BTU: Bergbaulandschaften und ihre Kippenböden im Fokus von Wissenschaftlern

Interdisziplinäre Tagung „Böden und junge Landschaften“ am 17. November 2015 an der BTU

Cottbus/Senftenberg. Im Rahmen des „Internationalen Jahres des Bodens 2015“ der Vereinten Nationen veranstalten die BTU Cottbus–Senftenberg und das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe des Landes Brandenburg (LBGR) am 17. November 2015 eine gemeinsame Fachtagung zum Thema „Böden und junge Landschaften“. Experten aus Wissenschaft und Verwaltung zeigen die Entstehung junger, vor allem vom Bergbau beeinflusster Böden in der Lausitz und den Landschaften West-Australiens auf und diskutieren Möglichkeiten der Rekultivierung. Die zunehmenden Einwirkungen des Menschen auf seine Umwelt beispielsweise durch den Bergbau haben dazu geführt, dass neben vergleichsweise alten Böden vielfach auch sehr junge Böden existieren. Diese sogenannten Rohböden stehen im Fokus der interdisziplinären Tagung. Sie zeichnen sich durch wenig verwitterte umgelagerte Gesteine und ein spärliches Bodenleben aus.

Die Entstehung von Böden ist ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren und Prozesse. Externe Störungen können dazu führen, dass Rohbodenstandorte entstehen. Insbesondere die seit der Jungsteinzeit zunehmenden Einwirkungen des Menschen auf seine Umwelt haben dazu geführt, dass neben vergleichsweise alten Bodenbildungen aus dem früheren Holozän in Mitteleuropa vielfach auch sehr junge Böden beobachtet werden können. Gerade die Niederlausitz im Südosten Brandenburgs bietet eine Vielzahl von Standorten mit jungen Böden.

Durch ihre Lage im Lausitzer Braunkohlenrevier weist die Niederlausitz zum einen eine Vielzahl großflächiger Bergbaufolgestandorte auf. Zum anderen verfügt die Niederlausitz über bodenkundliche Zeugnisse deutlich früherer menschlicher Eingriffe. Die Fachtagung „Böden und junge Landschaften“ beleuchtet beide Vorkommen junger Böden – sowohl im Tagebauvorfeld als auch in der Bergbaufolgelandschaft. Mit Blick auf die Böden der Bergbaulandschaften werden Möglichkeiten der Rekultivierung dargestellt und diskutiert. Die Tagung ist ein gemeinsamer Beitrag des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg zum von der UN ausgerufenen Internationalen Jahr des Bodens 2015.

Es sprechen u.a. Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard F. Hüttl vom Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ / Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung BTU Cottbus-Senftenberg über das Thema: „Böden der Bergbaufolgelandschaft“ und Dr. Dieter Kühn vom Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg über „Kippbodenbeispiele und ihre Eigenschaften“.

Datum: 17. November 2015 / 10 Uhr

Ort: BTU Cottbus–Senftenberg, Zentralcampus Cottbus, Zentrales Hörsaalgebäude, Hörsaal C 77 Die Veranstaltung ist öffentlich. Die Tagungsgebühr beträgt 20 Euro.

BTU-Ansprechpartnerin: Kristin Luban T +49 (0) 355 69 2115 E kristin.luban@b-tu.de

Hintergrund: Internationales Jahr des Bodens in 2015

Böden sind von grundlegender Bedeutung für die landwirtschaftliche Entwicklung. Sie sind essenziell für das Ökosystem und die Ernährung. Das Internationale Jahr des Bodens 2015 soll das Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzes der Böden weltweit schaffen. Im Sinne eines nachhaltigen Managements sollen Ernährung und Ökosystem gesichert und der Umgang mit den Anforderungen des Klimawandels für jetzige und künftige Generationen nachhaltig gestaltet werden.

 

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