LMBV: Bergheider See nun für teilweise Bootsnutzung vom Amt freigegeben

Wieder ein Stück mehr „Vom Bergmann zum Seemann“ bei weiterem LMBV-Bergbaufolgesee

Senftenberg/Lichterfeld-Schacksdorf. Am 27. April 2019 wurden durch den Amtsdirektor des Amtes Kleine Elster, Gottfried Richter und den Bürgermeister Ditmar Gurk im Beisein von Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski sowie Referentin Heidrun Lochmann vom Ministerium für Infrastruktur des Landes Brandenburg der Startknopf für ein Nebelhorn gedrückt, das symbolisch die Freigabe des Bergheider Sees für eine Bootsnutzung dokumentierte.

Im Rahmen der Ordnungsregelungen des Amtes Kleine Elster können nun in der Saison Touristen und Anrainer den Hafen und den Bergbaufolgesee am Nordufer für das Baden und das Bootsfahren nutzen. Hier sind nun muskel- und segelgetriebene Wasserfahrzeuge erlaubt. Für Motorboote gab es nur für den Saisonstart eine Ausnahmegenehmigung. Die Gemeinde hat bereits Ufer-und Wasserflächen am Landschaftssee von der LMBV erworben.

Interessierte konnten am 27.04.2019 nun offiziell eine erste Bootsfahrt auf dem Restloch des gefluteten Tagebaus Klettwitz-Nord unternehmen. Die LMBV hatte den Tagebau nach seiner Stillsetzung 1992 zunächst in die Sanierung überführt und von 2001 bis 2014 mit Elsterwasser geflutet. Derzeit finden im Umfeld des Tagebaus noch Sanierungsrestarbeiten im Strandbereich zum Kiesauffüllen nach Cliff-Bildung bis Mai 2019 sowie noch länger laufende Verwahrarbeiten von ehemaligen Filterbrunnen im Umfeld i.A. der Bergbausanierer statt.

Die Wassersport-Freigabe fand im Rahmen der Eröffnung der Lausitzer Seenlandtage 2019 statt, bei auch der Bautzener Landrat Michael Harig und OSL-Landrat Siegurd Heintze traditionell dabei waren. Beide Landräte sind auch die Vorsitzenden der Zweckverbände Lausitzer Seenland Sachsen bzw. Brandenburg, die die Bergbaufolgeseen und ihr Umfeld touristisch-strukturell weiter entwickeln werden.

Die ordnungsbehördliche Verordnung der Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf zum Schutz des Hafenbereiches des Bergheider Sees in der Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf, Ortsteil Lichterfeld – Hafenordnung – datiert vom 11.04.2019. Mit Betreten des Hafengeländes erkennt künftig jeder Gast die Bestimmungen dieser Hafenordnung an. Sie kann laufend den Erfordernissen angepasst werden. Veränderungen treten mit ihrer Bekanntgabe durch Aushang am Einlass des Besucherbergwerkes F60, der Hafenanlage oder in anderer geeigneter Form in Kraft. Diese Hafenordnung trat eine Woche nach Ihrer Verkündigung in Kraft. Sie ist im Amtsblatt vom 1. Mai 2019 nachzulesen.

Würdigung von Heidrun Lochmann, Vertreterin der Gemeinsamen Landesplanung des MIL, zur Widmung des Bergheider Sees und Wegesystems sowie ersten Hafenausfahrt

Cottbus/Lichterfeld: Heidrun Lochmann, Referentin in der Gemeinsamen Landesplanung des Ministeriums für Infrastruktur des Landes Brandenburg (MIL), hat am 27. April 2019 in Lichterfeld-Schacksdorf am Hafen des Bergheider Sees ein interessantes Grußwort gesprochen. In Auszügen sei hier Ihr Statement sinngemäß wiedergegeben:

„Es ist ein besonderer Moment, heute bei der ersten Ausfahrt auf den Bergheider See dabei zu sein. Damit beginnt die touristische Nutzung auf einem weiteren Tagebausee in Brandenburg. Es ist immer ein sehr gutes Gefühl, wenn langjährige Bemühungen vieler Beteiligter derartige Ergebnisse und Erfolge hervorbringen.“

