Einweihung der Servicestation und des Veranstaltungszentrums am Biedermeierstrand

Schkeuditz/Leipzig. In den vergangenen zehn Jahren flossen rund neun Millionen Euro in die touristische Entwicklung am Strand Hayna. Die Ergebnisse dieser langjährigen Arbeit sind nun sichtbar und wurden am 7. Mai 2024 durch die beteiligten Akteure – Stadt Schkeuditz, Haynaer Strandverein und LMBV – feierlich eingeweiht.

Begrüßt wurden die Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft von Christoph Zwiener, Vorsitzender des Haynaer Strandverein e.V., oberhalb der 2019 errichteten Treppenanlage. Nach einem kurzen Spaziergang zur frisch fertig gestellten Überwachungs- und Servicestation erläuterten Sandra Prax und Christian Mittag vom Architektur- und Ingenieurbüro MITTAG+PRAX die Besonderheiten und Vorzüge des kleinen, aber feinen Gebäudes, das sich farbenfroh in den Strandbereich einbettet.

Wenige Schritte weiter durften die Gäste Deutschlands größte überdachte Seebühne aus der Nähe betrachten und von den nun rund 1.000 Sitzplätzen aus das weitere Programm verfolgen. Nach einem kleinen kulturellen Zwischenspiel ließ Dr. Robert Böhnke, Projektkoordinator § 4-Maßnahmen bei der LMBV, die Etappen der vergangenen zehn Jahre Revue passieren. Dabei legte er den Fokus auf die Zusammenarbeit der zahlreichen Akteure, die bei der Finanzierung und Ausgestaltung beteiligt waren. Als einer dieser Akteure äußerte sich Rayk Bergner, Oberbürgermeister der Stadt Schkeuditz: „Es ist sehr beachtlich, was am Schladitzer See in den letzten Jahren mit Hilfe von ‚Kohlemitteln‘ entstanden ist! Der Biedermeierstrand ist zu einer Destination für Freizeit, Tourismus und Kultur geworden. Mit Seebühne und Strand gibt es hier echte Besuchermagnete.“

Anschließend führte Christoph Zwiener die Seebühne ihrer Bestimmung zu. Mit der Eröffnung der Spielsaison 2024 weckte er die Neugier auf die abwechslungsreichen Vorstellungen. In guter Tradition hatte er einzelne Protagonisten des Repertoires dabei, die mit einer Kostprobe ihres Könnens die Vorzüge der neu gestalteten Seebühne eindrucksvoll demonstrierten.

Feierlicher Banddurchschnitt: Christian Mittag (Architektur- und Ingenieurbüro Mittag +Prax), Rayk Bergner (Oberbürgermeister der Stadt Schkeuditz), Christoph Zwiener (Vorsitzender Hayner Strandverein) und Dr. Robert Böhnke (LMBV) (v.l.n.r.)

Die Baumaßnahmen der letzten 10 Jahre

In den Jahren 2023 und 2024 wurden parallel zwei große Baumaßnahmen realisiert: Erstens, die Vergrößerung des Veranstaltungszentrums am Haynaer Strand mit der baulichen Erweiterung der Bühne und Tribünen einschließlich Überdachung für eine Verdreifachung der Zuschauerkapazität von 350 auf rund 1000 Plätze. Die Gesamtkosten von voraussichtlich vier Millionen Euro verteilen sich mit 3,6 Millionen auf den Freistaat Sachsen und mit 400.000 Euro auf den Haynaer Strandverein, der die Baumaßnahmen in Eigenregie umsetzte. Zweitens, die Errichtung einer Überwachungs- und Servicestation mit Sanitäranlagen und Erste-Hilfe-Raum im räumlichen Zusammenhang mit Strand und Seebühne. Bei dieser Maßnahme war die Stadt Schkeuditz als Bauherr tätig, die LMBV fungierte als Projektträger und die Finanzierung der 1,2 Millionen erfolgte zu 90 Prozent über den Freistaat Sachsen und zu 10 Prozent über die Stadt Schkeuditz.

