Heute genügt es nicht mehr nur Projekte technisch machbar zu entwickeln und die Genehmigungsfähigkeit herzustellen. LMBV muss sie Betroffenen auch gut erklären.

Auszüge aus dem Revierbericht von Klaus Zschiedrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der LMBV (02.12.2014)

Senftenberg/Hoyerswerda. Anlässlich der LMBV-Barbarafeier 2014 hielt der Vorsitzende der Geschäftsführung der LMBV, Klaus Zschiedrich, einen traditionellen Rückblick auf das Jahr 2014. In seinem Revierbericht führte er u.a. aus: 

„In meinem heutigen Sanierungsbericht möchte ich Sie über wichtige Ereignisse in der Entwicklung unseres Unternehmens, über die Schwerpunkte unserer Arbeit und über die erreichten Sanierungsergebnisse informieren. Erlauben Sie mir zunächst ein paar persönliche Bemerkungen zum Standort unserer heutigen Barbarafeier. Die Stadt Hoyerswerda hat in der historischen Entwicklung des Lausitzer Braunkohlenbergbaues immer eine zentrale Stellung eingenommen und war vor 1990 sowohl in der Stadtentwicklung als auch durch das gesamte Umfeld sehr stark von den Einflüssen des Bergbaus und der Energiewirtschaft geprägt.

Als ich am 1. Januar 1996 hier in Hoyerswerda die Verantwortung für das ostsächsische Revier der LMBV, das sich von der Landesgrenze Brandenburgs bis zum Tagebau Berzdorf ausdehnt, übertragen bekam, gab es noch keine verlässliche Aussage zu Art und Umfang der durchzuführenden Sanierungsmaßnahmen. Landesplanerisch waren die Tagebaue Scheibe und Berzdorf weiße Flecke, denn es gab noch keine verbindlichen Sanierungsrahmenpläne. Dasselbe galt für die Sanierungsbereiche Spreetal, Burghammer, Lohsa II und Bärwalde und natürlich auch für das Kraftwerk Trattendorf sowie den Veredlungsstandort Schwarze Pumpe - ich könnte die Liste beliebig fortsetzen. Die Abschlussbetriebspläne wurden gerade bearbeitet, Planungen für die Sanierung waren allenfalls in Grundzügen vorhanden. Bei den wasserrechtlichen Genehmigungen für die Herstellung der Bergbaufolgeseen war der Stand „Null“, es gab keine.

Und heute, 18 Jahre später? Es sind zwar noch nicht alle Probleme gelöst, aber der überwiegende Teil der Aufgaben wurde realisiert. Die Flutung des Bärwalder Sees wurde abgeschlossen, die Übertragung des Gewässers auf den Freistaat Sachsen ist gemäß unserer geschlossenen Rahmenvereinbarung in Vorbereitung und die öffentliche Nutzung als Freizeit- und Erholungsgebiet hat bereits begonnen. Der unmittelbar vor der Stadt Hoyerswerda liegende Scheibesee hat seinen Endwasserstand ebenfalls erreicht und wird 2015 durch die Anwendung einer neuartigen Technologie eine gute Wasserbeschaffenheit erreichen. Leider sind die bereits teilweise rekultivierten Kippenflächen im Raum Spreetal durch eine Rutschung im Jahr 2010 noch für eine Folgenutzung gesperrt. Die dafür vorgesehenen geotechnischen Sicherungsarbeiten werden beginnend ab 2015 schrittweise in den nächsten Jahren durchgeführt.

