120jährige Altlast am Concordia See wird weiter untersucht – Bisher keine Gefahren für den See

Leipzig/Nachterstedt. Bei den vorbereitenden Bauarbeiten zur Herstellung der zweiten Anlegestelle für die "Seelandperle" in der Südböschung des Tagebaurestloches Concordia ist die LMBV - als Projektträgerin der Baumassnahme - auf eine Altablagerung gestoßen. Diese Altablagerung bestätigte Grit Uhlig, LMBV-Bereichsleiterin Mitteldeutschland auf verschiedene Medienanfragen hin. Hierbei handelt es sich um Rückstände aus den Jahren um 1880 bis 1890, so die Ergebnisse der bisherigen Recherchen. In jenem Zeitraum hat die Braunkohlengrube "Concordia" begonnen, die Kohle thermisch zu veredeln. Die bei Verschwelung und Verkokung angefallenen Neben- und Abprodukte wurden im Kippenaufbau eingelagert. "Um die Ablagerungen ist eine Kruste entstanden", bestätigte die Diplomingenieurin Grit Uhlig, weshalb eine Gefahr von dem alten Fund zu diesem Zeitpunkt nicht ausgehe. Ungeachtet dessen wurde die LMBV damit beauftragt, eine Sicherungskonzeption zu entwickeln, die einer exakten Gefährdungsermittlung bedarf. In enger Abstimmung mit den beteiligten Behörden und der Verwaltungsgemeinschaft Seeland - dem Grundstückseigentümer -  wurde die räumliche Ausdehnung und Zusammensetzung der Altablagerungen bereits bestimmt. Der Ablagerungsbereich erstreckt sich über eine Fläche von 6.500 Quadratmetern und reicht bis in eine Tiefe von 15 Metern unter der jetzigen Geländekontur. "Seit der Einlagerung in die Kippe hat bereits ein umfangreicher Schadstoffabbau stattgefunden", unterstrich die Bereichsleiterin, so dass keine Beeinträchtigung der touristischen Nutzung des Concordia Sees zu befürchten sei. "Die Materialien sind geruchsintensiv, wenn sie mit Luft in Kontakt kommen, die Werte aber keineswegs dramatisch", relativierte die LMBV-Prokuristin Uhlig gegenüber dem MDR und der Mitteldeutschen Zeitung erste Meldungen. "Wir stehen nicht unter dem Druck, noch in diesem Jahr handeln zu müssen, trotzdem ist der Fund im Zusammenhang mit dem Wasseranstieg weiter zu beobachten. Wir warten jetzt ab, was die genauen Untersuchungen ergeben werden und die Behörden festlegen", heißt es von der LMBV. Die derzeit laufenden Planungen sind darauf ausgerichtet, die Ablagerung so zu sanieren, dass davon auch künftig keine schädigenden Wirkungen ausgehen können.

Zurück