Schonende Sprengverdichtung am Concordia See

Nachterstedt. Am Concordia See geht die Sanierung weiter: Seit dem 7. Januar 2025 wird an einem Teilbereich der östlichen Rutschungsflanke die Schonende Sprengverdichtung durchgeführt. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Verflüssigungsgefahr des Bodens zu beseitigen, um eine stabile Grundlage für weitere Arbeiten zu schaffen.

Für den Bereich der östlichen Rutschungsflanke wurde im Ergebnis einer Variantenbetrachtung die erdbautechnische Aufweitung des Böschungssystems als Vorzugsvariante herausgearbeitet. Mit der erdbautechnischen Aufweitung soll der neue Böschungsfuß soweit landseitig zurückverlegt werden, dass das Böschungssystem im sicheren Bereich gegründet werden kann. Im Rahmen der Realisierung der erdbaulichen Aufweitung der östlichen Rutschungsflanke wurden jedoch unterhalb des Höhenniveaus +100 m NHN verflüssigungsempfindliche Kippenmaterialien angetroffen, die der Bergbaualtkippe zuzuordnen sind. Deshalb ist vor der weiteren Sanierung eine bereichsweise Vergütung der verflüssigungsempfindlichen Sande im Bereich unterhalb der Berme +90,50 m NHN notwendig. Die Vergütung erfolgt mittels schonender Sprengverdichtung.

Luftaufnahme des Concordia Sees 2024

Auf Grund der schwierigen Witterungsbedingungen und dem damit verbundenen vernässten Boden vor Ort erfolgen die Arbeiten aktuell mit leichten Verzögerungen. 49 Sprengtage sind angesetzt, um die Verdichtungsarbeiten abzuschließen.

Insgesamt wird in 290 Bohrlöchern in unterschiedlichen Tiefen gesprengt, je nach Lage des zu verdichtenden Bodenhorizonts. Die maximale Verdichtungstiefe beträgt dabei 25 Meter. Das Verfahren der Schonenden Sprengverdichtung erfolgt im Dreiecksraster, den sogenannten Tripolen. Die einzelnen Bohrlöcher liegen jeweils fünf Meter voneinander entfernt. Der Abstand wurde im Vergleich zur vorangegangenen Schonenden Sprengverdichtungen im Jahr 2021 reduziert. Hier lag er bei 7,5 Metern. Pro Sprengtag werden zwei möglichst weit voneinander entfernte Tripole mit jeweils drei Sprengbohrlöchern gesprengt.

Dieser Abschnitt der Sanierung gehört, neben der sogenannten zentralen Rutschungsflanke im Bereich der Südwest-Böschung (Rutschungsereignis von 2016), zu den letzten Bereichen, die verdichtet werden müssen.

Die Vergütung der setzungsfließempflindlichen Sande mittels Schonender Sprengverdichtung funktioniert nur im wassergesättigten Teil des Kippenbodens. Die darüber liegende erdfeuchte Bodenschicht kann durch dieses Verfahren nicht erreicht werden. Daher muss hier nachfolgend noch ein Massenaustausch erfolgen. Die Bodenschicht wird herausgenommen und anschließend durch einen lagenweise verdichteten Wiedereinbau erneut aufgebracht.

Die aktuell laufenden Sanierungsmaßnahmen am Concordia See sind entscheidend für die standsichere Gestaltung des Böschungssystems und dienen zur Vorbereitung für die nächsten Schritte der Bauarbeiten.


Das Verfahren der Schonenden Sprengverdichtung

Fotos: Christian Kortüm


Sanierung der Oberflächenentwässerung am Gremminer See abgeschlossen

Gräfenhainichen. Die Sanierung der Oberflächenentwässerung am Südufer des Gremminer Sees ist erfolgreich abgeschlossen. Die Sanierung war notwendig, da der Rundweg an einigen Stellen regelmäßig unter Wasser stand. Seit Anfang 2025 ist der Rundweg nun wieder öffentlich zugänglich.

