LMBV: Aktive Maßnahmen gegen die Rückversauerung des Störmthaler Sees

Einleiten von Flutungswasser aus Profen sichert Gewässergüte

Leipzig. Aufgrund einer Anfrage möchte die LMBV an dieser Stelle noch einmal über das Einleiten von Fremdwasser in Tagebaurestseen informieren.

Konkret geht es darum, dass am 5. Juli 2017 eine Verunreinigung des Störmthaler Sees im Bereich der südlichen Flutungsleitung, südlich der Deponie Cröbern, dem Umweltamt des Landkreises Leipzig angezeigt wurde. Der Anzeigende gab an, dass er am 4. Juli 2017 beobachtet hat, wie über die Flutungsleitung trübes Wasser eingeleitet wird, welches stark nach Gülle roch. Im Folgenden wird die Antwort der LMBV wiedergegeben:

Der Störmthaler See unterliegt aufgrund des acidischen Grundwasserstromes einer Rückversauerung, so dass zur Stabilisierung der Seewasserbeschaffenheit (Erhöhung des pH-Wertes und der Säurepufferkapazität) in Abhängigkeit vom Wasserstand und sonstigen Stützwasserbedarfes der Seen im Südraum Leipzig die Einleitung von stark alkalisch gepuffertem Wasser aus dem aktiven Tagebau Profen über die Flutungsleitung erfolgt. Der Betrieb der Flutungsleitung ist über den Sonderbetriebsplan „Betreiben des Rohrverbundsystems Flutung Südraum Leipzig Westsachsen/Thüringen der LMBV mbH“ bergrechtlich zugelassen. Die Wasserüberleitung aus dem Tagebau Profen ist im Wasserüberleitungsvertrag zwischen LMBV und MIBRAG geregelt.

Aktuell wird seit dem 26.06.2017 kontinuierlich Profener Wasser in den Störmthaler See eingeleitet. Also auch am fraglichen 04.07.2017. Besondere Umstände (vorheriger Stillstand, Reinigung der Leitung) lagen nicht vor. Dass ein durch den Anzeigenden wahrgenommene Güllegeruch von der Flutungsleitung ausging, schließen wir aus. Die Braunfärbung des Sümpfungswassers entsteht durch den Gehalt an dreiwertigem Eisen, dass in eingetragener Form und Menge im See sedimentiert und keine nachhaltigen Auswirkungen auf den Seewasserkörper hat. Im Gegenteil gewährleistet die hohe Alkalinität des Profener Wassers die Einhaltung der festgelegten Seewasserbeschaffenheit (pH-Wert 6-8).

Im Rahmen des Seemonitorings wird gemäß Planfeststellungsbeschluss und Abstimmungen mit der Landesdirektion Sachsen die Wasserqualität des Störmthaler Sees durch eine regelmäßige monatliche (reduziertes Untersuchungsprogramm) bzw. quartalsweise Probennahme an definierten Seemessstellen mit einem festgelegten Parameterspektrum überwacht. Die Pufferkapazität, das heißt das Vermögen des Sees, saure Einträge ohne wesentliche Änderungen des pH-Wertes kompensieren zu können, ist gering. Eisen ist im Freiwasserkörper des Sees nicht in relevanter Größenordnung nachweisbar. Das Flutungswasser wird monatlich in der Pumpstation hinsichtlich festgelegter Qualitätsparameter beprobt. Zusätzlich erfolgt quartalsweise eine Probenahme an der Einleitstelle direkt am betreffenden Gewässer. Besorgnis erregende bzw. vom Wasserüberleitungsvertrag abweichende Stoffkonzentrationen konnten in den letzten Jahren nicht festgestellt werden.

Die im Uferbereich sichtbaren Verockerungen, welche nicht nur im Bereich der Einleitstelle auftreten, stehen nicht im Zusammenhang mit der Einleitung des Flutungswassers. Aufgrund des sinkenden Wasserspiegels in den Sommermonaten liegen Uferbereiche mit vermehrten und eisenhaltigen Grundwasseraustritten über der Wasserlinie und die infolge der Belüftung auftretenden Eisenausfällungen werden dann als Braunfärbung im Ufersaum vermehrt sichtbar. Mit solchen Erscheinungen ist auch weiterhin mittel- und langfristig zu rechnen.

In diesem Zusammenhang möchten wir auf eine Infobroschüre der LMBV verweisen, welche der interessierten Öffentlichkeit grundlegende Informationen über die Sicherung der Gewässergüte in den Bergbaufolgeseen im Südraum Leipzig geben soll.

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