LMBV: § 3-Maßnahme „Sicherung Infrastrukturanlagen Beesdau“ startet

Erneuern der Regenentwässerung und der Schmutzwasserleitungen sowie Straßenbau für Beesdau - Anwohnerinformation am 20. Februar 2017 geplant

Senftenberg/Beesdau. Wie der zuständige LMBV-Projektmanager Steffen Petrich berichtet, konnte jetzt die geplante § 3-Maßnahme „Sicherung Infrastrukturanlagen Beesdau“ nach einer Ausschreibung an die ARGE BEESDAU der MATTHÄI Bauunternehmen GmbH & Co.KG und der Landschafts- und Straßenbau Jung GmbH vom Bergbausanierer vergeben werden. Eine weitere Anwohnerinformation zum konkreten Bauablauf ist nun am kommenden 20. Februar 2017 um 19:00 Uhr vor Ort geplant.

Bauauftakt ist dann in den folgenden Tagen. Die Bauzeit wird voraussichtlich insgesamt ca. sieben Monate betragen. Zu den Arbeiten kommen vier Baukolonnen in zwei Teilabschnitten zweischichtig an sechs Wochentagen von 6.00 bis 22.00 Uhr zum Einsatz. Das Planungsbüro VOIGT-INGENIEURE war von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft bereits mit der Planung betraut und wurde nun auch mit der laufenden Bauüberwachung beauftragt. Während der Bauzeit ist eine Vollsperrung für den motorisierten Verkehr und eine großräumige Umleitung von Goßmar über Freesdorf – Frankendorf – Görlsdorf notwendig. Die Erreichbarkeit der privaten Grundstücke soll (fast) immer gegeben und die Rettungsverkehre immer möglich sein. Für die Anlieger entstehen Baustraßen (grün in Skizze I) sowie eine provisorische Buswendestelle.

Die LMBV hat für die Arbeiten Mittel zur Gefahrenabwehr infolge Grundwasserwiederanstiegs vom Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung bewilligt bekommen. Die Gesamtkosten für die Komplettsanierung von Straßen und Kanälen werden sich auf rund 2,9 Millionen Euro belaufen, hatte Bürgermeister Frank Deutschmann im November 2016 angekündigt. Der Eigenanteil der Gemeinde für den Straßenbau, die Erneuerung der Regenentwässerung und der Schmutzwasserleitungen liege bei etwa 800 000 Euro, den größten Teil der Baukosten jedoch finanziert die LMBV über den § 3 des VA Braunkohlesanierung als Bauherr. Anlass dafür sind erhebliche Schäden durch den Wiederanstieg des Grundwassers nach dem Ende des Bergbaus. Diese Schäden an den Verkehrsanlagen, z.B. Setzungen an Fahrbahnen und Gehwegen entstanden aufgrund von Lageabweichungen und Beschädigungen der unterirdischen Regen- und Schmutzwasserkanalisation infolge des bergbaulich bedingten Grundwasserwiederanstiegs in Beesdau.

Andreas Schiemenz vom Planungsbüro Voigt Ingenieure in Luckau stellte bereits im Herbst 2016 das Vorhaben in vielen Details vor (Skizze II). Demnach werden in allen drei Straßen neue Regenwasser- und Schmutzwasserkanäle verlegt, in der Schulstraße zudem eine alte Trinkwasserleitung ersetzt. Die Straßen werden laut Planungsunterlagen alle so aufgebaut, dass künftig kein Wasser mehr aufsteigen kann. Regenwasser fließe von der Fahrbahn in Rinnen und werde über dort eingebaute Straßenabläufe abgeleitet.

Die zwei Gemeindestraßen – Straße der Freundschaft und Schulstraße – erhalten eine sogenannte Mischverkehrsfläche mit einem 1,50 Meter breiten gepflasterten Streifen und einer drei Meter breiten Fahrbahn. Dazwischen wird die 50 Zentimeter breite Abflussrinne gepflastert. Die in Verantwortung des Landkreises Dahme-Spreewald liegende Kreisstraße – Straße der Einheit – wird laut Ablauf eine fünf Meter breite Asphalt-Fahrbahn erhalten, außen jeweils 50 Zentimeter breite Abflussrinnen und ein Betonbord als Abschluss. Geplant ist, den Straßenbau bis zum Herbst 2017 zu bewältigen.

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