Sie zitierte dann Edgar Allan Poe: „Die am Tag träumen, kennen viele Dinge, die den Menschen entgehen, die nur nachts träumen.“ Hier am Restloch Klettwitz-Nord hatte jemand nicht nur Träume, sondern auch Mut: Mut zur Veränderung und Mut zur wirtschaftlichen Verantwortung – allen voran Ihr Amtsdirektor mit seiner Verwaltung und der Gemeinde, so die MIL-Vertreterin.

„Am Anfang standen Erhalt der F 60 und Gestaltungsideen für das nördliche Seeufer. Über die Jahre wurde diese Entwicklung unermüdlich vorangetrieben gemeinsam mit der LMBV als zuverlässiger Sanierungsträgerin – und eines kann ich ihnen sagen: einfach oder normal war das nicht, jede Sanierung birgt neue ganz eigene Herausforderung. Maßgeschneiderte Einzellösungen (Steg) waren erforderlich.“

Am 27. April wurde nun ein weiteres neues Kapitel der Geschichte des Bergheider Sees begonnen, unterstrich Lochmann: „Nach Jahren der Unzugänglichkeit aufgrund des Braunkohlenabbaus und der anschließenden Sanierung und Neugestaltung erhalten die Menschen ein Stück Heimat zurück zu ihrer Verfügung. Das ist dem Land Brandenburg ein besonderes Anliegen, deswegen wird die Entwicklung von nachbergbaulichen Nutzungen durch das MIL eng begleitet und finanziell unterstützt.“

Am Standort flossen seit 2015 Fördermittel aus der Braunkohlesanierung: für Wege- und Infrastrukturerschließung sowie für die Steganlange – das Herz des Hafens. „Insgesamt werden dann ca. acht Mio. € umgesetzt sein, 80 % davon Landesmittel, der „Rest“ kam vom Amt Kleine Elster. Und – das wird den Amtsdirektor sehr freuen – auch die aktuell beantragten ergänzenden Maßnahmen für die touristische Basis können wir finanziell unterstützen.“

Weiter hieß es vom MIL: „Umso mehr freuen uns mit Ihnen, dass mit der Übernahme des Sees und Widmung des Wegenetzes der offizielle Startschuss für die hier geplante fällt. Das Lausitzer Seenland erhält weiteren Zuwachs: der Bergheider See bereichert ab heute die nutzbare Seenlandschaft.“ Es wurde von H. Lochmann auch erwähnt, dass der ZV LSB wertvolle Unterstützung geleistet habe: sehr frühzeitig machte man sich hier gemeinsam mit Gemeinde, Amt und Touristikern Gedanken, welches maßgeschneiderte spezielle Profil der See erhalten soll.

Weitere Seen werden aktuell für die touristische Nutzung vorbereitet, sowohl Sachsen als auch Brandenburg. „Die Entwicklung des länderübergreifenden Lausitzer Seenlands ist seit Jahren ein erklärtes und vordringliches Anliegen der Landesregierung in Potsdam. Mit jedem nutzbaren See steige die Attraktivität und die Vielfalt und damit auch die Anziehungskraft der Region weiter.“ Auch das sei ein Stück Strukturwandel in der Lausitz, „den wir gemeinsam erfolgreich gestalten wollen.“

Abschließend betonte Heidrun Lochmann: „Die Menschen hier können stolz sein auf das, was bisher hier entstanden ist und noch entstehen wird. Nun sind die Akteure vor Ort gefragt; Mut und Engagement werden auch weiterhin gebraucht. Was jetzt noch fehlt, sind die Menschen, die all das wertschätzen, nutzen und weiter gestalten! Erzählen Sie weiter, dass es am Bergheider See jetzt auch Wassersport gibt! Genießen Sie den heutigen Tag!“ Quellen: Vorort-Statement am 27.04.2019 und Redemanuskript v. Heidrun Lochmann - Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Autorin

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