LMBV: Erlebnisreicher 12. Mitarbeitertag am künftigen Hafen Großräschen

Hohes Engagement zur Erreichung der Zielvorgaben für die Bergbausanierung gewürdigt

Senftenberg/Großräschen. Am 8. September 2017 konnte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Klaus Zschiedrich, gemeinsam mit Bürgermeister Zenker mehr als 520 Teilnehmer, darunter 445 Aktive, 50 Ehemalige in der Ruhephase der ATZ und 25 Azubis zum 12. Mitarbeitertag der LMBV am Hafen Großräschen begrüßen. Es sei zu einer guten Tradition geworden, dass sich die Mitarbeiter aller Standorte der LMBV einmal im Jahr an einem Sanierungsprojekt treffen:

„Seit unserem Mitarbeitertag im vergangen Jahr am Schladitzer See haben Sie mit hohem Engagement dazu beigetragen, dass die Ziele 2016 im Wesentlichen erreicht wurden und die Vorschau für 2017 einen positiven Ausblick zur Erreichung der Zielvorgaben für die Bergbausanierung im Unternehmen zeigt.“ Einen besonderen Dank richtete die Geschäftsführung an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in diesem Jahr seit nunmehr 25, 35 bzw. 45 Jahren im Unternehmen tätig sind und mit ihrem persönlichen Engagement einen großen Anteil an der Erfolgsgeschichte der Bergbausanierung haben.

Bei der Bewältigung der Herausforderungen im Unternehmen sind wir wieder einige Schritte vorangekommen. Mit dem fortgeschriebenen Konzept zur geotechnischen Sicherung der Lausitzer Innenkippen wurde der Handlungsrahmen, insbesondere für das vor uns stehende Verwaltungsabkommen, gesetzt. Der Einsatz des LMBV-eigenen Sanierungsschiffes „Klara“ zur Entwicklung der Gewässergüte des Partwitzer Sees verläuft planmäßig und wirkungsvoll. Die Maßnahmen gegen die bergbauliche Beeinflussung der Fließgewässer sind nachhaltig wirksam und werden zielgerichtet auf weitere Quellgebiete ausgedehnt.

Die Arbeiten in Nachterstedt werden unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der Setzungsfließrutschung vom 28. Juni 2016 weitergeführt. Aufgrund der eingetretenen Verzögerungen im Bauablauf verschiebt sich der Beginn der vorzeitigen Nutzung am Concordiasee allerdings in das Jahr 2019. Die Verhandlungen mit dem Land Sachsen-Anhalt zur Übertragung des Pilotprojektes Stadtsicherung Bitterfeld stehen kurz vor dem Abschluss. „Insgesamt ist in allen Bereichen der LMBV eine fleißige Arbeit geleistet worden. Dafür danken wir Ihnen als Geschäftsführung recht herzlich.“ Der Mitarbeitertag sollte daher wieder - wie in den vergangenen Jahren - Möglichkeiten für das gegenseitige Kennenlernen und das Knüpfen von Kontakten bieten, denn seit September 2016 sind inzwischen 51 Mitarbeiter und 12 Auszubildende neu im Unternehmen angekehrt.

Der Braunkohlenbergbau zwischen Großräschen und Senftenberg begann im Jahr 1864. In schneller Folge entstanden etwa 40 Oberflözgruben, 20 Brikettfabriken und 2 Kraftwerke. 1938 kam der Oberflözbergbau zwischen Senftenberg und Großräschen zum Erliegen. 16 ungesicherte, unkontrolliert geflutete Restlöcher und kahle Kippenflächen, aber auch erste Aufforstungen prägten die Landschaft. Im Jahr 1958 kehrte der Bergbau in das Gebiet zurück, um das 2. Lausitzer Flöz zu gewinnen. Zur Absenkung des Grundwassers um weitere 30 Meter wurden die Schächte Hörlitz und Sauo geteuft und 46 km Entwässerungsstrecken aufgefahren. 1960 begann im Bereich des heutigen Lausitzrings der Tagebauaufschluss. 1965 nahm die Abraumförderbrücke Nummer 29 mit 2 Eimerkettenbaggern ES 1600 den Betrieb auf. Dieser Gerätekomplex konnte bis 1970 bis zu 45 Meter und nach einem Umbau bis zu 53 Meter Abraum über dem Kohlenflöz abtragen.

Auf einer Gesamtfläche von circa 3.600 Hektar wurden 1,8 Milliarden Kubikmeter Abraum bewegt und 330 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gewonnen. Davon entfielen ab 1994 31 Millionen Tonnen auf den Auslaufbergbau der LMBV, der damit 1999 endgültig abgeschlossen war. Die Sanierung der bis dahin noch nicht wieder nutzbar gemachten Flächen begann bereits 1992. Schwerpunkte waren die Massenbewegungen zur Schließung des Südrandschlauches Senftenberg sowie die geotechnische Sicherung des Tagebaurestloches durch Massenbewegung mit einem Gesamtvolumen von 111 Millionen Kubikmeter.

Die Demontage und Verschrottung von Geräten und Anlagen beläuft sich auf rund 250.000 Tonnen. Dem 1500er Schaufelradbagger 1473, der 1996 die Kontur dieses Hafens hergestellt hat, blieb dieses Schicksal erspart. Er wurde 2003 von den Anrainerkommunen Großräschen, Schipkau und Senftenberg als technisches Denkmal in der Nähe des Lausitzringes aufgestellt. Und der 60 Meter lange Abwurfausleger des Absetzers 1096 wurde zur Seebrücke der IBA-Terrassen. Bisher haben der Bund und das Land Brandenburg rund 410 Millionen Euro in die Sanierung des Tagebaues Meuro investiert.

Aktuell stehen im Bereich Tagebau Meuro die Flutung des Großräschener Sees mit einer Fläche von 770 Hektar, die Wasserbehandlung im See und alle Maßnahmen für eine zeitnahe Anbindung des entstehenden Großräschener Sees an das Lausitzer Seenland im Fokus. Seit Beginn der Fremdflutung im März 2007 wurden dem Großräschener See rund 118 Millionen Kubikmeter Wasser zugeführt. Bis zum unteren Endwasserstand von 100 Meter über dem Meeresspiegel fehlen noch rund 24 Millionen Kubikmeter Wasser. Mit der Inbetriebnahme des Oberen Landgrabens als Teil der Neißewasserüberleitung im Mai 2017 ist eine weitere Voraussetzung für die Erreichung der Flutungsziele geschaffen worden.

Der LMBV-Chef fasste zusammen: „Die neuen Landschaften im Lausitzer Seenland - und auch hier am Großräschener See - ziehen zunehmend Investoren, neue Bewohner und zahlreiche Touristen an. Die Entwicklung der Stadt Großräschen belegt das deutlich. Das sind auch die Früchte unserer Arbeit, der Arbeit der LMBV und unserer vielen Partner.“

Fotos der LMBV - Peter Radke und Uwe Steinhuber

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