LMBV: Bürgerversammlung in Vetschau zur Thematik Grundwasseranstieg in Märkischheide

Variantenvergleich durch LMBV-Planer erfolgt

Senftenberg/Vetschau. Am 22. Juni 2017 fand im Bürgerhaus der Stadt Vetschau eine Informationsveranstaltung zum Thema „Grundwasserwiederanstieg in Märkischheide“ statt. Neben dem Bürgermeister Bengt Kanzler, Mitarbeitern der Verwaltung war auch der Abteilungsleiter Planung Nord der LMBV, Stefan Buhr anwesend.

In der Versammlung wurde durch S. Buhr ausführlich der aktuelle Sachstand vorgetragen. Grundsätzlich ist festzustellen, dass sich seit 1992 die Pegelstände nicht wesentlich verändern und um einen mittleren Wert von +56,5 m NHN schwanken. Der nachbergbauliche Grundwasserwiederanstieg ist im Gebiet von Märkischheide seit ca. 25 Jahren abgeschlossen.

Die leichten Schwankungen um diesen Mittelwert sind auf die jeweils aktuellen Niederschläge zurückzuführen. Im Rahmen des Hydrogeologischen Monitorings betreibt die LMBV zwei Pegelmessstellen in Märkischheide. Exemplarisch ist hier die Ganglinie der Meßstelle 94 dargestellt.

Um die Gebäude der Bürger vor dem Grundwasserwiederanstieg zu schützen, wurden durch die LMBV verschiedene Varianten untersucht. Eine Variante (Flächenlösung) leitet das mögliche Grundwasser über eine Drainageleitung im Babower Weg den Suschower Feldgraben bis hin zum Greifenhainer Fließ. In dieser Lösung kann jedoch nicht die gesamte Ortslage entwässert werden.

Eine zweite Variante ist es, die jeweils betroffenen Häuser einzeln zu sichern.

In einer Gegenüberstellung der beiden Varianten hatte die LMBV zu prüfen, welche letztendlich die Wirtschaftlichste ist. Im Ergebnis stellte Buhr klar, das seit 2012 lediglich ein Gebäude vom Grundwasserwiederanstieg betroffen war. Eine Flächenlösung für Märkischheide ist daher nicht geboten und wird von der LMBV derzeit nicht weiter verfolgt, da die Einzelhaussicherung als wirtschaftlichste und nachhaltigste Variante in Betracht kommt.

Sofern Gebäudeeigentümer sich als betroffen ansehen, können sich diese direkt mit der LMBV in Verbindung zu setzen. Bei bestätigter Betroffenheit erfolgt dann die Beauftragung eines Bausachverständigen durch die LMBV und die Erstellung eines Schadensabwehrkonzeptes.

Im Rahmen der Diskussion kam auch die Frage auf, ob der Grundwasserstand durch weitere Flutung von Tagebaurestlöchern beeinflusst wird und dies zu einer weiteren Erhöhung des Grundwasserstandes führt. Die Ortslage liegt aber nicht im An- oder Abstrombereich eines Tagebaus.

Die Einstauhöhen der entstandenen Tagebauseen sind daher ohne Bedeutung für Märkischheide, ein Einfluss auf die Grundwasserstände kann hier also ausgeschlossen werden. Maßgeblich für die weitere Entwicklung der Grundwasserstände sind vor allem die wasserwirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere die Bewirtschaftungsweise und der Unterhaltungszustand der Meliorationsgräben im Südpolder des Oberspreewaldes nördlich der Ortslage sowie die meteorologischen Bedingungen.

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