der LMBV fortgesetzt. Bei Harbke auf niedersächsischer Seite ist seit 2014 die Helmstedter Revier GmbH (HSR), eine Tochter der MIBRAG, für die Sanierung des Tagebaus Helmstedt zuständig. Der Bereich des Tagebaus Wulfersdorf wird durch die LMBV saniert. Gemeinsames Sanierungsziel ist die Herstellung des länderübergreifenden Lappwaldsees als Bade- und Freizeitgewässer.
Die Flutung des Restloches erfolgt seit 1. Mai 2006 mit Sümpfungswässern aus dem Tagebau Schöningen in den Tagebau Helmstedt und mit Wasser aus der Westmulde. Die Flutung soll nach aktuellem Stand 2036 beendet sein. Der Lappwaldsee wird dann einen Endwasserstand von 103 Metern NHN und ein Volumen von etwa 120 Millionen Kubikmetern haben und eine Fläche von reichlich 4 Quadratkilometern umfassen. Der aktuelle Flutungsstand liegt bei 88,2 Metern NHN bzw. 64,8 Millionen Kubikmetern und damit bei 60 Prozent der Zielmarke (Stand: April 2024). Geplant ist eine stufenweise Zwischennutzung des Sees. Ein Wander- und Radwegenetz an den etwa 11 Kilometer langen Ufern wird angelegt.
Impressionen von Christian Kortüm im Auftrag der LMBV:
LMBV-InfostandLMBV-TeamSabine Taubert im GesprächKerstin Müller informiert AnwohnerLMBV-SitzwürfelLMBV-Infotafeln auf der ZuwegungBootstourenEventfläche am SeeDLRG-BootstourDLRG-Boot on tourWarten auf die Bootstour
Informationsveranstaltung zu den laufenden Sanierungsmaßnahmen in Schelditz
Rositz. Die Sanierung der chemischen Altlasten im Schnittstellenprojekt Schelditz geht weiter: Nach langwieriger Planung konnte im Auftrag der LMBV im Februar 2024 eine temporäre Grundwasserreinigungsanlage im Rositzer Ortsteil Schelditz errichtet werden. Von Mitte März bis einschließlich Juli 2024 werden Pumpversuche in unterschiedlichen Tiefenlagen über die vorhandenen Pegel auf drei benachbarten Grundstücken in der Straße der Chemiearbeiter und der Talstraße Rositz, Ortsteil Schelditz, durchgeführt.
Im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 16. Mai 2024 lud die Bergbausaniererin Gemeindevertreter und interessierte Bürger aus Rositz zum Vortrag in das dortige Kulturhaus ein. Begrüßt wurden die Anwesenden durch LMBV-Abteilungsleiterin Jana Hübner. Anhand eines Fachvortrags von Dipl.-Ing. Kathleen Zuber und Dipl.-Geol. Wito Reinhardt, ARGE Planer Schelditz, wurden sowohl Aufbau und Wirkungsweise der Grundwasserreinigungsanlage als auch der Ablauf der Pumpversuche erläutert. Letztere dienen der Datengewinnung von Grundwasserströmungsverhältnissen und werden zur Neuberechnung des sogenannten Hydrogeologischen Großraummodells eingesetzt. Die gewonnenen Ergebnisse bilden – zusammen mit den Erkenntnissen zur Reinigungstechnologie aus der Pilotanlage vor einigen Jahren – die Grundlage für die weitere Planung der Gefahrenabwehrmaßnahmen in Schelditz und für die notwendigen Genehmigungsverfahren.
Im Anschluss konnten Interessierte die Baustelleneinrichtung an der Straße der Chemiearbeiter von Außen besichtigen. Die neue Reinigungsanlage ist umzäunt, um den fortlaufenden Betrieb der Anlage uneingeschränkt zu gewährleisten.
Vor an der Baustelle informierten sich interessierte Bürger über die Arbeiten (Foto: Christian Horn)
Die Anlage steht an der Talstraße (Foto: Christian Kortüm)
Blick ins Innere eines Containers (Foto: Christian Kortüm)
Dr. Stephanie Hurst vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz und Andreas Schmalwasser vom Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz im Gespräch. (Foto: Christian Horn)
Kein Grund zur Sorge: Mitteilung zum Wasserstand im Großen Goitzschesee
Aufgrund wiederholter Anfragen durch Bürger und Anlieger an die LMBV zum Wasserstand im Großen Goitzschesee informiert die LMBV zu dem Sachverhalt.