Im Rahmen der Sanierung wurden die Entwässerungsgräben parallel zum Rundweg auf rund zwei Kilometern Länge vertieft und zusätzliche Gräben in Richtung Gremminer See angelegt. Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass das anfallende Regenwasser nun effizienter in den See abfließen kann.

Der Hauptgrund für die Sanierung der Entwässerungsanlagen war die dauerhafte Vernässung großer Teile der Südböschung, sowie der Weggabelung auf Höhe von Strohwalde (Beutelhaldenweg). Dieses Dreieck wurde mit größeren Entwässerungsrohren ausgestattet, direkt an der Böschung mit tieferem Graben versehen und insgesamt höhergelegt. Am Wegdreieck ist dadurch ein gewisser Retentionsraum entstanden, der, genau wie der straßenbegleitende Graben, bei Starkniederschlägen die Wassermassen aufnimmt und kontinuierlich an die Ableitgräben zum See abgibt. Die Anzahl der Ableitgräben wurde verringert und zum Teil neu verortet um eine künftige touristische Nutzung zu ermöglichen.

Die Arbeiten hatten Ende 2023 begonnen und konnten Ende 2024 planmäßig abgeschlossen werden. Einige Skulpturen entlang des Weges mussten aus Platzgründen im Rahmen der Sanierungsarbeiten wenige Meter versetzt werden.

Die Luftaufnahme zeigt den Gremminer See mit dem Stadtbalkon am Südufer (vorn im Bild) und den Baggern und Absetzern von Ferropolis, der "Stadt aus Eisen", auf der Halbinsel.

Fotos: Christian Kortüm


Gröberner See: Ufersicherung läuft und Verwahrung ist abgeschlossen

Gröbern. Am Gröberner See wird seit Dezember 2024 an der Ostböschung gearbeitet. Aufgrund fortschreitender Erosion ist das Ufer teilweise eingebrochen und beschädigt. Bereits in den vergangenen Jahren fanden wiederholt Arbeiten zur Ufersicherung statt. Da der Wind überwiegend aus Westen weht, führt der Wellenschlag ans Ostufer an mehreren Stellen zu Kliffbildung, wodurch die Gefahr von Uferabbrüchen besteht. Um dies zu bremsen und den nahe gelegenen Wirtschaftsweg zu schützen, erfolgt bis zum Frühjahr 2025 die Ufersicherung von Land und vom Wasser aus. Um den Jahreswechsel erfolgte die Baufeldfreimachung, die erste von drei Baustraßen als Zugang zum Ufer wurde bereits angelegt und geschottert. Vom Wasser aus wird das Ufer glattgezogen, es werden Wasserbausteine aufgeschüttet, in einigen Bereichen wird als Brandungsschutz ein Schilfgürtel angelegt. An einer weiteren Stelle hat sich infolge der Erosion bereits eine kleine Steilwand gebildet, in der Schwalben gern brüten. Diese bleibt bestehen. Die Arbeiten umfassen eine Uferlänge von rund 300 Metern und werden von der Firma Bickhardt Bau SE ausgeführt.

Uferlinie von Süd nach Nord, von unten rechts nach oben links.
Die erodierte Uferlinie am Ostufer. Am ersten Abschnitt wurden bereits Wasserbausteine aufgeschüttet.

Verwahrung im Tiefbau an der Westböschung abgeschlossen

Ende 2024 wurde an der Westböschung die Verwahrung von Filterbrunnen und untertägigen Hohlräumen erfolgreich abgeschlossen. Die alten Strecken und Filterbrunnen dienten im ehemaligen Tagebau Gröbern der Entwässerung. Die Hohlräume wurden mit hydraulischem Versatzbinder verfüllt und damit gesichert, so dass das ehemalige Tagebaugelände sicher nachgenutzt werden kann. Diese Sicherungen sind zudem Voraussetzung für die Beendigung der Bergaufsicht in diesem Gebiet. Die aufwendigen Arbeiten erfolgten dabei an Land sowie vom Wasser aus.