Einen direkten Einfluss auf die Stadt Hoyerswerda hat der nachbergbauliche flächenhafte Grundwasserwiederanstieg. Durch eine komplexe Gefahrenabwehrmaßnahme mit Horizontalfilterbrunnen konnte die dauerhafte Absenkung des Grundwassers bereits realisiert werden. In Hoyerswerda wurde bei diesem Thema gewissermaßen Pionierarbeit geleistet. Viele werden sich noch gut erinnern: Hoyerswerda war umgeben von Brikettfabriken, Kraftwerken und Anlagen der thermischen Kohleveredlung, wie zum Beispiel Schwarze Pumpe, wo die Probleme der Boden- und Grundwassersanierung infolge von flächenhaften Kontaminationen insbesondere durch die Teerölfeststoffablagerungen, sehr komplex sind. Die Beseitigung der Kontamination des Grundwassers am Standort Schwarze Pumpe ist eine Mammutaufgabe. Es geht noch um ca. 400.000 Kubikmeter Böden, die ausgetauscht werden müssen, um die bereits weit fortgeschrittene Grundwassersanierung nicht durch weitere Einträge zu belasten. Inzwischen sind die Planungen dafür abgeschlossen, die Genehmigungen wurden erteilt und die Realisierung beginnt im Jahr 2015.

Wir reden hier, meine sehr verehrten Damen und Herren, nicht von schnellen und einfachen Lösungen. Wir reden von einer Aufgabe, die sich über viele Jahre hinaus erstrecken wird. Gemeinsam mit vielen Ingenieurbüros, wissenschaftlichen Einrichtungen und Genehmigungsbehörden sowie der Begleitung durch die Finanziers haben wir diese Aufgabe angepackt. Wir haben die Umgestaltung dieser Bergbauregion ein großes Stück vorangebracht und damit die Wiedernutzbarmachung der vom Bergbau beanspruchten Flächen gemäß der Vorgaben des Bundesberggesetzes erfüllt.

Die Ergebnisse unserer Arbeit, das kann man an einem Tag wie heute nicht laut genug sagen, haben auch hier ganz wesentlich zur Schaffung neuer Lebensqualitäten beigetragen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, nach meinem Exkurs zur Stadt Hoyerswerda und ihrem bergbaulichen Umfeld möchte ich kurz auf die Lage im Unternehmen eingehen. Das Jahr 2014 war für die LMBV erfolgreich in vielerlei Hinsicht. Zum einen haben wir die geplanten Sanierungsziele weitestgehend erreicht und Sanierungsleistungen mit einem Finanzierungsumfang von 256 Millionen Euro erbracht, wir haben aber auch auf wichtige Fragestellungen der vergangenen Jahre erste Antworten gefunden.

Ich will an dieser Stelle nur vier Punkte beispielhaft nennen:

  1. Durch die zielorientierte Arbeit des seit 2011 tätigen „Geotechnischen Beirates“ wurden technische Lösungen zur Herstellung der geotechnischen Sicherheit von lockergelagerten Innenkippen erarbeitet. Es wurden für diese Bereiche neue Methoden zur Erfassung von sich verändernden Systemzuständen gefunden und in die Monitoringprogramme aufgenommen. Es wurde aber noch einmal bestätigt, dass die Berechnungs- und Nachweismodelle für die Ermittlung der Standsicherheit der Kippen weiterhin Gültigkeit haben. Das ist für uns außerordentlich wichtig und schafft Rechtssicherheit!
  2. Die Wasserbeschaffenheitsentwicklung in den neu hergestellten Bergbaufolgeseen, eine Verpflichtung und Aufgabe vor allen Dingen auch noch in den nächsten Jahren, ist durch die Erprobung von weiteren Pilot- und Demonstrationsvorhaben in mehreren Seen, auch unter schwierigen Bedingungen wie in Schlabendorf, erfolgreich vorangekommen. Das gibt uns den Handlungsrahmen für eine planbare Fertigstellung unserer Gewässer!
  3. Die Belastung der bergbaulich beeinflussten Fließgewässer infolge der Eisenhydroxideinträge ist durch die eingeleiteten Maßnahmen wie das Anlegen von Wasserbehandlungsanlagen und der Gewässerberäumung von Eisenhydroxidschlämmen im Zustrom des Spreewaldes deutlich zurückgegangen. Das Zehn-Punkte-Programm mit den Sofortmaßnahmen wurde weitestgehend abgearbeitet. Leider ist es uns noch nicht gelungen, alle geplanten Maßnahmen im Südraum zwischen Brandenburg und Ostsachsen wirksam umzusetzen. Die geohydrologische Situation in der so genannten „Spreewitzer Rinne“ im Zwickel zwischen Hauptspree und Kleiner Spree unmittelbar vor Trattendorf ist sehr kompliziert und erfordert nachhaltige Lösungen. Die strategische Vorgehensweise liegt hier in der gezielten Fassung des Grundwassers aus den stark belasteten Quellbereichen, der Ableitung in einen Bergbaufolgesee und der nach Erfordernis anschließenden INLAKE-Behandlung des Gewässers. In einer Strategieberatung am 14. November, also vor wenigen Tagen, haben die Fachleute der LMBV gemeinsam mit den Landesbehörden und Ministerien Brandenburgs und des Freistaates Sachsen die langfristig erforderlichen Maßnahmen erörtert. Wir sind auf einem guten Weg, der allerdings noch eine gehörige Wegstrecke beinhaltet, bevor wir das Ziel erreichen.
  4. Die Fragen des Grundwasseranstieges und der damit einhergehenden Planung und Realisierung von Abwehrmaßnahmen sind 2014 durch weitere Untersuchungen in den betroffenen Räumen konkretisiert worden. Der Handlungsbedarf in den Regionen, die zeitliche Einordnung, die Genehmigungsfähigkeit, aber auch die Kosten können auf dieser Basis im Jahre 2015 in die Projektplanung der LMBV einfließen.“

 

Im weiteren Bericht hieß es: „Unter Beachtung der dargestellten Schwerpunkte sowie der daraus ableitbaren Aufwendungen und Kapazitäten für die Projektbearbeitung und der Erfolgskontrolle sowie der Verwaltung des Flächeneigentums wurde die Aufbauorganisation im Unternehmen entsprechend der Erfordernisse angepasst. So entstand aus dem Bereich Liegenschaften der LMBV ein Bereich Flächenmanagement und aus dem ursprünglichen Planungsbereich wurden die fachlichen Abteilungen herausgelöst und in einem gesonderten Bereich Technik zusammengefasst.

Ein für die Unternehmensentwicklung bedeutsamer und nicht alltäglicher Vorgang war im Jahr 2014 die Verschmelzung der GVV, also der Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben auf die LMBV. Nach zweijähriger intensiver Vorbereitung und der Zustimmung zum Verschmelzungsvertrag durch die Gesellschafterversammlungen der GVV und der LMBV erfolgte am 8. September 2014 die Eintragung im Handelsregister der übernehmenden Gesellschaft. Mit der Verschmelzung wurde die bisherige GVV mit 19 Standorten in den Bundesländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt als neuer Bereich Kali-Spat-Erz in die LMBV eingegliedert. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, noch stärker Synergieeffekte in der Bergbausanierung, bei der ingenieurtechnischen Bearbeitung komplexer bergbaulicher Themenstellungen, wie zum Beispiel dem Wasser- und Haldenlaugenmanagement zu erschließen.

Die Geschäftsführung möchte sich auch an dieser Stelle bei den Mitarbeitern der GVV und der LMBV, bei den Führungskräften, Betriebsräten und Aufsichtsräten beider Unternehmen, aber auch bei unserem Gesellschafter, dem Bundesministerium der Finanzen, recht herzlich für die geleistete Arbeit und das hohe Engagement bedanken. Durch die Überführung des Personals der GVV hat sich die Zahl unserer aktiven Mitarbeiter um 98 auf 668 erhöht und auch die Anzahl der Auszubildenden ist um 10 auf 56 angestiegen, was einer Ausbildungsquote von mehr als 8 Prozent entspricht.