Der Wasserstand im Goitzschesee befindet sich nachweislich im planfestgestellten und genehmigten Schwankungsbereich.
Die aktuelle Messung des Wasserstandes vom 30.04.2024 weist eine Höhe von +75,35 Metern NHN auf. Der planfestgestellte und zugelassene obere Wasserstand liegt bei +75,75 Metern NHN. Somit bewegt sich der Pegelstand der Goitzsche mit 40 Zentimetern deutlich unterhalb dieser Grenze.
Die Trockenperioden der vergangenen Jahre haben sicherlich zu einer klimabedingten Schwankung des Wasserstandes nach unten beigetragen und somit den Eindruck erweckt, dass der niedrigere Wasserstand dem „Normalzustand“ des Gewässers entspricht. Dem ist nicht so.
Der Goitzschesee unterliegt wie jedes Gewässer klimatisch und hydrologisch bedingten Schwankungen, welche sich dann in fallenden und steigenden Pegelständen widerspiegeln.
Der Abfluss des Sees über den Leineauslauf ist durch die LMBV gewährleistet. Der Betrieb des Leinewehrs zur Überleitung in die Mulde erfolgt über den Landesbetrieb für Hochwasserschutz Sachsen-Anhalt (LHW). Nach Rücksprache mit dem LHW sind sowohl das Goitzscheauslaufbauwerk zur Leine als auch das Leineabsperrbauwerk in den letzten Wochen voll geöffnet und die Schieber stehen deutlich über dem Wasserspiegel, sodass der freie und ungehinderte Abfluss aus dem Großen Goitzschesee in die Mulde gewährleistet ist.
Der Große Goitzschesse aus der Luft (Foto: Christian Kortüm)
Einweihung der Servicestation und des Veranstaltungszentrums am Biedermeierstrand
Schkeuditz/Leipzig. In den vergangenen zehn Jahren flossen rund neun Millionen Euro in die touristische Entwicklung am Strand Hayna. Die Ergebnisse dieser langjährigen Arbeit sind nun sichtbar und wurden am 7. Mai 2024 durch die beteiligten Akteure – Stadt Schkeuditz, Haynaer Strandverein und LMBV – feierlich eingeweiht.
Begrüßt wurden die Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft von Christoph Zwiener, Vorsitzender des Haynaer Strandverein e.V., oberhalb der 2019 errichteten Treppenanlage. Nach einem kurzen Spaziergang zur frisch fertig gestellten Überwachungs- und Servicestation erläuterten Sandra Prax und Christian Mittag vom Architektur- und Ingenieurbüro MITTAG+PRAX die Besonderheiten und Vorzüge des kleinen, aber feinen Gebäudes, das sich farbenfroh in den Strandbereich einbettet.
Wenige Schritte weiter durften die Gäste Deutschlands größte überdachte Seebühne aus der Nähe betrachten und von den nun rund 1.000 Sitzplätzen aus das weitere Programm verfolgen. Nach einem kleinen kulturellen Zwischenspiel ließ Dr. Robert Böhnke, Projektkoordinator § 4-Maßnahmen bei der LMBV, die Etappen der vergangenen zehn Jahre Revue passieren. Dabei legte er den Fokus auf die Zusammenarbeit der zahlreichen Akteure, die bei der Finanzierung und Ausgestaltung beteiligt waren. Als einer dieser Akteure äußerte sich Rayk Bergner, Oberbürgermeister der Stadt Schkeuditz: „Es ist sehr beachtlich, was am Schladitzer See in den letzten Jahren mit Hilfe von ‚Kohlemitteln‘ entstanden ist! Der Biedermeierstrand ist zu einer Destination für Freizeit, Tourismus und Kultur geworden. Mit Seebühne und Strand gibt es hier echte Besuchermagnete.“
Anschließend führte Christoph Zwiener die Seebühne ihrer Bestimmung zu. Mit der Eröffnung der Spielsaison 2024 weckte er die Neugier auf die abwechslungsreichen Vorstellungen. In guter Tradition hatte er einzelne Protagonisten des Repertoires dabei, die mit einer Kostprobe ihres Könnens die Vorzüge der neu gestalteten Seebühne eindrucksvoll demonstrierten.
