Rekultivierung erfolgt getrennt bei privatisierten und bundeseigenen Tagebauen

Die Förderung von Braunkohle und die zeitnahe Rekultivierung nicht mehr benötigter Abbauflächen sind untrennbar miteinander verbunden. Eine Abwälzung der Kosten für die Wiederherstellung von Kulturlandschaften auf die Allgemeinheit findet in Deutschland nicht statt, teilte der Bundesverband Braunkohle (DEBRIV) in einer ersten Reaktion auf entstellende Medienberichte mit. Die Rekultivierungsanstrengungen in den ostdeutschen Revieren werden mit besonderem Tempo vorangetrieben. Hier wurde in den zurückliegenden Jahren doppelt so viel Land rekultiviert wie vom Bergbau neu beansprucht. Die Rekultivierungsanstrengungen in Mitteldeutschland und in der Lausitz sind durch eine besondere Situation gekennzeichnet. Im Zuge der deutschen Einheit sank die Braunkohlenförderung in den beiden ostdeutschen Revieren binnen kurzer Zeit von 300 Millionen Tonnen auf weniger als 70 Millionen Tonnen im Jahr.  Die Privatisierung der zunächst der Treuhandanstalt übergebenen Unternehmen des ostdeutschen Braunkohlenbergbaus machte es notwendig, eine klare Trennung zwischen der Fortführung eines funktionsfähigen Bergbaus Die privatisierten Unternehmen MIBRAG und Vattenfall Mining (vormals Laubag) rekultivieren, wie alle Unternehmen des Braunkohlenbergbaus, die in ihrer Verantwortung stehenden Flächen gänzlich auf eigene Kosten. Neben dem privatisierten Bergbau entstand als Unternehmen des Bundes die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Ihr obliegen die Wiedernutzbarmachung der vor der Einheit stillgelegten Tagebaue, die Normalisierung des Wasserhaushaltes, die Beseitigung von Altlasten sowie die Neuansiedlung von Industrie und Gewerbe. Die sachliche Begründung liegt darin, dass die Bundesrepublik als Rechtsnachfolger der DDR die bergrechtliche Verpflichtung zur Wiedernutzbarmachung erfüllen muss. Hierfür wurde die heutige LMBV eingerichtet, die vollständig im Eigentum des Bundes steht. Die Tätigkeiten der LMBV gehen damit weit über die bergbauliche Sanierung hinaus. Seit 1991 sind rund 8,3 Milliarden Euro in die Wiedernutzbarmachung von rund 100.000 Hektar ehemals bergbaulich beanspruchter Fläche investiert worden. Zusätzlich schafft die LMBV mehrere Hundert Arbeitsplätze.

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