LMBV: Brandenburger Finanzminister C. Görke mit Luckaus Bürgermeister am Schlabendorfer See

LMBV-Geschäftsführer treffen auf Brandenburgs Finanzminister an Marina Schlabendorf

Senftenberg/Luckau. Am 29. Juli 2015 überreichte Finanzminister Görke symbolisch eine Karte mit dem See an den Bürgermeister der Stadt Luckau Gerald Lehmann. Bei diesem Termin kann es zu einem kurzen, unerwarteten, aber herzlichen Zusammentreffen mit der LMBV-Spitze, die auf einer Kontrolltour unterwegs war.

Was bedeutet der Besuch von Minister Görke gemeinsam mit dem Luckauer Bürgermeister am Schlabendorfer See für die Bergbausanierung des Gewässers bzw. für mögliche finanzielle Auswirkungen auf die Stadt?

Um den öffentlichen Zugang für die Brandenburgerinnen und Brandenburger zu den Seen zu erhalten, hatte sich das Land Brandenburg beim Bund gegen eine Privatisierung und zunächst für eine kostenlose Übertragung von Seen eingesetzt. Nach dem der Bund dies ablehnte, einigte sich Brandenburgs Finanzministerium mit der bundeseigenen Bodenverwertungs- und verwaltungsgesellschaft mbH (BVVG) und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) auf die Übernahme von inzwischen 128 Seen für insgesamt 6,35 Millionen Euro. Das Land bot danach den Kommunen und Landkreisen die Gewässer unentgeltlich an, so auch Teile des Schlabendorfer Sees, die nun die Stadt Luckau übernimmt.

Bei dem Besuchstermin 29. Juli 2015 überreichte Finanzminister Görke symbolisch eine Karte mit dem See an Gerald Lehmann, Bürgermeister der Stadt Luckau. Die Sanierungsverpflichtung für den Bergbaufolgesee liegt weiterhin bei der LMBV. Für die Stadt wird Luckau wird sich auch hinsichtlich der finanziellen Beteiligung an den Aufgaben der LMBV nichts ändern – d.h. es findet keine monetäre Beteiligung bei der Grundsanierung statt.

Wie ist der Stand der Sanierung am Schlabendorfer See?

Sanierung des Wasserkörpers

  • Die Initialneutralisation des Schlabendorfer Sees wurde im August 2013 im In-lake-Verfahren mittels Sanierungsschiff begonnen und die Hauptkampagne im September 2014 abgeschlossen. Seit März 2015 erfolgt unmittelbar nach der frostbedingten Unterbrechung die Nachsorgeneutralisation.
  • Der Schlabendorfer See im RL 14/15 unterliegt im neutralen Zustand einem sehr hohen Aciditätszugang aus der Innenkippe des Tagebaus Schlabendorf-Süd mit dem exfiltrierenden Grundwasser und den oberirdischen Kippenzuflüssen und den Aciditätseinträgen aus den Sohl- und Böschungssedimenten. Entsprechend ist in den kommenden Jahren die Weiterführung der Neutralisation am Schlabendorfer See einzuplanen. Ob die Neutralisation weiterhin mittels Schiffsbasierender Technik oder mittels eines Landgestützten Verfahrens durchgeführt wird, ist noch innerhalb einer Studie zu untersetzen.

 

Aufgaben im angrenzenden Böschungssystem

  • Große Bereiche des angrenzenden Tagebauareals bestehen aus gekippten Erdmassen, die durch ihre lockere Schüttung weiterhin setzungsfließgefährdet sind.
  • Die Standsicherheit der Hochkippen im Randbereichen und ihr Einfluss auf die darunter liegenden unverdichteten Bodenschichten wird von der LMBV nochmals untersucht, um die Gefahr von Brüchen und Rutschungen des wassergesättigten Untergrundes durch die Last der Hochkippen und Auswirkungen auf die Uferböschungen des Schlabendorfer Sees auszuschließen.
  • Die überwiegend instabilen Böschungen, d.h. die Innenkippen, müssen in den kommenden Jahren entsprechend den aktuellen geotechnischen Erkenntnissen und gesichert werden.
  • Die Ableitung von Oberflächen- und vom Restlochwasser aber auch die Einhaltung von stationären Wasserständen in den Restlöchern und in der Kippe besitzt Priorität.
  • Entsprechend wird in den nächsten Jahren an vielen Stellen in der Innenkippe Schlabendorf weiter verdichtet, aufgefüllt und profiliert, um die Flächen sicher zu gestalten, die Bergaufsicht beenden zu können und eine sinnvolle Nachnutzung zu ermöglichen.
  • Sowohl für den Bereiche der gewachsenen als auch für Abschnitte der Kippenböschungen sind am Schlabendorfer See unter Berücksichtigung der durch die speziellen Windverhältnisse an Tagebauseen vorkommenden Wellen und den damit entstehenden Uferumbildungen weitere Sanierungstechnologien zu erarbeiten.

