LMBV: Der einst tief blaue Partwitzer See erstrahlt nun in einem „karibischen Türkisgrün"

Gewässerbehandlung des Partwitzer Sees geht weiter – „Klara“ arbeitet intensiv

Senftenberg/Elsterheide. Jeden Tag zieht derzeit ein LMBV-Schiff auf dem Partwitzer See seine Kreise. Seit September 2016 führt die LMBV auf dem Partwitzer See Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerbeschaffenheit durch. Das neuartige LMBV-Gewässerbehandlungsschiff „Klara“ ist dafür auf diesem Bergbaufolgesee im Einsatz. Der Partwitzer See erreichte nach neun Jahren Flutung 2015 erstmals seinen unteren Grenzwasserstand. In den vergangenen Jahren wurden Ufersicherungen vorgenommen, der Strandbereich in Klein Partwitz hergerichtet und zum Baden freigegeben sowie Platz für den Segelverein geschaffen. Im Jahr 2017 nahm das Schiff den Regelbetrieb auf. Bis zu elf Touren täglich fährt das Sanierungsschiff mit dem Ziel, das Wasser in einen pH-neutralen Bereich anzuheben und zu halten. Dabei werden derzeit insgesamt bis zu 220 Tonnen Kalksteinmehl täglich zum Einsatz gebracht.

Mithilfe des Gewässerbehandlungsschiffes sollen in diesem Jahr ca. 30.000 t Kalkprodukte, in der Regel Branntkalk, Kalkhydrat oder Kalksteinmehl, in den Wasserkörper eingebracht werden. Die Gewässerkonditionierung wird das gesamte Jahr andauern. Bei der Einsatzplanung des Gewässerbehandlungsschiffs „Klara“ wurde die Badesaison berücksichtigt. Sodass in den Sommermonaten der Südbereich des Partwitzer Sees für Segler und Badegäste uneingeschränkt nutzbar bleibt. Das Sanierungsschiff ist in dieser Zeit ausschließlich im nördlichen Teil des Partwitzer Sees im Einsatz. Ab Herbst 2017 erfolgt dann die Konditionierung des Südbeckens.

Die ersten Erfolge sind bereits für jedermann sichtbar. Die aktuelle Beprobung von Anfang Juli ergab einen mittleren pH-Wert von 7 im oberen Gewässerbereich. Der pH-Wert lag vor dem Einsatz des Sanierungsschiffes bei 2,8. Die Beprobungen des Gewässers Ende Mai 2017 ergaben einen pH-Wert von durchschnittlich 4,8. Der einst tief blaue Partwitzer See erstrahlt nun in einem „karibischen Türkisgrün“. Der Lichteinfall spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Fachleute vermuten, es könnte an bestimmten chemischen Verbindungen liegen, die durch die Zugabe von Kalk entstehen. Untersucht wurde es wissenschaftlich jedoch nicht. Vermutlich handelt es sich um die Ausfällung von weißem Aluminium-Hydroxid zurückzuführen, das durch die Lichtbrechung grünlich erscheint. Das ebenfalls enstehende Fe(II) zeigt sich dunkelgrün bis schwarz.

Diese Blaugrünfärbung ist eine Phase, die die allermeisten der Bergbaufolgeseen bei der Initialneutralisation „durchmachen“. Wenn dann das Phytoplankton-Wachstum beginnt, dies meint vor allem kleine Algen, schlägt die Farbe in das in dieser Gegend normale dunklere Grünblau um. Je nach See dauert diese Phase wenige Wochen bis mehrere Monate. Da der Partwitzer See der einzige See ist, der sich zurzeit in dieser Initialneutralisationsphase befindet, ist er auch der Einzige mit dieser Färbung.

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