 

Hohlraum unter Bahntrasse entdeckt

Während der Arbeiten wurden neue Tiefbaubereiche entdeckt. Diese waren nicht groß, lagen aber im Bereich der ICE-Bahntrasse Berlin – Erfurt und waren daher relevant für die Standsicherheit der Gleistrasse. In enger Abstimmung mit dem Landesamt für Geologie und Bergwesen von Sachsen-Anhalt (LAGB) und der Deutschen Bahn wurden alle Hohlräume sicher verwahrt. Anschließend wurden Kontrollbohrungen durchgeführt, um den Erfolg der Versatzmaßnahme nachweisen zu können. Die Auswertung der Bohrkerne läuft noch. Die Arbeiten vor Ort sind abgeschlossen und der Wirtschaftsweg um den See, der gern von Hundebesitzern und Naturliebhaber genutzt wird, ist wieder uneingeschränkt nutzbar.

Fotos: Christian Kortüm


Einigung zum künftigen Verlauf des Lober-Leine-Kanals erfolgt

Leipzig/Bitterfeld-Wolfen. Eine wesentliche Voraussetzung für den Aufschluss des Tagebaus Goitsche war der Bau des Lober-Leine-Kanals zwischen 1949 und 1951. Die beiden Flüsse Lober und Leine querten das für den Abbau vorgesehene Feld. Um das Gelände für den Braunkohlentagebau frei zu machen, wurde innerhalb von zwei Jahren ein 14 Kilometer langer Kanal zur Aufnahme des Wassers der beiden Flüsse und zu dessen direkter Ableitung in die Mulde nahe des Ortes Döbern gebaut. Im Jahr 1982 wurde der Lober-Leine-Kanal nochmals in ein neues Bett verlegt – dieses Mal zur Freimachung des Baufeldes Rösa.

Der Kanal zwischen dem Goitzschesee und dem Seelhausener See war von vornherein nur als temporäres Gewässer geplant und sollte nach DDR-Bergbau-Planungen überbaggert werden, zumal er künstlich abgedichtet ist und keine Verbindung zum Grundwasser hat. Mit dem Ende des aktiven Braunkohlenabbaus in der Region und der Aufstellung der Abschlussbetriebspläne wurde der LMBV die Verantwortung zum Abschluss der Tagebaue einschließlich der Wiedernutzbarmachung der vom Bergbau beanspruchten Oberfläche und die nachbergbauliche Neugestaltung der Oberflächenabflusssysteme übertragen.

Die Luftaufnahme zeigt den aktuellen Verlauf des Lober-Leine-Kanals zwischen dem Großen Goitzschesee und dem Seelhausener See. (Foto: LMBV)

Über den künftigen Verlauf von Lober und Leine und damit verbunden über den Verbleib der Abschnitte Lober-Kanal und Lober-Leine-Kanal, gab es bei den beteiligten Fach- und Genehmigungsbehörden in Sachsen und Sachsen-Anhalt unterschiedliche Auffassungen. Im Jahr 2024 konnten zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft und der LMBV die letzten Vorabstimmungen zur geplanten Einbindung von Lober und Leine in den Seenverbund erfolgreich abgeschlossen werden.

Lober und Leine werden in der Ortslage Sausedlitz über den Altlauf des Lober-Leine-Kanals und nachfolgend über das alte Flussbett der Leine in den Seelhausener See und von hier über einen neu zu errichtenden offenen Graben in den tiefer liegenden Großen Goitzschesee geführt. Damit wird jetzt die gefundene Vorzugsvariante für das noch zu führende Planfeststellungsverfahren planerisch und genehmigungsrechtlich durch die Planungs- und Fachbereiche der LMBV vorbereitet.

