Herz des Lausitzer Seenlandes: Zukunft von Hoyerswerda - bei Touristen statt Einwohnern?

Hoyerswerda. Nach aktuellen Prognosen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung verliert die Stadt Hoyerswerda bis 2025 weitere rund 16.000 der derzeit etwa 40.000 Einwohner. Deren Zahl läge dann bei 24.100. Zu DDR-Zeiten lebten in der Lausitzer Stadt bis zu 71.054 Menschen. Die Stadt Hoyerswerda will zum Zentrum des neu entstehenden Lausitzer Seenlandes werden, wie Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) dies auch gegenüber MDR INFO am 24.02.2009 betonte. Er sehe die Zukunft der Stadt als "Herz des Lausitzer Seenlandes". Der andauernde Einwohnerschwund sei ein Fakt, den man akzeptieren müsse. OB Skora sieht Hoyerswerda schon "auf gutem Weg", sich mit der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes als Dienstleistungsstandort zu etablieren. Er wünsche sich aber, dass nicht nur Touristen kommen, sondern "dass wir auch als Wohnstandort wahrgenommen werden...“. Einst war die Kleinstadt übergroß geplant - als Lebensraum für die Kumpel im Kombinat Schwarze Pumpe und in den Braunkohlegruben. 1981 war das Einwohnerwachstum jedoch am Ende angelangt. Nach der Wende fielen durch die Strukturumbrüche rund 18.000 Jobs in der Region weg. „Wir waren schon alles: Einkaufsstadt, Sportstadt, Reimann-Stadt und in Erinnerung an Computer-Pionier Konrad Zuse auch Zuse-Stadt. Jetzt sind wir gerade das ’Herz des Lausitzer Seenlandes’", spitzte der Lokaljournalist Mirko Kolodziej in einem Agentur-Gespräch zu. Ein Korrespondent beschrieb dann noch drastischer: „Wir befinden uns nicht im Herzen, sondern eher am A...des Seenlandes und zwar genau dort, wo das Loch ist“, zitierte Agenturberichterstatter Jörg Schurig eine Einwohnerin, die über Versuche aus dem Rathaus, der dramatischen Entwicklung positive Schlagworte entgegenzusetzen, lästerte. „Es stellt sich ja die Frage, wozu die Stadt noch da ist“, sagte Kolodziej u. a. und verwies auf die wirtschaftliche Situation. „Hier bricht nicht nur die äußere Infrastruktur zusammen, sondern auch die soziale und zwischenmenschliche“, glaubt M. Kolodziej und verweist auf immer längere Wartezeiten beim Arzt oder wachsende Isolation in den besonders geschrumpften Wohngebieten. Man könne dieser Stadt beim Altern zuschauen“, zitieren ihn Medien weiter.

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