LMBV: Erinnerung an Flutungsstart für Senftenberger See vor 50 Jahren

Erinnerungstafel von Traditionsverein, Zweckverband LSB und LMBV aufgestellt

Neue Tafel am Senftenberger See zum Flutungstart 1967

Senftenberg. Am 15.11.2017 wurde feierlich eine neue Informationstafel am Senftenberger See eingeweiht. Der Traditionsverein Braunkohle Senftenberg e.V. und der Zweckverband LSB hatten OSL-Landrat Sigurd Heinze und Senftenbergs Bürgermeister Fredrich dazu eingeladen.

Vor Ort waren auch einige Zeitzeugen des Flutungsstarts vor 50 Jahren. Am 15. November 1967 exakt zu selben Zeit um 10:05 Uhr war das erste Wasser aus der Schwarzen Elster in den damaligen schon stillgesetzten Tagebau Niemtsch geleitet worden.

Eine Rohrleitung war dazu unter dem Elsterdamm verlegt worden. Am Tagebaurand wurde sie in vier kleineren Leitungen über die Böschung geführt. Einer derjenigen, die die historische Stunde, in der der gewaltige Wasserschieber der Flutungsleitung für den Senftenberger See vor genau einem halben Jahrhundert mit Muskelkraft geöffnet wurde, miterlebt hat, ist der heute 79jährige Karl-Heinz Meinert. Als Obersteiger war er 1967 u.a. für die letzten Sanierungsarbeiten am ausgekohlten Tagebau Niemtsch zuständig, berichtet die Lokalzeitung. Erst 1969 war das heute bekannte Einlaufbauwerk bei Kleinkoschen fertiggestellt worden, dass dann die Wasserzufuhr aus der Schwarzen Elster übernahm. Drei Jahre später war die Flutung mit Elsterwasser erfolgreich auf den Zielpegel geführt worden. Am 1. Juni 1973 konnten die ersten  Gäste den See dann auch offiziell in Beschlag nehmen.

Mit dem Flutungsbeginn war ein Stück Bergbaugeschichte zu Ende gegangen, dass in den 30er Jahren auf Ackerflächen rund um Senftenberg begonnen hatte. 1938 war mit der Abraumbewegung für den Tagebau von der Ilse-Bergbau AG begonnen worden. Die erste Kohle verließ die Grube am 6. Mai 1941. Die Idee zur Nachnutzung wurde von Bergbauplanern entwickelt und später vom Landschaftsplaner Otto Rindt aufgriffen. Bereits 1960 wird der Tagebau im Gebietsentwicklungsplan als künftiger See und als ein Naherholungsgebiet ausgewiesen.

In den 60iger Jahren wurde der Förderbrückenverband so umgesetzt, dass er vor seiner Stilllegung noch zur Gestaltung des Strandbereiches Großkoschen genutzt werden konnte. Der letzte Kohlezug verließ den Tagebau am 15. Mai 1966, später wurde die Förderbrücke gesprengt. Während der Flutung gab es 1972 eine massive Rutschung beim Abschieben der Böschung, wie der Zeitzeuge Klaus Ackermann, damals Raupenfahrer, vor Ort berichtete.

Heute ist nicht nur der See ein gut besuchtes Naherholungsgebiet, auch die Stadt Senftenberg selbst ist staatlich anerkannter Erholungsort. „Was durch Bergmannshand geschaffen und durch Touristiker belebt wurde, müsse aber immer weiterentwickelt werden“, so Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich zur Feierstunde. Ausführlichere Infos dazu auch im Video bei WMZ.

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