Von Juni 2018 bis Oktober 2019 entstanden bereits der Strandbereich, ein Parkplatz mit 386 Stellflächen und eine barrierefreie Bushaltestelle. Zudem wurde die Freifläche zwischen Parkplatz und Strand mit Asphaltzufahrt, barrierefreiem Zugang zum Strand und Treppenanlage gestaltet. Die Anbindung an die Südumfahrung des Schladitzer Sees sowie die elektro- und abwassertechnische Erschließung vervollständigen die Arbeiten von 2018 und 2019. Diese wurden von der Stadt Schkeuditz als Bauherr betreut und von der LMBV als Projektträger umgesetzt. Die Kosten von 3,7 Millionen Euro wurden auch hier vom Freistaat Sachsen (3,3 Millionen) und der Stadt Schkeuditz (400.000 Euro) getragen.

Hintergrund:

Der Freistaat Sachsen verfolgt im Umfeld der Bergbaufolgeseen eine nachhaltige Entwicklung für verschiedenartige Nutzungen. Für Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards – sogenannte § 4‑Maßnahmen – stellt er zusätzliche Mittel aus dem Landeshaushalt zur Verfügung, um gute Voraussetzungen für Folgeinvestitionen zur touristischen Nutzung zu schaffen. Dies ist im Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung geregelt.

Die LMBV fungiert als Projektträger dieser § 4‑Maßnahmen und in Bezug auf die bergbaulichen Sanierungen als gesetzlich Sanierungsverpflichteter. Somit werden Synergien zwischen Wiedernutzbarmachung und Folgenutzung erreicht, mit dem Ziel eine attraktive Bergbaufolgelandschaft zu entwickeln.

Ein paar Eindrücke der Einweihung
(Fotos: Christian Modla)


Umfangreiche Sanierung am Kulturhaus Böhlen bis April 2025

Böhlen. Das unter Denkmalschutz stehende Kulturhaus Böhlen wird seit mehreren Jahren umfassend saniert. Im Zeitraum von Februar 2024 bis April 2025 werden die Außenanlagen und die Grundleitungen erneuert. Unter anderem werden die Entwässerungsleitungen (Schmutz- und Regenwasser) komplett ersetzt, zwei neue Parkplätze angelegt und der bestehende Parkplatz grundhaft saniert. Auch die Wege im Umfeld des Kulturhauses werden ertüchtigt, so die Feuerwehrumfahrt um das Gebäude und die Bühnenzufahrt befestigt. Darüber hinaus wird im Zuge der Arbeiten die Straßenbeleutung neu gebaut, am Haupteingang werden die Freitreppe erneuert, ein barrierfreier Zugang hergestellt und Fahrradbügel installiert. Die Wegeverbindung zur und die Treppenanlage im Anschlussbereich der Leipziger Straße werden ebenfalls saniert. Die Gesamtkosten für diese Teilmaßnahme belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Im Anschluss an die Baumaßnahmen schließen sich Ausgleichs- und Ersatzpflanungen an, die für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2025 geplant und mit Kosten in Höhe von 80.000 Euro kalkuliert sind.

Einschränkungen in der Verkehrsführung

Aufgrund der räumlichen Lage und der im laufenden Betrieb des Kulturhaus Böhlen stattfindenden Baumaßnahme, kommt es zu Einschränkungen in der Verkehrsführung, den Parkmöglichkeiten sowie zu Einschränkungen von vorhandenen Geh-/Radwegen rund um das Kulturhaus. Die Zu- und Ausfahrt vom Kulturhaus ist bis auf Weiteres nur über die bisherige Ausfahrt vom Parkplatz möglich und vor Ort entsprechend ausgeschildert.

Die geänderte Verkehrsführung am Kulturhaus Böhlen (Grafik: Stadt Böhlen)

Bautechnische Sanierung Ende 2023 abgeschlossen

Die jüngsten Arbeiten am Gebäude des Kulturhauses Böhlen liefen von Mai 2022 bis Dezember 2023. In diesem Zeitraum wurde unter anderem der Bühneneingang komplett erneuert. Die Gesamtkoten für diese Teilmaßnahme beliefen sich auf 1,35 Millionen Euro.