Im Folgenden lud K. Zschiedrich zu einer gedanklichen Revierbefahrung in die Lausitz, nach Mitteldeutschland und den Bereich Kali-Spat-Erz ein.

Zunächst zur Lausitz:

Im Rahmen der bergbaulichen Grundsanierung steht die Herstellung der Sicherheit an den Böschungen und Kippen der Tagebaue in der Lausitz noch im Zentrum unserer Arbeiten. Wie hier am Beispiel des Tagebaues Greifenhain bildlich dargestellt, erfolgte die Weiterführung der Rütteldruckverdichtung zur Herstellung von versteckten Dämmen auch an den Tagebauböschungen in den Bereichen Jänschwalde, Lauchhammer und Sedlitz.

Böschungssicherungsmaßnahmen mittels mobilen Erdbaus und durch Einbau von BigPacks und Geotubes erfolgten in den Bereichen Großräschen, Sedlitz und Spreetal. In Verbindung mit dem Ansteigen des Grundwassers kam es an den bisher im unverdichteten Zustand belassenen Innenkippen zunehmend ab 2010 zu grundbruch- oder flächenhaften Sackungen mit differenzierten Auswirkungen auf die Oberfläche. Mittels Schonendem Sprengen wurden erste Teilflächen im Tagebau Seese-West geotechnisch gesichert. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die Geländeoberfläche weitestgehend erhalten bleibt. In einem festgelegten Raster werden spezifisch ermittelte Sprengladungen oberflächennah zur Detonation gebracht. Durch die Energieeinträge verdichtet sich der Boden, wobei die Oberfläche gleichmäßig absinkt. Nach einer Zeit der Gebirgsruhe wird dann der geotechnische Sicherheitsnachweis erbracht und die Fläche ist wieder nutzbar.

Entsprechend des erreichten Sanierungsstandes wurde auch die Flutung und Gewässernachsorge der Bergbaufolgeseen mit rund 50 Millionen Kubikmeter eingeleitetem Wasser fortgeführt. Schwerpunkt dabei war der Bärwalder See mit ca. 20 Millionen Kubikmeter. Zur Entwicklung der Wasserbeschaffenheit in den Bergbaufolgeseen erfolgte die Weiterführung der Inlake-Neutralisation mittels Sanierungsschiff im Schlabendorfer See und in Burghammer.

Zur Verbesserung der Situation an der Spree wurde im ersten Quartal 2014 der Reudener Hauptgraben in den Zulauf zur Wasserbehandlungsanlage Vetschau eingebunden. Gegenwärtig erfolgt dort der Aufbau einer stationären Konditionierungsanlage, um auch größere Abflussmengen aus dem Einzugsgebiet in der Anlage neutralisieren zu können. Im Mai 2014 erfolgte in Ihrem Beisein, Herr Minister Gerber, die Inbetriebnahme der Absetzbecken am Eichower Fließ, die Anlage läuft seitdem ununterbrochen mit großem Erfolg. Im ostsächsischen Einzugsbereich der Spree bei Ruhlmühle wurde am 25. November eine Pilot- und Demoanlage zur mikrobiellen Untergrundbehandlung von eisen- und sulfathaltigen Grundwässern im Zulauf der Spree in Betrieb genommen, deren Wirkung wir in den nächsten Monaten mit Spannung erwarten. In Umsetzung der Gefahrenabwehrmaßnahmen gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs wurden die Arbeiten der LMBV gleichfalls planmäßig weitergeführt. Auch hierzu einige ausgewählte Beispiele.

