LEAG: Erprobungsbetrieb für Einlaufbauwerke am künftigen Cottbuser Ostsee laufen

Bergbauunternehmen führt weitere technische Funktionstests auch für künftige Zusammenarbeit mit der Flutungszentrale Lausitz durch

Cottbus. Nach den regenreichen ersten Januartagen, die auch in der Spree zu einem deutlichen Anstieg der Wassermengen geführt haben, setzt die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) den im vergangenen Jahr begonnenen Erprobungsbetrieb des Einlaufbauwerkes zur Flutung des künftigen Cottbuser Ostsee fort.

Die 2. Erprobungsstufe läuft seit Dienstag, 15. Januar 2019. Am ersten Tag waren während der Erprobung bereits etwa 100.000 Kubikmeter Spreewasser über den Hammergraben und das Flutungsbauwerk in den Ostsee geleitet worden. Die zweite Erprobungsstufe wird für Zeitdauer von sieben Tagen durchgeführt werden. In diesem Zeitraum können insgesamt bis zu eine Million Kubikmeter Wasser zum Seegrund geleitet werden. Dabei sollen neben technischen Funktionstests wie beispielsweise der Revisions-Havarieverschlüsse unter Last auch Wasserstands-Durchfluss-Kennlinien für den Hammergraben oberhalb und unterhalb des Entnahmebauwerkes aufgenommen werden. Diese dienen später der Flutungszentrale Lausitz als festes Steuerglied für die Einbindung des Flutungswassermanagements in die Gesamtbewirtschaftung der Spree.

Am 16.01.2019 flossen im Hammergraben etwa 2,2 Kubikmeter pro Sekunde. Diese Menge soll temporär auf 3,3 Kubikmeter pro Sekunde erhöht werden. Das waren knapp die Hälfte der Kapazität des Hammergrabens von 7 Kubikmeter pro Sekunde.

Planmäßig hatte die LEAG als Projektträger bereits im Herbst 2018 die Flutungsbereitschaft für den Cottbuser Ostsee hergestellt. Ein Erprobungsbetrieb zur behördlichen „Bauabnahme nass“ am 23.10.2018 konnte wegen Wassermangels in der Spree allerdings nur eine halbe Stunde durchgeführt werden. In dieser kurzen Zeit konnten nicht alle baulich erforderlichen Funktionstests durchgeführt werden. Diese werden nun fortgesetzt. Mit dem eigentlichen Flutungsbeginn rechnet die LEAG im Frühjahr dieses Jahres. Voraussetzung dafür sind das Vorliegen des Planfeststellungsbeschlusses zur Wasserrechtlichen Genehmigung und ein ausreichender Spreepegel nach Bewertung durch die zuständigen Wasserbehörden.

Im Zusammenhang mit der zweiten Erprobungsstufe weist die LEAG darauf hin, dass mit dem ansteigenden Grundwasser im Randschlauch am Fuß des Einlaufbauwerkes eine zunehmende Sättigung der Innenkippenbereiche des ehemaligen Tagebaus mit Wasser erfolgt und die Gefahr von Rutschungen steigt. Damit verbunden ist das Entstehen möglicher Schwallwellen, die das gegenüberliegende Ufer erreichen können. Das Betreten der abgesperrten Bereiche einschließlich der Kippenflächen ist lebensgefährlich. Hinweisschilder und Absperrungen sind unbedingt zu beachten. Quelle: LEAG PM v. 16.01.2019 / Foto: Autor Florian Beyer für LEAG-Kalender 2019 Monat Februar

up-date: Bis zum 21.01.2019 fand der siebentägige Erprobungsbetrieb des Einlaufbauwerks für den Cottbuser Ostsee statt. Insgesamt wurden 646.214 Kubikmeter Spreewasser eingeleitet, so die LEAG. „Die Durchführung unter Last, das heißt mit Wasser zur Funktionskontrolle aller Anlagenteile, ist Bestandteil der Teilgenehmigung“, erklärte Ingolf Arnold, Leiter Geotechnik, im LEAG-Newsletter 04/2019 und ergänzte: „Bezogen auf den gesamten Wasserbedarf sind das zwar nur 0,3 Prozent, aber eben ein erster Anfang. Zum Ende des 1. Quartals 2019 erwarten wir den Planfeststellungsbeschluss, erst dann können wir in Abhängigkeit des Wasserdargebots mit der regulären Flutung beginnen.“

 

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