Mit Fertigstellen des Ableiters wird die Beendigung der Bergaufsicht für Merseburg-Ost erreicht

Leipzig/Schkopau. Die Bauarbeiten am Ableitungsbauwerk Merseburg-Ost im Auftrag der LMBV wurden kürzlich erfolgreich abgeschlossen. Am 12. September 2024 wurde der neue Ableiter vom Wallendorfer See zur Alten Luppe feierlich in Betrieb genommen. Mit dem Fertigstellen dieses Bauwerkes hat die LMBV den Planfeststellungsbeschluss am ehemaligen Tagebau Merseburg-Ost nahezu vollständig erfüllt und lhre Sanierungstätigkeiten hier weitestgehend abgeschlossen.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), begrüßte aus diesem Anlass zahlreiche Gäste aus Ministerien und Ämtern, der beteiligten Baufirmen, den Bürgermeister sowie Bürger der Gemeinde Schkopau. Er erläuterte den Weg vom ehemaligen Braunkohlentagebau Merseburg-Ost, über die erfolgreiche Sanierung und Flutung des Raßnitzer und des Wallendorfer Sees bis zur heutigen Nachnutzung als Bade- und Sportgewässer und schließlich der Fertigstellung fast aller Sanierungsleistungen.

Dr. Steffen Eichner, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, verwies in seinem Grußwort auf die große Bedeutung der Braunkohlesanierung in Sachsen-Anhalt. In den letzten 30 Jahren wurden hier Sanierungsleistungen in Höhe von über 1,5 Milliarden Euro erbracht. Er verdeutlichte die komplexen Zusammenhänge mit dem Bau des Ableiters: das Wasser im Wallendorfer See ist auf Grund des vormaligen Salzkohletagebaus salzhaltiger als gewöhnlich. Um es in die Luppe – ein FFH-Gebiet – einleiten zu können, musste eine Mindestwassermenge gewährleistet sein, um das salzhaltige Wasser zu verdünnen. Dafür wiederum musste auch das Wehr Kleinliebenau ertüchtigt werden, bevor die 750 Meter Ableiter gebaut und in Betrieb gehen konnten. (KHM)

Die enthüllte Tafel informiert über den ehemaligen Braunkohlentagebau und den Ableiter Merseburg-Ost (Dauerhafte Aufstellung erfolgt nach Erteilung der Baugenehmigung)

Beendigung der Bergaufsicht für 1.135 Hektar erreicht

Bernd Sablotny nahm die Veranstaltung auch zum Anlass, um die Beendigung der Bergaufsicht für einen Großteil der Fläche des ehemaligen Tagebaus Merseburg-Ost zu verkünden. Erst am 4. September 2024 fand die Abschlußbefahrung mit Vertretern der LMBV, des Landesamtes für Geologie und Bergwesen (LAGB), des Landratsamtes Saalekreis und der Gemeinde Schkopau statt und bestätigte die Erfüllung der bergrechtlichen Verpflichtungen durch die LMBV für die beantragte Fläche von 1.135 Hektar. Insgesamt umfasst die unter Bergaufsicht stehende Fläche 1.136 Hektar, d.h. mit einem Hektar Fläche sind die noch ausstehenden Restaufgaben verknüpft.

Ulf Desselberger, Vertreter des Abteilungsleiters Bergbau, im Landesamtes für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (LAGB) betonte, dass mit diesem Schritt eine ungewöhnlich große Fläche aus der Bergausicht entlassen werden konnte. Auf Initiative  der LMBV wurde ein neues Vorgehen entwickelt, wonach in zwei Phasen für große Flächen die Bergaufsicht beendet werden kann und die ausstehenden Leistungen mit einer kleinen Restfläche verknüpft werden.

Mit der Beendigung der Bergaufsicht müssen künftig Baumaßnahmen in diesem Bereich nicht mehr mit dem LAGB abgestimmt werden, wodurch auch die künftigen Planungen der LMBV vereinfacht wird. Denn es sind noch immer Restarbeiten durch die LMBV zu erledigen, unter anderem die Verwahrung bzw. Sicherung von 520 Filterbrunnen oder der Rückbau einer Pumpstation. Die Fertigstellung dieser Arbeiten ist Voraussetzung dafür, um auch für die restliche Fläche von einem Hektar die  Bergaufsicht zu beenden. Die LMBV wird auch in den kommenden Jahren noch vor Ort tätig sein.