Dieses umfangreiche länderübergreifende Sanierungsprojekt in Sachsen und Sachsen-Anhalt ist eines der größten noch bevorstehenden Fließgewässerprojekte, welches am Standort Mitteldeutschland umzusetzen ist. (CS)


Speicher Borna: Anbindung der Baustraße an die B93 weitestgehend abgeschlossen

Leipzig/Borna. Für die Gefahrenabwehrmaßnahme „Sanierung Speicherbecken Borna, Baufeld Ost“ baut die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) derzeit an der Erschließung des ostseitigen Sanierungsgebietes am Speicher Borna.

An der B 93 zwischen Blumroda und Borna wurde eine zusätzliche Linksabbiegerspur gebaut, die zur Anbindung an die Baustraße benötigt wird. Der Bau machte eine halbseitige Sperrung der B 93 notwendig. Diese Sperrung wurde am 16. Dezember 2024 rechtzeitig vor den Feiertagen aufgehoben, sodass der Verkehr wieder regulär fließen kann.

Der Parkplatz am Anbindepunkt diente als Baustelleneinrichtung und kann seit dem 18. Dezember wieder genutzt werden. Die Fertigstellung des Anbindepunktes für die Baustraße sowie der Bau der Entwässerungsgräben und der Parkplatzzufahrt erfolgen im kommenden Jahr. Nach Abschluss dieser Arbeiten folgt als nächster Schritt die Errichtung der Baustraße und des Montageplatzes im nebenliegenden Feldbereich.

Die Maßnahme erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Niederlassung Leipzig. Der Auftrag für die Baumaßnahme wurde an die Rädlinger Straßen- und Tiefbau GmbH vergeben.

Hintergrund:

Für gekippte Teilbereiche des Speicherbecken Bornas ist eine Gefahr von Grundbruch und Setzungsfließen nicht auszuschließen. Deshalb sind seit Mai 2010 Teilbereiche vorsorglich gesperrt. Seit Januar 2020 wurde der Sperrbereich nochmals erweitert. Nach Arbeiten im Probefeld West und an der Hochkippe Borna folgen nun die Arbeiten zum Probefeld Ost. Der erste Schritt ist dessen verkehrstechnische Erschließung.

Die halbseitige Sperrung zwischen Blumroda und Borna ist seit dem 16.12.2024 wieder aufgehoben.

Ein Einblick in die Arbeiten kurz vor Freigabe der Straße. (Fotos: LMBV)


LMBV und Gäste blickten zur Barbarafeier auf das Jahr 2024 zurück

Radebeul. Am 4. Dezember 2024 hatte die LMBV zu ihrer diesjährigen Festveranstaltung zu Ehren der Heiligen Barbara nach Radebeul eingeladen. Erstmals begrüßte Torsten Safarik, kaufmännischer Geschäftsführer, die rund 400 geladenen Gäste. Als Grußwortrednerin ging anschließend die Präsidentin der Landesdirektion (LDS), Regina Kraushaar, in ihrem Statement, ausgehend von der historischen Figur der Schutzpatronin, auf aktuelle Herausforderungen im Zusammenwirken der Akteure der Bergbausanierung ein.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung, dankte der Präsidentin - stellvertretend für ihre gesamte Behörde - für die zielführende Zusammenarbeit mit der LDS und hob das gemeinsame Engagement zur Abgrenzung von Berg- und Wasserrechtsfragen hervor. Damit werden eine arbeitsteilige Bearbeitung von wasserrechtlichen Genehmigungen und bergrechtlichen Zulassungen durch die LDS und das Oberbergamt möglich und Doppelgenehmigungen auf das nötigste beschränkt.

Regina Kraushaar wurde als Ehrenbergfrau der LMBV geehrt.

In seinem Bericht aus den Revieren der LMBV blickte Bernd Sablotny auf ausgewählte Projekte des Jahres zurück und zeigte anhand ausgesuchter Sanierungs- und Verwahrungsmaßnahmen die Ergebnisse der LMBV beispielhaft auf und gab teilweise auch einen Ausblick auf die noch anstehenden Aufgaben in der Braunkohlesanierung und in der Verwahrung im Bereich Kali-Spat-Erz.

