Cospudener See 2010: Erinnern an Proteste zum Stop Cospuden 90 - heute Naherholungsziel

Leipzig. Vor rund 20 Jahren - am 2. April 1990 - trafen sich 10.000 Menschen am Rande des Tagebaus Cospuden im Leipziger Südraum, um ihrem Unmut Luft zu machen. Verdreckte Luft, verwüstete Landschaften - die Wahrnehmungen zum Braunkohleabbau in der DDR trieb 1989 und 1990 immer mehr Bürger zum Protest. Es war eine der größten Umwelt-Demo in der untergehenden DDR. „Stop Cospuden 90“ war das gemeinsame Motto. Die Initiative hatte das Ziel, den Tagebau anzuhalten, berichtete einer der Organisatoren. Aber erst im Oktober 1992 war es dann soweit, dass der letzte Kohlenzug aus dem Tagebau fuhr. 1994 begann dann die Flutung von „Leipzigs beliebtester Badewanne“, 1999 wurde der See von der LMBV weitestgehend fertig gestellt. Seit 2000 kann im See auch gesegelt, getaucht und gebadet werden. Die Landschaft südlich von Leipzig mit etlichen weiteren Tagebaurestlöchern verändert sich immer mehr in eine künstliche Siebeseenlandschaft. Am 20. März 2010 erinnern der Leipziger Naturschutzbund Ökolöwe und die Stadt Markkleeberg mit einem Sternmarsch an den Protest von 1990. Vom Tagebau ist heute fast nichts mehr zu sehen. Aus dem vormaligen Grubebetrieb ist auch dank der LMBV der beliebte Cospudener See geworden. Einer der damaligen Tagebaugegner erinnert, dass sich der Direktor des Braunkohlekombinats einfach über Entscheidungen hinweg gesetzt habe. Erst als ein Bürger klagte und dem Direktor ein Zwangsgeld von 10.000 Mark angedroht wurde, habe er eingelenkt. „Es war alles so ungewiss; man wusste gar nicht, inwieweit Beschlüsse von Gremien überhaupt akzeptiert wurden“, resümierte Wolfram Herwig gegenüber einer Nachrichtenagentur. Jedoch habe nicht die damalige Demo den Tagebau angehalten. Aber sie habe ihren Beitrag geleistet.

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