Feierlicher Banddurchschnitt: Christian Mittag (Architektur- und Ingenieurbüro Mittag +Prax), Rayk Bergner (Oberbürgermeister der Stadt Schkeuditz), Christoph Zwiener (Vorsitzender Hayner Strandverein) und Dr. Robert Böhnke (LMBV) (v.l.n.r.)
Die Baumaßnahmen der letzten 10 Jahre
In den Jahren 2023 und 2024 wurden parallel zwei große Baumaßnahmen realisiert: Erstens, die Vergrößerung des Veranstaltungszentrums am Haynaer Strand mit der baulichen Erweiterung der Bühne und Tribünen einschließlich Überdachung für eine Verdreifachung der Zuschauerkapazität von 350 auf rund 1000 Plätze. Die Gesamtkosten von voraussichtlich vier Millionen Euro verteilen sich mit 3,6 Millionen auf den Freistaat Sachsen und mit 400.000 Euro auf den Haynaer Strandverein, der die Baumaßnahmen in Eigenregie umsetzte. Zweitens, die Errichtung einer Überwachungs- und Servicestation mit Sanitäranlagen und Erste-Hilfe-Raum im räumlichen Zusammenhang mit Strand und Seebühne. Bei dieser Maßnahme war die Stadt Schkeuditz als Bauherr tätig, die LMBV fungierte als Projektträger und die Finanzierung der 1,2 Millionen erfolgte zu 90 Prozent über den Freistaat Sachsen und zu 10 Prozent über die Stadt Schkeuditz.
Von Juni 2018 bis Oktober 2019 entstanden bereits der Strandbereich, ein Parkplatz mit 386 Stellflächen und eine barrierefreie Bushaltestelle. Zudem wurde die Freifläche zwischen Parkplatz und Strand mit Asphaltzufahrt, barrierefreiem Zugang zum Strand und Treppenanlage gestaltet. Die Anbindung an die Südumfahrung des Schladitzer Sees sowie die elektro- und abwassertechnische Erschließung vervollständigen die Arbeiten von 2018 und 2019. Diese wurden von der Stadt Schkeuditz als Bauherr betreut und von der LMBV als Projektträger umgesetzt. Die Kosten von 3,7 Millionen Euro wurden auch hier vom Freistaat Sachsen (3,3 Millionen) und der Stadt Schkeuditz (400.000 Euro) getragen.
Hintergrund:
Der Freistaat Sachsen verfolgt im Umfeld der Bergbaufolgeseen eine nachhaltige Entwicklung für verschiedenartige Nutzungen. Für Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards – sogenannte § 4‑Maßnahmen – stellt er zusätzliche Mittel aus dem Landeshaushalt zur Verfügung, um gute Voraussetzungen für Folgeinvestitionen zur touristischen Nutzung zu schaffen. Dies ist im Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung geregelt.
Die LMBV fungiert als Projektträger dieser § 4‑Maßnahmen und in Bezug auf die bergbaulichen Sanierungen als gesetzlich Sanierungsverpflichteter. Somit werden Synergien zwischen Wiedernutzbarmachung und Folgenutzung erreicht, mit dem Ziel eine attraktive Bergbaufolgelandschaft zu entwickeln.
Ein paar Eindrücke der Einweihung
(Fotos: Christian Modla)
Rund 60 Gäste waren der EInladung gefolgt.Die Gäste erkunden die neu eingeweihte Service- und Überwachungsstation.Jetzt ist sie die größte überdachte Seebühne Deutschlands.Dr. Rober Böhnke, Projektkoordinator § 4-Maßnahmen vertrat die LMBV und ließ die Arbeiten der vergangenen 10 Jahre Revue passieren.Nach der Erweiterung finden jetzt rund 1.000 Besucher Platz unter dem Dach der Seebühne. Zur Saisoneröffnung waren nur rund 60 Plätze belegt.Blick auf die neue Bühne mit einem Quintett des Leipziger Symphonieorchesters
Umfangreiche Sanierung am Kulturhaus Böhlen bis April 2025
Böhlen. Das unter Denkmalschutz stehende Kulturhaus Böhlen wird seit mehreren Jahren umfassend saniert. Im Zeitraum von Februar 2024 bis April 2025 werden die Außenanlagen und die Grundleitungen erneuert. Unter anderem werden die Entwässerungsleitungen (Schmutz- und Regenwasser) komplett ersetzt, zwei neue Parkplätze angelegt und der bestehende Parkplatz grundhaft saniert. Auch die Wege im Umfeld des Kulturhauses werden ertüchtigt, so die Feuerwehrumfahrt um das Gebäude und die Bühnenzufahrt befestigt. Darüber hinaus wird im Zuge der Arbeiten die Straßenbeleutung neu gebaut, am Haupteingang werden die Freitreppe erneuert, ein barrierfreier Zugang hergestellt und Fahrradbügel installiert. Die Wegeverbindung zur und die Treppenanlage im Anschlussbereich der Leipziger Straße werden ebenfalls saniert. Die Gesamtkosten für diese Teilmaßnahme belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Im Anschluss an die Baumaßnahmen schließen sich Ausgleichs- und Ersatzpflanungen an, die für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2025 geplant und mit Kosten in Höhe von 80.000 Euro kalkuliert sind.