Der LMBV-Chef resümierte u.a., dass im Jahr 2024 die LMBV voraussichtlich Leistungen in einem Finanzierungsumfang von circa 281 Millionen Euro in der Braunkohlesanierung erbracht haben wird. In den Maßnahmen nach rechtlicher Verpflichtung nach § 2 werden das circa 187 Millionen Euro, für die Maßnahmen nach § 3 des Verwaltungsabkommens, circa 53 Millionen Euro und für die Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards in Brandenburg und Sachsen nach § 4 circa 13 Millionen Euro sein. Im Bereich Kali-Spat-Erz werden bis zum Jahresende Verwahrungsleistungen in Höhe von 28 Millionen Euro umgesetzt sein.

Sablotny dankte sowohl den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LMBV als auch dem Gesellschafter, dem Bundesministerium der Finanzen, dem Aufsichtsrat, den Finanziers der Bergbausanierung, den Sanierungsgesellschaften und Ingenieurbüros, den Sachverständigen, den Behörden und allen weiteren Beteiligten ganz herzlich für die aktive Begleitung der LMBV-Geschäftstätigkeit im Jahr 2024.

Der Film über das Sanierungsgeschen 2024 ist in der LMBV-Mediathek abrufbar.

Fotos: LMBV/Gernot Menzel


35 Jahre Grenzöffnung am Lappwaldsee gefeiert

Harbke/Helmstedt. Am 9. November 2024 wurde am Lappwaldsee das 35-jährige Jubiläum der innerdeutschen Grenzöffnung gefeiert. Der See zwischen Harbke (Sachsen-Anhalt) und Helmstedt (Niedersachsen), der aus den ehemaligen Tagebauen Wulfersdorf und Helmstedt hervorgegangen ist, bildete den Rahmen für eine bewegende Gedenkveranstaltung.

Anlässlich der Feierlichkeiten würdigten die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, Dr. Reiner Haseloff und Stephan Weil, in ihren Ansprachen die Bedeutung des 9. November in der deutschen Geschichte. Die Grenzöffnung vor 35 Jahren markierte nicht nur das Ende der deutschen Teilung, sondern auch einen Wendepunkt für viele Regionen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die sich seither neuen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen stellen mussten und müssen.

Der bevorstehende Zusammenfluss der ehemaligen Tagebaumulden von Wulfersdorf und Helmstedt kann als Symbol für die Transformation und den Wiederaufbau der Region nach der Wiedervereinigung gesehen werden. Was bereits heute ein Ort zur Naherholung ist, war früher Grenzgebiet und während der Teilung Deutschlands streng bewacht.

Zukunftsperspektiven für den Lappwaldsee

Im Rahmen der Gedenkfeier wurden konkrete Pläne zur künftigen touristischen und wirtschaftlichen Nutzung des Lappwaldsees vorgestellt. Angesichts der wachsenden Bedeutung des Sees für die Region soll er sowohl ein Ort der Erinnerung und Begegnung sein als auch ein touristischer Anziehungspunkt werden. Ziel ist es, den See zu einem Zentrum für Freizeitaktivitäten und naturnahe Erholung zu entwickeln.

Derzeit sind noch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig, welche durch die Bergbausanierungsunternehmen LMBV und Helmstedter Revier GmbH (HSR) durchgeführt werden. Bereits im Mai diesen Jahres stellte die LMBV anlässlich des FLÖZerfestes die laufenden Sanierungsarbeiten am Lappwaldsee vor. Der Lappwaldsee stehe nicht nur für die Herausforderungen der deutschen Einheit, sondern auch für den Wandel einer Region, die über Jahrzehnte hinweg vom Kohleabbau geprägt war. Dieser Wandel schaffe neue Zukunftsperspektiven. (CS)

Feierten gemeinsam 35 Jahre Grenzöffnung am Lappwaldsee (v.l.n.r.): Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), Mirko Mennert (Projektmanagement LMBV), Grit Uhlig (Leitung Sanierungsbereich Mitteldeutschland LMBV), Thomas Klein (Geschäftsführer Wirtschaftsregion Helmstedt GmbH), Jana Hübner (Projektmanagement LMBV), Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Henning Konrad Otto (Verbandsgeschäftsführer Planungsverband Lappwaldsee), Bernd Sablotny (Sprecher der Geschäftsführung der LMBV), Thoralf Klehm (Geschäftsführer Helmstedter Revier), Gerhard Radeck (Landrat Landkreis Helmstedt).

