LMBV: Braunkohlenausschuss-Arbeitskreis Lauchhammer/Tröbitz tagte am 15. März

Bergheider See ist voll und läuft planmäßig in die Seeteichsenke aus

Lauchhammer. Unter Leitung des Vorsitzenden des Braunkohlen-Ausschuss-Arbeitskreises Lauchhammer/Tröbitz-Domsdorf von Reinhard Hermann fand am 15. März 2017 in Lauchhammer eine weitere Sitzung des Gremiums statt.

Rund 30 Arbeitskreismitglieder, Fachleute und Interessierte waren der Einladung gefolgt. Im Mittelpunkt der 97. Arbeitskreissitzung stand die Berichterstattung der LMBV über die Sanierungsleistungen im Jahr 2016 in der Lauchhammeraner Region. Gemeinsam mit dem zuständigen LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes präsentierte LMBV-Projektmanager Frank Sauer das umfangreiche Arbeitspaket, das das Unternehmen gemeinsam mit Sanierungsfirmen im zurückliegenden Jahr bewältigt hat. Dazu zählten die Sicherung Haldenstütze der F 60, die Sicherung der Seeteichsenke, Sicherungsarbeiten an der Kleinen Restlochkette bei Kleinleipisch, der Abbruch der Tunnelbrücke zwischen Restlöchern (RL) 102/103 in Kleinleipisch, das Testfeld zur Oberflächenverdichtung in der Schwarzen Keute mittels einer Landpac-Walze und das fristgemäße Fertigstellen des Abschnittes B der L 60 bei Kostebrau.

Sauer verwies auf den Flutungsstand im Bergheider See: das Gewässer ist voll und läuft planmäßig aus. Mit dem Erreichen des Endwasserstandes von 107,50 m NHN ist der Überlauf in die Seeteichsenke angesprungen. Der Bodenauftrag an der Seeteichsenke ist fast abgeschlossen – hier wurden seit 2015 rund 700.000 m³ Massen zu geotechnischen Sicherung aufgetragen. Zu den Sanierungsleistungen im Jahr 2016 gehörte u.a. der Beginn des langfristigen Sicherns der Kippenstütze der F 60 mittels des Einbaus einer Horizontaldrainage. Diese Arbeiten führt die Fa. SGL in 2017 weiter ins Finale. Am Bergheider See standen die Pflege und Bewirtschaftung der Ostböschung sowie Rekultivierungsleistungen an der Südböschung auf der Agenda. Weiterhin wurden die Baustraße an der Nordböschung des Bergheider Sees und der Bau einer Steganlage und Montagefläche im Bereich des Hafenbeckens mit Anbindung begonnen. Diese Arbeiten gehen 2017 nach der Winterpause weiter.

Sauer verwies u.a. auf den Abbruch der nicht mehr benötigten Tunnelbrücke zwischen dem RL 102/103 in Kleinleipisch, der sich im zurückliegenden Jahr schwieriger als geplant gestaltete. Hier musste die Technologie angepasst und noch schwerere Technik zum Einsatz gebracht werden. Zum Umfang der Auftrages gehörten der Rückbau des Brückenkopfes, der Komplettabbruch der Brückenkonstruktion inklusiver aller Fundamente sowie die Holzung und Rodung im Brückenbereich und das Verfüllen der Baugruben und Bodenauffüllungen im Gelände.

Wesentliche Sanierungsleistungen im Jahr 2016 waren Sauer zufolge u.a. das Fortführen der Wasserhaltungen an den RL 113, 29, 31und 35. Im RL 28 wurde eine mobile Konditionierung durch ein Kalkschiff der Fa. MOVAB-D bis August 2016 durchgeführt, dabei wurden rund 400 Tonnen Kalkprodukte eingebracht. Ab September 2016 erfolgte eine stationäre Konditionierung des RL 28. Am RL 40 wurde ein Retentionsraum und der Gräben 1 und 2 fertig gestellt sowie eine neue Pumpstation an der Finsterwalder Straße mit einer max. Förderleistung von 306 m³/h in Dauerbetrieb genommen. Am RL 38 wurden Vorbereitungen für die geplante RDV der Ostböschung des Restloches getroffen. Eine Geländeaufhöhung der Tieflage 2 erfolgte am RL 75/99. Hier wurden auf ca. 19 Hektar rund 380.000 m³ Massen eingebaut.

Die RDV-Sicherung der Hochkippe Schipkau ist im Wesentlichen abgeschlossen, so der Projektmanager. Das Sichern der Hochböschung erfolgte durch Herstellen eines ca. 1,5 km langen RDV-Dammes mit einem Verdichtungsvolumen von ca. 2,2 Mio. m³. Bei einer Dammbreite bis 44 Metern wurden Teufen von 33 bis 44 Metern gerüttelt. Hier folgen noch die forstlichen Rekultivierungsmassnahmen. Die RDV-Arbeiten am RL 76 werden noch ca. drei Wochen andauern. Hier hat das RDV-Gerät am Uferrücklauf nur noch wenige Rüttelpunkte abzuarbeiten. Insgesamt war eine Uferlänge von ca. 1.170 Meter mit Verdichtungsvolumen von ca. 630.000 m³ auf einer Breite von 49 Meter abzuarbeiten. Die Rüttelteufe lag hier bei max. 15 Meter.

Im Ausblick für 2017 ging Frank Sauer noch auf den Bau des Überleiters A zum Verbinden der RL 131N und RL 131 S und des Überleiters B zum Verbinden der RL 130 und RL 131 S ab April 2017 ein. Hinzu kommen Meliorationsarbeiten an der Nordböschung des RL 130 auf 13,0 ha Fläche sowie die Melioration der Nord- und Westböschung des RL 131 auf 10,6 ha. In der Schwarze Keute geht die Oberflächenverdichtung mittels einer hochenergetischen dynamischen Schlagverdichtung voraussichtlich ab 1. Mai 2017 weiter. In einigen Bereichen der Verdichtungsflächen sind dort auch noch Holzungs-, Rodungs- sowie Mulcharbeiten voranzustellen.

2017 sind laut Sauer weiterhin der Betrieb der Drainagen und Pumpwerke in der Franz-Mehring-Straße, der Finsterwalder Straße, der Glück-Auf-Siedlung, am Pappelweg, an der Grubenteichsiedlung, in der W.-Külz-Straße sowie in Kleinleipisch auf der Aufgabenliste der LMBV und ihrer Auftragnehmer. Hinsichtlich der Standortaufgabe der Grubenteichsiedlung wurden im Auftrag des Landes fristgemäß zwischenzeitlich die 17 Wohngebäude sowie Nebengebäude komplett abgebrochen. Im Jahr 2017 sind dort bis Anfang April noch einige Abfälle zu entsorgen und u.a. Kies einzubringen.

Im Rahmen des §3-Programms ist das Sichern der Wandelhofschule Schwarzheide mit einer Kellerteilverfüllung ohne Maueraustausch bei Umverlegung der Kellerräume in einen Ersatzneubau sowie Umsetzen der Heizungsanlage ebenfalls für 2017 eingeordnet. Die Aufnahme der Hausdaten in der Schlosssiedlung werde 2017 weitergeführt und abgeschlossen werden, um mit den erhobenen Daten die Planungsleistungen zur Sicherung der Wohnbebauung Schlosssiedlung inklusive der vorgeschriebenen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen voran bringen zu können.

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