Öko-Institut e. V. informiert sich über Arbeit der LMBV

Geiseltal/Leipzig. Über die Arbeit der LMBV und die Besonderheiten des Geiseltalsees informierten sich am 20. September Mitarbeiter des Öko-Instituts e. V. LMBV-Referent Jörg Schlenstedt gab während der Befahrung einen Einblick in die vor Ort erfolgten Arbeiten und die damit verbundenen Besonderheiten der Landschaftsgestaltung und Renaturierung. 

Das Öko-Institut ist eine Forschungs- und Beratungseinrichtung, welche beispielsweise für Ministerien auf Bundes- und Landesebene, Unternehmen, Nicht-Regierungs-organisationen sowie die Europäische Union tätig ist.

Impressionen von der Befahrung (LMBV Unternehmenskommunikation)

Der Geiseltalsee aus der Vogelperspektive (Christian Bedeschinski, 2021)


Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat: Neue Vorsitzende gewählt

Merseburg. In ihrer 105. Sitzung am 24.08.2023 in Merseburg wählten die Mitglieder des Aufsichtsrates der LMBV Heike Große-Wilde zur neuen Vorsitzenden des Gremiums. Die Neuwahl war nötig geworden, nachdem ihr Vorgänger, Ministerialrat Dr. Ulrich Teichmann, zum 15.07.2023 sein Mandat niedergelegt hatte. Der Aufsichtsrat dankt Dr. Teichmann für sein langjähriges Wirken im Aufsichtsrat der LMBV. Zugleich begrüßten die Mitglieder Dr.-Ing. Michael Drobniewski als neues Aufsichtsratsmitglied. Der Regionalbeauftragte der RAG im Saarland war zum 16.08.2023 mit Gesellschafterbeschluss bestellt worden.

Am Vortag der Sitzung informierten sich alle Mitglieder des Aufsichtsrates in einer Befahrung über die geleisteten und die noch ausstehenden Arbeiten im Revier. In diesem Jahr besuchten die Vertreter von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite den Runstedter und den Geiseltalsee.

An mehreren Stationen informierten Experten der LMBV über die Sanierungsfortschritte. So besteht am Runstedter See eine noch viele Jahre andauernde Sanierungsmaßnahme in Form der Sauerstoffanreicherung des Sees mit einer Tiefenwasserbelüftungsanlage. Bei der Befahrung des Geiseltalsees spielte die Diskrepanz zwischen geplantem und tatsächlich eingetretenem Wasserstand, unter anderem beim Besuch des Geiseltalsee-Ableiters, eine dominierende Rolle.

Aber auch die erfolgreiche und schon weit vorangeschrittene Rekultivierung in diesem Gebiet war Gegenstand der Befahrung. So bot der Weinberg an der Halde Klobikau einen hervorragenden Überblick über den Geiseltalsee. Mit Besuch der Marina Mücheln und einer Schiffstour, vorbei an der Marina Braunsbedra, erhielten die Aufsichtsratsmitglieder einen konkreten Einblick in die erfolgreiche Renaturierung und Ufergestaltung sowie das umfangreiche Naturschutzgebiet. Zudem begleiteten die Bürgermeister von Mücheln und Braunsbedra, Andreas Marggraf und Steffen Schmitz, die Schifffahrt und brachten die kommunale Sicht der Nutzer in die Befahrung ein. Ein kurzer Stopp am Museum Pfännerhall, in deren Umfeld sich im Eigentum der LMBV befindliche Entwicklungsflächen für die Erzeugung von erneuerbaren Energien befinden, rundete die Befahrung ab. 

Die Mitglieder des Aufsichtrates wurden von den zwei Geschäftsführern der LMBV und einzelnen Fachverantwortlichen begleitet.

Impressionen der Befahrung des Aufsichtrates am Geiseltalsee, am Vortag der 105. Sitzung (Fotos: Anika Dollmeyer)


§ 4‑Erfolgsgeschichte am Schladitzer See: Seebühnen-Einweihung

Schkeuditz/Leipzig. Der Haynaer Strandverein e. V. hatte am Samstag, dem 5. August 2023, zur Einweihung der erweiterten Seebühne an den Biedermeierstrand Hayna am Südufer des Schladitzer Sees eingeladen. Mit der Uraufführung des Musicals „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ des  Theaterfördervereins Priester e. V. wurde die neue Seebühne am Biedermeierstrand eröffnet.