Foto: Maik Schöttke


Zahlreiche Gäste folgten der Einladung zum Festakt. (Foto: Maik Schöttke)

Der Lappwaldsee im Mai diesen Jahres. (Foto: Christian Kortüm)


Seelhausener See: Flächengestaltung des Strandes Löbnitz abgeschlossen

Löbnitz. Die langfristige Sanierung und Wiedernutzbarmachung der Bergbaufolgelandschaft im Bereich der Goitzsche zeigt Erfolge: Im September wurde die Erd- und Verkehrsbaumaßnahme für den Strand Löbnitz fertiggestellt, die im Januar 2024 begonnen worden waren. Der Bereich am sächsischen Ostufer des Seelhausener Sees ist der wichtigste Bauabschnitt für die künftige Entwicklung des bislang noch kaum touristisch erschlossenen Bergbaufolgesees.

Der Erdbau umfasste eine Fläche von insgesamt ca. 3 Hektar und konnte gemäß Planung umgesetzt werden. Dank der Böschungsgestaltung per Bagger, Dumper und Walze entstand ein abgeflachter, bis zu 40 Meter breiter und 1,05 Kilometer langer Strand in unterschiedlicher Dimensionierung und Profilierung. Die Böschung wurde durchgängig abgeflacht und der Strand in einen geschwungenen nördlichen und einen eher geradlinigen südlich verlaufenden Bereich hergestellt. Die neu gestalteten Uferböschungen wurden terrassiert angelegt und Lärmschutzwälle in Richtung der Ortsumgehung Löbnitz errichtet.

Ebenfalls im September abgeschlossen wurde die Anbindung ans bestehende Verkehrswegenetz. Der vorhandene Wirtschaftsweg – ein Teil des Seerundweges – wurde zurückgebaut. Stattdessen entstand ein 1,2 Kilometer langer asphaltierter Uferwegabschnitt mit neuem Verlauf. Ab Anfang November 2024 sollen die Ersatz- und Ausgleichspflanzungen beginnen.

Auftragnehmer für die Erd- und Verkehrswegebauarbeiten war die Firma Bickhardt Bau SE aus Sangerhausen, die ökologische Baubegleitung übernahm das Büro Knoblich aus Zschepplin. Für das § 4-Projekt zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards im Rahmen des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung entstanden Gesamtkosten in Höhe von 2,0 Mio. Euro, davon entfielen ca. 1,5 Mio. Euro auf den Erd- und Verkehrswegebau.

Strand Löbnitz mit Bootsanleger am Südende. Er war vom Anglerverein in Eigenregie erstellt worden.

Fotos: Christian Kortüm


Tag des Berufsanfängers am Schladitzer See

Leipzig. Auch in diesem Jahr begrüßte die LMBV ihre 12 neuen Auszubildenden zum Tag des Berufsanfängers und gab den Berufseinsteigern Einblicke in das Unternehmen und die Arbeit des Sanierungsbergbaus.

Die Veranstaltung startete am Standort Leipzig und bot den Berufseinsteigern die Möglichkeit, sich untereinander kennenzulernen und mehr über die vielfältigen Tätigkeiten der LMBV zu erfahren. Sie erhielten zudem wertvolle Informationen über die Arbeit und das Engagement des Betriebsrates und der IGBCE.