Zudem erfolgten folgende Arbeiten:

  • Sanierung der Sockelbereiche durch
    • Horizontale und vertikale Bauwerkstrockenlegung
    • Sanierung / Erneuerung des Sockelputzes
    • Schadensbeseitigung / Überarbeitung von schadhaften Bereichen an den Innenwandflächen
  • Erneuerung der Schmutzwassergrundleitungen am Gebäudeaustritt und Anbindung an die Bestandsleitungen
  • Erneuerung Blitzschutz ab Sockelkante abwärts
  • Erneuerung der Bühneneingangskonstruktion
  • Sanierung von schadhaften Bereichen innerhalb des Gebäudes
  • Sockelsanierung nach denkmalschutzrechtlichen Vorgaben

Finanzierung

Die Kosten von voraussichtlich 3,3 Millionen Euro (brutto) werden über den §4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung finanziert. Der Freistaat Sachsen übernimmt 85 Prozent der Kosten, die Stadt Böhlen kommt für 15 Prozent der Kosten auf. Bauherr ist die Stadt Böhlen. Die LMBV ist als Projektträger für die Umsetzung zuständig.


Verbesserung der Oberflächenentwässerung am Gremminer See

Gräfenhainichen/Leipzig. Am Gremminer See laufen derzeit Sanierungsmaßnahmen, um das Entwässerungssystem der Südböschung  wirksamer zu gestalten. Die Arbeiten konzentrieren sich darauf, die Oberflächenentwässerung zu verbessern, um so den ungehinderten Abfluss des Oberflächenwassers in den See zu gewährleisten.

Die Vernässung des Südufers ist an einigen Stellen bereits durch den Bewuchs mit Schilf erkennbar. Die hohen Niederschlagsmengen der vergangenen Monate führten erneut dazu, dass es zu größeren Vernässungen im Böschungsbereich kam und veranschaulichen den Grund für die Maßnahme. Um eine effizientere Ableitung des Wassers zu ermöglichen und potenzielle Überschwemmungen der Böschung zu verhindern, werden die vorhandenen Entwässerungsgräben vertieft. Diese benötigen dadurch etwas mehr Platz, so dass an einigen Stellen die Skulpturen entlang des Weges um wenige Meter versetzt werden. Zusätzlich werden Ableiter ausgebaut, die von den Entwässerungsgräben in den See führen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den natürlichen Wasserfluss zu verbessern und Standsicherheit der Südböschung zu erhalten.

Des Weiteren wird die Umgestaltung der Weggabelung unterhalb des Stadtbalkons (Zugangsbereich von der Stadt Gräfenhainichen) vorgenommen. In der dort bestehenden Senke sammelt sich das Wasser und überschwemmt teilweise die Wege, die dann nur noch schwer zu passieren sind. Um das Problem zu beheben werden der Hauptwirtschaftsweg angehoben und die wegebegleitende Entwässerung erneuert. Damit soll die Zugänglichkeit der Wege langfristig verbessert werden. Die Arbeiten haben 2023 begonnen und sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Die Baumaßnahmen am Südufer des Gremminer Sees sollen vorraussichtlich noch 2024 abgeschlossen werden.