Die Vergrößerung des Veranstaltungszentrums am Haynaer Strand mit der baulichen Erweiterung der Bühne und Tribünen einschließlich Überdachung für eine Verdreifachung der Zuschauerkapazität von 350 auf 1000 Plätze wurde zu 90 % vom Freistaat Sachsen im Rahmen des Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung als § 4-Maßnahme finanziert.

Der Freistaat Sachsen verfolgt im Umfeld der Bergbaufolgeseen eine nachhaltige Entwicklung für verschiedenartige Nutzungen. Für Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards – sogenannte § 4-Maßnahmen – stellt er zusätzliche Mittel aus dem Landeshaushalt zur Verfügung, um gute Voraussetzungen für Folgeinvestitionen zur touristischen Nutzung zu schaffen.

Die LMBV fungiert hier als Projektträger dieser § 4-Maßnahmen und gleichzeitig als gesetzlich Sanierungsverpflichteter. Somit werden Synergien zwischen Wiedernutzbarmachung und Folgenutzung erreicht, mit dem Ziel der Entwicklung einer attraktiven Bergbaufolgelandschaft.

LMBV-Projektkoordinator Dr. Robert Böhnke verwies in seinem Grußwort auf die erfolgreiche Entwicklung am Südufer des Schladitzer Sees durch Folgenutzungsmaßnahmen, die im Rahmen der § 4-Förderung finanziert wurden: Mit der Fertigstellung des Zugangs mit Treppenanlage, der barrierefreien Zufahrt und der Freiflächengestaltung einschließlich Bepflanzung wurde im Mai 2019 der Strand Hayna feierlich an die Stadt Schkeuditz und den Betreiber Haynaer Strandverein e. V. übergeben. Im Vorjahr konnten bereits der Strandbereich und der Parkplatz sowie die medientechnische Erschließung aus § 4-Mitteln fertig gestellt werden.

Im unmittelbaren Umfeld des Veranstaltungszentrums ist gerade mit dem Bau einer Überwachungs- und Serviceeinrichtung am Strand Hayna begonnen worden. Ziel dieser § 4-Maßnahme ist die Gewährleistung eines sicheren Badebetriebes sowie die Überwachung des Strandbereiches. Des Weiteren sollen sanitäre Einrichtungen, Abstellplätze für Fahrräder und Lademöglichkeiten für E-Bikes geschaffen werden. Zusätzlich wird das Gebäude auch als Service- und Informationsstation für Benutzer des Rundweges (Spaziergänger, Radfahrer) dienen.

 

Weitere Informationen aus der Pressemitteilung des Haynaer Strandvereins vom 9. August 2023: 

 

Seebühne am Biedermeierstrand mit Festakt und Musical eröffnet

Zehn Monate lang wurde die Veranstaltungsstätte am Biedermeierstrand Hayna umgebaut, die Bühnenflä­che erweitert, Kulissen ab- und neu aufgebaut und die Sitzplatzkapazität von 350 auf circa 1000 erhöht. Dabei sind unter anderem 72 Tonnen Stahl und 600 Kubikmeter Beton verbaut, sowie 22 Kilometer Stromkabel ver­legt worden – genug, um von Hayna nach Schkeuditz, zurück nach Hayna und wieder nach Schkeuditz zu gelangen. Aller Hürden durch Corona, Wetterwidrigkeiten, Lieferengpässe und Personalmangel zum Trotz ist die Seebühne nun fast fertiggestellt. Auch, wenn einige Dinge wie der Außenputz oder die Überdachung der neuen Tribünen noch fehlen, ist die neue Veranstaltungsstätte nun für die Spielsaison 2023 freigegeben – und wurde am 5. August gebührend eingeweiht.

Der Festakt mit geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Kultur begann mit einem kleinen Sektemp­fang, ehe um 19 Uhr der offizielle Festakt folgte. Projektmanager Christoph Zwiener begrüßte die restlos ausverkauften Ränge herzlich und dankte anschließend allen Freunden, Förderern und Partner des Projektes, ehe kurze Reden von Schkeuditzer Oberbürgermeister Rayk Bergner und LMBV-Abteilungsleiter Geotech­nik Dr. Robert Böhnke folgten.