Im Anschluss ging es an den Schladitzer See, ehemals Tagebau Breitenfeld. Hier konnten die Auszubildenden anhand des Biedermeierstrandes sehen, wie Sanierungsbergbau eine ehemalige Tagebaulandschaft transformiert hat. Christoph Zwiener, Vereinsvorsitzender des Haynaer Strandverein e.V., hob hervor, was die LMBV und der Verein gemeinsam am Biedermeierstrand geschaffen haben. Er stellte den Auszubildenden das Gesamtkonzept des Areals vor und zeigte ihnen die neue Servicestation sowie die erweiterte und Deutschlands nun größte überdachte Seebühne. Beides wurde erst im Mai diesen Jahres mit großem Festakt eingeweiht. 

Die Auszubildenden der LMBV besichtigten Deutschlands größte überdachte Seebühne.

Letzter Punkt des Tages war die Besichtigung der Schladitzer Bucht. Bettina Fütz, Leiterin Beendigung Bergaufsicht bei der LMBV, gab den Auszubildenden einen Einblick in die Entstehung der Bucht sowie des Sees und erzählte von den vielfältigen Möglichkeiten für Wasser- und Strandsportbegeisterte an der Schladitzer Bucht.

Der Tag des Berufsanfängers führt die Auszubildenden der LMBV aus den verschiedenen Standorten und Bereichen zusammen. In diesem Jahr werden die Auszubildenden in den Berufen Kaufmann/-frau für Büromanagement sowie Fachmann/-frau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie überbetrieblich ausgebildet. 

Fotos: Christian Kortüm


Pflanzung von 43 Gehölzen für die Artenvielfalt in Rositz

Leipzig/Rositz. Bei einem Treffen im Rositzer Ortsteil Gorma präsentierte LMBV-Projektmanager Florian Krüger dem Bürgermeister von Rositz, Steffen Stange, und dem zuständigen Naturschutzbeauftragten Benno Moller die neue Informationstafel an der um Jungbäume ergänzten Streuobstwiese (v.r.n.l.).

Neue Informationstafel „Vom Bergbaurevier zur Streuobstwiese“ im Ortsteil Gorma

Darauf geht es um den historischen Braunkohleabbau im Meuselwitz-Rositzer Revier, die sich anschließende Bergbausanierung und die nunmehr gepflanzten 20 Obsthochstämme. Um die Blütezeit zu verlängern und so ein längeres Nahrungsangebot für Insekten zu schaffen, waren verschiedene standortgerechte Sorten für die Streuobstwiese ausgewählt worden: 4 Conference Birne, 3 Birne Nordhäuser Winterforelle, 4 Birne Gräfin von Paris, 3 Kirsche Altenburger Melonenkirsche, 3 Kirsche Kassins Frühe (Herzkirsche) und 3 Hauszwetschge Schüfer.

Grund für die Ausgleichsmaßnahme waren die Rückbauarbeiten und Sanierungen auf mehreren Grundstücken im Zuge der großflächigen Altlastensanierung im Rositzer Ortsteil Schelditz. Da die Gefahrenabwehrmaßnahme Baumfällungen nach sich gezogen hatte, wurden 2023 in Abstimmung mit der Kommune insgesamt 43 Gehölze gepflanzt: Zum einen pflanzte man Ende 2023 23 Winterlinden als Alleebäume an der Nordseite der Fichtenhainicher Straße ein. Zum anderen wurden 20 Jungbäume auf einer bestehenden, jedoch lückig und mit teilweise überalterten Bäumen bewachsenen Streubostwiese im nahe gelegenen Ortsteil Gorma neu gesetzt. Diese Arbeiten wurden 2024 beendet.

Die neuen Habitate seien „bei den Tieren gut angekommen“, bestätigte Benno Moller im Hinblick auf den Artenreichtum. An der Fichtenhainicher Allee hätte er bereits nach vier Wochen Zauneidechsen und sogar Neuntöter entdeckt.


Informationstafel zum Download

Impressionen vom Vor-Ort-Termin 

Fotos: Claudia Hermann