LMBV: Bau einer zeitweiligen Pipeline für die temporäre Umverlegung der Rainitza

Eine 1-Meter-große GFK-Rohleitung wächst immer weiter in Richtung Senftenberg

Senftenberg. Derzeit wächst eine aufgeständerte Pipeline für die Rainitza, die neben dem Abzweig Senftenberg an der Bundesstraße 169 beginnt, im Auftrag der LMBV in südliche Richtung vorbei am Laugkfeld.

Hierbei entsteht eine Rohrleitung für die künftig notwendige temporäre Umverlegung der Rainitza bei Senftenberg. Das Bauvorhaben „Bauzeitliche Umverlegung Rainitza“ beinhaltet den Bau einer Pumpstation und den Aufbau einer rund 2.400 Meter langen glasfaserverstärktem Kunststoff-Rohrleitung. Die GFK-Rohre haben eine Nennweite von 1.000 Millimeter und werden von der Firma TWB Tief- und Wasserbau Boblitz GmbH zusammengeführt.

Dieses zeitweise Umverlegen des Flüsschens in ein Rohr ist durch den beginnenden LMBV-Bau eines Ableitungsbauwerkes für das Restloch Sedlitz bedingt. Grundsätzlich sind im Rahmen der durchzuführenden Wasserrechtsverfahren für fast jeden der neu entstehenden Bergbaufolgeseen ein Zulauf und ein Ablauf zu bauen. Um diesen „Ablauf mit Stöpsel“ aus dem Lausitzer Seenland herstellen zu können, ist eine Ableitertrasse südlich des Sedlitzer Sees auf Kippengelände in Richtung Schwarze Elster herzurichten. Mit diesem Ablauf kann später auch der Wasserstand in der Kleinen Restlochkette gesteuert werden. Gegenwärtig schaffen die LMBV und die von ihr beauftragten Firmen mit dem Bau der Rohrleitung die Voraussetzungen für die o.g. weiteren Bergbausanierungsvorhaben.

Heute endet das Flüsschen noch in der Schwarzen Elster nahe der Knappenstraße in Senftenberg. Allerdings verläuft dieser Abschnitt der Schwarzen Elster im früheren Bett der Sornoer Elster. Die Rainitza selbst ist ein Flüsschen, das weiter nördlich u.a. früher die Grenze zwischen Groß- und Kleinräschen bildete. Vor Beginn der bergbaulichen Beeinflussung konnten die östlich von Großräschen wohnenden Schmogroer und Dörrwalder mit Kähnen auf der Rainitza bis nach Senftenberg gelangen, so Einheimische. Ursprünglich mündete die Rainitza südlich von Sedlitz in die Sornoer Elster.

Um 1870 wurde dann laut Überlieferungen das erste Mal für den Bergbau in den Verlauf der Rainitza eingegriffen. Eine weitere Umverlegung erfolgte in den 1950er-Jahren. Damals forderte der näher rückende Tagebau Sedlitz-Ost eine Änderung des Flusslaufes parallel zur alten Spremberger Straße, die von Sedlitz nach Sorno führte. Der nächste Eingriff wurde in 1960er Jahren wegen des Abräumens des Nordfeldes der Sedlitzer Grube erforderlich. Damals entstand laut Heimatkundlern die heutige bekannte und fast durchweg betonierte Trasse parallel zur Bahn zwischen Sedlitz und Senftenberg.

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