LMBV-Führungskräftetagung 2013 in Großräschen - Gedankenaustausch zum Führen

13. Treffen der Leiter des Bergbausanierers

Senftenberg/Großräschen. Die 13. Führungskräftetagung der LMBV fand am 10. September 2013 am Rande des Großräschener Sees auf den IBA-Terrassen statt. Vor der Kulisse des in Flutung befindlichen Restloches des Tagebaus Meuro berieten die Geschäftsführer und leitenden Angestellten zusammen mit Abteilungs- und Arbeitsgruppenleitern sowie Vertretern des Gesamtbetriebsrates über aktuelle Unternehmensentwicklungen und konkrete Fragen der Führungsverantwortung.

Nach einem Resümee des zurückliegenden Zeitabschnittes seit der vorangegangenen Tagung durch den Vorsitzenden der Geschäftsführung, Prof. Dr. Kuyumcu sprach Matthias Brauner von der Agora Consult einführend über die theoretischen Grundsätze von Führungsansprüchen, -kontrolle und -instrumenten. In vier Redebeiträgen von jungen bzw. erfahrenen Führungskräften wurden dann verschiedene Aspekte der konkreten Erlebniswelt im LMBV-Arbeitsalltag der Leiter mit Personalverantwortung beleuchtet.

Michael Matthes sprach beispielsweise über Neubildung seiner Abteilung VL3 im Sanierungsbereich Lausitz, die Erfahrungen und Anlaufschwierigkeiten sowie die Ausrichtung der erfolgten Problembewältigung. Dabei wurde, so Olaf Gunder in der späteren Diskussion, der „Spagat zwischen fachlicher Verantwortung und dem Führen“ deutlich gemacht. Mehrfach wurde in der Diskussion auch die Rolle der Unternehmerkontrolleure als unverzichtbare „Augen und Ohren des Unternehmens auf den Baustellen“ beschrieben.

Stefan Kutter informierte über die Formierung der neuen GIS-Abteilung im VS-Bereich und seinen kooperativ angelegten Führungsstil, auf den er durch seinen bisherigen Vorgesetzten gut vorbereitet und hingeführt worden sei. Die hohe Wertschätzung der GIS-Arbeit im Unternehmen haben die Mitarbeiter durch die Aufwertung und Schaffung der Abteilung selbst spüren können. Ein wichtiges Feedback für seine bisher vorwiegend fachlich geprägte Arbeit hin zur Mitarbeiterführung waren Mitarbeitergespräche und -befragungen. Hiermit wurde die Sinnhaftigkeit des Mottos der Tagung unterstrichen, das wie folgt formuliert war: „Führung heißt, Mitarbeiter sachbezogen einzusetzen, zu motivieren und für ihre Fähigkeiten die Entfaltungsräume zu schaffen." Abteilungsleiter Hagen Jurczok analysierte in seinem Beitrag die Rolle der Controller als „Dienstleister und Co-Piloten“ für alle Führungskräfte und empfahl die verschiedenen vorhandenen Controlling-Instrumente und die Expertise seiner Mitarbeiter zur verstärkten Nutzung durch die Leiter.

Kathy Sommer sprach über ihre persönlichen Erfahrungen beim Führen aus der Sicht einer Arbeitsgruppenleiterin in der Planung Lausitz. Sie berichtete über ihre Herangehens- und Sichtweise als Technikerin: „Weg und Zeit bestimmen die Geschwindigkeit unseres Erfolges.“ Dieser sei jedoch auch von vielen anderen an den Maßnahmen Beteiligten, im Einzelfall bis zu 30 internen und externen Partnern, abhängig. Dabei sei eine hohe Kommunikation aller notwendig. Bei mangelndem Informationsfluss, einem Zuviel an Formblatt-Arbeit, unterschiedlichen Prioritätensetzungen der Fachpartner und Zeitverzug durch Terminuntreue Dritter „rennen wir als Planer den Dingen oft nur hinterher, reagieren zu oft nur noch, statt zu agieren.“

Lösungen für diese Herausforderungen und neue Chancen sieht die junge Leiterin in den bereits realisierten und noch kommenden Strukturveränderungen. Die künftige organisatorische Trennung von Planern und Geotechnikern dürfe dabei aber nicht zu neuen Schnittstellenproblemen führen und bedürfe daher künftig einer erhöhten Kommunikation der zuständigen Leiter. Dazu gehöre auch die Festlegung und ggf. neue Definition gemeinsamer Zielstellungen, denen sich eine abgestimmte Aufgabenerledigung, eine zielorientierte Termin- und Prioritätensetzung unterordnen. Wünschenswert wäre darüber hinaus jeweils ein flächenbezogener Generalist als „Hutmann“, der den „Hut“ der Verantwortung u.a. in den Aussagen gegenüber den Behörden und Partnern „aufhabe“. In der Diskussion wurde der Vortrag u.a. als „Wachmacher-Beitrag“ eingeschätzt, der den Führungskräften Impulse gebe, auf Überregulierungen hinweise und anrege, über die Kompliziertheit der Ablauforganisation in der Process Map erneut nachzudenken.

In einem weiteren Vortrag wurde auch die Sicht der Betriebsräte zu den diskutierten Führungs- und Mitarbeiterfragen dargestellt. In der Zusammenfassung der Geschäftsführung durch Dr. Hans-Dieter Meyer wurde die Tagung als sehr lebhaft, diskussionsfreudig und zielführend gewertet, die Anlass sei, auch über das Leitbild des Unternehmens künftig neu nachzudenken und allen 51 anwesenden Führungskräften neue Impulse für die tägliche Arbeit mit auf den Weg gegeben habe.

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