Luftaufnahme des Ableiters Merseburg-Ost in seinem ganzen Verlauf, kurz nach Fertigstllung.

Hintergrund:

Wo sich heute der Wallendorfer und der Raßnitzer See befinden, begann 1971 der Aufschluss des Tagebaus Merseburg-Ost, nachdem die Braunkohlevorräte im Geiseltal erschöpft waren. Von 1973 bis 1991 wurde hier Kohle gefördert. Insgesamt 116 Mio. Tonnen Kohle, 14 Mio. Tonnen Kiessand sowie 1 Mio. Tonnen Ton wurden gewonnen und dazu 117 Mio. Tonnen Abraum bewegt. Der Tagebau Merseburg-Ost war der einzige Salzkohle-Tagebau der DDR. Aufgrund des hohen Salzgehaltes der Rohbraunkohle wurde diese fast ausschließlich zur Brikettierung verwendet.

Nach der Stilllegung des Tagebaus setzte 1991 die Sanierung ein. Das Restloch bestand aus den Abbaufeldern 1a und 1b, diese waren durch eine Innenkippe getrennt. Um das entstandene Massendefizit aufzufüllen, begann 1998 die Flutung beider Teile mit Wasser aus der Weißen Elster. Sie wurde Ende 2002/Frühjahr 2003 abgeschlossen.

Sowohl Raßnitzer als auch Wallendorfer See besitzen keinen Zulauf und werden allein durch Grund- und Niederschlagswasser gespeist. Die Seen sind miteinander durch einen Überleiter verbunden, so dass überschüssiges Wasser – zum Beispiel nach Starkregen – aus dem Raßnitzer in den Wallendorfer See abfließen kann. Von dort wurde das Wasser bis zum Jahr 2024 über eine Pumpstation am Nordufer abgepumpt und in die Weiße Elster geleitet.

Dank der Errichtung eines Ableiters zwischen Mai 2023 und Mai 2024 konnte die Pumpstation außer Betrieb gehen. Das ca. 750 Meter lange Gewässer übernimmt den Wasserabfluss vom Wallendorfer See über das natürliche Gefälle in die Luppe und gewährleistet dadurch eine weitestgehende Selbstregulierung des planfestgestellten Wasserstands im Wallendorfer See.

Fotos: Christian Kortüm

Foto Dammbalken: Uwe Steinhuber


Wegebau verbessert Anbindung für Großdeuben

Großdeuben/Böhlen. Mit Fertigstellung des Weges 9a ist eine vorbergbauliche Wegebeziehung wiederhergestellt. Am Dienstag, den 13. August 2024, gaben Dietmar Berndt, Bürgermeister der Stadt Böhlen, und Jörg Schöne, Projektmanager der LMBV, den Weg offiziell zur Nutzung frei. Dabei verwies Dietmar Berdt auf die Bedeutung des Weges als Anbindung an die vorhandenen Neue-Harth-Wege und bestätigte die rege Nutzung. Die Bürger von Großdeuben erhalten damit eine bessere Anbindung an das Wegenetz zum Cospudener und Zwenkauer See.

Die Bauarbeiten hatten im November 2023 gebonnen und wurden im Juli 2024 mit der Bauabnahme und der Übergabe des Weges an die Stadt Böhlen und den Sachsenforst  erfolgreich und vorfristig abgeschlossen, wie Jörg Schöne, verantwortlicher Projektmanager der LMBV ergänzte. Der etwa einen Kilometer lange Weg wurde von der LMBV auf eine Breite von 3,50 Metern grundhaft aus- bzw. neu gebaut. Die Herstellung erfolgte mit einer sandgeschlämmten Schotterdecke, weil der Weg nicht nur als Rad- und Gehweg, sondern für den Eigentümer Sachsenforst auch als Wirtschaftsweg genutzt wird.