Einschränkungen in der Verkehrsführung
Aufgrund der räumlichen Lage und der im laufenden Betrieb des Kulturhaus Böhlen stattfindenden Baumaßnahme, kommt es zu Einschränkungen in der Verkehrsführung, den Parkmöglichkeiten sowie zu Einschränkungen von vorhandenen Geh-/Radwegen rund um das Kulturhaus. Die Zu- und Ausfahrt vom Kulturhaus ist bis auf Weiteres nur über die bisherige Ausfahrt vom Parkplatz möglich und vor Ort entsprechend ausgeschildert.
Die geänderte Verkehrsführung am Kulturhaus Böhlen (Grafik: Stadt Böhlen)
Bautechnische Sanierung Ende 2023 abgeschlossen
Die jüngsten Arbeiten am Gebäude des Kulturhauses Böhlen liefen von Mai 2022 bis Dezember 2023. In diesem Zeitraum wurde unter anderem der Bühneneingang komplett erneuert. Die Gesamtkoten für diese Teilmaßnahme beliefen sich auf 1,35 Millionen Euro.
Zudem erfolgten folgende Arbeiten:
Sanierung der Sockelbereiche durch
Horizontale und vertikale Bauwerkstrockenlegung
Sanierung / Erneuerung des Sockelputzes
Schadensbeseitigung / Überarbeitung von schadhaften Bereichen an den Innenwandflächen
Erneuerung der Schmutzwassergrundleitungen am Gebäudeaustritt und Anbindung an die Bestandsleitungen
Erneuerung Blitzschutz ab Sockelkante abwärts
Erneuerung der Bühneneingangskonstruktion
Sanierung von schadhaften Bereichen innerhalb des Gebäudes
Sockelsanierung nach denkmalschutzrechtlichen Vorgaben
Finanzierung
Die Kosten von voraussichtlich 3,3 Millionen Euro (brutto) werden über den §4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung finanziert. Der Freistaat Sachsen übernimmt 85 Prozent der Kosten, die Stadt Böhlen kommt für 15 Prozent der Kosten auf. Bauherr ist die Stadt Böhlen. Die LMBV ist als Projektträger für die Umsetzung zuständig.
Einer der zwei neuen Parkplätze entsteht gegenüber des Bühneneinganges. (Foto: LMBV)
Der zweite neue Parkplatz ensteht ebenfalls nordöstlich des Kulturhauses. (Foto: Stadt Böhlen)
Dietmar Berndt, Bürgermeister der Stadt Böhlen (2.v.r.) im Gespräch mit Vertretern von Presse, Baufirmen, Kulturhaus und LMBV. (Foto: Stadt Böhlen)
Luftaufnahme des Kulturhauses Böhlen vom August 2022 (Foto: LMBV)
Verbesserung der Oberflächenentwässerung am Gremminer See
Gräfenhainichen/Leipzig. Am Gremminer See laufen derzeit Sanierungsmaßnahmen, um das Entwässerungssystem der Südböschung wirksamer zu gestalten. Die Arbeiten konzentrieren sich darauf, die Oberflächenentwässerung zu verbessern, um so den ungehinderten Abfluss des Oberflächenwassers in den See zu gewährleisten.
