LMBV: Altlastensanierung in Rositz/Schelditz vereinbart - LMBV nun Projektträger

Umweltministerin Anja Siegesmund in Rositz - LMBV-Prokuristin Grit Uhlig
Umweltministerin Anja Siegesmund in Rositz - LMBV-Prokuristin Grit Uhlig erläutert das weitere Vorgehen der LMBV

Ministerin Siegesmund: Millioneninvestition in langfristige Lösung für Menschen und Umwelt

Rositz. Im außergewöhnlichen Altlastenfall Rositz/Schelditz haben sich Thüringen und die bundeseigene Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) geeinigt: Die großflächige Grundwasserreinigung wird gemeinsam finanziert.

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund, LEG-Geschäftsführer Andreas Krey sowie die LMBV-Geschäftsführer Klaus Zschiedrich und Dr. Hans-Dieter Meyer haben heute die Verträge unterzeichnet.

„Nach schwierigen Verhandlungen haben wir es jetzt geschafft: Nach rund 16 Jahren haben wir einen ziemlich dicken Knoten gelöst. Wichtig war vor allem die Einigung mit den Familien, die ihr Zuhause aufgeben mussten – ihre Zustimmung ist zentral für diesen Prozess“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund heute in Rositz.

Die Einigung sieht den Ankauf nicht mehr nutzbarer Gebäude bzw. der Grundstücke im Ortsteil Schelditz durch die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen vor. „Die LEG Thüringen übernimmt damit auch die Sanierungsverantwortung für die betreffenden Grundstücke“, erklärte LEG-Geschäftsführer Andreas Krey.

Einige Betroffene sind bereits umgezogen. Acht private Wohnhäuser, ein ehemaliges Gewerbeobjekt und ein Wohnblock der Wohnbaugesellschaft Rositz sollen abgerissen werden. Elf Gebäude in der Talstraße bleiben weiterhin nutzbar, vier mehr als in den ersten Planungen. Hier werden Keller durch Verfüllung oder durch eine sogenannte weiße Wanne vor eindringendem Wasser geschützt.

Insgesamt investieren Bund und Land 13 Mio. EUR in

  •  eine großflächige Grundwasserreinigungsanlage; Finanzierung Thüringen
  • die Anhebung bzw. den Neubau der Talstraße; Finanzierung LMBV
  • Arbeiten an einzelnen Häusern; gemeinsame Finanzierung LMBV und Thüringen

Mit der Einstellung des Braunkohlenbergbaus im Süden Leipzigs erwarten Experten im Laufe der nächsten Jahrzehnte einen weiteren Anstieg des Grundwasserdruckspiegels um bis zu 1,50 Meter. Dieser Anstieg ist in den Planungen berücksichtigt. Mit der heutigen Vertragsunterzeichnung wird die LMBV zur alleinigen Projektträgerin aller Maßnahmen. Der Abriss der ersten Gebäude könnte bereits im kommenden Jahr starten.

Die umfangreichen Arbeiten zu Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung für die Sanierung sollen 2019 abgeschlossen werden. Für die Umsetzung aller Maßnahmen ab 2020 plant die LMBV eine Bauzeit von 2-3 Jahren ein.

Die LEG bleibt nach Umsetzung der Maßnahmen durch die LMBV Eigentümer der von ihr erworbenen Grundstücke und übernimmt die gesamten Fassungsanlagen zur Reinigung des aufsteigenden kontaminierten Grundwassers sowie die zugehörigen Einlaufbauwerke in die Vorflut. Der langfristige Betrieb dieser Anlagen erfolgt dann durch die LEG.

Hintergrund:

Ein Hochwasser im Jahr 2002 spülte erstmals Schadstoffe des ehemaligen Teerverarbeitungswerkes Rositz ans Tageslicht. Die Giftstoffe hatten sich zuvor über Jahrzehnte tief im Boden befunden. Mit dem Grundwasserstrom gelangten sie nach Schelditz und durch den Grundwasseranstieg an die Oberfläche. Ursache für den Wiederanstieg ist insbesondere die schrittweise Einstellung des Braunkohlebergbaus im Süden Leipzigs.

In der Ortslage Schelditz sind bislang 10 Gebäude kontaminiert und nicht mehr nutzbar. Hinzu kommen 4 Häuser, denen allein der Grundwasseranstieg stark zusetzt. Darüber hinaus gelten weitere Häuser als gefährdet. Für die gesamte Fläche von rund 16 Hektar haben die Kooperationspartner ein ganzes Maßnahmenpaket geschnürt.

Quelle: Gemeinsame PM des TMUEN mit LEG und LMBV zur Unterzeichnung der Vereinbarung v. 16.02.2018

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