/*! elementor - v3.23.0 - 05-08-2024 */
.elementor-widget-image{text-align:center}.elementor-widget-image a{display:inline-block}.elementor-widget-image a img[src$=".svg"]{width:48px}.elementor-widget-image img{vertical-align:middle;display:inline-block}

Offizieller Banddurchschnitt
v.l.n.r.: Göran Danz, Technischer Leiter der Baufirma Rädlinger, Dietmar Berndt, Bürgermeister der Stadt Böhlen, und Jörg Schöne, Projektmanager der LMBV

Der Weg 9a beginnt an der Feldstraße in der Ortslage Großdeuben und führt in westlicher Richtung zum vorhandenen Neue-Harth-Weg. Die Trassenführung ist das Ergebnis eines Beteiligungsprozesses im Zusammenhang mit der bergbehördlichen Zulassung des Abschlussbetriebsplanes der LMBV für diesen Bereich. Denn es handelt sich um eine vorbergbaulichen Wegebeziehung, die im Rahmen der bergbaulichen Grundsamierungspflicht der LMBV annähernd wiederhergestellt wurde. Finanziert wurde die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung und damit zu 75 Prozent aus Bundesmitteln und zu 25 Prozent als Mitteln des Freistaates Sachsen. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf rund 450.000 Euro netto. Auftragnehmer ist die Firma Rädlinger Straßen und Tiefbau GmbH/Niederlassung Markkleeberg. Die örtliche Bauüberwachung und die ökologische Baubegleitung übernahm das Ingenieurbüro K. Langenbach Dresden GmbH in Zusammenarbeit mit der AQUILA Ingenieurgesellschaft mbH, wobei Letztere für die ökologische Baubegleitung verantwortlich zeichnete.

/*! elementor - v3.23.0 - 05-08-2024 */
.elementor-image-gallery .gallery-item{display:inline-block;text-align:center;vertical-align:top;width:100%;max-width:100%;margin:0 auto}.elementor-image-gallery .gallery-item img{margin:0 auto}.elementor-image-gallery .gallery-item .gallery-caption{margin:0}.elementor-image-gallery figure img{display:block}.elementor-image-gallery figure figcaption{width:100%}.gallery-spacing-custom .elementor-image-gallery .gallery-icon{padding:0}@media (min-width:768px){.elementor-image-gallery .gallery-columns-2 .gallery-item{max-width:50%}.elementor-image-gallery .gallery-columns-3 .gallery-item{max-width:33.33%}.elementor-image-gallery .gallery-columns-4 .gallery-item{max-width:25%}.elementor-image-gallery .gallery-columns-5 .gallery-item{max-width:20%}.elementor-image-gallery .gallery-columns-6 .gallery-item{max-width:16.666%}.elementor-image-gallery .gallery-columns-7 .gallery-item{max-width:14.28%}.elementor-image-gallery .gallery-columns-8 .gallery-item{max-width:12.5%}.elementor-image-gallery .gallery-columns-9 .gallery-item{max-width:11.11%}.elementor-image-gallery .gallery-columns-10 .gallery-item{max-width:10%}}@media (min-width:480px) and (max-width:767px){.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-2 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-3 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-4 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-5 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-6 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-7 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-8 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-9 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-10 .gallery-item{max-width:50%}}@media (max-width:479px){.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-2 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-3 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-4 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-5 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-6 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-7 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-8 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-9 .gallery-item,.elementor-image-gallery .gallery.gallery-columns-10 .gallery-item{max-width:100%}}

Fotos: Christian Kortüm

Luftbilder: Christian Horn


Machbarkeitsstudie “Bootspassage Zwenkauer-Cospudener See”

Zwenkau/Dresden. Staatssekretärin Barbara Meyer hat am 3. Juli 2024 auf Einladung von Ministerpräsident Michael Kretschmer am „Spitzengespräch zur touristischen Nutzung der Bergbaufolgelandschaften im Mitteldeutschen und Lausitzer Revier“ teilgenommen.

Mit im Gepäck in Zwenkau hatte sie einen Fördermittelbescheid für die „Machbarkeitsstudie Bootspassage Zwenkauer-Cospudener See“ in Höhe von 187.500 Euro. Diesen überreichte Sie gemeinsam mit Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen, an Bürgermeister Heiko Rosenthal, Sprecher des Grünen Ringes Leipzig.

