LMBV: Cleantech-Initiative für Ostdeutschland fördert Vernetzung der Lausitzer Akteure

Motto 2018 in Schwarze Pumpe: Cleantech in der Lausitz – Innovationen umsetzen

Schwarze Pumpe. Am 12 Juni 2018 hatte die Cleantech-Initiative für Ostdeutschland, kurz CIO, zum zweiten Mal zu einer Konferenz in das Kulturhaus am Industriestandort Schwarze Pumpe eingeladen, darunter auch die LMBV.

Die CIO ist eine Initiative der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Zum Start gab es ein Video der ASG zu sehen, das die Vorzüge des großen Industrieareals an der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen verdeutlichte. Angesichts der häufig geforderten Dekarbonisierung des Stromsektors soll die Initiative u.a. „grüne Innovationen aus Ostdeutschland“ befördern. Die Konferenz half, das Netzwerken und Innovationsmanagement von Gründern und Erfindern mit Mitteln des BMWi zu unterstützen und so mittelfristig auch neue Arbeitsplätze in der Lausitz mit schaffen zu helfen. Die CIO verbinde Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung sowie Fachverbände und Institutionen im Cleantech-Bereich über Branchen und Landesgrenzen hinweg in einem aktiven Netzwerk. Ihr Ziel bleibt, den Akteuren in den neuen Bundesländern weiteres Wirtschaftswachstum zu ermöglichen und deren Exportstärke zu erhöhen.

Als Vertreter des BMWi war Ministerialrat Dr. Gerhard Fisch, Referatsleiter Regionale Wirtschaftspolitik, zugegen und berichtete von den vielfältigen Aktivitäten zur Vorbereitung der Kommission WSB, bei der vor allem Partikularinteressen zurückgestellt werden und eine Gewichtung der unterschiedlichen interessenslagen erfolgen müssen, um bis Ende Oktober 2018 strukturpolitische Vorschläge vorlegen zu können. Dr. Fisch betonte, dass das BMWI dabei nicht bei Null anfange und schon seit längerem die vielfältigen Vorschläge aus den Regionen gesammelt, gesichtet und aufbereitet habe. Neben klassischen Förderinstrumenten arbeite das BMWi an „Leitplanken für einen strukturpolitischen Aktionsplan“.

Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer machte in seinem Statement deutlich, dass das Land Brandenburg eine positive Unterstützung des Strukturwandels in der Lausitz abstrebe. Er erinnerte daran, dass in der Region rund eine Million Menschen leben, davon etwa 438.000 auf der Brandenburger Seite und 567.000 auf der sächsischen Seite. Mit dem Landtagsbeschluss vom 13.08.2017 zu den „Perspektiven für die Lausitz“ habe das Land einen ersten Aufschlag für eine Strategie und ein Grundsätze-Papier getan. Die Landesregierung habe eine daraus abgeleitete Projektvorschlagsliste nach Berlin übergeben. Für den Strukturwandel sei weiter ein fortlaufender partizipativer Prozess mit den regionalen Akteuren notwendig. Dazu wird sich die Landesregierung auch intensiv in die Arbeit der steuerungsgruppe der WSB-Kommission weiter einbringen.

Ministerialdirigentin Barbara Meyer, Abteilungsleiterin für Industrie, Mittelstand und Innovation im SMWA verwies u.a. auf die sechs wichtigen Leitmärkte für die Lausitz. Der Strukturwandel verliere ihrer Einschätzung nach mit diesen Themen seine Ostspezifik wie in den 90er Jahren. Die Lausitz sei bereits zu jedem dieser Leitmärkte mit eigenen Angeboten dabei, die vom Freistaat unterstützt würden. Beim Thema nachhaltiger Wasserwirtschaft verwies sie positiv auf die Flutungs-Kompetenz von LTV und LMBV sowie das gesammelte Knowhow in der Bergbausanierung.

Cleantech umfasse eine Vielzahl unterschiedlicher Branchen, die dazu beitragen, Ressourcen zu schonen sowie Klima und Umwelt zu verbessern. Diese ausgewählten Leitmärkte gehören zu den Wachstumsmärkten der Zukunft und unterliegen einem weiteren kontinuierlichen Entwicklungsprozess:

  1. Umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung: Dieser Leitmarkt umfasst die erneuerbaren Energien, sowie die Energiespeicherung, den Bereich effiziente Netze, sowie umweltfreundliche Nutzung fossiler Brennstoffe.
  2. Kreislaufwirtschaft: Zu dem Leitmarkt Kreislaufwirtschaft gehören die Abfallsammlung und der -transport, die Abfallverwertung und -deponierung, sowie die Umweltsanierung.  
  3. Energieeffizienz: Der Leitmarkt Energieeffizienz erstreckt sich über energieeffiziente Gebäude und Industrieanlagen bis hin zu energieeffizienten Geräten und Produktionsverfahren.
  4. Nachhaltige Wasserwirtschaft: Der Leitmarkt Nachhaltige Wasserwirtschaft umfasst die Wassergewinnung und -aufbereitung, die Abwasserentsorgung, sowie Technologien zur Steigerung deren Effizienz.  
  5. Nachhaltige Mobilität: Zum Leitmarkt Nachhaltige Mobilität gehören alle alternativen Kraftstoffe und Antriebstechnologien sowie die umweltgerechte Verkehrsinfrastruktur und -steuerung.
  6. Rohstoff- und Materialeffizienz: Der Leitmarkt Rohstoff- und Materialeffizienz schließt neue Materialien, materialeffiziente Verfahren und Querschnittstechnologien, z.B. die Nano- oder Biotechnik, ein.

Im Rahmen der Konferenz wurden vielfältige wissenschaftliche Neuerungen, Patentanmeldungen, Innovationsvorhaben sowie Neuentwicklungen aus Universitäten, Hochschulen, KMUs und Startups präsentiert. Dabei waren u.a. die Silicon Radar GmbH, die Nacompex GmbH, die TU Dresden, die Sunfarming GmbH, das DBFZ aktiv sowie Vertreter der BTU Cottbus-Senftenberg, der Hochschule Zittau/Görlitz und der Technische Hochschule Wildau dabei.

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