Fotos: Christian Kortüm


Verwahrung von Filterbrunnen am Geiseltalsee

Leipzig. Am Geiseltalsee lässt die LMBV derzeit 29 Filterbrunnenstandorte und bis zu sechs Pegelstandorte fachgerecht sichern. Diese befinden sich im Ufer- bzw. Flachwasserbereich des Geiseltalsees. Auf Grund der Lage im Wasser bzw. im unmittelbaren Uferbereich werden die Filterbrunnenstandorte mit einem Geogitter gesichert werden. Dazu wird die Öffnung des nicht mehr genutzten Filterbrunnens mit einem sechs mal sechs Meter großem Gitter bedeckt und anschließend mit einer 50 Zentimeter dicken Schicht aus Wasserbausteinen bedeckt (ausgeführt als Pyramidenstumpf). Die Sicherung der Filterbrunnenstandorte erfolgt in einer Tiefe von mindestens 80 Zentimetern unter der Gewässersohle bzw. Geländeoberkante. Für 24 der 29 Filterbrunnen und für alle Pegelstandorte erfolgt die Sicherung mit schwimmbarer Gerätetechnik vom Wasser aus. Die restlichen fünf Filterbrunnenstandorte werden von Land aus gesichert. Die Arbeiten werden von der Firma ABG Dresden ausgeführt und sollen bis Ende Juni 2024 abgeschlossen sein.

Die Filterbrunnen liegen mindestens 80 cm im Wasser, deshalb muss auch die Technik vom Wasser aus arbeiten.

Diese Arbeiten sind notwendig, um die Sicherheit der ehemaligen Braunkohlenflächen zu gewährleisten. Die Filterbrunnen dienten während der Kohleförderung dazu, den Tagebau trocken zu legen. Mit Einstellung der Wasserhaltung und Flutung des Geiseltalsees haben sie ihre Funktion verloren. Da die Filterbrunnen einen Durchmesser von etwa 35 Zentimetern haben und zwischen acht und 130 Metern tief sind, geht von ihnen eine potentielle Gefahr für Badende aus, weshalb die LMBV alle Brunnen verfüllen lässt. Dies ist zudem eine Bedingung, um die Flächen aus der Bergaufsicht entlassen zu können.

Die Verwahrung der Filterbrunnen am Geiseltalsee soll bis Ende Juni 2024 abgeschlossen sein.

Impressionen der Arbeiten.
Fotos: Christian Kortüm


Vorfristige Außerbetriebnahme der Deubener Grundwasserreinigungsanlage dank Leitwand

Teuchern/Deuben. Nach 24 Jahren konnte zum 1. Januar 2024 die aktive Reinigung von kontaminiertem Grundwasser am Standort der ehemaligen Schwelerei in Deuben vorfristig beendet werden. Grund dafür ist der Bau der Leitwand für den Schadensbereich West: Die 160 Meter lange und bis 18,5 Meter tiefe Stahlspundwand wurde bereits Mitte 2023 fertig gestellt. Sie hält seither den westlichen Grundwasseranstrom ab, wie Untersuchungen nachgewiesen haben.

Es folgte ein behördlich vorgeschriebener halbjähriger Probebetrieb bis Ende Dezember 2023. Da sowohl die Dichtheitsuntersuchung als auch der Probebetrieb erfolgreich waren, konnte die kostenintensive Pump-and-Treat-Wasserbehandlungsanlage außer Betrieb genommen werden.

Zurzeit laufen die Planungen für den Rückbau der Anlage. Am gleichen Standort soll in ca. einem Jahr eine deutlich kleinere Grundwasserreinigungsanlage für den Schadensbereich Ost errichtet werden, welche bei Überschreiten von Grenzwerten aktiv wird und dann durch mit Sauerstoff angereichertem Wasser die Grundwasserreinigung übernimmt.

Das ehemalige Deubener Schwelereigelände: Links hinter dem weißen Gebäude der Grundwasserreinigungsanlage im Vordergrund wurde die Leitwand in die Erde gepresst (Foto: LMBV/Christian Kortüm).

Eindrücke von Baustelle und Grundwasserreinigungsanlage (Fotos: LMBV/Mario Markowski)


Zur aktuellen Entwicklung des Strandgebietes Löbnitz

Löbnitz. Das Projekt zur Entwicklung der Bootsanlegerstraße in Sausedlitz und am Strand Löbnitz am Seelhausener See schreitet voran. Eine Vielzahl von Teilleistungen wird im Rahmen der §4-Maßnahme derzeit dort durchgeführt, um den Strandbereich zu revitalisieren und ein Naherholungsgebiet zu erschließen. Einige Bauleistungen wurden bereits abgeschlossen.