Seit fast dreißig Jahren engagiert sich dieser interkommunale Zusammenschluss bereits für die Entwicklung rund um die Seen. Von der Machbarkeitsstudie wird erwartet, dass sie Planungs- und Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigt und somit den nächsten Schritt für die touristische Verbindung (Bootspassage) zwischen den beiden Seen ermöglicht.

Staatssekretärin Barbara Meyer: „Das große Engagement der Menschen im Leipziger Neuseenland hat eine reizvolle Landschaft geschaffen. Besucher und Gäste aus Leipzig, dem Umland aber auch von weiter kommen immer wieder gern. Das Neuseenland ist heute schon ein Tourismus-Hotspot in Sachsen. Doch da geht noch mehr. Ich freue mich sehr, dass wir die Grundlagen für die weitere Entwicklung fördern können. Das Förderprogramm FR Regio setzt ganz bewusst Anreize für Kommunen, um Kooperationen zu forcieren, damit Herausforderungen gemeinsam gelöst werden können. Gerade für kleinere Kommunen ist es eine Chance, anstehende Aufgaben nicht alleine, sondern gemeinsam zu stemmen.“

Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen: „Sachsen ist nicht nur ein Burgen-, Wander- oder Weihnachtsland. Sachsen ist auch ein Seenland: Seit mehr als 10 Jahren sind hier aus Restlöchern, die der Braunkohle-Tagebau hinterlassen hat, weitläufige Seenlandschaften entstanden, die heute großartige Möglichkeiten für einen naturnahen Tourismus bieten – zu Wasser wie zu Land. Die Machbarkeitsstudie für die Bootspassage zwischen Zwenkauer See und Cospudener See gibt einem zentralen Anliegen der Region neuen Schwung. Denn neben den wichtigen Anliegen des Hochwasserschutzes und des Wassermanagements sollen weitere Lösungsansätze für den Wassertourismus zwischen beiden Seen gefunden werden. Ich freue mich, dass die Landesdirektion Sachsen hierfür einen Beitrag leisten kann.“

Hintergrund:

14 Kommunen und 2 Landkreise haben sich bereits 1996 zusammengeschlossen, und die Inwertsetzung der Bergbaufolgelandschaft im Mitteldeutschen Revier und auch dieses Vorhaben initiiert.

Durch das kommunale Engagement der Mitglieder konnten seit Bestehen des Arbeitskreises bereits zahlreiche Maßnahmen in der Landschafts- und Gewässerentwicklung, der touristischen Infrastrukturentwicklung und den Themen Klimawandel, Elektromobilität und Intermodalität vorbereitet und umgesetzt werden.

Die interkommunale Kooperation ermöglicht eine stetige projektbezogene finanzielle Unterstützung von Vorhaben über die Förderrichtlinie Regionalentwicklung (FR-Regio) des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung. (Quelle: PM des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung v. 03.07.24)

Impressionen der Veranstaltung (Fotos: LMBV)


Torsten Safarik ist neuer Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV

Senftenberg | Leipzig | Sondershausen. Am 1. Juli 2024 hat der vom Gesellschafter neu berufene Kaufmännische Geschäftsführer der LMBV Torsten Safarik in Senftenberg seine Arbeit aufgenommen. Der 58jährige Verwaltungsexperte folgt auf Gunnar John, der Ende April 2024 in den Ruhestand getreten war. Gemeinsam mit dem technischen Geschäftsführer Bernd Sablotny leitet T. Safarik nun den Bergbausanierer LMBV.

1965 in Görlitz geboren, studierte Torsten Safarik bis 1991 Mathematik an der Technischen Universität Dresden. Nach ersten Stationen u.a. in der Regionalentwicklung und im Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen war er von 1999 bis 2006 im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie tätig. Nach verschiedenen Stationen innerhalb der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag wurde T. Safarik 2019 zum Präsidenten im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle berufen und hat dieses Amt bis vor Kurzem ausgefüllt.

