LEAG: Tiefenlotung liefert Details über den Grund des Südrandschlauches Cottbus-Nord

Vorarbeiten für Wandel des Tagebaus Cottbus-Nord zum Cottbuser Ostsee - Digitales Höhenmodell der Unterwasserwelt

Cottbus. Es ist eines der größten Infrastrukturprojekte in Südbrandenburg und vielen Cottbusern kann es gar nicht schnell genug gehen – ungeduldig fiebern sie dem Cottbuser Ostsee entgegen. Endlich ein Gewässer unmittelbar vor der Stadt, das zum Baden und Wassersport einlädt. Aber: Dort, wo sich in gut zehn Jahren die Nixen, Segler und Sonnenanbeter tummeln werden, ist momentan der Zutritt strengstens verboten. Ein besonders sensibler Bereich ist der Südrandschlauch mit der dahinter liegenden Kippe.

„Die Frage lautet, ob und wie sehr sich hier der Gewässergrund in jüngster Vergangenheit verändert hat. Vor allem das aufsteigende Grundwasser und damit verbundene Strömungen sowie Wind und Wellen können zu plötzlichen Abbrüchen an der Kippenböschung führen und große Mengen Erdmaterial bewegen. Solche Bewegungen heißen Setzungsfließen. Deren Ausmaß hängt unter anderem davon ab, wie hoch die Auffüllungen sind. Deshalb nehmen wir den Südrandschlauch mit einer Tiefenlotung eingehend unter die Lupe“, erklärt Bodenmechaniker Thomas Schütze.

Und so schippert Mitte Dezember im Auftrag der LEAG-Markscheiderei ein ferngesteuerter Ponton mit einem Sonargerät und weiterer Technik an Bord übers Gewässer. 16 Kilometer kommen unter dem Strich zusammen; dreieinhalb Tage dauert die Aktion. Die ermittelten Daten tragen zur Aktualisierung des markscheiderischen Risswerkes bei und ergeben vor allem ein detailreiches digitales Höhenmodell der Unterwasserwelt zwischen Schlichow und künftigem Südkap. „Die Abbildung bildet die Grundlage für neue bodenmechanische Berechnungen und Bewertungen der gesperrten Flächen; Safety first auch hier“, sagt Thomas Schütze.

Mit den Messungen und der Datenauswertung beauftragt ist die Milan Geoservice GmbH. Das Know-how der Spremberger Firma ist weit über die Grenzen der Lausitz bekannt. Aufträge wurden unter anderem schon in Brasilien, Bolivien, Kenia und Venezuela abgearbeitet.

Damit der Einsatz gefahrlos über die Bühne gehen kann, setzen die „Milane“ auf Hilfe aus der Luft. Weil das Ufer gesperrt ist, muss der rund 40.000 Euro teure Ponton mit einem Hubschrauber auf dem Wasser abgesetzt und zum Feierabend mit einer speziellen Vorrichtung am Seil wieder „eingefangen“ werden.

Pilot Jan Dammes und sein Einweiser Jacob Rossa von der Aeroheli International GmbH & Co KG aus Neuhausen meistern diese fliegerische Herausforderung perfekt. Bei der Gelegenheit entnehmen die Fachleute auch gleich Wasserproben aus verschiedenen Tiefen im Südrandschlauch sowie im nördlich gelegenen Randschlauch Merzdorf. Kurs Nord-Ost: Der Wandel vom Tagebau Cottbus-Nord zum Cottbuser Ostsee geht voran.

Quelle: Wiedergabe aus LEAG-Newsletter Nr.4 vom Januar 2017 - mit freundlicher Genehmigung der internen Kommunikation der LEAG

Fotonachweis: Stefan Walter und Dirk Hannusch von der MILAN Geoservice GmbH bereiten Technik und Ponton auf den Einsatz vor (Bild oben rechts). Mit einem Hubschrauber zu Wasser gelassen geht es dann in geordneten Bahnen über den Südrandschlauch. Marco Münkel steuert per Joystick die schwimmende Messstation, Stefan Walter überwacht am Laptop das Aufzeichnen der Daten. Auch Thomas Schütze und Julia Clemens von der Fachgruppe Bodenmechanik in der Abteilung Geotechnik bei der LEAG verfolgen den Eingang der Infos – Alle Fotos: © LEAG

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