Kulturlandschaft im Südraum Leipzig um einen Geopfad reicher: 1. Bauabschnitt übergeben

Markkleeberg/Leipzig. „Markkleeberg ist seit über 100 Jahren ein Schwerpunkt archäologischer Altsteinformen“, betonte Dr. Wolfgang Ender als Vertreter des Landesamtes für Archäologie, denn dort wurden die ersten vom Menschen bearbeiteten Feuersteinwerkzeuge (270.000 bis 300.000 Jahre) im Freistaat Sachsen gefunden. Angereist war er aus Dresden, um zusammen mit Dr. Bernd Klose, Oberbürgermeister der Stadt Markkleeberg, und Dr. Gabriela Lantzsch, Bürgermeisterin von Großpösna, sowie Planern, Förderern und Autoren den ersten Bauabschnitt des Geopfads Markkleeberger See – Störmthaler See zu übergeben. So wurden die ersten beiden Stelen am Nordufer des Markkleeberger Sees am 22. September 2012 enthüllt. Die Landmarken mit einer Höhe von 3,30 Metern, einer Breite von 1,00 Meter und einer Tiefe von 30 Zentimetern bestehen aus einem Betonkörper und sind weithin sichtbar. Auf der ersten Stele finden sich Informationen zur ältesten altsteinzeitlichen Fundstätte im Freistaat Sachsen, während sich die zweite der Seengeschichte vom Tagebau hin zum Badesee widmet. Initiiert worden war das Projekt vom Verein Erdgeschichte im Südraum Leipzig e. V. Geplant wurden auf einer Distanz von 14 Kilometern insgesamt 16 solcher Stelen, von denen bislang 15 aufgestellt werden konnten. Die letzte Informationstafel wird nach Abschluss der Bauarbeiten an der Grunaer Bucht ihren Platz finden. Weitere Bauabschnitte des Geopfads folgen in den nächsten Jahren: Geplant sind geologische Fenster am Störmthaler See, ein Schichtenstapel an der Auenhainer Treppe und ein Findlingsgarten. Die Gesamtkosten für die Erstellung des Geopfads betragen ingesamt 160.000 Euro. Die beteiligten Kommunen brachten jeweils einen Eigenanteil von 27.500 Euro auf. Planung und Realisierung der Informationsstelen wurden gefördert aus dem Europäischen Programm zur Integrierten Ländlichen Entwicklung des Freistaats Sachsen (ILE) sowie aus Mitteln der Kultur- und Umweltstiftung der Leipziger Sparkasse. Die Entwurfsplanung war 2008 über § 4-Mittel des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung in Projektträgerschaft der LMBV vorfinanziert worden. Dieser „kreative Weg der Mischfinanzierung“ sei laut Prof. Andreas Berkner von der Regionalen Planungsstelle Leipzig auch für künftige Projekte solcher Art vonnöten.

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