Aus meiner beruflichen Vergangenheit kenne ich die LMBV als einen wichtigen Motor der Bergbausanierung und des Strukturwandels im Osten Deutschlands“, so Safarik. „Hier aktiv die kaufmännische Verantwortung u.a. für die sichere Gestaltung von Böschungen und Innenkippen, bei der Flutung und Gütebehandlung als auch beim Verwahren untertägiger Grubenbaue zu übernehmen, ist eine große Herausforderung, der ich mich gern stelle. Dass ich mich nun in diesen Prozess der langfristigen Gestaltung und Wiedernutzbarmachung der Bergbaufolgelandschaften in der Lausitz sowie in Mitteldeutschland bis hin zum Harz einbringen kann, freut mich sehr.“

Foto: LMBV


LMBV und LTV schließen Kooperation zum Bau eines Regulierungsbauwerkes zwischen Zwenkauer und Cospudener See

Leipzig. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) und die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) haben eine Kooperationsvereinbarung zur Errichtung eines wasserwirtschaftlich-technischen Regulierungsbauwerkes zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See geschlossen.

Im 1. Quartal 2023 wurde die Entscheidung getroffen, das so genannte Schnittstellenprojekt „Harthkanal“ als gewässertouristische Verbindung zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See insbesondere aufgrund der Kostenentwicklung nicht weiter fortzuführen und damit aufzulösen.

Als Aufgaben der Braunkohlesanierung in Projektträgerschaft der LMBV bestehen die Maßnahmen der Vorflutanbindung, Überschusswasserableitung und Gewässergütesteuerung am Zwenkauer und Cospudener See sowie des Hochwasserschutzes am Zwenkauer See fort. Dem Freistaat Sachsen obliegt der Hochwasserschutz insbesondere bei Anlagen mit überörtlicher Bedeutung. Er wird absehbar nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen der LMBV die errichteten Bauwerke für den Hochwasserschutz übernehmen und betreiben.

Es ist somit zweckmäßig, dass die LTV sich mit ihrem Erfahrungsschatz in diesem Einzelfall der Braunkohlesanierung in die Realisierung der notwendigen baulichen Anlagen unter wasserwirtschaftlichen sowie Hochwasserschutzaspekten einbringt. Die Planung soll eine partielle Trassenfreihaltung zur späteren Umsetzung möglicher wassertouristischer Maßnahmen berücksichtigen. Zunächst soll eine technische Vorzugsvariante des künftigen Regulierungsbauwerkes und daraus aufbauend die notwendigen Genehmigungsunterlagen erarbeitet werden.


Planmäßige Bekalkung des Hainer Sees wurde fortgesetzt

Kahnsdorf. Ende April bis Anfang Mai wurde der Hainer See wieder bekalkt. Die Bekalkung findet seit 2019 gewöhnlicherweise einmal jährlich statt und ist notwendig, da der See einer Rückversauerung durch den Eintrag azidischer Grundwässer unterliegt – keine Seltenheit bei Bergbaufolgeseen.

Mit Beendigung des Bergbaus und der betriebsbedingten Wasserabsenkung treten durch den Grundwasserwiederanstieg sowie durch den anhaltenden Zustrom von eisenhaltigem und saurem Grundwasser verschiedene Stoffe in den See ein, welche eine Rückversauerung bedingen. Durch die Bekalkung werden neutrale pH-Verhältnisse geschaffen.

Zwischen dem 24. April und dem 3. Mai 2024 wurden insgesamt rund 600 Tonnen alkalisch wirkendes Kalksteinmehl mit Hilfe eines Spezialbootes in den Hainer See gebracht. Diese Art der Nachsorgebehandlung ist ein gängiges Vorgehen. Die Firma ABG Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH, welche auch Eigentümer des Gewässerbehandlungsschiffes ist, führte die Arbeiten durch. Der Eintrag des Kalksteinmehls wurde durch ein speziell angelegtes Monitoring der Wasserbeschaffenheit und die Aufzeichnung der gefahrenen Tracks überwacht.

Die Luftaufnahmen vom 2. Mai 2024 zeigen, wie sich das zuvor eingebrachte Kalksteinmehl im See verteilt hat. (Foto: Christian Kortüm)

Im Leipziger Südraum unterliegen neben dem Hainer See auch der Zwenkauer und der Störmthaler See aufgrund ihrer ungünstigen geologischen Randbedingungen einer Rückversauerung. Während der Störmthaler See ebenfalls regelmäßig bekalkt werden muss, wird der Zwenkauer See mit der Einleitung von alkalisch wirkendem Wasser aus der Weißen Elster behandelt.