Am Knappensee erfolgte nach der Sperrung ab Mai dieses Jahres und Umsetzung der notwendigen Vorleistungen der Baubeginn für die Ufersicherung. Unter Mitwirkung und Koordinierung des Sächsischen Oberbergamtes sowie mit aktiver Unterstützung der Anliegergemeinden wurde die schwierige Anfangsphase dieses auf acht Jahre angelegten Projektes bewältigt. In Senftenberg wird gegenwärtig, wie auch hier in Hoyerswerda, zur Niedrighaltung des Grundwassers eine Horizontalfilterbrunnenanlage errichtet. Nachdem bereits vor genau einem Jahr der erste von vier geplanten Brunnen in Betrieb genommen wurde, konnte am gestrigen Tag für zwei weitere Brunnen der „Wasser-Marsch-Befehl“ gegeben werden. Damit sind die komplexen Maßnahmen zum Schutz des östlichen Stadtgebietes und für das Gewerbegebiet Laugkfeld wirksam. Ein weiterer Brunnen wird im kommenden Jahr in der Vogelsiedlung errichtet und dort künftig die Lage deutlich entspannen. Wir verlassen nun die Lausitz und kommen auf unserer Befahrung nach Mitteldeutschland.

Über den Abschluss der Ursachenermittlung für die Böschungsbewegung im Tagebau Nachterstedt haben wir im vergangenen Jahr umfassend informiert. Die Bewältigung der Folgen dieser Böschungsbewegung ist nach wie vor von großem öffentlichem Interesse. Nach dem Abschluss der Ursachenermittlung hat die LMBV im Frühjahr dieses Jahres der Bergbehörde ein Sanierungsrahmenkonzept vorgelegt, welches die notwendigen Maßnahmen zur abschließenden Herstellung der öffentlichen Sicherheit im Tagebau beinhaltet. Neben ersten Arbeiten zur Sicherung und Gestaltung des Rutschungskessels beginnen in einigen Tagen die Arbeiten zur nachhaltigen Sicherung der Ostböschung. In einer Reihe von Veranstaltungen mit Bürgervertretern und Landesbehörden wurden die einzelnen Arbeitsphasen und das Ziel der LMBV vorgestellt, im Jahr 2017 eine Zwischennutzung am Concordiasee wieder zu ermöglichen.

Auch im mitteldeutschen Revier wurde die Flutung der Bergbaufolgeseen mit bisher rund 16 Millionen Kubikmeter Wasser in diesem Jahr fortgesetzt. Neben der Zuführung von Flutungswasser aus den Tagebauen der MIBRAG wurde für die Flutung des Tagebaues Zwenkau auch Wasser aus der Weißen Elster entnommen. Nachdem im vergangenen Jahr die Hochwasserentlastungsanlage am Tagebau Zwenkau ihre Bewährungsprobe erfolgreich bestanden hatte, wurde in diesem Jahr intensiv am Hochwasserauslaufbauwerk gearbeitet. Es wird künftig eine Kapazität bis zu 40 Kubikmeter pro Sekunde haben, um innerhalb von 21 Tagen das im Tagebau eingestaute Hochwasser wieder in die Schwarze Elster abgeben zu können. Der Probebetrieb wird 2015 aufgenommen.

Neben einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen gegen Vernässungen infolge des Grundwasserwiederanstiegs in Sachsen-Anhalt, Westsachsen und Thüringen wurde auch die Komplexmaßnahme zur Stadtsicherung in Delitzsch durch den Gewässerausbau des Lober weitergeführt. Nachdem der erste fertiggestellte Bauabschnitt bereits Schutz für 150 Gebäude bietet, soll der nun im Bau befindliche zweite Abschnitt im unmittelbaren Stadtgebiet weitere 70 Gebäude erreichen. Es werden aber auch in Delitzsch noch einzelne Immobilien durch separate Lösungen zu schützen sein.

