Grundwasserschutz für Senftenberg gebaut - Weitere Horizontalfilterbrunnen gehen am 01.12.2014 feierlich in Betrieb

Einweihung Anfang Dezember geplant

Senftenberg. Ein Jahr, nachdem der erste Horizontalfilterbrunnen (HBr) in Senftenberg in Betrieb genommen wurde, sollen am 1. Dezember 2014 zwei weitere Horizontalfilterbrunnen sowie das komplette Ableitsystem ans Netz gehen. Damit kann die Pumpenlösung zum Schutz des Laugkfeldes und des östlichen Stadtgebietes gegen die Gefährdung durch den Grundwasserwiederanstieg nach rund 27monatiger Bauzeit vollständig wirksam werden.

Das System besteht aus den HBr in der Güterbahnhofstraße, in der Badstraße sowie auf dem Schulhof der Rathenau-Grundschule in Senftenberg. Die Brunnen wurden jeweils rund 20 Meter abgeteuft. Vom untersten Ring aus wurden bis zu sieben Filterstränge mit einer Länge von bis zu 50 Meter horizontal vorgetrieben. Die Brunnen sind in der Lage, bis zu maximal 16,5 m³ Wasser pro Minute zu fördern. Damit kann der Grundwasserstand dauerhaft auf einem Niveau gehalten werden, der die Gefährdung des Gewerbegebietes sowie des östlichen Stadtgebietes beseitigt.

Das gehobene Wasser wird über ein Ableitsystem mit insgesamt rund 9.300 Meter Rohrleitungslänge der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza zugeführt.

Die dauerhafte Absenkung des Grundwassers hat sich als günstigste Lösung zur Vermeidung von Setzungen und Sackungen infolge des Grundwasserwiederanstiegs im Laugkfeld erwiesen. Damit wird eine dauerhaft genügend große trockene Überdeckung gewährleistet. Gleichzeitig werden große Bereiche des östlichen Stadtgebietes von Senftenberg vor dem aufsteigenden Grundwasser geschützt.

Historie und Hintergrund

Die Stadt Senftenberg ist seit rund 150 Jahren vom Bergbau geprägt. Sie war von Tagebauen umgeben. Mit der Förderung der Braunkohle, wie beispielsweise in den Tagebauen Sedlitz und Meuro, war auch eine großflächige Absenkung des Grundwasserspiegels verbunden. 100 Jahre Wasserabsenkung haben natürlich auch die Gewohnheiten der hier lebenden Menschen geprägt. Wo einst zahlreiche Gräben und Vorfluter das Stadtgebiet durchzogen, stehen heute Wohnhäuser oder sind Straßen errichtet worden. Als Beispiel hier das einstige Gerichtsgebäude genannt. Dieser markante Bau war von wasserführenden Gräben umgeben, dort wo sich heute Straßen befinden. Das alte Vorflutsystem der Stadt Senftenberg ist heute gänzlich verschwunden.

Mit der Einstellung der Braunkohleförderung kommt es seit einigen Jahren zum Wiederanstieg des Grundwassers im ehemaligen Revier auf die vorbergbaulichen Stände. Noch ist dieser Prozess nicht abgeschlossen, denn die ehemaligen Tagebaue Sedlitz und Meuro haben ihren Endwasserstand noch nicht erreicht. Aber schon jetzt werden erste Probleme in und um Senftenberg sichtbar.

Das Gewerbegebiet Laugkfeld stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. Dieses Gewerbegebiet liegt vollständig auf gekipptem Boden. Mit Abschluss des Grundwasserwiederanstiegs stellen sich hier, sofern keine Gegenmaßnahmen getroffen würden, oberflächennahe Wasserstände ein, die wegen der zu geringen trockenen Überdeckung Sackungen und Setzungen erwarten lassen.

Der Bund und die Braunkohleländer haben sich im paritätisch finanzierten §3 des Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung zur Finanzierung von Maßnahmen zur Abwehr von Gefährdungen im Zusammenhang mit dem Wiederanstieg des Grundwassers bekannt. Damit wird sichergestellt, dass, unabhängig von einer Rechtsverpflichtung Kommunen wie die Stadt Senftenberg mit Problemen wie dem Laugkfeld nicht allein gelassen werden.

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