Die am 4. Oktober 2023 begonnene Baufeldfreimachung für den Erd- und Verkehrsbau beinhaltet Fäll- und Rodungsarbeiten sowie die Umsiedlung der uferbegleitenden Schilfbestände im Baubereich. Ziel der Schilfumsiedlung ist die Umsetzung naturschutzrechtlicher Auflagen aus der Baugenehmigung, welche als Ausgleichsmaßnahme eine Schaffung von Ersatzhabitatstrukturen für Röhrichtbrüter vorsieht. Ersatzhabitate für Gehölzbrüter und Zauneidechsen wurden bereits 2022 angelegt.

Aktuell werden Schutzmaßnahmen für Gehölze und Vegetation sowie für Amphibien und Reptilien umgesetzt. Hierzu wurden Zäune als Schutz der vorhandenen Gehölzbestände aufgestellt. Um Amphibien und Reptilien zu schützen und eine Rückwanderung in das Baugebiet zu verhindern, wurden zudem Amphibienschutzzäune errichtet und Individuen in bereits bestehende Ersatzhabitate umgesiedelt. Die Zäune bleiben während der Bauphase der Erd- und Verkehrsbaumaßnahmen bestehen.

Eine archäologische Untersuchung wurde vom 4. Dezember 2023 bis zum 19. Januar 2024 durchgeführt. Die Tiefschnitte führten dabei zu keinen archäologisch relevanten Ergebnissen. Durch den archäologiegerechten Abtrag für den Wall und den geplanten Weg wurden jedoch Spuren gefunden, welche auf eine eisenzeitliche Besiedlung der Region und ein archäologisch relevantes Denkmal hinweisen. Das Landesamt für Archäologie hat für die entsprechenden Flächen eine Freigabe erteilt, so dass die geplanten Arbeiten inzwischen wieder von statten gehen. Zukünftige Arbeiten Dritter bei Baumaßnahmen außerhalb des derzeitigen Baufeldes bedingen weitere archäologische Untersuchungen.

Seit dem 25. Januar 2024 läuft die Teilleistung Erd- und Verkehrsbau. Grundsätzliches Ziel der Maßnahme ist es, die Flächen so zu gestalten bzw. vorzubereiten, dass eine touristische Entwicklung erfolgen kann. Insbesondere die Geländetopografie soll in den ufernahen Bereichen verändert werden, um eine geplante spätere Nutzung als Freizeit- und Erholungsgebiet zu ermöglichen.

Die vor Ort anfallenden Aushubmassen sollen nach Möglichkeit innerhalb des Baufeldes wiederverwendet werden. Ein Teil des Aushubs, einschließlich des gewonnenen Oberbodens, soll für die teilweise zu bepflanzenden Lärmschutzwälle entlang der am Planungsgebiet vorbeiführenden Straße Verwendung finden. Der deutlich größere Teil des Aushubs wird im südöstlichen Bereich des Planungsgebiets für die Gestaltung der Uferböschung verwendet. Darüber hinaus wird ein Teil des vorhandenen Rundwegs in seinem Verlauf verändert. Dieser neue Verlauf ist auf das perspektivische Nutzungskonzept des Gesamtareals ausgelegt.

Dieses beinhaltet das Herstellen neu gestalteter und terrassierter Uferböschungen sowie angemessen dimensionierter Strandbereiche. Zu den Maßnahmen zählt auch das Errichten von Erdwällen als Sicht- und Lärmschutz. Der vorhandene Wirtschaftsweg wird zurückgebaut.

Durch die laufenden Maßnahmen wird eine nachhaltige Entwicklung des Strandgebietes Löbnitz vorangetrieben, um für Bewohner sowie Besucher der Region ein attraktives Ausflugsziel und Naherholungsgebiet zu gestalten.