 

Hintergrund zum Schlabendorfer See

Der Schlabendorfer See ist aus dem ehemaligen Braunkohletagebau Schlabendorf-Süd entstanden. Im Schlabendorfer See vereinen sich inzwischen die früheren Restlöcher 14 und 15 zu einer Wasserfläche. Der Schlabendorfer See hat derzeit nach LMBV-Erhebungen eine Fläche von 561 Hektar. Er wurde von 2002 bis 2012 durch Grundwasser aufgefüllt. Der Zielwasserstand wurde 2013 überschritten und seitdem wieder abgesenkt. Der Schlabendorfer See steht noch unter Bergrecht. Der dem Ortsteil Schlabendorf gegenüber liegende Restort Wanninchen musste in den 80er Jahren den Kohle- und Abraumbaggern weichen; nur ein Bauerngehöft blieb stehen, welches im Jahr 2001 zu einem Informations- und Ausstellungszentrum umgebaut wurde. Heute liegt es direkt am Schlabendorfer See zwischen zwei Naturschutzgebieten.

Während ein Drittel des Sees in Luckauer Eigentum ist, gehört der größere Teil der Heinz-Sielmann-Stiftung und bleibt dem Naturschutz vorbehalten. Diese zwei Drittel des Sees sind inzwischen in den Besitz der angrenzenden Heinz Sielmann Stiftung Wanninchen übergegangen. Hinzu zum Stiftungsvermögen kamen weitere bereits im Jahr 2000 verkaufte und an das "Naturschutzgebiet Wanninchen" angrenzende Bergbauflächen mit einer Größe von 355 Hektar. Die 2002 an die „Heinz Sielmann Stiftung" verkauften Flächen umfassten die Bereiche des "Naturschutzgebietes Lichtenauer See" mit rund 558 Hektar und des geplanten "Naturschutzgebietes Stiebsdorfer See" mit etwa 96,8 Hektar. In enger Zusammenarbeit mit der BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH, die angrenzend ebenfalls rekultivierte Bergbauliegenschaften besaß, gingen darüber hinaus das 746 Hektar umfassende FFH-Gebiet "Tornower Niederung" an die Sielmann-Stiftung über.

Die Gemeinde Schlabendorf hatte einen etwa drei Kilometer langen Strandabschnitt von der LMBV gekauft, sodass der Eigentümer nach der Eingemeindung des Dorfes die Stadt Luckau ist. Die ehemals eigenständige Gemeinde Schlabendorf hatte in einem Vertrag mit der LMBV Haftungsverpflichtungen übernommen, die der Luckauer Stadtverwaltung problematisch erschien. In einer Nachverhandlung mit der LMBV einigte man sich auf eine teilweise Haftungsbefreiung. Die Stadt Luckau hat 2004 zudem von der LMBV die Flächen der Marina Schlabendorf erworben. Damit gehören rund 200 Rund Hektar der Stadt Luckau.

Bei diesen vom Braunkohlenbergbau überbaggerten Arealen am Schlabendorfer See handelt es sich um Bereiche des ehemaligen Tagebaue Schlabendorf-Süd. Aus dem Tagebau Schlabendorf-Süd wurde noch bis 1991 Kohle für das Kraftwerk Lübbenau geliefert. Die Bergbaufolgeseen Lichtenauer See und Schlabendorfer See sind durch Flutung und Wasseraufgang der bei der Tagebauförderung offen gebliebenen Grubenbereiche entstanden. Die Idee einer Marina war im Jahr 1999 in Schlabendorf selbst geboren worden. Anfang 2007 wurde mit den vorbereitenden Arbeiten für den Bau der Marina begonnen. Aus einer ehemaligen Grubenwasser-Reinigungsanlage am Ufer des Schlabendorfer Sees wurde 2007/2008 dann ein Hafenbecken entwickelt. Eine Million Euro hat das Land für den Umbau beigesteuert. Luckau selbst beteiligte sich mit 100 000 Euro Eigenmitteln. Anfang August 2008 erfolgte die Einweihung der Marina. Ein Segelverein gründete sich und bekam eine eingeschränkte Nutzungserlaubnis. Um die Interessen aller Beteiligten zu wahren, ist zudem der See für Boote mit Verbrennungsmotoren gesperrt.

Da der Schlabendorfer See noch unter Bergrecht steht, musste daher jeder Wassersportler vor Fahrtantritt vom Wassersportverein Schlabendorf e.V. über die Sicherheitsbestimmungen belehrt werden und auch die vereinbarten Nutzungsbedingungen akzeptieren. Achtung: Aufgrund der derzeitigen bergbaulichen Sanierung und Gewässergüteverbesserungen i. A. der bergrechtlich verantwortlichen LMBV gibt es seit 2013 vorübergehend vorerst keine Nutzungsfreigabe mehr durch die LMBV. Zudem musste 2013 vorsorglich der Rundweg einige Monate gesperrt werden. Im April 2013 wurde eine Pumpstation der LMBV fertig, über die seitdem Wasser aus dem Schlabendorfer See in den Lichtenauer See gleitet wurde und den Zielwasser-Seepegel halten hilft, so dass Teile des Wegenetzes wieder sicher benutzbar wurden. Neben der derzeit noch laufenden Inlake-Behandlung des Schlabendorfer Sees war und ist die Wudritz zwischen dem Schlabendorfer See und der Spree einer der Schwerpunkte im Kampf gegen die Verockerung des Flusses.

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