LMBV: Über Eckdaten zur Gefahrenabwehr-Maßnahme im Senftenberger See informiert

Pressetermin mit Michael Matthes, LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement, am Ufer des Senftenberger Sees

Senftenberg, OT Großkoschen. Zum Beseitigen von Treibholz im Rutschungsbereich und zur Massengewinnung von Tieflagen im See kommen derzeit vier Saugspüleinheiten im Senftenberger See zum Einsatz. Sie sollen rund 160.000 m³ Kippenboden unter Wasser bewegen. Ziel der Maßnahmen ist es, Tieflagen im See aufzufüllen und so einem weiteren Ausfließen der Insel entgegenzuwirken.

Der Einsatz der Baugeräte wird durch kentersichere Pontons gewährleistet. Sie sind 18 mal 10 mal 1,80 Meter groß und aus Einzelementen zusammengesetzt. Ein Ponton ist momentan zur Beseitigung der Bäume im Bereich der Rutschung im Einsatz. Die Arbeiten darauf werden mit einem Bagger und montierten Fällgreifer ausgeführt. Nach Beendigung der Holzung wird dieser Bagger ebenfalls mit einer Pumpe ausgerüstet.

An den vier Saugspüleinheiten ist jeweils eine Spülleitung angebunden, das Fördergut wird über schwimmende Leitungen  (DN 200, PE) je nach Lage der Abtrags- und Auftragsbereiche von jedem Ponton aus über Längen von 200 bis max. 1.950 m gepumpt. Das Material wird mit dem Saugspülkopf vom Seeboden angesaugt, in die Spülleitung gedrückt und an der Einspülstelle eingebaut. Schwer löslicher Boden wird mittels Düsen gelockert. Bei ausreichenden Sichtverhältnissen wird von Montag bis Sonntag gearbeitet. Je Schicht sind 16 Arbeitnehmer im Einsatz. Zur Gewährleistung der Sicherheit sind Sicherungsposten eingesetzt, die in Funkverbindung mit den Besatzungen der Pontons stehen.

Nach der Rutschung eines westlichen Teils der Innenkippe des Restlochs Niemtsch (Senftenberger See) am 13. September 2018 konnte am 10. Dezember 2018 der Aufbau der Baustelleneinrichtung und der schwimmenden Technik beginnen. Anschließend wurden erste Treibgutaufnahmen und Holzungsarbeiten durchgeführt. Am 2. Januar 2019 begannen die Saugspülarbeiten. Die dafür erforderlichen Massen werden durch Abtrag von ehemaligen Schüttrippen des Tagebaus Niemtsch im Unterwasserbereich gewonnen. Der gegenwärtig bestehende Sperrbereich wird nach Abschluss der Arbeiten im März wieder aufgehoben. Die LMBV ist aufgefordert, bis zum 31. März 2019 einen Betriebsplan für die weiterführenden Sicherungsarbeiten zu erarbeiten. Dazu werden gegenwärtig intensive Abstimmungen mit dem Bergamt und dem Landesamt für Umwelt (LfU) geführt. Auch alle künftigen Arbeiten werden zum Schutz der Natur und Gewährleistung einer öffentlichen Nutzung des Sees abschnittsweise und im Winterhalbjahr durchgeführt.

Fotos: Peter Radke; Steffen Rasche und Uwe Steinhuber für LMBV

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