LMBV: Jüngster Zuwanderer ist Östlicher Blaupfeil - 2016 erstmals in Folgelandschaft gesichtet

Feuerlibelle in der Bergbaufolgelandschaft

Aktualisierte Rote Liste des LfU zeigt: In Brandenburg gehe es vielen Libellenarten besser

Östlicher Blaufpfeil / Wikipedia

Potsdam. „Früher war doch nicht alles besser", zu diesem Ergebnis kommt die gerade erschienene, aktuelle Rote Liste der Libellen des Landes Brandenburg.

Insgesamt 69 verschiedene Libellenarten kommen in Brandenburg vor. Zum Vergleich: In Deutschland sind es insgesamt 81 Arten. „Alle die in Brandenburg jemals nachgewiesenen Arten kommen auch heute noch vor“, allein das sei schon eine sehr erfreuliche Tatsache, so das LfU in einer Pressemitteilung vom 2. März 2018.

Brandenburg gilt mit seinen fast 3.000 natürlich entstandenen Seen sowie vielen künstlichen Gewässern wie Kies- und Tongruben, zahlreichen Kleingewässern und einem ausgedehnten Netz von Fließgewässern als das gewässerreichste Bundesland Deutschlands und hat viele, für Libellen günstige Lebensräume zu bieten. Dass es heute vielen Arten besser geht, ist in erster Linie der deutlichen Verbesserung der Wasserqualität der meisten Fließ- und Standgewässer zu verdanken. Zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Struktur von Fließgewässern und viele Renaturierungsmaßnahmen zeigen bei dieser Artengruppe Wirkung. Zu ähnlichen Ergebnissen kam bereits die vor sechs Jahren aktualisierte Rote Liste der Fische und Rundmäuler Brandenburgs.

Vor allem einige Arten der Fließgewässer konnten sogar aus der Roten Liste der Libellen entlassen werden und gelten nicht mehr als bestandsbedroht. Dazu gehören die Blauflügel-Prachtlibelle, die Gemeine und die Asiatische Keiljungfer, die Grüne Flussjungfer und der Kleine Blaupfeil. Auch einzelne seltene Arten wie Kleine Zangenlibelle und Gebänderte Heidelibelle konnten ihre Bestände offensichtlich auf niedrigem Niveau stabilisieren.

Erfreulich sei, dass einige Libellenarten, für deren Erhaltung Brandenburg eine deutschland- oder sogar weltweite Verantwortung trage, stabile und zum Teil wachsende Bestände aufweisen. Hierzu gehören die häufigen Arten Blaugrüne Mosaikjungfer und Spitzenfleck. Von den neun Libellenarten, die in den Anhängen der europäischen FFH-Richtlinie gelistet und für die daher besondere Schutzmaßnahmen erforderlich sind, befindet sich allerdings nur die Zierliche Moosjungfer in einem hervorragenden Erhaltungszustand, bei zwei Arten ist der Zustand als kritisch anzusehen.

„Jüngster“ Zuwanderer sei übrigens der Östliche Blaupfeil, der im Jahr 2016 erstmals in der Bergbaufolgelandschaft in der Nähe der Grenze zu Sachsen nachgewiesen werden konnte. Die heute möglichen, recht genauen Einschätzungen der Bestandssituation der einzelnen Libellenarten wurden vor allem durch die sorgfältige Arbeit der zahlreichen ehrenamtlich tätigen Arterfasser in Brandenburg möglich, zu denen auch die Autoren der aktuellen Roten Liste der Libellen gehören. Doch auch intensivierte Untersuchungen zur Gewässerqualität im Zusammenhang mit der Umsetzung der EU-Wasserrahmen-Richtlinie steuerten Ergebnisse zu aktuellen Roten Liste bei.

Das Landesamt für Umwelt gibt nach Vorgaben des Brandenburger Naturschutz-Anpassungsgesetzes in Umsetzung des Bundesnaturschutzgesetzes regelmäßig Rote Listen gefährdeter Arten heraus. Die Bewertung der Gefährdung erfolgt dabei seit über 20 Jahren nach einem System von bundesweit abgestimmten, objektiven Bewertungskriterien. Quelle: PM des LfU v. 02.03.2018 (Fotos: Feuerlibelle in der Bergbaufolgelandschaft - Ralf Donat v. Sielmann Stiftung für LMBV; Östlicher Blaupfeil – Wikipedia)

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