 

Luftaufnahme des künftigen Naherholungsgebietes bei Löbnitz (Bild: Christian Kortüm)

Luftaufnahmen des Löbnitzer Strandes
(Bilder: Christian Kortüm)

Schutzzaun für Vegetation und Gehölze (Bild: Christian Kortüm)
Schutzzaun für Vegetation und Gehölze (Bild: Christian Kortüm)

Amphibien und Reptilienschutz (Bild: Christian Kortüm)
Amphibien und Reptilienschutz (Bild: Christian Kortüm)
(Bild: Christian Kortüm)


Flutungsbauwerk der Goitzsche: Sperrung der nicht standsicheren Holzbrücke

Muldestausee/Friedersdorf. Aus Sicherheitsgründen musste am 11. Januar 2024 die Holzbrücke am ehemaligen Flutungsbauwerk der Goitzsche zwischen Bitterfeld und Friedersdorf durch die LMBV gesperrt werden. Sie ist ein Bestandteil der 1999 fertig gestellten Flutungsanlage Mühlbeck. Die Sperrung wurde erforderlich, nachdem im Rahmen einer turnusmäßigen Bauwerksprüfung durch einen zertifizierten Prüfingenieur festgestellt worden war, dass die Brücke bis zu ihrem planmäßigen Rückbau bzw. bis zu ihrer Umgestaltung weder standsicher noch verkehrstüchtig ist. Derzeit arbeitet die LMBV zusammen mit der betroffenen Gemeinde Muldestausee, dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld sowie dem für die Deichunterhaltung zuständigen Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) an einer für die Öffentlichkeit zufriedenstellenden Lösung. Eine alternative Route ist über den nahegelegenen südlich verlaufenden Landwirtschaftsweg gegeben, wobei die Ausweisung nicht im Verantwortungsbereich der LMBV liegt. Die LMBV bittet für die Beeinträchtigungen um Verständnis.

Die Brücke ist – auch wenn sie bisher durch Radfahrer, Fußgänger und teilweise Autos genutzt wurde – kein für den öffentlichen Verkehr zugelassenes Bauwerk, sondern eine Betriebsanlage der LMBV. Dies ist durch entsprechende Beschilderung gekennzeichnet. Die Zufahrt zu beiden Seiten der Brücke führt über einen Wirtschaftsweg des LHW. Dieser Weg ist zur Unterhaltung der Deichanlagen und deren Verteidigung im Hochwasserfall sowie für die LMBV zur Bewirtschaftung des ehemaligen Flutungsbauwerkes notwendig. Die Sperrung der Brücke im weiteren Verlauf des Wirtschaftsweges dient somit der Gewährleistung der Sicherheit von Mitarbeitern des LHW und der LMBV. Weiterhin verweist die LMBV darauf, dass das Betreten des Flutungsbauwerkes – auch Bediensteg, Gitterrost und Betonsteg sowie Treppe – ebenfalls verboten ist, da es sich bei dem Bauwerk ebenfalls um eine Betriebsanlage der LMBV handelt. Die wasserbauliche Anlage ist mit Hinweistafeln zum Betretungsverbot beschildert.

 

Hintergrund:

Nach der Einstellung der Kohleförderung 1991 wurde der Tagebaubereich Goitsche in die Sanierung überführt. Ein Schwerpunkt der inzwischen abgeschlossenen bergbaulichen Sanierungstätigkeit in Verantwortung der LMBV war u. a. die Herstellung der Flutungsanlage von der Mulde unterhalb des Muldestausees bis zum Einlaufbauwerk in den „Bernsteinsee“ (ehemaliges Restloch Mühlbeck) mit Untertunnelung der B 100. Im Jahr 1997 begann der Bau der Flutungsanlage: Diese umfasst das Deichbauwerk, den Zulaufgraben und das eigentliche Flutungsbauwerk in Mühlbeck mit einer Kapazität von 5,0 m³/s. Die Fremdflutung des Großen Goitzschesees mit Wasser der Mulde begann am 7. Mai 1999 und war nach dem Hochwasser 2002 abgeschlossen. Nach den Hochwässern von 2002 und 2013 musste die Flutungsanlage Mühlbeck jeweils instandgesetzt werden. 


