LMBV: Führungskräfte informierten sich bei Befahrung im Tagebau Hambach

Sophienhöhe als wertvolles Naherholungs- und Waldgebiet - Auch Lausitzer Bergbaufolge-Landschaften bieten Chancen

Senftenberg/Hambach. Die Teilnehmer des Braunkohlentages 2017 waren vom DEBRIV eingeladen worden, sich bei einer Befahrung des Tagebau Hambachs am 5. Mai 2017 über die Fortschritte bei der Wiedernutzbarmachung im rheinischen Revier zu überzeugen.

Dabei wurde insbesondere die vor 39 Jahren begonnene forstliche Rekultivierung der Außenhalde des Tagebaus am Beispiel der Sophienhöhe vorgestellt. Ausgewählte Führungskräfte der LMBV nutzten die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit Wiedernutzbarmachungs-Verantwortlichen der RWE Power AG.

Im Vortragsteil des Braunkohlentages 2017 setzte sich Dipl.-Ing. Thomas Penk von der LEAG in seinem Vortrag ebenfalls mit der Wiedernutzbarmachung sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Lausitzer Revier aus Sicht der Lausitzer Energiewerke AG auseinander. Zusammenfassend informierte er wie folgt: „Das heutige Landschaftsbild, die Kulturlandschaft der Lausitz ist durch die Jahrhunderte währende menschliche Tätigkeit entstanden und nur durch diese attraktiv zu erhalten. Durch die Gewinnung von Braunkohle im Tagebaubetrieb bleibt die Beeinflussung und der Verlust von Lebensraum unvermeidbar. Hier gilt es, der Wiedernutzbarmachung sowie der Umsetzung von umfassenden Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen zur Entwicklung von neuem Lebensraum mit vielfältigen Perspektiven, Rechnung zu tragen.

Im Lausitzer Revier erfolgt die Wiedernutzbarmachung sowie der Ausgleich und Ersatz von in Anspruch genommenen Flächen in der Bergbaufolgelandschaft. Die Landschaften nach dem Bergbau bieten einzigarte Chancen der Neugestaltung, angefangen bei der Zusammensetzung der Böden über die Geländemodellierung bis zur Folgenutzung. Der Weg ist ein Wechselspiel zwischen Leitbildern und Entwicklungsoptionen, natürlichen und kulturnahen Elementen sowie alter und neuer Identitäten. Die Entwicklung neuer Landschaften bedarf einer starken Orientierung und des ständigen Austausches im Sinne des öffentlichen Interesses. Dieser Weg ist so zu organisieren, dass innovative Lösungen unter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machbar sind. Neuer Lebensraum entsteht, der sicher, mehrfach nutzbar und ökologisch wertvoll ist. Ein Wirtschaftsraum für Generationen, der die Belange des Naturschutzes und die von Freizeit und Erholung ebenso berücksichtigt. Auf diesem Weg werden Interessierte und Folgenutzer einbezogen. Dabei sind Landmarken für die Öffentlichkeit unerlässlich.

Ein Beispiel dafür ist der Tagebau Nochten. In Anlehnung an die Muskauer Heide- und Waldlandschaft bieten ausgedehnte Heide- und Waldbereiche in der Bergbaufolgelandschaft vielen Tier- und Pflanzenarten Rückzuggebiete. Vor der Ortslage Nochten ist im Zusammenspiel von Akteuren der Findlingspark entstanden. Bisher einzigartig in der Bergbaufolgelandschaft, wurden eiszeitliche Findlinge gärtnerisch kunstvoll in Szene gesetzt. In einem beachtlichen Teilbereich, dem Bundeswehrvorranggebiet, erfolgt bereits neben dem aktiven Bergbau die militärische Folgenutzung. Im Lausitzer Revier sind die Wiedernutzbarmachung sowie die Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen fester Bestandteil der Unternehmensplanung. Eine zeitnahe Umsetzung und Flächenwiederherstellung eine Verpflichtung für die Region und der hier lebenden Menschen.“

Fotos: Befahrung des Rekultivierungsgebietes des Tagebau Hambachs, der Sophienhöhe / C. Bedeschinski und U. Steinhuber

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