Der Bereich Kali-Spat-Erz wird im Jahr 2014 in seinen Bergwerksstandorten Gesamtleistungen in einem Wertumfang von 23,5 Millionen Euro erbringen und damit die vorgegebenen Unternehmensziele ebenfalls erreichen. Neben den planmäßig durchgeführten Verwahrmaßnahmen wurde insbesondere die Konzeption zur langfristigen Salzlaststeuerung und der damit einhergehenden Einsenkung der Chloridbelastung in der öffentlichen Vorflut weiter entwickelt. Lassen Sie mich aus dem gesamten Spektrum der Leistungen hier beispielhaft folgende zwei Projekte erwähnen:

Das Kalibergwerk Bischofferode wurde am 31. Dezember 1993 stillgelegt. Besonders kritische Grubenräume wurden von 1996 bis 2012 durch Versatz mit 2,3 Millionen Tonnen Steinsalz gesichert. Nun wird das planmäßige Verlassen der Grube vorbereitet. Die Anlagen- und Gerätetechnik wird weitestgehend ausgebaut und durch den Schacht aus der Grube ausgefahren. Im August 2014 wurde mit der Verwahrung des Schachtes Bischofferode I begonnen und für den Schacht II ist der Beginn im Jahr 2015 geplant. Die Fertigstellung der Verwahrung beider Schächte ist für das erste Halbjahr 2016 vorgesehen. Lassen Sie uns gemeinsam noch einen Abstecher zum Standort Altenberg unternehmen. Gemeint ist Altenberg in Sachsen. Hier wurde in diesem Jahr die Hochwasserentlastungsanlage an der Bielatalhalde, einer industriellen Absetzanlage für Rückstände der Zinnerzwäsche, fertiggestellt. Damit ist die dauerhafte Stand- und Hochwassersicherheit des Dammbauwerkes gegeben. Ebenso konnte der Ausbau des Entwässerungsstollens unter der Bielatalhalde erfolgreich abgeschlossen werden.“

Im Rahmen der Präsentation ausgesuchter Sanierungs- und Verwahrungsmaßnahmen vermochte der LMBV-Chef den Projektfortschritt aufzuzeigen und ein gutes Gefühl auch für die Bewältigung der noch anstehenden Herausforderungen zu vermitteln: "Sie haben gesehen, dass es bei dem, was wir tun, nicht nur um technische Lösungen geht, sondern auch um die Menschen und die Natur. Vor 300 Jahren war das genauso. Weil wir heute in Sachsen sind, will ich daran erinnern, dass der Ingenieurausbildung in Sachsen eine besondere Bedeutung zukommt - und zwar bis heute. August Graf von Wackerbarth formierte 1712 das erste Ingenieurkorps in Deutschland. Diese Ingenieuroffiziere wirkten in Friedenszeiten im Wasserbau, in der Melioration, im Wege- und Brückenbau, in der Geodäsie und Kartographie. Anders war damals, dass man insbesondere als Ingenieuroffizier sein Handeln nicht begründen musste, sondern das wurde angeordnet. Heute genügt es nicht mehr Projekte technisch machbar zu entwickeln und die Genehmigungsfähigkeit herzustellen. Man muss sie den Betroffenen auch erklären. Für unsere Arbeit gilt das ganz besonders. Das ist immer wieder eine große Herausforderung für unsere Öffentlichkeitsarbeit und die Führungskräfte, die in den unterschiedlichsten Gremien der Länder, aber auch in den betroffenen Kommunen Rede und Antwort stehen müssen. Unser Ziel ist nach wie vor, alle auf dem Weg der Braunkohlesanierung mitzunehmen.“

Abschließend dankte Zschiedrich dem Gesellschafter der LMBV und den Finanziers der Braunkohlesanierung recht herzlich für die positive Begleitung der Geschäftstätigkeit und das ausgesprochene Vertrauen gegenüber der Geschäftsführung und Belegschaft der LMBV. „Ich danke auch allen Akteuren des Gemeinschaftswerkes Braunkohlesanierung, den Kommunen und Vertretern der Berg- und Umweltbehörden, den für uns zuständigen Ministerien und unseren zahlreichen Geschäftspartnern.“

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