Bergbaufolgeseen: Erfolgreiches LMBV-Flutungsgeschehen 2023

Senftenberg | Leipzig. Im Lausitzer Revier können in 2023 durch die LMBV voraussichtlich bis zu 95 Mio. m³ Wasser für die Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen aus den Vorflutern gewonnen werden. Damit wird die Jahresmenge 2023 leicht über dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre von rund 90 Mio. m³ liegen.

Hauptabnehmer und Schwerpunkte der Wassernutzungen in 2023 waren neben dem Bärwalder See (mit 29 Mio. m³) das Speicherbecken Lohsa II (mit 17 Mio. m³) sowie der Sedlitzer See (mit 25 Mio. m³). Die ausgeprägte sommerliche Niedrigwasserphase sowie die Einhaltung sanierungsbedingter Grenzwasserstände wirkten einer höheren Wassernutzung entgegen.

Neben den Entnahmen aus der Vorflut wurden auch in 2023 umfangreiche Rückleitungen aus den Lausitzer Bergbaufolgeseen in die Vorflut realisiert und damit die Abflüsse von Spree und Schwarzer Elster insbesondere in der sommerliche Niedrigwasserphase stabilisiert. Bis zum Jahresende werden sich die Rückleitungen auf etwa 70 Mio. m³ belaufen. Den Schwerpunkt bildete das Speicherbecken Lohsa II. Durch die sanierungsbedingte Absenkung des Wasserstandes um insgesamt mehr als 2 m wurden über den Sommer 2023 mehr als 27 Mio. m³ in die Spree abgeschlagen.

In Mitteldeutschland werden den Bergbaufolgeseen der LMBV bis zum Jahresende 2023 voraussichtlich rund 30 Mio. m³ Flutungswasser aus den Vorflutern zugeführt Diese Menge entspricht in etwa dem Mittelwert der vergangenen 10 Jahre. Der mit rund 15 Mio. m³ größte Anteil entfiel dabei auf den Zwenkauer See.

Die Rückleitungen werden sich in Mitteldeutschland 2023 auf insgesamt etwa 40 Mio. m³ summieren. Die mit rund 15 Mio. m³ größte Einzelmenge entfällt dabei auf den Cospudener See. Parallel zum Lausitzer Revier dienen die Rückleitungen in Mitteldeutschland im Wesentlichen der Sicherung von Ziel- bzw. Mindestabflüssen in der Vorflut.

Nach Einschätzung von Maik Ulrich, Leiter der Flutungszentrale der LMBV, „wird immer deutlicher, dass die Rolle der entstehenden Bergbaufolgeseen und Speicher hinsichtlich Ihrer Wirkung zur Stützung der Flussgebiete immer mehr an Bedeutung gewinnt.“

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Fotos: LMBV-Luftbilder von Steffen Rasche und Christian Bedeschinski


Rückbau technischer Anlagen zum Filterbrunnenbetrieb am Zwenkauer See abgeschlossen

Leipzig/Zwenkau. Vom Aussichtspunkt Zitzschen bis zum Ortsrand Zwenkau (parallel zu Weg 19) wurden von Mitte September bis zur 51. Kalenderwoche 2023 noch vorhandene Energieverteilungsanlagen, die seinerzeit zur Versorgung der bergbaulichen Wasserhaltungen im Bereich des Tagebaus Zwenkau verwendet wurden, zurückgebaut bzw. demontiert und entsorgt. Betroffen waren eine 6-kV-Freileitung mit ca. 60 Masten auf einer Länge von insgesamt 4 Kilometern und technische Anlagen wie Elektroverteiler, Trafostation und Strossenschalter.

Finanziert wurde die Sanierungsmaßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 60.000 Euro netto. Auftragnehmer war der Baggerbetrieb Burkhardt GmbH aus Thonhausen. Das Ingenieurbüro Wolff aus Leipzig übernahm die örtliche Bauüberwachung, das Ingenieurbüro Knoblich aus Zschepplin die ökologische Baubegleitung.