Das Publikum erfuhr außerdem Einiges über die Geschichte des Schladitzer Sees, dem ehemaligen Braun­kohletagebau Breitenfeld, über den Haynaer Strandverein, der das Gelände seit 2009 betreibt und die Ver­anstaltungen organisiert, sowie über den Musik- und Theaterförderverein Priester, der im Anschluss sein neues Musical »Reise zum Mittelpunkt der Erde« erstmals der Öffentlichkeit präsentierte. Dabei begleitete des Publikum den zerstreuten Professor Dr. Otto Lidenbrock und seinen Neffen Alex auf ihrem waghalsi­gen Unterfangen durch fantastische Welten voll fremder Wesen und unglaublicher Begegnungen. Ein circa 50-köpfiges Ensemble, ein drehbares Bühnenbild im Stil des Pariser Eiffelturms, schillernde Kostüme, aus­gefeilte Choreografien, Projektionen und epische Musik erweckten dabei die Romanvorlage von Jules Verne zu neuem Leben.

Aber nicht nur das Musical wird 2023 aufgeführt. Von Flamenco- und Klassikkonzert über Saxophon- und Bigbandklänge bis hin zu Folkmusik und Minitheater ist noch Einiges los in dieser Saison. Ab Oktober folgen dann letzte Bauarbeiten zur Fertigstellung der Seebühne.

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Sanierungsmethode in Meuselwitz erfolgreich: Teilabschnitt der Kohlebahn auf einer Länge von 360 m muss eingestellt bleiben

Jena/Meuselwitz. Die LMBV, Projektträger für die Sicherung der Gleistrasse der Kohlebahn in Meuselwitz, informierte am 3. August 2023 darüber, dass die Probebohrungen im Sanierungsabschnitt zwischen Weinbergstraße und Rudolf-Breitscheid-Straße abgeschlossen seien.

Im Ergebnis wurde bestätigt, dass die angewandte Sanierungsmethode erfolgreich ist, so dass nunmehr die Zweifel ausgeräumt werden konnten und die Sanierung fortgesetzt werden kann. Nach Einschätzung der LMBV sollen die Hohlräume im o. g. Streckenabschnitt der Kohlebahn bis Ende dieses Jahres gesichert sein.

Bis zum Abschluss der Verwahrarbeiten durch die LMBV und der sich anschließenden gutachterlichen und behördlichen Freigabe kann auf einem Teilabschnitt mit einer Länge von 360 m keine Personenbeförderung stattfinden, da Sicherheit Vorrang haben muss. Deshalb bleibt die Anordnung des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) vom 7. Juli 2023 bis auf Weiteres bestehen.

Mit den getroffenen Regelungen bleibt der Fahrverkehr auf einem Großteil der Strecke (14 km) ohne Einschränkungen erhalten, informierte Dr. Karsten Waldenburger, Vorsitzender des Kohlebahn-Vereins.

(Quelle: PM des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz vom 03.08.2023)

Foto: LMBV


Öffentlicher Baubeginn Ableiter Merseburg Ost: Zukünftig ermöglicht ein Wehr die Selbstregulation des Wasserstandes am Wallendorfer See

Leipzig/Luppenau. Gemeinsam mit Torsten Ringling, Bürgermeister der Gemeinde Schkopau, hatte am 7. Juli Dietmar Wollnitza, LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement Sachsen-Anhalt, zum öffentlichen Spatenstich nach Luppenau geladen. Zahlreiche Interessierte nutzten die Möglichkeit vor Ort, mit den beteiligten Akteuren ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen.

In einer voraussichtlich einjährigen Bauzeit wird hier ein 750 Meter langer Ableiter errichtet, welcher vom Wallendorfer See zur Luppe führt. Die Sohlbreite des Grabens wird 1,5 Meter betragen. Zusätzlich wird ein Wehr errichtet. Das sogenannte Mönchbauwerk wird aus einem monolithischen Stahlbetonbauwerk hergestellt. Im weiteren Verlauf des Ableiters passiert das vom Wallendorfer See abgeführte Überschusswasser zwei Durchlassbauwerke, bevor es in die Luppe abgeführt wird.

Mit dieser Maßnahme setzt die LMBV den gültigen Planfeststellungsbeschluss um.

