LMBV: Erweitertes Kalimuseum in Bischofferode erwartet Ministerpräsident Ramelow

Träger des Kali-Bergbaumuseums Bischofferode ist der Thomas-Müntzer-Kaliverein Bischofferode e. V.

Erfurt/Bischofferode. Das Kali-Bergbaumuseum Bischofferode, das schon über zwei Jahrzehnte die bergmännische Tradition in der Region seit 1909 dokumentiert, konnte erweitert werden. Zur Eröffnung des neu geschaffenen Museumsteils am19. April 2017 wurde auch Ministerpräsident Bodo Ramelow erwartet, wie die Thüringer Staatskanzlei am 18.04.2017 informierte.

Träger des Kali-Bergbaumuseums Bischofferode ist der Thomas-Müntzer-Kaliverein Bischofferode e. V., der im Jahr 1995 das Gebäude der ehemaligen Betriebsambulanz erwarb und renovierte. Die Arbeiten dauerten bis Anfang 1996. Danach entstand zwischen 1996 und 1999 das Bergbau- und Kalimuseum, das den Bergbau über und unter Tage dokumentiert. Der Betrieb erfolgt ehrenamtlich.

Konnte bisher nur die Geschichte des Kalistandortes bis zur Werksschließung Ende 1993 gezeigt werden, so erfahren die Besucher nun auch, wie es ab 1994 dort weitergegangen ist. Dabei geht es u.a. um die Verwahrung der Grube durch die damalige Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung stillgelegter Bergwerke (GVV), die nunmehr zur Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) gehört, und auch die Vermarktung von Werksflächen mit der Neuansiedlung von Unternehmen.

Für den Ministerpräsidenten ist Bischofferode „ein ganz besonderer, ein wichtiger und ein symbolischer Ort in Thüringen. Seit über 20 Jahren bin ich mit den Beschäftigten der Thüringer Kaliindustrie eng verbunden, und vor allem der Arbeitskampf der Kalikumpel in Bischofferode, in den ich bis zum Schluss aktiv involviert war, hat mich sehr geprägt. 700 Kumpel standen vor dem Aus, es gab Proteste, viele Bergleute traten sogar in den Hungerstreik. Doch am Ende konnte die Schließung von Bischofferode nicht verhindert werden – das ist auch für mich eine schmerzhafte Erinnerung.“

„Heute hat das Thema Kali nicht an Wichtigkeit verloren“, so Ramelow weiter. „Als Ministerpräsident trage ich mit Verantwortung für Maßnahmen und für Strategien, um Rohstoffgewinnung und Umweltschutz in Einklang zu bringen. Um Perspektiven zu entwickeln für den Erhalt von Tausenden Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Um den vielen Menschen und Unternehmen, die direkt oder indirekt vom Kaliabbau leben, eine Zukunft zu bieten.

Und natürlich gilt es ebenso, die ökologischen Interessen zu wahren und zu stärken, denn Kaliabbau bedeutet auch einen massiven Eingriff in die Natur, bedeutet Einleitung von Abwässern in Gewässer und das Entstehen großer Halden. Der Rohstoff Kali ist endlich, und ich möchte, dass wir den Übergang so gestalten, dass die Natur nicht weiter über Gebühr geschädigt wird und die Region mittelfristig weiter auf das wirtschaftliche Standbein Kali setzen kann“, erklärt der Ministerpräsident.

Quellen: Kaliverein nach Thüringische Landeszeitung - Ausgabe Eichsfeld, 15.04.2017, S. 17 und Medieninformation 68/2017 der Thüringer Staatskanzlei // Archivfoto: LMBV KSE Schacht 1 Bischofferode

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