LMBV: Einsetz- und Beladestelle für LMBV-Gewässerbehandlungsschiff entsteht

Ein weiteres Schiff zum Bekalken der Bergbaufolgeseen wird zum Einsatz kommen

Senftenberg/Elsterheide. Auf Nachfrage von Medienvertretern hat die LMBV wie folgt zum Stand für das geplante LMBV-eigene Gewässerbehandlungsschiff informiert:

Derzeit laufen intensive bauliche Aktivitäten an der Südwestböschung des Restloches Skado (Partwitzer See). Hier läßt die LMBV eine Einsetz- und Beladestelle für das künftige LMBV-eigene Sanierungsschiff errichten. Bisher wurden die Zufahrt und die Beladebene bzw. das Plateau der Wendeschleife für die künftigen Kalkanlieferungen bereits vorgerichtet und beschottert. Derzeit werden Wasserbausteine zu Uferbefestigung von einem Langarmbagger eingearbeitet. Eine schwimmende Pontoneinheit mit Bagger wird das künftige „Hafen-Einsatzbecken“ vertiefen und sichern.

Das neue LMBV-Gewässerbehandlungsschiff (GWBS) ist werftseitig fertig gebaut und soll ca. Mitte August 2016 im Straßentransport angeliefert und voraussichtlich Anfang September 2016 medienöffentlich und offiziell eingeweiht werden und dann seinen Dienst aufnehmen, sofern alle notwendigen Genehmigungen vorliegen. Eine Namensweihe ist im Ergebnis eines LMBV-internen Namenfindungswettbewerbs Anfang September mit vorgesehen. Die künftige Bewirtschaftung des Schiffes hat die LMBV bereits an die Firma BUG vergeben.

Bereits in der Flutungs- und Wasserbehandlungskonzeption aus dem Jahr 2007 wurde der Einsatz von noch zu bauenden Sanierungsschiffen in der erweiterten Restlochkette (ERLK / Kerngebiet des Lausitzer Seenlandes) zur Gewässergüteverbesserung favorisiert. Nach diversen Voruntersuchungen zum Konditionieren der erweiterten Restlochkette und zum Einsatz mobiler Konditionierungsanlagen wurden im I. Quartal 2011 die finanziellen Mittel für die Planung und den Bau eines LMBV-eigenen Gewässerbehandlungsschiffes beantragt und genehmigt. Anschließend erfolgten diverse Vorgespräche u.a. mit der Bundesanstalt für Wasserwirtschaft in Hamburg über die Heran- und Vorgehensweise zur Realisierung eines solchen Projektes.

Im 2. Halbjahr 2012 wurde dann die Planung des GWBS der LMBV europaweit ausgeschrieben (VOF-Verfahren). Den Zuschlag für die Durchführung der Planung (Leistungsphasen 1-9) erhielt im April 2013 die LUG Engineering GmbH aus Cottbus, in Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro für Schiffstechnik und der Schiffsversuchsanstalt (SVA) in Potsdam. Im Januar 2014 wurde, nach Vorlage der Vorplanungsergebnisse, durch die Geschäftsführung der LMBV entschieden, das GWBS der LMBV als dreiteiligen Schubverband weiter zu planen und zu bauen. Vorteil des Schubverbandes ist die gleichlaufende Beladung eines Kalksilos auf einem Schubleichter und die Konditionierung des Gewässers mit den Schubschiff und dem zweiten baugleichen Schubleichter. Damit geht einher auch eine potenzielle Verkürzung der Dauer der Erstneutralisation gegenüber einem Einzelschiff analog der bereits zu Einsatz kommenden „Barbara“ der Fa. LWG (BRAIN).

Bis September 2014 wurden der Generalplan und die Bauvorschrift für das zu bauende GWBS erstellt. Die Ausschreibung zur Konstruktion, zum Bau und zur Lieferung erfolgte im Zeitraum 4. Quartal 2014 bis 1. Quartal 2015. Im Ergebnis dieser Ausschreibung erhielt die Schiffswerft Hermann Barthel GmbH in Derben (an der Elbe) den Zuschlag zur Realisierung des Projektes.

Am 28.04.2015 erfolgte auf der Werft in Derben die Auftaktberatung zur Konstruktion und zum Bau. Gebaut wurden die Schiffskörper aus seewasserbeständigem Aluminium, welche noch entsprechend beschichtet wurden um in den sauren Gewässern der Restlochkette eingesetzt werden zu können. Die erste Abnahme des gesamten Schiffsverbandes durch die brandenburgische SUK (Schiffsuntersuchungskommission) wurde am 12.07.2016 auf der Werft durchgeführt. Die Lieferung des GWBS der LMBV ist für den 16.08.2016 vorgesehen.

Die Planung des Schiffes erfolgte unter folgenden Prämissen:

  • Schnelle Erstneutralisation aller Seen der Erweiterten Restlochkette (von Meuro bis Spreetal-NO) als primäres Ziel. Dazu wurde mit dem Schubverband eine theoretische Dauer von ca. 3,5 - 5 Jahren ermittelt. Das wird sich aber auf Grund der verschiedenen Wasserstände in den Seen, derzeit noch nicht realisierbarer Überleiter in Ostsachsen (3, 3a und 5) und noch ausstehender Genehmigungen u.a. voraussichtlich länger darstellen.
  • Vorgesehen ist die Erstneutralisation mit 5 bis 8 Zyklen pro Arbeitstag mit jeweils 25 Tonnen eines Kalkproduktes. Eingesetzt werden sollen auf Grund des guten Wirkungsgrades hauptsächlich Branntkalk CaO oder Kalksteinmehl CaCO3. Kalksteinmehl sei nach Meinung von Fachleuten nicht so reaktiv und daher besser geeignet – insbesondere während einer parallelen touristischen Seenutzung im Sommer. Gebaut wurden die Kalksilos für den jeweiligen Einsatz von Kalksteinmehl CaCO3, Calciumhydroxid Ca(OH)2 bzw. Calciumoxid CaO. Mit diesen Stoffen sollen dann auch die ersten Tests durchgeführt werden, so die Planungen der LMBV. Begonnen wird mit der Erstneutralisation im RL Skado (Partwitzer See). Das wird ca. 1,5 Jahr dauern. Der pH-Wert 4,5 wird etwa im Frühjahr 2018 erreicht sein. Danach folgt das sukzessive Behandeln der weiteren Seen der Restlochkette entsprechend des LMBV-Konditionierungskonzeptes. 
  • Die anschließende Nachsorge wird aus heutiger Sicht auf bis zu 25 Jahre eingeschätzt. Dabei wird jeder See zwei- bis dreimal jährlich für eine relativ kurze Kampagne von ca. 2 bis 4 Wochen - dies richtet sich nach der Wiederversauerungspotenzial der jeweiligen Seen - konditioniert werden müssen.

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