LMBV: Baustelle für Stadtstrand Großräschen mit Profilierung und Sandauftrag begonnen

Novemberarbeiten am künftigen Stadtstrand

20.000 Kubikmeter Sand werden bis Anfang Januar 2020 herantransportiert und eingebaut

Der Sandauftrag hat begonnen

Senftenberg/Großräschen. Auf der Baustelle für den künftigen Stadtstrand Großräschen wurde kürzlich mit der Profilierung und dem Sandauftrag begonnen. Es handelt sich dabei um eine sogenannte § 4-Maßnahme nach dem Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung zur Erhöhung des Folgenutzens.

Diese wird im Wesentlichen vom Land Brandenburg und anteilig von der Stadt Großräschen mitfinanziert wird. Der Bergbausanierer LMBV ist dabei der Projektträger.

Die LMBV hat diese Baumaßnahme in den zurückliegenden Monaten geplant und ausgeschrieben. Die Fa. BUG hat dafür vor Kurzem den Zuschlag bekommen und am 11. November begonnen, die Baustelleneinrichtung vorzunehmen. Zunächst muss im Uferbereich der Aufwuchs u.a. von Schilf mit einem Langarmbagger beseitigt werden. Dann wird die Böschung auf rund 600 Meter Länge so profiliert, dass eine Neigung von 1:22 entsteht. Darauf erfolgt bis Anfang Januar 2020 ein Auftragen einer 0,6-Meter-Schicht von feinkörnigem Sand für den Strandbereich. Dafür müssen ca. 20.000 Kubikmeter Sand herantransportiert und eingebaut werden.

In einem weiteren noch zu vergebenden Bauauftrag wird später oberhalb ein Liegehang mit einer Neigung von 1:4 entstehen. Weiterhin ist ein Strandzugang sowie eine Strandzufahrt geplant. Auch ein Wegeanschluss von der Hafenstraße zum Ilse-Rundweg gehört zum Bau-Paket. Im Rahmen des Vorhabens sind zudem teilbefestigte Parkplatz-Wiesen vorgesehen. Nach Vorstellungen der Stadt Großräschen wird ein Teilabschnitt als Hundestrand ausgewiesen werden. Der gesamte Auftrag soll - so der derzeitige Fahrplan - von 11/2019 bis 08/2020 umgesetzt werden. (Fotos vom Strandbau: Kati Kiesel /Stadt Großräschen)

Die LMBV führt derzeit noch am "Restloch Meuro" Sanierungsarbeiten zur Beseitigung von Untiefen und zur Böschungssanierung durch. Momentan läuft in dieser Woche die dritte Nachsorge-Behandlung des Gewässerkörpers als In-Lake-Neutralisierung (bis voraussichtlich Ende November 2019). Seit der Initialneutralisierung, die im August 2017 begann, wurden insgesamt bisher 15.800 Tonnen Kalkprodukte in den Bergbaufolgesee eingebracht und ein guter neutraler pH-Wert von 7,7 stabilisiert. Im Bereich der Westböschung des Großräschener Sees werden - beginnend ab Mitte November 2019 mit der Absteckung und dem Baustelleneinrichten durch die Fa. TDE - im Rahmen der Grundsanierung noch bestehende Erosionsrinnen mit ca. 190.000 Kubikmeter Massen geschlossen. Weiterhin werden Arbeiten zur Böschungsprofilierung und zur Restberäumung realisiert. Gleichlaufend wird zur Unterhaltung und Bewirtschaftung des Sees und der Böschungen ein sandgeschlämmter Schotterweg angelegt. Vorgesehen ist, alle diese Arbeiten bis Ende des IV. Quartal 2020 fertigzustellen.

Die Sicherungsarbeiten erfordern bei einem Wasserstand von ≤ +100,0 m NHN im Bergbaufolgesee der LMBV. Der für den Bauzeitraum der Sanierungsmaßnahme festgelegte Grenzwasserstand von +100 m NHN muss daher zwingend eingehalten werden, da die Sicherung der Erosionsrinnen bis in den Bereich des späteren unteren Endwasserstandes von +100 m NHN erfolgen muss. Ein höherer Einstau ist auf Grund geotechnischer Anforderungen in diesem Zeitraum nicht geplant. Dazu liegt eine entsprechende bergrechtliche Zulassung vor. Weitere Beeinträchtigungen für das Gewässer in 2020 gehen von diesen Sicherungsarbeiten jedoch nicht aus.

Für den bereits temporär schiffbaren Bereich auf dem Großräschener See gibt es bekanntlich klare Abgrenzungen und Verhaltensanforderungen. Nach Abschluss der LMBV-Sanierungsarbeiten prüft das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) die geotechnische Sicherheit im Hinblick auf die geplanten Nutzungen. "Erst wenn sichergestellt ist, dass der untere Zielwasserstand von 100 m dauerhaft erreicht wird, kann ein Verfahren zur Einordnung des Bergbaufolgesees in die schiffbaren Landesgewässer durchgeführt werden", so die Sichtweise des federführenden MIL.

Die beabsichtigte Übernahme von ausgewählten Bergbaufolgeseen durch das Land Brandenburg ist in der Vereinbarung zur Zukunft einzelner Tagebaurestseen im Land Brandenburg von 2009 zwischen der LMBV und dem Land bereits grundsätzlich geregelt. "Die konkreten Verhandlungen zur Übertragung des Großräschener Sees können beginnen, wenn die die geotechnische Sicherheit nachgewiesen ist", so Brandenburg. Das Land und die LMBV streben aber eine schiffbare Nutzung des Sees bereits vor Übernahme durch das Land Brandenburg an.

In der Saison 2019 erfolgte bereits eine eingeschränkte Nutzung auf einem geotechnisch unbedenklichen Teilabschnitt des künstlichen Gewässers, die durch die untere Wasserbehörde des LK OSL genehmigt wurde. Aus Sicht der LMBV sind die notwendigen geotechnischen Sicherungsarbeiten mit der in 2020 dann erfolgten Beendigung der Überhöhenabbaggerung und der Sicherung der Westböschung weitestgehend abgeschlossen.

Geklärt werden müssen im Zuge der beabsichtigten Schiffbarmachung durch die Brandenburger Landesbehörden noch die entsprechenden Formalitäten u.a. bezüglich der Haftungen im Zusammenhang mit dem zukünftigen Nutzen des Gewässers bis zur Beendigung der Bergaufsicht und darüber hinaus z.B. die ggf. notwendige Austonnung des Bereichs der Flutungsleitung bzw. von zu kennzeichnenden Vogelschutzgebieten.

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