LMBV: Der Geiseltalsee aus der Luft – Eine Braunkohlenregion wandelt sich weiter

LMBV: Irrgarten am Geiseltalsee - Geiseltal-Urpferdchen als Symbol für die Region

Irrgarten, Seebrücke und Hausboote am Geiseltalsee - Geiseltal-Urpferdchen als Symbol für die Region

Leipzig/Merseburg. Anfang Oktober war es wieder so weit: im Auftrag der LMBV drehte der Fotografenmeister Peter Radke auch 2018 erneut seine Runden im angemieteten Hubschrauber über den Bergbaufolgesee nahe Merseburg und fotografierte. Einige Schrägbildaufnahmen vom mit 1.800 Hektar großen Geiseltalsee sind hier abgebildet. Sie belegen eindrücklich die Entwicklung an den Ufern des 2011 fertig gefluteten Bergbaufolgesees, seien es die neuen, seit 2018 schwimmenden Hausboote an der Marina Mücheln, der Irrgarten bei Neu-Biendorf oder die noch junge Seebrücke bei Braunsbedra.

In der Geiseltaler Braunkohle wurde bereits im vergangenen Jahrhundert eine Vielzahl tierischer Fossilien gefunden. Sie werden u. a. im Geiseltalmuseum in Halle wissenschaftlich betreut und der Öffentlichkeit präsentiert. Die tierischen Fossilfunde sind damit ein Alleinstellungsmerkmal für das Geiseltal und seine Braunkohlentagebaue. Das bekannteste Fossil ist das „Geiseltaler Urpferd“, dessen Alter auf 50 Mio. Jahre geschätzt wird. Das Urpferdchen inspirierte zur Planung und Pflanzung eines Irrgartens. Damit wurde im Geiseltal ein landschaftlicher und touristischer Hingucker geschaffen. Der Entwurf stammt von Thomas Taubert, 1993 Student im 3. Studienjahr an der Hochschule für Kunst und Design auf der Burg Giebichenstein in Halle/Saale Die LMBV pflanzte den Irrgarten etwa 1998 in der Gemarkung Mücheln, nordwestlich der Ortslage Neu-Biendorf im Uferbereich des Geiseltalsees am Uferweg.

Das ehemalige Braunkohle-Restloch befindet sich geografisch gesehen im Süden des Landes Sachsen-Anhalt. Der künstliche See gehört heute zum Saalekreis und ist ca. 40 km von Halle an der Saale und ca. 60 km von Leipzig entfernt: „In einer der schönsten Naturregionen Sachsen-Anhalts liegt das floating house Resort an der Marina Mücheln und bietet einen atemberaubenden Blick über die einzigartige Bergbaulandschaft“, wirbt die Berliner Firma FHG floating house GmbH, die in die schwimmenden Ferienhäuser auf dem Wasser investiert hat, auf ihrer Webpräsenz. Sieben Hausboote vom Typ floating 44 ankern heute an der Marina Mücheln. Auf 44 qm bieten die „floating houses“ Platz für 4 bis 6 Personen, so die Werbung der Eigner.

Während Mücheln vor allem Segler und wasseraffine Urlauber anzieht, reizt die benachbarte Uferkommune Braunsbedra mit einem Trauzimmer mit direktem Blick auf den Bergbaufolgesee. Schon mehr als 50 Paare haben sich 2018 dort oder direkt auf der angrenzenden Seebrücke trauen lassen. Seit der MDR in seinem Programm in 2018 sowohl in einer Reportage mit Axel Bulthaupt bzw. in einem Hoferichter & Jacobs-Dokumentarfilm von Lutz Hofmann erneut die jungen Bergbaufolgeseen zwischen Leipzig und Halle liebevoll vorgestellt und bekannt machten, hat der von den Bergbausanierern geschaffene Geiseltalsee noch mehr Anhänger und Besucher gefunden.

Herbst 2018 - Marina Mücheln mit Hausbooten

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