Reste der technischen Anlagen

Fotos: LMBV/Michael Klemm


St. Barbara in Halle gehuldigt – LMBV-Barbarafeier 2023

Halle/Saale. Am 5. Dezember versammelten sich rund 400 Gäste in der Händelhalle in Halle (Saale) aus den drei Revieren der LMBV, so aus Mitteldeutschland, der Lausitz und dem Südharz, um gemeinsam die traditionelle Barbarafeier zu begehen. Ehrengast und Grußwortrednerin war in diesem Jahr die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, Steffi Lemke, die aus Dessau stammt.

Die Bundesumweltministerin nahm die Barbarafeier zum Anlass, sich bei der LMBV und allen Beteiligten der Braunkohlesanierung in den Landkreisen und Kommunen sowie bei den Unternehmen zu bedanken. "Die Braunkohlesanierung kann ein Vorbild für den Strukturwandel sein. Ich denke insbesondere an den breiten Konsens bei den Akteuren im Bund, in den Ländern und vor Ort. Aus politischer und föderaler Perspektive ist vor allem die konstruktive Zusammenarbeit von Bund und Ländern in all den Jahren zu nennen. 

Die Zusammenarbeit war nahezu geräuschlos und von einem breiten Konsens getragen, einem Verständnis für die besondere Bedeutung der Braunkohlesanierung in den betroffenen Regionen. Große Veränderungsprozesse können nur mit einem breiten, parteiübergreifenden Konsens über lange Jahre erfolgreich gestaltet werden." (Hier zur Rede von Bundesumweltministerin Steffi Lemke anlässlich der Barbarafeier der LMBV)

In seinem auf das zurückliegende Jahr ausgerichteten Sanierungsbericht betonte Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung, dass sich die Zeiten auch für die LMBV geändert haben. Konnten in den beiden vorangegangenen Verwaltungsabkommen die von Bund und Ländern zur Verfügung gestellten Mittel fast vollständig ausgegeben werden, gelingt dies nur noch im Hinblick auf den veränderten Charakter der Sanierungs- und Verwahrarbeiten unter immer größeren Anstrengungen. 

Jetzt rückt die Fertigstellung insbesondere der Seen, ihre Folgenutzung und die Beendigung der Bergaufsicht in den Vordergrund. Die damit verbundenen Aufgaben werden aufwändiger und kleinteiliger. Auch Daueraufgaben wie Grundwasserhaltungen und Eisenminderungsmaßnahmen gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Die vorgegebenen Sanierungsziele im ersten Jahr des laufenden Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung von 2023 bis 2027 wurden dennoch weitestgehend erreicht. Im Jahr 2023 wird die LMBV Leistungen in einem Finanzierungsumfang insgesamt von circa 257 Millionen Euro erbracht haben. 

In den Maßnahmen davon nach rechtlicher Verpflichtung, entsprechend § 2 des Verwaltungsabkommens, werden das circa 177 Millionen Euro, für die Maßnahmen gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs, entsprechend § 3 des Verwaltungsabkommens, circa 39 Millionen Euro und für die Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards in alleiniger Finanzierung durch das Land Brandenburg und den Freistaat Sachsen, entsprechend § 4 des Verwaltungsabkommens, circa 14 Millionen Euro sein. 

Im Bereich Kali-Spat-Erz wird die LMBV bis zum Jahresende Verwahrungsleistungen in Höhe von 27 Millionen Euro realisiert haben. Dies alles konnte nur als Gemeinschaftswerk gelingen.

Mit der Würde eines Ehrenbergmannes wurde der bald aus dem Dienst ausscheidende Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Werner Gatzer, der lange Jahre auch die Fachaufsicht über die LMBV geführt hatte, für sein Engagement um die Sicherung der Braunkohlesanierung seitens des Gesellschafters BMF geehrt.

Ebenso wurde der Referatsleiter im Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten, Frank Ranneberg, mit dem Arschledersprung und den Insignien eines Ehrenbergmannes für sein Engagement für die Bergbausanierung und Verwahrung gewürdigt.

Zum Ehrenbergmann geschlagen: Frank Ranneberg, Referatsleiter im Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten
Fotos: LMBV/Christian Kortüm