Durch das Errichten dieses Ableitersystems wird eine weitestgehende Selbstregulation des planfestgestellten Wasserstandes im Wallendorfer See ermöglicht. Bislang erfolgt die Regulierung über ein Pumpensystem und Ableitung in die Weiße Elster. Die Wasserschwankungen vor Ort ergeben sich aus den natürlichen Randbedingungen von oberirdischen und unterirdischen Zuflüssen (Niederschlag und Grundwasser).

Im ersten Bauabschnitt wird der Durchlass unter der Löpitzer Straße errichtet. Dazu wird die Löpitzer Straße während der Sommerferien vom 7. Juli bis 16. August 2023 gesperrt. Eine entsprechende Umleitungsstrecke ist ausgeschildert.

Der zukünftige Ableiter befindet sich im Naturschutzgebiet Elster-Luppe-Aue entlang des Verlaufs eines Altarmes der Luppe. Damit verbunden ist eine naturnahe Ausgestaltung des Grabens. Die Kosten für diese § 2 – Maßnahme betragen circa 1,8 Millionen Euro.

Blick auf die eingerichtete Baustelle. Im Hintergrund der Wallendorder See (Quelle: Christian Horn für LMBV)

Impressionen vom öffentlichen Spatenstich (Bilder: Christian Kortüm)








Uebersichtslageplan_Ableiter_Merseburg_Ost


Sicherheit hat Vorrang: Kohlebahnen e. V. muss Eisenbahnbetrieb auf Teilabschnitt vorrübergehend einstellen

Jena/Meuselwitz. Bei derzeit durchgeführten Bohr- und Verfüllarbeiten südlich der Rudolf-Breitscheid-Straße in Meuselwitz sind bisher unbekannte größere Hohlräume festgestellt worden.

Wegen des Risikos von größeren Verformungen der Tagesoberfläche bis hin zu Tagesbrüchen auf bzw. im näheren Umfeld der Eisenbahn-Trasse muss der entsprechende Trassenabschnitt sofort abgesperrt und der Betrieb der Kohletraditionsbahn in diesem Bereich vorerst eingestellt werden.

Der Kohlebahnen-Verein wurde darüber heute vom Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) in Kenntnis gesetzt. Die Maßnahme wurde notwendig, weil unmittelbare Risiken für Fahrgäste nicht ausgeschlossen werden können.  

Das Stadtgebiet von Meuselwitz wird durch zahlreiche ehemalige Braunkohlentiefbaugruben bergbaulich beeinflusst. Davon ist auch die Trasse der Kohletraditionsbahn betroffen. Jetzt sollen die Hohlräume durch das Einbringen von Versatz dauerhaft bergtechnisch gesichert („verwahrt“) werden.

Die Sicherungsarbeiten werden im Auftrag der LMBV umgesetzt. Das TLUBN als die für Altbergbau zuständige Behörde hat eine entsprechende Anordnung mit Sofortvollzug erlassen. Die Erkundungs- und Verwahrarbeiten sollen umgesetzt werden, um das Sanierungsziel – die dauerhafte Sicherung der Gleistrasse der Kohlebahn – zu erreichen.

Der Kohlebahn-Verein wird nach Auskunft seines Vorsitzenden, Dr. Karsten Waldenburger, den Bahnbetrieb aufrechterhalten und zwischen Meuselwitz und Wintersdorf einen Schienenersatzverkehr einrichten.

(Quelle: PM des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz vom 07.07.2023 | Korrektur Wintersdorf am 11.07.23)

V.l.n.r.: TLUBN-Präsident Mario Suckert, LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny, Vereinsvorsitzender Dr. Karsten Waldenburger, DMT-Sachverständiger Stephan Paul, Landrat Uwe Melzer, TLUBN-Sprecherin Katrin Trommer-Huckauf, LMBV-Sanierungsbereichsleiterin Grit Uhlig
Fotos: LMBV


Ableiter Merseburg Ost: Einladung zur öffentlichen Informationsveranstaltung und Baubeginn

Leipzig/Luppenau. Mit Beginn der Sommerferien in Sachsen-Anhalt startet die LMBV ihre Arbeiten zum Ableiter Merseburg Ost vom Wallendorfer See bis zur Einbindung in
die Luppe. Als erster Bauabschnitt wird ab 7. Juli 2023 der Durchlass unter der Löpitzer Straße errichtet. Dazu wird die Löpitzer Straße während der Sommerferien vom 7. Juli bis 16. August 2023 gesperrt.

