30/6 kV-Station Bluno-Kreuz wird im Auftrag der LMBV abgerissen

Markantes Lausitzer Bergbaurelikt an B 156 wird abgebrochen

Senftenberg/Bluno. Die ehemalige Gleichrichterstation Bluno Kreuz wird derzeit im Auftrag der LMBV abgerissen. In der aus den 1960er Jahren stammenden Station wurde 30/6 kV auf 1,2 kV umgespannt und gleichgerichtet. Der 1,2 kV-Gleichstrom wurde zur Versorgung der Fahrleitungen für das 900 mm Schmalspurnetz zu den Brikettfabriken im Raum Laubusch und Kausche sowie bis zur Übergabestelle auf das Normalspurnetz ab Bunker Sabrodt benötigt. Der Abriss erfolgt im Auftrag der LMBV bis ca. Ende Oktober 2013 durch die von der LMBV beauftragte Firma GlauCon.

Während das staatliche Eisenbahnnetz auf Normalspur für den Fernabsatz eine große Bedeutung hatte, war das ausgedehnte Gleisnetz der Kohleverbindungsbahnen zwischen Tagebauen und Veredlungsanlagen vom staatlichen Netz unabhängig. Das Kohlebahnnetz umfasste überwiegend Strecken auf 900 mm-Spur, teilweise jedoch auch mit 1435 mm. Die Vernetzung der Gruben und Veredlungsanlagen über die Kohlebahn hatte den Vorteil, dass die Kraftwerke und Brikettfabriken mit Kohle aus verschiedenen Tagebauen beliefert werden konnten. Der Rohkohle- und damit Transportbedarf stieg in den 1970er und 80er Jahren zunehmend an. Dies konnte das Schmalspurnetz nicht mehr flächendeckend bewältigen, so dass einige Bergbaubetriebe auf Normalspur oder zum Bandbetrieb wechselten. Wichtige Übergabestellen und Kohleabnehmer, wie zum Beispiel die Siebanlage Sabrodt, waren mit beiden Spurweiten erreichbar.

Das Gruben- und Kohlebahnnetz des Lausitzer Reviers hatte 1989 eine Länge von rund 680 Kilometern. Allein das Schmalspurnetz war eines der größten zusammenhängenden Netze in Europa. Mitte der 1990er Jahre erfolgte der Transport von Kohle in der Lausitz nur noch auf dem geschrumpften Netz der Kohlenverbindungsbahn. Viele Außenstrecken waren bereits stillgelegt – gleichwohl dehnte sich das Gleissystem noch von Lauchhammer im Westen bis Laubusch im Osten aus.

Die einzigen Orte, wo von Normal- auf Schmalspur und zurück gewechselt werden konnte – der Kohleumschlagplatz Sabrodt und die Brikettfabrik Knappenrode – waren stillgelegt. Lediglich zwei Beladepunkte für Kohle blieben übrig: die Verladung am Tagebau Meuro und der Kohleumschlagplatz bei Hörlitz. Das Ende dieser Übergangsphase, in der noch einige Brikettfabriken und Kraftwerke im Revier mit Kohle versorgt wurden, und das endgültige Aus für die schmalspurigen Kohlebahnen war der 26. Dezember 1999.

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