Gefahrenabwehrmaßnahmen infolge des Grundwasserwiederanstiegs – Marktinformation zu geplanten Einzelhaussicherungen

Die Braunkohleförderung hat in der Vergangenheit in den Bergbaurevieren der Lausitz und Mitteldeutschlands zu einer großräumigen Absenkung des Grundwasserspiegels geführt. Mit der teilweisen Einstellung der bergbaulichen Wasserhaltung steigt in weiten Teilen der Lausitz und Mitteldeutschlands der Grundwasserspiegel in der Regel wieder auf seinen vorbergbaulichen Zustand an.

In den ehemaligen Bergbauregionen wurden zwischenzeitlich eine Reihe von Baulichkeiten (u.a. Wohngebäude) errichtet, ohne den Sachverhalt des Grundwasserwiederanstieges gebührend zu berücksichtigen. Daher können u. a. Gefahren von Vernässungen und sonstigen Bauwerksschäden an Wohngebäuden entstehen. Um die erkannten Konfliktpotentiale zu bewältigen, führt die LMBV im Rahmen der Braunkohlesanierung Gefahrenabwehrmaßnahmen zum Schutz der Gebäude vor bergbaulich bedingt wiederansteigendem Grundwasser durch.

Mit Umsetzung der Gefahrenabwehrmaßnahmen soll dem erwarteten prognostizierten Grundwasserstand durch bauliche und konstruktive Maßnahmen an Gebäuden entgegengewirkt werden.

Die Gebäude werden beispielsweise durch folgende Techniken gesichert:

  • Entfernen des Gebäudes aus dem Grundwasser (Gebäudeanhebung),
  • Bauwerksabdichtung (z.B. Einbau einer wasserdichten Wanne in den Keller, Außenhautabdichtung),
  • Kellerverfüllung und
  • Absenkung des Grundwassers durch ständige Wasserhaltung (z.B. Ringdrainagen um das Gebäude, Einzelbrunnen)

Die Maßnahmen zum Schutz der Bebauung erfordern einen erheblichen bautechnischen Aufwand. In Auswertung der detaillierten Prüfungen und unter Beachtung der bisher umgesetzten bzw. in Umsetzung befindlichen Gefahrenabwehrmaßnahmen sind aus gegenwärtiger Sicht zukünftig noch für ca. 870 Objekte weiterführende präzisierte Schadensabwehrkonzepte und Sicherungsleistungen zur Gefahrenabwehr notwendig. Der Schwerpunkt der Bearbeitung liegt in der Lausitz regional in den Bereichen Lübbenau und Lauchhammer/Schwarzheide sowie in Mitteldeutschland in den Regionen Delitzsch, Witznitz/Bockwitz, Golpa-Nord/Gröbern, Brehna und Thüringen. In den einzelnen Regionen ist von folgender Anzahl an Einzelhaussicherungsmaßnahmen auszugehen:

Anzahl Einzelhaussicherungen:

  • Region südlich von Leipzig: ca. 80
  • Region Delitzsch: ca. 150
  • Region Gröbern/Gräfenhainichen/Brehna: ca. 80
  • Region Mücheln/Merseburg: ca. 40
  • Region Haselbach/Zechau/Meuselwitz: ca. 150
  • Region Lübbenau: ca. 70
  • Region Altdöbern/Calau: ca: 10
  • Region Lauchhammer/Schwarzheide: ca. 160
  • Region Spreetal/Burghammer: ca. 10
  • Region Laubusch/Bärwalde: ca. 35 

Die LMBV als öffentlicher Auftraggeber ist verpflichtet, die Leistungsvergaben unter Berücksichtigung geltender vergaberechtlicher Regelungen gemäß VOB, VOL bzw. UVgO auszuschreiben. Die Veröffentlichung der jeweiligen Bekanntmachungen erfolgt durch die LMBV beim SDV Sächsisches Druck- und Verlagshaus AG, Dresden (Sächsisches Ausschreibungsblatt), bei der Röpcke & Neubert Verlagsgesellschaft OHG, Suhl (Ausschreibungsanzeiger Thüringen), beim Verlag Schawe GmbH, Köln (Subreport), beim B_I Ausschreibungsdienst, bei www.Bund.de  und auf der Homepage der LMBV (www.lmbv-einkauf.de).
Stand: 10/2018