Anlässlich des Baubeginns lädt die LMBV interessierte Bürger und Anwohner zu einem öffentlichen Baubeginn und einer Informationsveranstaltung ein.

Der Bürgermeister der Gemeinde Schkopau, Vertreter der beteiligten Behörden, Verantwortliche der LMBV, Ansprechpartner der ausführenden Firmen sowie lokale politische Akteure werden vor Ort sein und für Fragen zur Verfügung stehen.

Termin: Freitag, 07.07.2023, 11:00 bis 13:00 Uhr
Ort: Löpitzer Straße, 06258 Schkopau

Geplanter Ablauf:
• Begrüßung durch Grit Uhlig, Leiterin Sanierungsbereich Mitteldeutschland der LMBV
• Grußwort Torsten Ringling, Bürgermeister der Gemeinde Schkopau
• Geführte „Wanderung“ entlang des künftigen Ableiters bis zum Bahndamm mit Erläuterungen zum Naturschutzfachlichen Gutachten und zu den Bauarbeiten
• Gelegenheit für Einzelgespräche der Bürger mit den beteiligten Akteuren

Achtung: Es ist festes Schuhwerk für die Begehung des Geländes erforderlich!

Anfahrtsübersicht


StuBA-Mitglieder besuchen Wismut-Sanierungsbetrieb Aue

Aue-Bad Schlema. Die Befahrung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) am 13. Juni 2023 führte die Mitglieder dieses Jahr an den südwestsächsischen Wismut-Sanierungsstandort Aue-Bad Schlema. Der dortige Schachtkomplex 371 in Hartenstein ist als eine der wenigen Uranerz-Bergbauanlagen der ehemaligen SDAG Wismut in großen Teilen erhalten geblieben.

Dr. Michael Paul, Geschäftsführer Technisches Ressort, stellte im ehemaligen Zechensaal das bundeseigene Unternehmen vor, dessen Kerngeschäft seit 30 Jahren im Sanierungsbergbau an acht Standorten in Sachsen und Thüringen besteht. Während seiner Einführung zog er mehrfach Parallelen zum Schwesterunternehmen LMBV, u. a. in Bezug auf das Wassermanagement. Daneben gehört der Strahlenschutz zu den Kernaufgaben der Wismut GmbH. Das Bergwerk Schlema-Alberoda baute bis 1990 eine der größte Uranerzlagerstätten Europas ab, war zudem mit rund 2000 Metern Teufe die tiefste Grube Europas und wies im Umfeld eine entsprechende Haldenlandschaft auf. Im Schlematal ist der Transformationsprozess vom einstigen „Tal des Todes“ zur Wiederauferstehung als Kurort Bad Schlema Anfang der 2000er Jahre gelungen.

Nach einer Einweisung zur Sauerstoffselbstrettung durch Andy Tauber, Leiter Bereich Sanierung Aue, fuhren die Ausschussmitglieder in den Schacht 15 IIb ein. Bei der untertägigen Befahrung erläuterten Andy Tauber und Dr. Olaf Wallner, Leiter Abteilung Koordinierung/ Markscheidewesen, die Sanierungsaufgaben. Im Mittelpunkt standen der Streckenvortrieb beziehungsweise die Aufwältigung an zwei Betriebspunkten (Querschlag 33, Gang Bocksloch). Weiterhin erfolgte ein Rundgang durch das technische Denkmal Schacht 371 – einem Bestandteil des UNESCO-Welterbes – über Lampenstube, Schacht- und Maschinenhaus mit Koepe-Fördermaschine.

Unter Führung von Martin Zimmermann, Leiter Projektträger Altstandorte, endete die Befahrung auf der Halde 65 inmitten der Ortslage des Kurortes Bad Schlema. Er führte aus, dass die alte fast 5 Hektar große bewaldete Halde mit einer Plateaufläche von 2 Hektar nicht dauerhaft standsicher gewesen sei und außerdem die Strahlenschutzwerte überschritten habe, weshalb der Haldenkörper ab 2018 innerhalb von 18 Monaten komplett abgetragen und 1 Million Tonnen schwach radioaktiv belastetes Material auf die Wismut-eigene Halde 371 umgelagert worden sei. Nach der Profilierung und Anbindung an die Vorflut ist nunmehr eine frei zugängliche Wiese im Kur- und Erholungsgebiet entstanden. Die Halde 65 gilt laut Ralph Weidner, StuBA-Vertreter vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, als „Erfolgsbeispiel für die Sanierung in Sachsen“. Als Wismut-Altstandort werden Objekte bezeichnet, die durch die SAG/SDAG Wismut für die Uranerzgewinnung und -aufbereitung genutzt wurden, zum 30. Juni 1990 jedoch nicht mehr im Eigentum der Wismut GmbH waren. 2002 wurde die Projektträgerschaft zur Sanierung an die Wismut GmbH übertragen.

