LMBV: Intensives Baugeschehen für Ocker-Bremse am Dreiweiberner See

Aufbau der Versuchsfelder des LMBV-Pilotvorhabens soll Ende April 2018 vor der Badesaison abgeschlossen sein

Senftenberg/Lohsa. Das langfristig von der LMBV vorbereitete Pilotvorhaben am Ufer des Dreiweiberner Sees bei Lohsa ist derzeit in der aktiven baulichen Umsetzungsphase.

Im Auftrag der LMBV ist die Firma SGL momentan dabei, die notwendigen Erdbauarbeiten umzusetzen. Die Baubegleitung hat die Firma eta AG übernommen. „Bis Ende April 2018 – vor Beginn der diesjährigen Badesaison - soll das Baugeschehen zum Errichten der drei unterschiedlichen Probefelder abgeschlossen sein“, so der zuständige LMBV-Projektmanager Jürgen Nagel.

Zur „Abwehr von Gefahren gegen austretendes saures und eisenhaltiges Wasser“ in der Ufersickerlinie von Bergbaufolgeseen, welches möglicherweise geplante Nutzungen an Bergbaufolgeseen gefährdet bzw. beeinträchtigt, sollen im Rahmen des Pilotvorhabens nun Lösungsansätze am Ufer des Dreiweiberner Sees entwickelt werden. Zunächst wurde der Wasserpegel im Bergbaufolgesee abgesenkt, ein Teil des Sandes abgetragen und verspült. Nach Errichtung der Versuchsfelder schließt sich der Probebetrieb, das Monitoring und die Auswertung des Pilotvorhabens bis ein Jahr nach Fertigstellung an. Bereits seit 2015 wurde das Vorhaben planerisch vorbereitet und dann genehmigungsreif entwickelt.

Geprüft werden mit dem Pilotvorhaben am Speicherbecken Dreiweibern ein Drainagesystem, eine geosynthetische Dichtungsbahn sowie das Einbringen von Kalk. Diese werden zudem mit einem Referenzfeld verglichen. Dabei wurde für die Varianten eine ausreichende Auftriebssicherheit in Form von zusätzlichen Drainageschichten berücksichtigt. Im Einzelnen werden nun folgende drei Abschnitte gebaut:

  • Bereich mit Abdichten durch Bentonitmatte auf Kieseln (Feld 1)
  • Einbau einer strömungsbrechenden Drainageschicht (Feld 2)
  • Einbau eines reaktiven Kalkteppichs mit Rohdolomit/Kalkstein (Feld 3)

Generelles Ziel des LMBV-Pilot-Vorhabens ist die Entwicklung einer geeigneten Problemlösung, die

  1.  das belastete eisen- und sulfathaltige Wasser von nutzbaren Uferbereichen    dauerhaft fernhält bzw. eliminiert,
  2.  möglichst kurzfristig wirksam wird,
  3.  mit geringen Betriebs- und Unterhaltungsaufwand auskommt,
  4.  bautechnisch mit vertretbarem Aufwand machbar ist,
  5. in ihrer Funktionalität leicht zu überwachen ist und
  6. auf ähnlich gelagerte Fälle übertragbar ist.

Das Vorhaben hatte vor der abschließenden Bauausschreibung mehrere „Hürden“ bis zu seiner Umsetzung zu nehmen, darunter die behördliche Plangenehmigung durch die Landesdirektion Sachsen als auch die finanzielle Genehmigung durch die entsprechenden Gremien der Braunkohlesanierung.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Pilotvorhaben, bei denen die Varianten als unterschiedliche Betriebsregime nacheinander getestet werden, bietet es sich im Strandbereich Lohsa an, die Varianten gleichzeitig an nebeneinander gelegenen Uferbereichen zu entwickeln, zu errichten, messtechnisch zu überwachen und zu verallgemeinern. Dazu wurden u.a. 19 Messstellen errichtet, die von Fachgutachtern des IWB Dresden überwacht und ausgewertet werden. Zudem ist eine ökologische Baubegleitung für die Baumaßnahme vereinbart worden.

Mit der Erprobung verschiedener Sanierungstechnologien soll im Rahmen des Pilotvorhabens die am besten geeignete Methode bestimmt werden. Je nach Erfolg der einzelnen Varianten kann die Technologie als Best-Practice nicht nur am Dreiweiberner See sondern auch andernorts Anwendung finden.

Für die Umsetzung des Pilotvorhabens war eine wesentliche Anforderung, dass auch die Witterung mitspielt. Maßgebend beeinflussen könnten die Baumaßnahmen ggf. starke Niederschläge (könnten zu einem Aufweichen des Untergrundes führen und verhindern ggf. eine Befahrbarkeit der Flächen) und Perioden mit Frost (könnten zu einem Durchfrieren des Untergrundes führen und verhindern ggf. den Abtrag/ die Verspülung der Massen, führen ggf. zu einem Zufrieren des Dreiweiberner Sees und verhindern ebenfalls das Verspülen der Massen).

LMBV-Luftbild vom Lohsaer Strand am Dreiweiberner See aus 2017
LMBV-Luftbild vom Lohsaer Strand am Dreiweiberner See aus 2017

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