Das zur Bekalkung eingesetzte Kalksteinmehl ist für Mensch und Umwelt unbedenklich und das Baden im See während des Eintrags weiterhin möglich. Lediglich Bootsbesitzer und Schwimmer sollten einen angemessenen Abstand zum Gewässerbehandlungsschiff halten, um eine gegenseitige Gefährdung auszuschließen.

Gut aus der Luft zu erkennen: Die im Süden gelegene Lagune Kahnsdorf mit ihren Ferienhäusern und Bootsanlegern. (Foto: Christian Kortüm)

Fotos Seitenleiste: Christian Horn f. LMBV


Verwahrung von Filterbrunnen und Entwässerungsstrecken am Gröberner See

Gröbern, Leipzig. Am Gröberner See wurden und werden verschiedene Tiefbauarbeiten durchgeführt. Es handelt sich hierbei um die Sicherung und Verwahrung alter Strecken und Filterbrunnen, welche zur Entwässerung des ehemaligen Tagebaus Gröbern dienten. Die Durchführung der Maßnahmen erfolgt in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB).

Die Maßnahme zur Verwahrung der Filterbrunnen konnte bereits abgeschlossen werden. Bei den Tiefbauarbeiten entlang der Westböschung des Gröberner Sees wurden zunächst durch sorgfältige Analyse die Hohlräume lokalisiert und anschließend mittels moderner Technik verwahrt. Die aufwendigen Arbeiten erfolgten dabei an Land als auch zu Wasser. Die Tiefbauarbeiten zur Sicherung der Strecken an der Westböschung laufen derzeit noch.

Die gezielte Sicherung der Entwässerungsstrecken und Filterbrunnen trägt zur Stabilität der Böschung bei. Bergbaufolgelandschaften stellen die Sanierer nicht selten vor geologische und bauliche Besonderheiten, wie locker gelagerte Böden oder – wie am Gröberner See – nicht verfüllte Hohlräume der früheren Infrastruktur für die Entwässerung des ehemaligen Tagebaus.

Neben der Standsicherheit haben die Maßnahmen zum Ziel, die Bergaufsicht für die Wasserfläche und angrenzende Randbereiche zu beenden und so eine Nachnutzung des Sees und seiner Uferbereiche zu ermöglichen. Rund um den See soll weiter ein naturnaher Tourismus für Erholungssuchende von nah und fern etabliert werden.

Der Gröberner See wird in einigen Bereichen bereits touristisch nachgenutzt etwa durch das See- und Waldresort Gröbern, einen Strand und ein Tiergehege. Auch Befahrungen der Wasserfläche mit einem Floß oder Paddelbooten sind möglich. Zudem laufen Planungen für das im Norden des Sees befindliche Gebiet „Hänicher Südstrand“ durch den Eigentümer Blausee GmbH.

Luftaufnahme der Bautätigkeiten am Gröberner See

Fotos: Christian Kortüm


Lappwaldsee: Zweites Flözerfest am Bergbaufolgesee

Helmstedt. Am 25. Mai 2024 wurde auf der niedersächsischen Seite des entstehenden Lappwaldsees das zweite FLÖZerfest begangen. Tausende Interessierte besuchten die zwei Eventflächen auf dem nördlichen Bergbausanierungsgelände der Helmstedter Revier GmbH (HSR). Die Bergbausaniererin LMBV zeichnet für den südlichen sachsen-anhaltinischen Bereich - den ehemaligen Tagebau Wulfersdorf - verantwortlich, an dem 2022 das erste FLÖZerfest stattgefunden hatte. Auch dieses Mal waren LMBV-Vertreter mit einem Informationsstand und großformatigen LMBV-Informationstafeln vor Ort, um die Sanierungsarbeiten vorzustellen. Das Interesse der Gäste galt den laufenden Maßnahmen und dem Planungshorizont für die Fertigstellung des länderübergreifenden Gewässers.

Für die zahlreichen Besucher gab es eine breite Palette an Angeboten und Aktionen, darunter Bootsfahrten auf dem in Flutung befindlichen Bergbaufolgegewässer, Rundflüge über den See und Führungen durch geschulte See-Gästeführer.

