Concordiasee: Bohrungen von Pontons sollen helfen, Ursachen für Böschungsbewegung zu ergründen

Senftenberg/Nachterstedt. Am Abend des 18. November 2010 waren rund 150 Interessierte der Einladung der Bürgermeisterin der Stadt Seeland, Heidrun Meyer, nach Nachterstedt zu einer Informationsveranstaltung zum Stand der Ursachenermittlung der Böschungsbewegung vom 18. Juli 2009 gefolgt. Neben Vertretern der LMBV waren auch Prof. Dr. Rolf Katzenbach von der TU Darmstadt und Uwe Schaar vom LAGB zugegen. Der LMBV-Chef Dr. Mahmut Kuyumcu machte in seinen Eingangsworten noch einmal deutlich, dass die LMBV u. a. gemeinsam mit dem interdisziplinären Gutachterteam eine intensive Planungs- und Genehmigungsphase zur seeseitigen Erkundung vorangetrieben habe. Mit dem noch im November anlaufenden Bohrungs- und Erkundungsprogramm sollen die vorhandenen Datenlücken, insbesondere hinsichtlich der an den Rutschungskessel angrenzenden Bereiche geschlossen werden. Bisher war aus Sicherheitsgründen kein landseitiger Zugang zu diesen Bereichen möglich und genehmigungsfähig. Der LMBV-Bereichsleiter Klaus Zschiedrich erläuterte anschließend das weitere, zwischen den Gutachterteams abgestimmte, Vorgehen bei der noch notwendigen Ursachenuntersuchung. Im nächsten Schritt gelte es als Primat, sicher auf den See zur Erkundung zu kommen und seeseitige Erkundungen und Bohrungen vorzunehmen. Ziel sei es, von zwei Pontonarbeitsebenen u. a. 18 Bohrungen niederzubringen, um die Liegendgrundwasserleiter weiter zu erkunden, Überdeckungen zu ermitteln und den Zustand des Restkohlepfeilers zu prüfen. Dazu wird der Generalauftragnehmer FUGRO-HGN GmbH auf Basis der am 22.10.2010 erteilten Zulassung der Bergbehörde tätig werden können und die Untersuchungen vor allem im 1. Halbjahr 2011 umsetzen. So sollen beispielsweise drei Bohrungen seeseitig unterhalb der Halde 3, fünf Bohrungen im Bereich des Grenzkohlepfeilers und vier vor der Halde 4 niedergebracht werden. Geplant sind ab Januar 2011 auch 34 landseitige Brunnenbohrungen an der Südwestböschung. Durch den Betrieb dieser Brunnen soll langfristig das Wasser in den Böschungen gezielt abgesenkt werden. Der Ausbau des gesamten Monitoringsystems wurde fortgesetzt.

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