SMUL: Boden des Jahres 2019: "Kippenboden - Ermöglicher von verschiedenen Nachnutzungen"

Festveranstaltung zum „Kippenboden“ am 5. Dezember 2018 in der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund

Dresden/Berlin. Der „Kippenboden“ ist der Boden des Jahres 2019. Im Rahmen einer Festveranstaltung in der Vertretung des Freistaates Sachsen in Berlin, federführend vom Staatsbetrieb Sachsenforst und dem LfULG vorbereitet, wurde kürzlich der Kippenboden als Boden des Jahres 2019 vorgestellt.

Seit einigen Jahren wird damit auf die wichtige Ressource "Boden" hingewiesen. Der 5. Dezember ist seit dem Jahr 2002 auch der internationale Weltbodentag.

Mit diesem Tag soll die „dünne Haut“ der Erde, die das menschliche Leben ermöglicht, besonders ins Bewusstsein gerufen und gewürdigt werden. In Deutschland koordiniert diese Aktion das Kuratorium „Boden des Jahres“ die durch die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft, den Bundesverband Boden und den Ingenieurtechnischen Verband für Altlastenmanagement und Flächenrecycling gebildet wird. Über 40 verschiedene Bodentypen werden in Deutschland ausgewiesen, diese reichen vom Boden des Jahres 2005 den Schwarzerde-Böden der Magdeburger Börde, über den Felshumusboden im Hochgebirge als Vertreter natürlicher Böden bis zu menschlich veränderten Böden wie dem Gartenboden und dem Kippenboden.

Der Freistaat Sachsen hat die Schirmherrschaft für den Boden des Jahres 2019 übernommen und der sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft betonte in seiner Begrüßung die große Bedeutung des Kippenbodens für Sachsen. Er macht immerhin drei Prozent der Landesfläche aus. Die Braunkohlesanierung mit planmäßiger Rekultivierung und Renaturierung ist hierbei eine Erfolgsgeschichte, so der Minister. Sie zeige, dass sich selbst nach schwerwiegenden Umwelteingriffen in einem dichtbesiedelten Industrieland neue Entwicklungschancen für Natur und Landschaft eröffnen.

Dr. Milbert vom Kuratorium Boden des Jahres ging auf die Geschichte und den Hintergrund der Wahl Boden des Jahres ein und gab einen Überblick über die geplanten Veranstaltungen. LMBV- Fachreferent Jörg Schlenstedt zeigte in seinem Fachvortrag die „Landschaften nach der Kohle“, die verschiedenen Möglichkeiten der Nachnutzung und erläuterte ihre besonderen Werte für den Artenschutz.

Dr. Michael Haubold-Rosar Direktor des Forschungsinstituts für Bergbaufolgelandschaften (FIB) in Finsterwalde stellte den Kippenboden als besonderen Bodentyp vor. Professor Xylander, Direktor des Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz beschrieb die biologische Entwicklung vom Kippsubstrat zum Kippenboden und Professor Dr. Andreas Berkner hielt als Leiter des Regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen ein leidenschaftliches Plädoyer für die bereits erbrachten Leistungen des Strukturwandels und seine erfolgreichen Ergebnisse.

Vertreter der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt sowie des Sachsenforsts rundeten mit ihren Beiträgen das Bild ab. Unterbrochen wurden die Fachvorträge durch das wissenschaftliche Theater „Fräulein Brehms Tierleben“. Barbara Geiger, die dieses Format entwickelt hat, brachte auf einzigartige Art und Weise den Regenwurm als König der Tiere und die wilden Bienen dem Publikum nahe. (JS)

Fotonachweis für beide Fotos: Raphael Benning (Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie / LfULG) - Abbildung mit freundlicher Erlaubnis des LfULG

Gesammelte Informationen zum „Boden des Jahres“ sind auch auf einer Website des LfULG zu finden: https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/boden/14087.htm

Weiterführende Informationen zum Thema ggfs. auch über die Organisatoren vom STAATSBETRIEB SACHSENFORST in Person von Referatsleiter Dr. Henning Andreae im Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft vom Referat Standortserkundung/ Bodenmonitoring aus Bonnewitzer Straße 34 I 01796 Pirna I OT Graupa

SMUL-Broschüre 2018

SMUL Brosch_Kippenboden_bf_A_2018.pdf (PDF 6,1 MB)

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