Eventfläche am Petersberg

Aktuelle LMBV-Sanierungsarbeiten:

Um die Südböschung der steilen Hochkippe Wulfersdorf abzuflachen, läuft seit 2022 der Erdbau im 3. Bauabschnitt. Die dort mit Baggertechnik abgetragenen Massen mit einem Volumen von rund 450.000 Kubikmetern wurden zum Teil an der Ostböschung und in den Tieflagen 1 und 2 eingebaut. Dafür wurden im Schnitt zwischen 700 m und 1.500 m Weg pro Dumper-Fahrt zurückgelegt. Die Massengewinnung an der Hochkippe wird für den 3. Bauabschnitt im 3. Quartal 2024 abgeschlossen werden. Im 4.  Bauabschnitt wird der Restmassenblock mit ca. 200.000 m³ entnommen und zum oberen Glüsig transportiert und bis 2027 eingebaut. Danach wird die Fläche wiederaufgeforstet werden.

Zwischen Juli 2020 und Dezember 2021 liefen an der Hochkippe die ersten beiden Bauabschnitte im Erdbau, dabei wurden bereits circa 800.000 Kubikmeter Material umgesetzt. Insgesamt wurden somit fast 1.600.000 Kubikmeter Erdmassen auf dem Gelände des ehemaligen Tagebaus Wulfersdorf umgelagert.

Die gewachsene Ostböschung wurde durch die abgetragenen Erdmassen im Bereich der Hauptzufahrt angestützt. Hierbei wurde eine für den Sanierungsbergbau typische Böschungsneigung von 1 zu 10 auf einer Böschungslänge von ca. 400 Metern hergestellt. Die Arbeiten im Bereich der Ostböschung wurden in der zweiten Jahreshälfte 2023 abgeschlossen.

Im unteren Böschungsbereich des Glüsig hatten sich über einen längeren Zeitraum hinweg größere so genannte Erosionsrinnen mit einer Tiefe von bis zu 8 Metern ausgebildet. Um das Voranschreiten der Erosionsrinnenbildung in Richtung Hinterland zu verhindern, erfolgte zwischen September und Dezember 2022 die Sanierung der Rinnen auf einer Gesamtlänge von mehr als 400 Metern. Anfang 2023 wurde die Anspritzbegrünung (Nass-Ansaat) der Böschungsfläche von ca. 26.000 Quadratmetern durchgeführt. Im oberen Böschungsbereich müssen noch Erdarbeiten zur Anstützung der vorhandenen, steil stehenden Böschungen durchgeführt werden. Dafür laufen zurzeit die Planungen.

Die LMBV saniert durch verschiedene Maßnahmen den Bereich des ehemaligen Tagebaus Wulfersdorf.

Historie:

Nach Einstellung des Braunkohleabbaus verblieb ein bis zu 66 Meter tiefes Restloch. Die Sanierung im Tagebau Wulfersdorf bei Harbke begann 1986
und wurde nach der politischen Wende von der LMBV fortgesetzt. Bei Harbke auf niedersächsischer Seite ist seit 2014 die Helmstedter Revier GmbH (HSR), eine Tochter der MIBRAG, für die Sanierung des Tagebaus Helmstedt zuständig. Der Bereich des Tagebaus Wulfersdorf wird durch die LMBV saniert. Gemeinsames Sanierungsziel ist die Herstellung des länderübergreifenden Lappwaldsees als Bade- und Freizeitgewässer.

Die Flutung des Restloches erfolgt seit 1. Mai 2006 mit Sümpfungswässern aus dem Tagebau Schöningen in den Tagebau Helmstedt und mit Wasser aus der Westmulde. Die Flutung soll nach aktuellem Stand 2036 beendet sein. Der Lappwaldsee wird dann einen Endwasserstand von 103 Metern NHN und ein Volumen von etwa 120 Millionen Kubikmetern haben und eine Fläche von reichlich 4 Quadratkilometern umfassen. Der aktuelle Flutungsstand liegt bei 88,2 Metern NHN bzw. 64,8 Millionen Kubikmetern und damit bei 60 Prozent der Zielmarke (Stand: April 2024). Geplant ist eine stufenweise Zwischennutzung des Sees. Ein Wander- und Radwegenetz an den etwa 11 Kilometer langen Ufern wird angelegt.

