Am Stoßdorfer See ist Blick über das Brutgeschehen in Brandenburgs größter Möwenkolonie möglich

Von April bis Juni, jeden Sonnabend und Sonntag zwischen 17 und 19 Uhr, informieren Ranger der Naturwacht im Naturpark Niederlausitzer Landrücken an einem Aussichtspunkt am Stoßdorfer See über das Brutgeschehen in Brandenburgs größter Möwenkolonie. Deutlich belegt das Vorkommen der Seevögel in der einst gewässerarmen Gegend den Wandel der einstigen Braunkohletagebaue zur Seenlandschaft. So sind im Luckauer Becken seit einigen Jahren Möwen im Frühjahr und Frühsommer regelmäßig zu sehen. Es handelt sich überwiegend um Lachmöwen, die auf der Insel im Stoßdorfer See ihre Brutkolonie haben. Diese  Möwenart zählt mit einem Bestand von rund 150.000 Paaren in Deutschland noch zu den häufigeren Vogelarten. Ihr Bestand nimmt aber in fast allen Bundesländern ab, teilweise sogar sehr stark. Gleiches wird auch aus fast allen anderen Ländern Mittel- und Nordeuropas gemeldet. Die Kolonie im Stoßdorfer See verdankt ihre Entstehung den Forderungen von Naturschützern während der Sanierung des früheren Tagebaurestloches, war doch die Möweninsel ursprünglich nicht geplant. Bereits während der Herstellung der Bergsicherheit hatten aber einzelne Paare von Sturmmöwen und Flussseeschwalben auf kleinen Inseln gebrütet, was die Hoffnung auf eine erfolgreiche Ansiedlung nährte. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wurde die Insel sofort bezogen und entwickelte sich in den Folgejahren zur größten Möwenkolonie des Landes Brandenburg. Im Schutz der Möwen brüten darüber hinaus zahlreiche seltene Vogelarten. Für den Kiebitz ist es einer der letzten Brutplätze in der Region. Schwarzkopfmöwe und Flussseeschwalbe sind nach der Vogelschutz-Richtlinie der Europäischen Union besonders zu schützen. Die Zufahrt zum Beobachtungspunkt Schutzhütte am Westufer des Stoßdorfer Sees ist über Stöbritz oder Egsdorf möglich.(Quelle: PM des MLUV vom 28.03.2008)

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