BTU: Neues Forschungszentrum bündelt Fachkompetenz in Cottbus

Drei große Forschungsinstitutionen gründen das Zentrum für Nachhaltige Landschaftsentwicklung am 29. September 2015

Cottbus/Senftenberg. Das neue Zentrum für Nachhaltige Landschaftsentwicklung an der BTU Cottbus–Senftenberg erarbeitet Lösungen und Handlungsoptionen zu den Herausforderungen der durch den Bergbau in Anspruch genommenen Landschaft in der Lausitz. Die gemeinsame Initiative des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ in Potsdam, des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin und der BTU bündelt interdisziplinäre Fachkompetenzen und Forschungsinfrastrukturen am Standort Cottbus. Die drei Partner unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung am 29. September 2015 auf dem Zentralcampus der BTU in Cottbus. 

Im Fokus des neu gegründeten Zentrums steht die Sanierung der durch die Gewinnung von Rohstoffen veränderten Landschaften. Die Nutzbarmachung dieser Gebiete sei nicht nur regional, sondern auch weltweit mit komplexen Herausforderungen verbunden, für die das Forschungszentrum Lösungen entwickeln wird. Das zunächst auf 15 Jahre angelegte Zentrum arbeitet vorrangig an folgenden Themen:

  • Geotechnik - Methoden der Untergrundverdichtung zur Verbesserung der Standsicherheit für zusätzliche Sicherheit bei aufsteigendem Grundwasser.
  • Bodentechnologie und -fruchtbarkeit - Entwicklung neuer Rekultivierungsverfahren zur Erhöhung der Fruchtbarkeit neuer Böden für die land- oder forstwirtschaftliche Nutzung.
  • Wasserwirtschaft und Gewässerökologie - Eindämmung und Prävention der stofflichen Belastung der Fließgewässer und der neuen Seen, Entwicklung eines kombinierten Grundwasser-Oberflächenwasser-Managements.
  • Ökosysteme - Multidisziplinär angelegte Langzeitbeobachtungen zur Rekonstruktion der historischen Landschaftsentwicklung und zum Verständnis natürlicher und durch den Menschen beeinflusster Ökosysteme.
  • Gestaltung und Nutzung von Land und Gewässer - Ergänzung der traditionellen Landnutzung durch Alternativen wie Agroforstsysteme, die auch wenig ertragreiche Standorte mit geringem Aufwand aufwerten und positive Effekte für die Entwicklung dieser Gebiete schaffen können.

„Gemeinsam mit Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und der Leibniz-Gemeinschaft freuen wir uns, die bestehende nationale und internationale Expertise weiter zu entwickeln, systematisch zu ergänzen und zu stärken“, so BTU-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach. „Ziel unserer Kooperation ist es, bestehendes Wissen und vorhandene Infrastrukturen gemeinsam zu nutzen, um Optionen zur Lösung aktueller und künftiger Herausforderungen für die Akteure und Entscheidungsträger der Region zu entwickeln.“In diese interdisziplinäre Zusammenarbeit bringt das GFZ als vom Bund und Land Brandenburg geförderte Einrichtung seine geowissenschaft-lichen Kompetenzen ein, um die sich in den letzten Jahren verstärkt entwickelnden Herausforderungen der Bergbaufolgelandschaft in der Lausitz zu lösen.

„Die Aufhebung des Kooperationsverbots zwischen Hochschulen und außeruniversitärer Forschung ermöglicht den Transfer von in der Forschung entstandenem Wissen in die Anwendung und umgekehrt“, erklärt Prof. Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des GFZ. „Die hier im regionalen Bereich gewonnenen Erkenntnisse sind für zahlreiche intensiv genutzte Landschaften weltweit von Bedeutung. Auch in den Bereichen Technologietransfer und Nachwuchsförderung ergeben sich so bessere Möglichkeiten.“

Hier ordnet sich auch die Kooperation mit dem wissenschaftlich herausragenden Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei der Leibniz-Gemeinschaft (IGB) in Berlin ein. Prof. Dr. Klement Tockner, Direktor des IGB: „Das Zentrum ist beispielgebend für eine langfristig angelegte Zusammenarbeit, die disziplinen-, länder- und institutionenübergreifend ist. Forschung, Ausbildung und Beratung sind regional verankert, aber von Beginn an international ausgerichtet.“

Quelle: PM der BTU v. 29.09.2015

Ansprechpartner

Kristin Luban
BTU Cottbus-Senftenberg
T   +49 (0) 355 69 2115
 
Angelina Tittmann
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
T +49 (0) 30 64181631
 
Franz Ossing
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
T +49 (0) 331 288 1040

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