Gutachter Dr. Clostermann: Böschungsversagen von Nachterstedt - komplexes und einmaliges Unikum

Magdeburg. "Nach den jetzt vorliegenden ersten gutachterlichen Ergebnissen ist das Unglück von Nachterstedt bisher nicht lückenlos aufklärbar. Die komplizierten bergbaulichen und geologischen Einflussfaktoren lassen noch keine belastbare Einschränkung auf die möglichen Schadensursachen zu. Weitere Untersuchungen und Erkundungsbohrungen sind offensichtlich zwingend. Die Ursachenermittlung wird damit länger dauern, als wir gehofft haben und auch teurer werden." Das sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem vom Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) beauftragten Gutachter, Dr. Michael Clostermann, am 1.2.2010 in Magdeburg, auf der der Zwischenstand der Ursachenermittlung des Unglücks von Nachterstedt vorgestellt wurde. Der Minister unterstrich, dass bei allen technischen Maßnahmen die Bergung der Verschütteten besondere Priorität haben müsse. Darüber hinaus müsse die bergrechtlich verantwortliche Bundesgesellschaft Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) schnell ein genehmigungsfähiges Konzept zur lückenlosen Erkundung der Unglücksursachen vorlegen. Haseloff: "Die noch ausstehenden Bohrungen sowie Feld- und Laboruntersuchungen müssen umgehend in Angriff genommen werden." Ein darauf aufbauendes Sanierungskonzept der LMBV sollte zum Ziel haben, die touristische Nutzung wieder zu ermöglichen, um mittel- und langfristige Perspektiven sicher zu stellen.

Zurück