Die Vernässung des Südufers ist an einigen Stellen bereits durch den Bewuchs mit Schilf erkennbar. Die hohen Niederschlagsmengen der vergangenen Monate führten erneut dazu, dass es zu größeren Vernässungen im Böschungsbereich kam und veranschaulichen den Grund für die Maßnahme. Um eine effizientere Ableitung des Wassers zu ermöglichen und potenzielle Überschwemmungen der Böschung zu verhindern, werden die vorhandenen Entwässerungsgräben vertieft. Diese benötigen dadurch etwas mehr Platz, so dass an einigen Stellen die Skulpturen entlang des Weges um wenige Meter versetzt werden. Zusätzlich werden Ableiter ausgebaut, die von den Entwässerungsgräben in den See führen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den natürlichen Wasserfluss zu verbessern und Standsicherheit der Südböschung zu erhalten.
Des Weiteren wird die Umgestaltung der Weggabelung unterhalb des Stadtbalkons (Zugangsbereich von der Stadt Gräfenhainichen) vorgenommen. In der dort bestehenden Senke sammelt sich das Wasser und überschwemmt teilweise die Wege, die dann nur noch schwer zu passieren sind. Um das Problem zu beheben werden der Hauptwirtschaftsweg angehoben und die wegebegleitende Entwässerung erneuert. Damit soll die Zugänglichkeit der Wege langfristig verbessert werden. Die Arbeiten haben 2023 begonnen und sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Die Baumaßnahmen am Südufer des Gremminer Sees sollen vorraussichtlich noch 2024 abgeschlossen werden.
Fotos: Christian Kortüm
Die zu kleinen Entwässerungsgräben werden erweitert.Erkennbarer Schilfbewuchs am vernässten Hang. Das neue Fundament für die Skulptur ist bereits fertig.Erweiterter EntwässerungsgrabenEiner der neuen Ableiter, über den das Wasser aus den Entwässerungsgräben in den Gremminer See fließen wird.
Verwahrung von Filterbrunnen am Geiseltalsee
Leipzig. Am Geiseltalsee lässt die LMBV derzeit 29 Filterbrunnenstandorte und bis zu sechs Pegelstandorte fachgerecht sichern. Diese befinden sich im Ufer- bzw. Flachwasserbereich des Geiseltalsees. Auf Grund der Lage im Wasser bzw. im unmittelbaren Uferbereich werden die Filterbrunnenstandorte mit einem Geogitter gesichert werden. Dazu wird die Öffnung des nicht mehr genutzten Filterbrunnens mit einem sechs mal sechs Meter großem Gitter bedeckt und anschließend mit einer 50 Zentimeter dicken Schicht aus Wasserbausteinen bedeckt (ausgeführt als Pyramidenstumpf). Die Sicherung der Filterbrunnenstandorte erfolgt in einer Tiefe von mindestens 80 Zentimetern unter der Gewässersohle bzw. Geländeoberkante. Für 24 der 29 Filterbrunnen und für alle Pegelstandorte erfolgt die Sicherung mit schwimmbarer Gerätetechnik vom Wasser aus. Die restlichen fünf Filterbrunnenstandorte werden von Land aus gesichert. Die Arbeiten werden von der Firma ABG Dresden ausgeführt und sollen bis Ende Juni 2024 abgeschlossen sein.
Die Filterbrunnen liegen mindestens 80 cm im Wasser, deshalb muss auch die Technik vom Wasser aus arbeiten.
Diese Arbeiten sind notwendig, um die Sicherheit der ehemaligen Braunkohlenflächen zu gewährleisten. Die Filterbrunnen dienten während der Kohleförderung dazu, den Tagebau trocken zu legen. Mit Einstellung der Wasserhaltung und Flutung des Geiseltalsees haben sie ihre Funktion verloren. Da die Filterbrunnen einen Durchmesser von etwa 35 Zentimetern haben und zwischen acht und 130 Metern tief sind, geht von ihnen eine potentielle Gefahr für Badende aus, weshalb die LMBV alle Brunnen verfüllen lässt. Dies ist zudem eine Bedingung, um die Flächen aus der Bergaufsicht entlassen zu können.
Die Verwahrung der Filterbrunnen am Geiseltalsee soll bis Ende Juni 2024 abgeschlossen sein.
Impressionen der Arbeiten. Fotos: Christian Kortüm
Der Bagger auf seiner Schwimmplattform.
24 Brunnen und sechs Pegel am Ufer des Geiseltalsees werden verwahrt.
Der Filterbrunnen wird freigelegt und anschließend fachgerecht verwahrt.
Das Geogitter wurde über dem Filterbrunnen platziert und wird anschließend mit Wasserbausteinen abgedeckt.
Die Arbeiten zur Verwahrung der Filterbrunnen aus der Luft betrachtet.