LMBV: Ableiter-System an der Kleinen Restlochkette im Entstehen

Wasser soll künftig vom Bergheider See bis zur geplanten Wasserbehandlungsanlage Plessa fließen

Senftenberg/Lichterfeld/Plessa. Westlich vom Bergheider See entsteht schrittweise ein vom Bergbausanierer LMBV geplantes Ableitungssystem von mehr als 20.400 Meter Gesamtlänge.

Künftig soll das Überschusswasser des vormaligen Tagebaurestloches Klettwitz-Nord über die Seeteichsenke und die anschließenden Restlöcher 131 N (künftiger Heidesee), 131 S (künftiger Kleinleipischer See), in Richtung Süden über die Restlöcher 113 (künftiger Koyne See), 75 W, 99 und Folgende abgeleitet werden. Die Restlöcher sind u. a. Hinterlassenschaften der Tagebaue aus dem voran gegangen Jahrhundert, darunter des Abbaubetriebs des Tagebaus Kleinleipisch (1942-1980), des Tagebaus Grünewalde (1950-1962), des Tagebaus Koyne (1919-1955) und der Tagebaue Marie-Anne I, III, IV bis V (zw.1910 und 1947).

Dazu entstehen Verbinder in einer Ausdehnung von zusammen ca. 9.400 Meter Länge. Sie verbinden künftig die 18 kleineren und größeren Bergbaufolgegewässer der Kleinen Restlochkette mit einer Gesamtfläche von rund 860 Hektar. Diese entstehenden Gewässer werden einmal Fassungsvolumina von zusammen 62 Mio. Kubikmeter haben. Der zugrunde liegende Planfeststellungsbeschluss des zuständigen LBGR stammt aus dem Jahr 2010. Ziel ist das Herstellen eines sich weitestgehend selbst regulierenden Vorflutsystems vom Bergheider See über die Kippenlandschaft Kleinleipisch wieder in Richtung des Lausitzer Urstromtales zum Talzug der Schwarzen Elster.

Insgesamt sind 32 Kreuzungs- bzw. Querungsbauwerke für das Ableiter-System von der LMBV zu errichten. Am Ende wird eine Wasserbehandlungsanlage der LMBV stehen, die die nördlich angefallenen Wässer bei Plessa aufbereitet und künftig behandelt an die Schwarze Elster abgeben soll. Dazu laufen letzte Planungsschritte bei den Wasserbauplanern. Ziel der LMBV ist es, im kommenden Jahr den Bau der WBA Plessa zu beginnen zu können.

Zunächst waren 2012 beginnend der Auslauftrichter in 2013/2014 mit Auslaufbauwerk und 2014 weiterführend der Überleiter mit einer Länge von ca. 640 Meter zwischen Bergheider See und Seeteichsenke fertiggestellt worden. Dies dient vor allem der künftigen Gewährleistung der geotechnisch und hydrologisch erforderlichen Wasserstände. Der geplante Endwasserstand des Bergheider Sees wird zwischen 107,0 und 108,0 m NHN liegen. Der Auslauf vom Bergheider See in die Seeteichsenke konnte dann ab einem Wasserstand von 107,5 m NHN erfolgen. Der Seeendwasserstand von 107,5 m NHN ist seit Januar 2017 erreicht. Seither gibt der Bergheider See bereits Wasser in die Vorflut zur Seeteichsenke ab.

Baulich folgt ein ca. 450 Meter langer Überleiter von der Seeteichsenke zum Restloch131 Nord, auch als Heidesee bekannt. Zu diesem Gesamtsystem gehört auch ein ca. 1.900 Meter langes Gefluder vom Restloch 104 zum Restloch 113. Ebenfalls ist noch der Überleiter vom RL 131 S in das RL 113 zu bauen. Daran schließt sich ein Ableiter vom 113er See zum Restloch 75 W an. Diesen Überleiter gibt es derzeit auch noch nicht. Momentan wird das Wasser vom RL 131 S über eine Heberleitung direkt in das RL 77 abgeschlagen. Von dort aus kann das Wasser weiter in Richtung Südwesten über neun kleinere und mittelgroße Bergbaufolgegewässer fließen, bevor es bei Plessa behandelt werden wird.

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