Impressionen von Christian Kortüm im Auftrag der LMBV:


Informationsveranstaltung zu den laufenden Sanierungsmaßnahmen in Schelditz

Rositz. Die Sanierung der chemischen Altlasten im Schnittstellenprojekt Schelditz geht weiter: Nach langwieriger Planung konnte im Auftrag der LMBV im Februar 2024 eine temporäre Grundwasserreinigungsanlage im Rositzer Ortsteil Schelditz errichtet werden. Von Mitte März bis einschließlich Juli 2024 werden Pumpversuche in unterschiedlichen Tiefenlagen über die vorhandenen Pegel auf drei benachbarten Grundstücken in der Straße der Chemiearbeiter und der Talstraße Rositz, Ortsteil Schelditz, durchgeführt.

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 16. Mai 2024 lud die Bergbausaniererin Gemeindevertreter und interessierte Bürger aus Rositz zum Vortrag in das dortige Kulturhaus ein. Begrüßt wurden die Anwesenden durch LMBV-Abteilungsleiterin Jana Hübner. Anhand eines Fachvortrags von Dipl.-Ing. Kathleen Zuber und Dipl.-Geol. Wito Reinhardt, ARGE Planer Schelditz, wurden sowohl Aufbau und Wirkungsweise der Grundwasserreinigungsanlage als auch der Ablauf der Pumpversuche erläutert. Letztere dienen der Datengewinnung von Grundwasserströmungsverhältnissen und werden zur Neuberechnung des sogenannten Hydrogeologischen Großraummodells eingesetzt. Die gewonnenen Ergebnisse bilden – zusammen mit den Erkenntnissen zur Reinigungstechnologie aus der Pilotanlage vor einigen Jahren – die Grundlage für die weitere Planung der Gefahrenabwehrmaßnahmen in Schelditz und für die notwendigen Genehmigungsverfahren.

Im Anschluss konnten Interessierte die Baustelleneinrichtung an der Straße der Chemiearbeiter von Außen besichtigen. Die neue Reinigungsanlage ist umzäunt, um den fortlaufenden Betrieb der Anlage uneingeschränkt zu gewährleisten.

Vor an der Baustelle informierten sich interessierte Bürger über die Arbeiten (Foto: Christian Horn)


Kein Grund zur Sorge: Mitteilung zum Wasserstand im Großen Goitzschesee

Aufgrund wiederholter Anfragen durch Bürger und Anlieger an die LMBV zum Wasserstand im Großen Goitzschesee informiert die LMBV zu dem Sachverhalt.

Der Wasserstand im Goitzschesee befindet sich nachweislich im planfestgestellten und genehmigten Schwankungsbereich.

Die aktuelle Messung des Wasserstandes vom 30.04.2024 weist eine Höhe von +75,35 Metern NHN auf. Der planfestgestellte und zugelassene obere Wasserstand liegt bei +75,75 Metern NHN. Somit bewegt sich der Pegelstand der Goitzsche mit 40 Zentimetern deutlich unterhalb dieser Grenze.

Die Trockenperioden der vergangenen Jahre haben sicherlich zu einer klimabedingten Schwankung des Wasserstandes nach unten beigetragen und somit den Eindruck erweckt, dass der niedrigere Wasserstand dem „Normalzustand“ des Gewässers entspricht. Dem ist nicht so.

Der Goitzschesee unterliegt wie jedes Gewässer klimatisch und hydrologisch bedingten Schwankungen, welche sich dann in fallenden und steigenden Pegelständen widerspiegeln.

Der Abfluss des Sees über den Leineauslauf ist durch die LMBV gewährleistet. Der Betrieb des Leinewehrs zur Überleitung in die Mulde erfolgt über den Landesbetrieb für Hochwasserschutz Sachsen-Anhalt (LHW). Nach Rücksprache mit dem LHW sind sowohl das Goitzscheauslaufbauwerk zur Leine als auch das Leineabsperrbauwerk in den letzten Wochen voll geöffnet und die Schieber stehen deutlich über dem Wasserspiegel, sodass der freie und ungehinderte Abfluss aus dem Großen Goitzschesee in die Mulde gewährleistet ist.