Gruppenfoto vor dem technischen Denkmal Schacht 371

Fotos:  Wismut GmbH/Thomas Ackermann


Ufersicherung per Buhnen am Geiseltalsee fertiggestellt

Leipzig/Frankleben. Rechtzeitig vor Beginn der Badesaison kann das Franklebener Ufer am Geiseltalsee wieder von der Öffentlichkeit genutzt werden. Denn die Sicherung der Uferböschung konnte bereits vorfristig am 4. Mai 2023 abgeschlossen werden. Vertraglich war die Bauzeit bis zum 31. Mai 2023 avisiert gewesen. Damit ist die Rückverlagerung der Uferlinie des Bergbaufolgesees und die potenzielle Gefährdung des Seerundweges gestoppt. Mittlerweile ist die Übergabe des Geländes an die Stadt Braunsbedra erfolgt.

Die vorfristige Fertigstellung gelang dank der lösungsorientierten Zusammenarbeit aller Beteiligten trotz einiger Schwierigkeiten: Zum Baubeginn im November und Dezember 2022 gab es Kampfmittelverdachtsfälle. Diese mussten unter Hinzuziehung der zuständigen Behörde geklärt werden. Weiterhin gab es im Uferbereich aufgrund der Erosion von Wind und Wellen einen größeren Materialabtrag bzw. -verlust als angenommen. Demzufolge wurden eine Planungsanpassung sowie der Mehreinbau von neu anzuliefernden Kiesmaterial notwendig. Zu guter Letzt waren erhöhte Aufwendungen bei der Errichtung der Arbeitsebenen für das Einbringen der neun Holzbuhnen durch partiell gering tragfähigen Baugrund nötig gewesen.

Fotos: Mario Markowski


Concordia See: Stand der Sanierungsarbeiten und Zukunftspläne

Stadt Seeland/OT Nachterstedt. Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, informierte am 11. April 2023 in Nachterstedt die Vertreter vom Landesamt für Geologie und Bergwesen, vom Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt, vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, von Bundes- und Landtag, vom Salzlandkreis sowie die Räte der Stadt Seeland über den erreichten Sanierungsstand im Bereich des ehemaligen Tagebaus Nachterstedt/Schadeleben und künftige Meilensteine bei der Gewässerherstellung und Wiedernutzbarmachung der vormalig bergbaulich genutzten Flächen.

Während seines Vortrags erklärte er, dass die Sanierungsarbeiten noch andauern. 2026 werden die Hauptsanierungsleistungen für die Rutschungsereignisse von 2009 und 2016 voraussichtlich fertig gestellt werden. Sukzessive kann dann der Sperrbereich nahe der Ortslage teilweise zurückgenommen werden und die Planung für den Ersatzneubau der Kreisstraße K1368 könnte beginnen. Für 2027/2028 ist die Einreichung der Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren avisiert. Ein möglicher Flutungsbeginn des Concordia Sees durch Eigenaufgang könnte ca. 2029 durchführbar sein. Mit dem Erreichen des mittleren Endwasserstandes bzw. dem Ende der Flutung ist Mitte der 2040er Jahre zu rechnen. Bis dahin ist kein Zugang zum See von Nachterstedter Seite möglich.

Im Anschluss erhielten die Teilnehmer während eines geführten Spaziergangs innerhalb des Sperrbereichs konkrete Einblicke in die Böschungsbereiche am Südufer des Concordia Sees.

An drei Standorten wurden bereits erfolgte und noch geplante Baumaßnahmen von Projektmanager Mathias Siebert erläutert. Die Höhe des künftigen Endwasserstands wurde anhand von blau markierten Pfählen am Südwestufer des Concordia Sees markiert.

Impressionen von der Veranstaltung (Fotos: Anika Dollmeyer)