Böschungsabschnitt auf 150 Meter Länge im gesperrten Bereich am Scheibe See in Bewegung

Senftenberg/Spreetal. Am ehemaligen Tagebau Scheibe (Kreis Bautzen; Nähe Ortslage Burg, Gemeinde Spreetal) hat sich heute Mittag eine begrenzte Böschungsbewegung weit vor der geotechnisch festgelegten Sicherheitslinie im nordwestlichen Uferbereich ereignet. Auf rund 150 Meter sind Massen der gewachsenen, unprofilierten Böschungen in den Scheibe See abgeglitten und haben eine 8 bis 10 Meter hohe Bruchkante hinterlassen. Die Rückgriffsweite betrug maximal drei Meter. Weitere Rückverlagerungen der gegenwärtigen Uferböschung bis zur Sicherheitslinie des noch rund anderthalb Meter aufgehenden Sees sind auch künftig zu erwarten. Gegenwärtig ist der See zu rund 90 Prozent gefüllt und hat seinen Endwasserstand – Ziel ist 2012 – noch nicht erreicht. Der rund 684 Hektar große Scheibe See, der im Wesentlichen durch Wassereigenaufgang entsteht, hat als Besondertheit ringsum fast nur gewachsene Böschungen, da die Aufschlussmassen in anderen Tagebauen verkippt wurden. Der Wirtschaftsweg rund um den See ist weiter für Radler, Skater und Wanderer uneingeschränkt nutzbar. Die vorhandenen Sperrschilder sind unbedingt zu beachten. In den zurückliegenden Jahren wurden bereits Uferabschnitte gegen den Wellenauslauf besonders gesichert. Der im Jahr 1984 aufgeschlossene Tagebau Scheibe war einer der jüngsten Tagebaue im Lausitzer Revier. Östlich der Stadt Hoyerswerda gelegen, gehörte der Tagebau mit nur gut sieben Quadratkilometern Abbaufläche zu den eher kleinen Bergbaubetrieben. Der Aufschluss erfolgte im April 1984. Es wurde im Parallelbetrieb von Ost nach West abgebaut. Der letzte Kohlenzug verließ den Tagebau im November 1996. Mehr Infos zum Tagebau Scheibe in der Broschüre Nr. 08 in der Reihe Wandlungen und Perspektiven.

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